Die Waldgräfin (Taschenbuch) / Dagmar Trodler Testbericht

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ab 9,48
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Erfahrungsbericht von margy

erik und alienor

Pro:

siehe bericht

Kontra:

siehe bericht

Empfehlung:

Ja

Kompletter Erfahrungsbericht
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Das Buch "Die Waldgräfin", das ich heute beschreibe, erschien im Oktober 2005 im Blanvalet Verlag als Taschenbuch. Die ISBN-Nr,: 3-442-36424-8 mit 608 Seiten zu einem Preis von 7,95 €
Man schreibt das Jahr des Herrn 1066: Eigenwillig, hoch gewachsen und von unbändigem Freiheitsdrang, hadert Alienor, die Tochter des verwitweten Freigrafen zu Sassenberg in der Eifel, mit ihrem eintönigen Schicksal als Burgherrin. Ausgerechnet der weihnachtliche Almosengang in den Kerker verändert ihr Leben.
Sie findet heraus, dass der angeblich stumme, rätselhafte Gefangene Normannisch spricht, die Sprache ihrer Mutter. Alienor erhält den "Barbaren" von ihrem Vater als Reitknecht zum Geschenk. Doch erst als der Fremde beinahe mörderischen Intrigen zum Opfer fällt und sein Leben in ihren Händen liegt, weiß Alienor, was sie will. Und ergreift ihre Chance zur Unabhängigkeit... "Das erstaunlichste deutsche Romandebüt seit langem - intelligent, authentisch und unterhaltsam."
Man schreibt das Jahr 1066. Die Ereignisse tragen sich auf einer Burg in der Eifel zu. Alienor ist die Tochter eines Grafen und Burgherrin. Es ist Weihnachtszeit. Die junge Frau geht zu ihrem Rundgang in das Gefängnis, ein Verlies. Sie schaut sich die Gefangenen genau an. Dabei erblickt sie einen Mann in einem jämmerlichen Zustand, der nach Erbarmen schreit. Er wurde gefoltert von ihres Vaters Knechten. Der Gefangene schwieg und der Vater wollte ihn zum Erzählen zwingen. Einige Zeit später kommt der Graf zu seiner Tochter mit genau diesem Gefangenen und macht ihn ihr als Reitknecht und Sklave zum Geschenk. Der Eingekerkerte hat seinen eigenen Kopf, jedoch hat er Angst vor weiteren Angriffen und Schlägen, gehorcht nur sehr ungerne. Entsetzt bemerkt Alienor das Verhalten des Fremden, der sehr stolz zu sein scheint und seine Aufgaben nur widerwillig erledigt. Mit der Zeit festigt sich jedoch eine Freundschaft zwischen den beiden und sie verlieben sich. Jedoch ist der Stand für die Gesellschaft nicht gerecht. Die Kirche und auch der Vater sind gegen die Verbindung.

Dagmar Trodler wurde 1965 in der Eifel geboren. Seit 1987 arbeitete sie als Krankenschwester und studierte daneben Geschichte und skandinavische Philologie. Sie beherrscht mehrere nordische Sprachen, und ihre Faszination für das Eintauchen in vergangene Zeiten führte zu dem Entschluss, ihren großartigen historischen Erstlingsroman zu schreiben.
Etwas aus dem Buch zu lesen:

Im selben Augenblick zuckte ein Blitz über den rabenschwarzen Himmel. Das Gewitter war zurückgekehrt und teilte mit unverminderter Wucht seine Schläge über dem Kloster aus; ein Grollen hing in der Luft, und ein Blitz tauchte den Schlammsee, der sich seit dem Regen an der Stelle des Klosterhofs befand, in gleißendes Licht. War es der Schweifstern, der Unglücksbote, der uns diese Nacht wie zum Jüngsten Gericht bescherte?
Zum Schreibstil möchte ich sagen, dass einige Textpassagen nordische Sätze und Ausdrücke enthalten. Aus der Perspektive der Alienor ist der Roman in der Ich-Form erzählt. Die Sprache ist leicht und sehr flüssig. Dagmar Trodler benutzt eine sehr moderne und wunderbare Sprache. Der Roman ist fesselnd und spannend, erzeugt in der Form des Schreibstils Bilder, die Vorstellungen hevorrufen. Frau Trodler hat eine sehr bildgewaltige Art, ihr Buch zu formulieren. Die Beschreibungen der Ortschaften oder der Örtlichkeiten sind sehr farbenfroh gestaltet und auch sehr abwechslungsreich. So steht der Leser mitten in sämtlichen Ereignissen.

Alienor ist die Tochter des Burggrafen zu Sassenberg. Ungebändigt und stur, stürmisch, manchmal aber auch schüchtern und verlegen - so ist ihr Charakter und die Eigenschaften, mit denen sich diese Frau bezeichnen lässt. Alienor ist eine Frau mit allen Ecken und Kanten, wirkt sympathisch, hat ihre Ängste und ihre Gefühle.
Der Gefangene im Kerker, den Alienor kennenlernt bei ihrem Almosenrundgang, heißt Erik. Obwohl er als Sklave arbeitet, ist der aus königlichem nordischen Geschlecht, sehr stark und kämpft gut und gerne.

Der Burgherr und Graf zu Sassenberg schenkt seiner Tochter einen Sklaven und Reitknecht. Er zeigt gerne, dass er der Mächtige ist und alle anderen ihm untertänig und unterwürfig gegenübertreten sollen.
Alienors jüngere Schwester Emilia und Naphtali, der Arzt, sind immer sehr liebreizend.

Hintergrundinformationen:
Die Geschichte der Stadt Sassenberg beginnt vor Christus, als die umliegenden Bauern sich auf den damals sumpfigen Flächen der heutigen Stadt Sassenberg vor Soldaten aus Münster versteckten. Besiedelt wurde Sassenberg aber erst viele Jahrhunderte später.

Die alte Titularstadt Sassenberg war in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts Residenzstadt der Fürstbischöfe von Münster, bevor sie 1803 zu Preußen kam.
Im Zuge der beginnenden Industrialisierung wurde durch die Gründung einer Kammgarnspinnerei und Färberei im Jahre 1858 ein neuer wirtschaftlicher Aufschwung eingeleitet.

In der jüngeren Vergangenheit führte die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe zu einer guten Wirtschaftsentwicklung, die durch die Schaffung optimaler infrastruktureller Voraussetzungen in den letzten Jahren noch ausgebaut werden konnte.
Der Roman ist fesselnd und handelt von der Liebe zwischen einer Grafentochter und einem Gefangenen und Sklaven. Die Gemeinschaft und Gemeinsamkeit der beiden Liebenden macht Erik zu einem Helden, faszinierend in seiner Hingabe für die Frau, die er liebt. Er musste unter der Herrschaft des Grafen sehr vieles erleiden und erdulden. So bleibt nicht aus, dass in dem Roman Abschreckendes und Schauriges zu lesen ist über die Burg im 11. Jahrhundert. Es ist die Rede von Schmutz und Dreck, Blut, Schweiß, Ungeziefer, Kälte, Narben und bei Schlägereien fielen den Kandidaten die Zähne aus. Im Glossar sind die nordischen Begriffe und Namen übersetzt. Viel Spannung und Romantik begleiteten mich beim Lesen in dem Buch, so sind auch manch rührende Stellen dabei. Der Schauplatz 1066 ist Sassenberg, eine Burg in der Eifel. Da die Schriftstellerin Alienor in der Ich-Form erzählen lässt, kommen ihre Gefühle und ihre Ängste erst richtig zur Geltung, ihre Gedanken offenbaren sich. Durch die Art wie die Autorin erzählt, spürt der Leser das schonungslose Leben auf der Burg. Sehr gut sind die Fakten recherchiert und die Schriftstellerin lässt immer wieeder neue und überraschende Wendungen auf uns einströmen. Der Roman mit seiner Liebesgeschichte nimmt den Leser gefangen, dabei ist alles Erzählte lustig, aber auch unendlich traurig, man spürt deutlich die Angst, aber auch die immer wieder aufflammendnen Hoffnungen. Zu jener Zeit besaß die Kirche noch sehr viel und eine beherrschende Macht. Stimmungs- und gefühlvoll konnte ich in die Zeit eintauchen und erlebte das alles mit. Das Mittelalter ersteht vor den Augen des Lesenden mit Aberglauben, Mythen, Zauberei. Auch nicht vergessen hat Frau Trodler die Uneinigkeit der Religionen, die Machtkämpfe und Kriege. Sehr viele historische Fakten vereinen sich und bilden den Rahmen der Liebesgeschichte.

20 Bewertungen, 9 Kommentare

  • MasterSirTobi

    29.04.2008, 03:04 Uhr von MasterSirTobi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse. SH. LG MasterSirTobi

  • ronald65

    19.04.2008, 09:12 Uhr von ronald65
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich, schönes wochenende

  • Mondlicht1957

    17.04.2008, 02:17 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH LG Pet

  • BroeselWerner

    15.04.2008, 12:25 Uhr von BroeselWerner
    Bewertung: sehr hilfreich

    lieben Gruß vom BroeselWerner

  • morla

    15.04.2008, 00:37 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich wünsche dir einen stressfreien wochenanfang. lg. petra

  • Miraculix1967

    15.04.2008, 00:35 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein interessanter Bericht! SH und LG Miraculix1967

  • Fabs91

    14.04.2008, 21:24 Uhr von Fabs91
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein gelungener Bericht. Sh. Lg Fabs. Freu mich über Gegenlesung. :-D

  • zauberfuchsi

    14.04.2008, 21:05 Uhr von zauberfuchsi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe margy, ich finde Deinen Bericht wirklich sehr gelungen! Ich wünsche Dir noch einen schönen, angenehmen Abend. Freu\' mich sehr über Gegenlesungen! Liebe Grüße, JeNnY

  • Jerry525

    14.04.2008, 19:34 Uhr von Jerry525
    Bewertung: sehr hilfreich

    Lg Jerry