Die Waldgräfin (Taschenbuch) / Dagmar Trodler Testbericht

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ab 9,48
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Erfahrungsbericht von BlackFlower

Die Waldgräfin

Pro:

spannend, gut geschrieben, hier stimmt einfach alles

Kontra:

nichts gefunden

Empfehlung:

Ja

ALLGEMEINE DATEN:
Titel: Die Waldgräfin
Erscheinungsjahr: Oktober 2005
Seitenanzahl: 608
Autorin: Dagmar Trodler
Verlag: Blanvalet
ISBN: 3-442-36424-8
Buchart: Taschenbuch
Kaufpreis: 7,95€
Kaufort: Bertelsmann Club

AUTORIN:
Die Autorin des Buches heißt Dagmar Trodler und wurde im Jahre 1965 in der Eifel geboren. Sie studierte neben ihrer Tätigkeit als Krankenschwester her Geschichte und skandinavische Philologie. Sie beherrscht sehr viele dieser nordischen Sprachen perfekt. Sie schreibt gerne historische Romane und taucht gerne in die vergangenen Zeiten ein. Die Waldgräfin war ihr erster Roman und so gleich ein Erfolg.


LESEPROBE:
Im selben Augenblick zuckte ein Blitz über den rabenschwarzen Himmel. Das Gewitter war zurückgekehrt und teilte mit unverminderter Wucht seine Schläge über dem Kloster aus; ein Grollen hing in der Luft, und ein Blitz tauchte den Schlammsee, der sich seit dem Regen an der Stelle des Klosterhofs befand, in gleißendes Licht. War es der Schweifstern, der Unglücksbote, der uns diese Nacht wie zum Jüngsten Gericht bescherte?



DIE STORY:
Der Roman beginnt im Jahr 1066. Das Buch die Waldgräfin dreht sich um das Leben der Tochter des Burggrafen zu Sassenberg. Das Mädchen heißt Alienor. Sie weist die Charaktereigenschaften: stürmisch, stur jedoch schüchtern und verlegen zu gleich auf. Alienor ist eine intelligente Frau und durch die Beschreibung der Autorin wirkt sie auch sehr sympatisch. Jedoch hat auch sie gewisse Ängste und natürlich auch Gefühle, die sie oft mal heraus lässt ohne darüber nachzudenken. Sie weist einen unbedängigenden Freiheitsdrang auf. Ihr Vater ist verwitwet. Sassenberg ist ein kleines Städtchen in der Eifel. Alienor findet alles dort langweilig und eintönig. Als die Familie eines schönen Weihnachtsabend ihren Rundgang machen und den Gefangenen im Kerker Almosen bringen verändert sich das Leben von Alienor plötzlich und unerwartet. Im Kerker entdeckt sie einen Gefangenen der die gleiche Sprache wie ihre Mutter: Normannisch spricht. Auch Alienor ist eine halbe „Barbarin“. Ihr Vater will ihr ein besonders schönes Geschenk machen und schenkt ihr diesen Barbaren als Reitknecht. Ihr Vater stellt an Hand solcher Gesten gerne seine Macht zur Schau und dass er jeden kaufen kann den er will. Alinor hat noch zwei liebe, schüchterne und gutherzigen Schwestern namens Emilia und Naphtali mit denen sie sich gut versteht und denen sie ihre Geheimnisse anvertrauen kann. Doch schon bald nachdem ihr ihr Vater diesen Barbaren geschenkt hat, gerät dieser in die Fänge von mörderischen, höfischen Intrigen und Alienor muss ihn verschützen. Erst an dieser Stelle merkt sie was sie wirklich haben möchte. Sie sieht endlich die Chance zur langersehnten Unabhängigkeit. Wird es ihr gelingen? Und was passiert sonst noch? Tja da müsst ihr schon selbst zu Ende lesen ;-). Viel Spaß dabei.




HINTERGRÜNDE ZU SASSENBERG:
Sassenberg in der Eifel wurde bereits vor Christus schon von den umliegenden Bauern in eine sumpfige Fläche umgewandelt. Denn sie wollten sich dort vor den Soldaten aus Münster verstecken. Jedoch wurde die Besiedlung des Gebiets erst einige Jahrhunderte später in Angriff genommen. Sassenberg zählt zu den alten Titularstädten, den in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war sie Residenzstadt der Fürstbischöfe von Münster. Im Jahre 1803 wurde sie dann Preußen übereignet. Neuen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte die Stadt im Jahre 1858 als die zunehmende Industrialisierung ins Land zog und durch die Kammgarnspinnerei und Färberei die Stadt einen Aufschwung erlebte. Auch heutzutage erlebt die Stadt noch einen wirtschaftlichen Aufschwung. Gerade durch die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe, die zu einer guten Wirtschaftsentwicklung beitragen.

Auch sehr viele Sehenswürdigkeiten kann man heute noch in diesem Städtchen bewundern. Beispielsweise die alte Burg, von der hier im Buch die Rede ist. Sie wurde jedoch das erste Mal im Jahre 1305 urkundlich erwähnt. Jedoch trug man seit Anfang des 18. Jahrhunderts die Hauptburg ab. Nur von der Vorburg, die der Bischof Friedrich Christian von Plettenberg im Jahre 1698 erbauen ließ ist noch ein Teil vorhanden. Die Reste der Vorburg wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Spinnereigebäude der heutigen Firma Gebrasa genutzt.

Die Schlossanlage die man auch heute noch bewundern kann, geht auf ein Vorgängergebäude aus dem 14. Jahrhundert zurück. Denn Heinrich II erbaute zwischen 1297 und 1309, also ca 300 Jahre nachdem unsere Geschichte spielt eine Wasserburg, denn diese waren damals sicherer. Als er im Jahre 1334 starb, wurde der Besitz auf seine zwei Söhne verteilt. Der eine, Heinrich zog auf die östliche Seite und erbaute ein neues Herrenhaus, getrennt von dem seines Bruders, und sein Bruder Eberhard zog in das bestehende Herrenhaus auf der Westseite. Deshalb kann man auch heute noch die beiden Herrenhäuser bewundern.



DAS 12. JAHRHUNDERT:
Im 12. Jahrhundert begann der Handel und das Handwerk zu florieren und das Bürgertum und die Zünfte entwickelten sich langsam aber stetig. Auch wurden in diesem Jahrhundert systematisch Bücher vom Arabischen ins Lateinische übersetzt. Denn die Araber galten zu der Zeit als hochgelehrt. Denn ihre Mediziner waren damals die hochentwickelsten. Sie besaßen das meiste Wissen, öffneten bereits Leichen und wussten viel mehr über den menschlichen Körper als ihre christlichen Brüder. Gerade nach dem Ausbruch der Pest die zwischen 1347-1353 extrem schlimm in Europa wütete und die Mönchsärzte keine Heilmittel dagegen fanden, wand man sich den Lehren der Araber zu und nahm das erste Mal etwas Abstand von den Lehren des Galen und Hypokrates. Durch das übersetzten der Bücher ins Lateinische wurde auch eine Basis für den geistigen und wisschenschaftlichen Aufstieg gegründet. Jedoch begann gerade in diesem Jahrhundert von der Westkirche ausgehend die Inquisistion. 1235 führte diese Papst Gregor IX ein.

Um das Jahr 1110 verbreitete und entwickelte sich in Mitteleuropa auch der Steinkohlebergbau. Auch wurde um das Jahr 1130 erste Alkoholherstellungstests durch Destillation durchgeführt sowie das Schwarzpulver wurde aus Salpeter im Kaiserreich China das erste Mal als Schießpulver verwendet. Und 1180 sah man das erste Mal eine Windmühle in Europa.



SCHREIBSTIL DER AUTORIN:
Die Autorin weist einen flüssigen und lebendigen Schreibstil auf. Dieser ist nicht zu ausgeschmückt, aber auch nicht zu fade. Sie weiss wie sie Spannung aufbauen und halten muss. Gut finde ich auch, dass der Roman in der Ich-Form erzählt ist. Somit lernt man die Protagonistin und ihren Lebenstil sowie ihre Einstellung noch besser kennen. Schön charakterisiert sie auch die einzelnen Personen. Sie kann anhand des guten Schreibstils schöne Bilder im Kopf heraufbeschwören. Sie hat auch eine leichte und gängige Sprache verwendet. Zwar findet man in einigen Textpassagen auch noch nordische Sätze, die Bedeutung dieser ist aber immer sehr gut erklärt. Die Sprache die sie gewählt hat ist mordern und schön. Besonders gut beim Schreibstil der Autorin gefällt mir ihre Art Ortschaften, Personen und Örtlichkeiten zu beschreiben. Man kann sie direkt vor Augen sehen wenn man ihre Worte liest. Schön finde ich außerdem dass sie das Buch sehr abwechslungsreich gestaltet hat, so kommt erst recht kein bisschen Langeweile auf. Schön finde ich dass der Leser so mitten im Fokus der Ereignisse steht.




MEINE MEINUNG:
Ich fand diesen historischen Roman wirklich fesselnd von A bis Z. Wie oben schon erwähnt ist der Schreibstil der Autorin sehr gut. Sie schreibt lebendig, modern und man kann das Buch sehr lange lesen ohne es aus der Hand legen zu müssen. Ja ich hätte es auch ohne Unterbrechung vom Anfang bis zum Ende durchlesen können ohne es aus der Hand zu legen, hätte ich nicht zwischen durch schlafen müssen. ;-). Hier erfährt man auch sehr viel, über die damalige Zeit, wie schwer es auch als Adlige war, denn man durfte nur Leute mit einem höheren oder dem gleichen Stand heiraten, etc.
Der Roman ist fesselnd und handelt von der Liebe zwischen einer Grafentochter und einem Gefangenen und Sklaven. Die Gemeinschaft und Gemeinsamkeit der beiden Liebenden macht Erik zu einem Helden, faszinierend in seiner Hingabe für die Frau, die er liebt. Er musste unter der Herrschaft des Grafen sehr vieles erleiden und erdulden. So bleibt nicht aus, dass in dem Roman Abschreckendes und Schauriges zu lesen ist über die Burg im 11. Jahrhundert. Es ist die Rede von Schmutz und Dreck, Blut, Schweiß, Ungeziefer, Kälte, Narben und bei Schlägereien fielen den Kandidaten die Zähne aus. Im Glossar sind die nordischen Begriffe und Namen übersetzt. Viel Spannung und Romantik begleiteten mich beim Lesen in dem Buch, so sind auch manch rührende Stellen dabei. Der Schauplatz 1066 ist Sassenberg, eine Burg in der Eifel. Da die Schriftstellerin Alienor in der Ich-Form erzählen lässt, kommen ihre Gefühle und ihre Ängste erst richtig zur Geltung, ihre Gedanken offenbaren sich. Durch die Art wie die Autorin erzählt, spürt der Leser das schonungslose Leben auf der Burg. Sehr gut sind die Fakten recherchiert und die Schriftstellerin lässt immer wieder neue und überraschende Wendungen auf uns einströmen. Der Roman mit seiner Liebesgeschichte nimmt den Leser gefangen, dabei ist alles Erzählte lustig, aber auch unendlich traurig, man spürt deutlich die Angst, aber auch die immer wieder aufflammenden Hoffnungen. Zu jener Zeit besaß die Kirche noch sehr viel und eine beherrschende Macht. Stimmungs- und gefühlvoll konnte ich in die Zeit eintauchen und erlebte das alles mit. Das Mittelalter ersteht vor den Augen des Lesenden mit Aberglauben, Mythen, Zauberei. Auch nicht vergessen hat Frau Trodler die Uneinigkeit der Religionen, die Machtkämpfe und Kriege. Sehr viele historische Fakten vereinen sich und bilden den Rahmen der Liebesgeschichte. Was ich sehr gut finde, da ich normalerweise nicht so auf Liebesromane stehe, doch diesen fand ich ganz gut, weil man auch viel von der Zeit lernt und auch noch andere Genres wie Action, etc darin vereint sind. Deshalb kann ich dieses Buch nur empfehlen.

23 Bewertungen, 6 Kommentare

  • morla

    14.07.2010, 00:34 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^petra

  • catmum68

    13.07.2010, 23:31 Uhr von catmum68
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreicher Bericht, LG

  • Iris1979

    13.07.2010, 18:58 Uhr von Iris1979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht. LG Iris

  • XXLALF

    13.07.2010, 18:45 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    und ganz liebe grüße

  • Mondlicht1957

    13.07.2010, 18:26 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich und ich hoff, dass diese Bewertung auch noch morgen hier steht und nicht wieder verschwunden ist LG

  • Lale

    13.07.2010, 18:23 Uhr von Lale
    Bewertung: besonders wertvoll

    Allerbesten Gruß