Travemünde Testbericht

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  • Sauberkeit:  sehr gut
  • Preis-Leistungs-Verhältnis:  gut
  • Information & Kundenservice:  gut
  • Familientauglichkeit:  hoch
  • Behindertenfreundlichkeit:  gut
  • Empfehlenswert:  ja

Erfahrungsbericht von Habacht

Travemünde - Eine Perle an der Ostsee!?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Das Ostseeheilbad Travemünde ist der südlichste der Badeorte an der Schleswig-Holsteinischen Ostseeküste und der geschichtsträchtigste. Der zur Hansestadt Lübeck gehö-rende Stadtteil Travemünde wird von Einheimischen und Lübeckern gerne als \"Schönste Tochter der Hansestadt Lübeck\" bezeichnet. Hier kommt es natürlich wie immer auf das Au-ge des Betrachters und seine Prioritäten an. Ich möchte im folgenden die wichtigsten Infor-mationen für diejenigen zusammenstellen, die einen Urlaub oder auch nur einen Tagesauf-enthalt in Travemünde planen.

Ein bisschen Ortsgeschichte
1187 wurde Travemünde überwiegend aus militärischen Gründen, nämlich zum Schutz der Travemündung, durch Graf Adolf den III. gegründet. 1329 hat Lübeck den Ort dem Grafen für 1060 Lübsche Mark abgekauft. 1802 wurde Travemünde offiziell zum Seebad und ist damit das drittälteste in Deutschland.


Die Anreise
Für den Urlauber oder Tagesgast ist Travemünde sowohl mit dem Auto als auch mit der Bahn und dem Schiff bequem zu erreichen. Für Bahnreisende hält der mit rund 15.000 Ein-wohnern doch relativ kleine Ort gleich zwei Bahnhöfe bereit; den \"Hafenbahnhof\" in unmittel-barer Nähe der Altstadt und den \"Strandbahnhof\" inmitten des Kurgebiets und nahe zum Strand gelegen.

Der Ort
Travemünde liegt direkt an der Mündung des Flusses \"Trave\" in die Ostsee. Dabei teilt die Trave den Ort sozusagen in zwei Teile; die Halbinsel Priwall und die \"Stadtseite\" wie man in Travemünde sagt. Und manchmal kann es einem so vorkommen, als wenn man sich in zwei unterschiedlichen Welten aufhält, so verschieden ist der Charakter dieser beiden Teile. Die Verbindung über die Trave wird für Fußgänger, Rad- und Autofahrer durch zwei Fährverbin-dungen sichergestellt. Einmal durch die ganzjährig betriebene Wagenfähre, die natürlich auch Fußgänger und Radfahrer befördert und weiter zur Mündung gelegen durch die soge-nannte \"Norderfähre\", mit der ausschließlich Fußgänger auf den Priwall und zurück gelangen können.

Nun etwas zur \"Stadtseite\", die mit dem Fischereihafen, der Altstadt um die St. Lorenzkirche, der Vorderreihe als Shopping-Meile, der Travepromenade, der Strandpromenade, dem histo-rischen Leuchtturm, der Spielbank, dem Kurstrand und dem Brodtener Steilufer ein vielfälti-ges und nie Langeweile aufkommen lassendes Angebot bereit hält. Beginnt man seinen Spaziergang sozusagen am südöstlichen Ende Travemünde, dem

Fischereihafen,
hat man Gelegenheit in den Alltag der Travemünder Fischer zu blicken. Aktivität ist dort im-mer zu beobachten. Sei es, die Fischer landen früh morgens den Fang an, verkaufen den gerade aus der Ostsee geholten Fisch direkt vom Kutter aus oder sind mit dem Flicken ihrer Netze beschäftigt. Verlässt man den Fischereihafen, gelangt man an den Anlegern der Pri-wallfähre vorbei in die

Vorderreihe
Diese direkt am Ufer der Trave gelegene Straße, die „Hauptstraße“ Travemünde bietet den mit dem Schiff anreisenden Gästen einen einmaligen Anblick auf ein Ensemble meist zwei-stöckiger Häuser mit den typischen verglasten Veranden über die gesamte Hausbreite. Die Vorderreihe ist die Einkaufsstraße Travemündes. Immer mit Blick auf das Wasser und die vorbeifahrenden Fährschiffe, entdeckt man eine Vielzahl kleiner Geschäfte mit vielseitigem Angebot. Natürlich findet sich hier auch eine große Zahl gastronomischer Betriebe, die von der Currywurst bis zum mehrgängigen Menue alle Wünsche erfüllen. Und fast alle lukuli-schen Genüsse sind mit Blick auf die Trave und den Schiffsverkehr zu haben. Übrigens hat auch die weltbekannte Lübecker Marzipanmanufaktur Niederegger hier ein Cafè mit Seeblick. Ist man die Vorderreihe entlang geschlendet, führt einen der Weg automatisch auf die

Travepromenade
hier spaziert man nur wenige Schritte neben dem Travewasser weiter in Richtung Strand. Unmittelbar in Kontakt mit dem bunten Leben auf den hier an diversen Stegen liegenden Segel- und Motorbooten und mit einem schönen Blick auf die an der gegenüberliegenden Priwallseite liegende Viermastbark „Passat“. Am Ende der Travepromenade angekommen, öffnet sich der Blick auf die Ostsee, den Kurstrand und die Nordermole, die ihren Ursprung schon im Jahre 1446 hat, als sie zum Schutz der Trave vor Versandung gebaut wurde. Hält man sich am Ende der Travepromenade, das durch die Lotsenstation, die Einsatzboote der Wasserschutzpolizei und der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger markiert wird, links, gelangt man übergangslos auf die

Strandpromenade
die beliebte Flaniermeile mit wunderbarem Blick auf die Ostsee, den Priwall, die mecklen-burgische Küste und natürlich auf das bunte Treiben am Strand. Sehenswert sind die unter-schiedlichen Baustile der direkt an der Strandpromenade liegenden Wohnhäuser. Die Strandpromenade in ihrer heutigen Form entstand in den 70iger Jahren. Die ursprüngliche Kurpromenade wurde in den Jahren 1898 bis 1903 erbaut und trennte den Badebetrieb vom übrigen Kurbetrieb. An der Promenade passiert man das Casino Travemünde und das Haus Royal. In letzterem hat bereits Kaiser Wilhelm seinen Kaffee getrunken und nach den unter-schiedlichsten Nutzungen lädt es auch heute wieder zum Pausieren bei Kaffee und Kuchen ein. Das

Casino
entstand in seiner heutigen Form im Jahre 1912 und wurde im Jahre 1949 als Spielbank er-öffnet. Welche Schicksale sich hier abspielten, kann man nur erahnen. Aber sicherlich hat sich manch einer um die Existenz gespielt, während andere das Haus als reiche Leute ver-ließen. Neben dem großen Spiel bietet das Casino heute auch einen Automatenspielsaal. Für einen Besuch des großen Spiels muss man an die richtige Garderobe denken. Im Notfall werden am Eingang aber auch „Leihkrawatten“ bereit gehalten. Am Casino vorbei bis zum Ende der Strandpromenade gegangen, befindet man sich am

Brodtener Ufer
Dieses Steilufer mit teilweise bizarren Formen erstreck sich zwischen Travemünde und Niendorf über eine Länge von ungefähr 4 Km. Das Brodtener Ufer und die angrenzenden Gebiete landeinwärts sind aufgrund der dort vorkommenden schützenwerten Pflanzen- und Tierarten als „Brodtener Winkel“ unter Landschaftsschutz gestellt. Der Küstenwanderweg lässt sich übrigens auch sehr gut mit dem Fahrrad befahren. Im Laufe der Jahre ändert er ständig seinen Verlauf, da duch die Einwirkungen der Ostsee und anderer Witterungseinflüs-se pro Jahr ungefähr 1m der Steilküste wegbricht und der Weg somit häufig verlegt werden muss.

Der Priwall
liegt auf der anderen Seite der Trave, also sozusagen Travemünde gegenüber. Er ist eine Halbinsel, die von der Ostsee, der Trave und der Pötenitzer Wiek umschlossen wird. Vor Öffnung der Grenze zur ehemaligen DDR war an der engsten Stelle des Priwall, der Verbin-dung zu Mecklenburg-Vorpommern, die Demarakationslinie. Die Priwallbewohner wohnten also trotz Landverbindung sozusagen auf einer Insel. Die südöstliche Hälfte des Priwall, auf der Seite zur Pötenitzer Wiek steht größtenteils unter Naturschutz und lockt mit ihrer Vogel- und Pflanzenwelt vor allen Dingen Naturliebhaber an. Zur Ostsee hin bietet der Priwall einen breiten von Dünen begrenzten Sandstrand. Hier gibt es übrigens keine Strandkörbe wie auf der Stadtseite, so dass auchreichend Platz zum Austoben ist. Auf dem Priwall befinden sich die 3 Campingplätze Travemündes und die Jugendherberge. Wer die Natur liebt, es etwas rustikaler mag und im Urlaub die Ruhe bevorzugt, der ist auf dem Priwall sicherlich gut auf-gehoben. Und wenn es doch einmal Trubel sein soll; Nach Travemünde ist man in wenigen Minuten gefahren und die Fähre bringt einen 24 Stunden am Tag hin und zurück.


Unterkunftsmöglichkeiten
Travemünde bietet für jeden Geschmack und für jeden Geldbeutel etwas. Vom Privatquartier mit Familienanschluss über die Ferienwohnung, das Hotel Garni, den Zeltplatz, die Jugend-herberge bis hin zum 5-Sterne-Hotel sind Unterkünfte in jeder Preisklasse und Lage zu be-kommen. Die größte Auswahl besteht natürlich auf der „Stadtseite“ aber auch der Priwall bietet Unterkünfte. Dort sind, wie schon erwähnt, die Jugendherberge und die Zeltplätze zu finden aber auch einige Privatquartiere und Pensionszimmer zu finden. Die Preislagen sind so unterschiedlich, insbesondere sind sie wie überall Jahreszeitenabhängig, dass ich darauf verzichte, hier näher darauf einzugehen. Wer ernsthaft interessiert ist, erhält vom Kurbetrieb ein Unterkunftsverzeichnis mit allen Angaben. Sollte die Unterkunft etwas weiter vom Strand entfernt liegen, bietet der Travemünder Servicepass (Kurkarte) übrigens die Möglichkeit, den ÖPNV im Ort kostenlos zu nutzen. Ist doch mal ein Angebot, oder?

Freizeitmöglichkeiten
Hier sind neben dem Strand- und Badevergnügen natürlich die zahlreichen Möglichkeiten zu sportlichen Aktivitäten zu nennen. Über Wandern, Radfahren, Segeln, Surfen, Tauchen, Hochseeangeln, Beachvolleyball, Beachsoccer, Golfen, Wasserskifahren und Skaten auf der vorhandenen Skateranlage ist nahezu alles möglich. Daneben werden in der Sommersaison jede Menge Events geboten, die immer für reichlich Abwechslung sorgen. Das reicht vom Großseglertreffen über das Powerboatrennen (Die Formel I auf dem Wasser) und die Tra-vemünder Woche bis hin zu den allseits bekannten Veranstaltungen in Kurorten wie Trave-münde, als da z.B. Animationsprogramm, Bowlwettbewerbe, Kurkonzerte, Jazzfühschoppen usw.

Fazit
Travemünde bietet mit seiner Kombination aus Strand, Ostsee und attraktivem Hinterland, dem umfangreichen Angebot zur Freizeitgestaltung und den vielfältigen Unterkunftsmöglich-keiten sowie der interessanten und vielseitigen Infrastruktur des Ortes sowohl für den Erho-lungsuchenden als auch für den Aktivurlauber alle Möglichkeiten. Einschränkend kann ich eigentlich nur feststellen, das der Ort weder ein Kino noch eine Discothek bietet.

Sicherlich sind die Informationen nicht vollständig. Aber wer es genauer wissen will kann auf folgender Internetseite mehr erfahren:

www.travemuende.de
www.luebeck-tourismus.de

Habacht

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