Trompetenbaum Testbericht
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Erfahrungsbericht von theConsultant
Wenn die Flamme nicht zündet
Pro:
Blüht wunderschön
Kontra:
aber nicht bei mir
Empfehlung:
Ja
Jetzt sollten sie eigentlich wieder blühen, die Trompetenblumen. Wenn ich dieser Tage vom Balkon meiner Wohnung in Skopje auf den kleinen Hof runterschaue, dann stehlen die auffallend flammroten großen Blütentrauben dort selbst dem großen Granatapfelstrauch die Schau. Aber zuhause?
Lange hatte ich gezögert, ob ich diese exotisch anmutenden Kletterpflanzen auch in meinen Garten im Osnabrücker Land pflanzen sollte. Die Trompetenblume (Campsis spec.) gehört zu den Bignoniengewächsen (1) und hat keine europäischen Verwandten. Aber eine ihrer Urformen, Campsis radicans, ist über weite Teile der USA verbreitet, bis hoch zur Kanadischen Grenze, und gilt dort, wie unsere heimische Waldrebe, als beinahe lästige Schlingpflanze. Winterhärte sollte also gegeben sein, bei den in Deutschland angebotenen Gartenformen ja wohl erst recht.
Irgendwann konnte ich der Versuchung nicht mehr wiederstehen, und kaufte im „Gartencenter Münsterland“ zwei jeweils etwa 80 cm hohe Schlingpflänzchen. Ein Stöckchen stützte sie, notwendiger Weise, denn beide Pflanzen hatten, trotz ihres jugendlichen Alters, große, schwere Blütentrauben. Die eine im typischen Orangerot, die andere in einem tiefen Kadmiumgelb.
Wärme mochten sie, soviel konnte ich der einschlägigen Literatur entnehmen. Wo ist es in meinem Garten am wärmsten? An der großen, nach Westen gewandten Giebelwand. Mit dunklen Klinkersteinen verkleidet, heizt die sich nachmittags so richtig auf. Dort pflanzte ich die beiden Neuen hin und harrte der Dinge.
Zunächst mal kam ein Frühling mit bösen Spätfrösten, der meine Kletterpflanzen arg reduzierte: mehrere große Clematis, Efeu und sogar ein Geißblatt (C. tangutica) starben. Meine Trompetenblumen, obwohl damals noch recht jung, zeigten dagegen kaum Frostschäden.
Sie begannen zu wachsen. Nach oben, wie es sich für anständige Kletterpflanzen gehört. Ähnlich wie Efeu bilden sie dafür Haftwurzeln, mit denen sie sich am Mauerwerk festkleben wollen. Und ähnlich wie bei Kletterhortensien gelingt ihnen das nicht so recht. Ein paar starke Windstöße, und die ganze Chose fällt wieder herab. Da muss man dann mit Nägeln nachhelfen (oder besser mit Schraubhaken, denn die Ranken verholzen und können dick und schwer werden). Teilweise binde ich sie auch nur mit Pflanzendraht an den „Wilden Wein“ fest, der die selbe Wand begrünt (bzw. im Herbst berötet).
Bei der „gelben“ Trompetenblume, die grasgrüne Blätter hat, mache ich das selber. Der „roten“ Sorte, deren Blätter größer sind und ein dunkleres Grün zeigen, fühle ich mich nicht mehr gewachsen. Ich bin nämlich nicht schwindelfrei, da müssen meine Töchter dann 5 Meter hoch auf die Leiter steigen.
Warum ich die Farben in Anführungsstriche setze? Nun, beide Pflanzen haben bei mir bislang keinerlei Anzeichen auch nur zur Knospenbildung gezeigt. Sie beigeistern lediglich durch üppiges Blattwerk, das entfernt an Eschen erinnert. Ich schätze mal, die mangelnde Blühwilligkeit liegt daran, dass besagte Westwand erst ab ca. 14 Uhr Sonne bekommt. Dann zwar bis zum Sonnenuntergang, aber irgendwie reicht das wohl nicht aus. Vielleicht muss ich aber auch nur noch ein paar Jahre warten, bei meinem Blauregen wurde meine Geduld ja auch belohnt. Obwohl: warum blühten die Jungpflanzen, als ich sie im Gartencenter kaufte?
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(1) Alle Bignonien haben große, trompetenförmige Blüten, die in Büscheln angeordnet sind. Weitere bekannte Bignonienvertreter sind der Catalpabaum aus China (als Solitärbaum bei uns in größeren Parks beliebt) und die (ursprünglich aus Südamerika stammenden) Jacarandabäume, deretwegen bestimmte Leute ins Afrikanische Hochland fahren, wenn sie ihrer Magnolien zuhause überdrüssig sind.
Lange hatte ich gezögert, ob ich diese exotisch anmutenden Kletterpflanzen auch in meinen Garten im Osnabrücker Land pflanzen sollte. Die Trompetenblume (Campsis spec.) gehört zu den Bignoniengewächsen (1) und hat keine europäischen Verwandten. Aber eine ihrer Urformen, Campsis radicans, ist über weite Teile der USA verbreitet, bis hoch zur Kanadischen Grenze, und gilt dort, wie unsere heimische Waldrebe, als beinahe lästige Schlingpflanze. Winterhärte sollte also gegeben sein, bei den in Deutschland angebotenen Gartenformen ja wohl erst recht.
Irgendwann konnte ich der Versuchung nicht mehr wiederstehen, und kaufte im „Gartencenter Münsterland“ zwei jeweils etwa 80 cm hohe Schlingpflänzchen. Ein Stöckchen stützte sie, notwendiger Weise, denn beide Pflanzen hatten, trotz ihres jugendlichen Alters, große, schwere Blütentrauben. Die eine im typischen Orangerot, die andere in einem tiefen Kadmiumgelb.
Wärme mochten sie, soviel konnte ich der einschlägigen Literatur entnehmen. Wo ist es in meinem Garten am wärmsten? An der großen, nach Westen gewandten Giebelwand. Mit dunklen Klinkersteinen verkleidet, heizt die sich nachmittags so richtig auf. Dort pflanzte ich die beiden Neuen hin und harrte der Dinge.
Zunächst mal kam ein Frühling mit bösen Spätfrösten, der meine Kletterpflanzen arg reduzierte: mehrere große Clematis, Efeu und sogar ein Geißblatt (C. tangutica) starben. Meine Trompetenblumen, obwohl damals noch recht jung, zeigten dagegen kaum Frostschäden.
Sie begannen zu wachsen. Nach oben, wie es sich für anständige Kletterpflanzen gehört. Ähnlich wie Efeu bilden sie dafür Haftwurzeln, mit denen sie sich am Mauerwerk festkleben wollen. Und ähnlich wie bei Kletterhortensien gelingt ihnen das nicht so recht. Ein paar starke Windstöße, und die ganze Chose fällt wieder herab. Da muss man dann mit Nägeln nachhelfen (oder besser mit Schraubhaken, denn die Ranken verholzen und können dick und schwer werden). Teilweise binde ich sie auch nur mit Pflanzendraht an den „Wilden Wein“ fest, der die selbe Wand begrünt (bzw. im Herbst berötet).
Bei der „gelben“ Trompetenblume, die grasgrüne Blätter hat, mache ich das selber. Der „roten“ Sorte, deren Blätter größer sind und ein dunkleres Grün zeigen, fühle ich mich nicht mehr gewachsen. Ich bin nämlich nicht schwindelfrei, da müssen meine Töchter dann 5 Meter hoch auf die Leiter steigen.
Warum ich die Farben in Anführungsstriche setze? Nun, beide Pflanzen haben bei mir bislang keinerlei Anzeichen auch nur zur Knospenbildung gezeigt. Sie beigeistern lediglich durch üppiges Blattwerk, das entfernt an Eschen erinnert. Ich schätze mal, die mangelnde Blühwilligkeit liegt daran, dass besagte Westwand erst ab ca. 14 Uhr Sonne bekommt. Dann zwar bis zum Sonnenuntergang, aber irgendwie reicht das wohl nicht aus. Vielleicht muss ich aber auch nur noch ein paar Jahre warten, bei meinem Blauregen wurde meine Geduld ja auch belohnt. Obwohl: warum blühten die Jungpflanzen, als ich sie im Gartencenter kaufte?
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(1) Alle Bignonien haben große, trompetenförmige Blüten, die in Büscheln angeordnet sind. Weitere bekannte Bignonienvertreter sind der Catalpabaum aus China (als Solitärbaum bei uns in größeren Parks beliebt) und die (ursprünglich aus Südamerika stammenden) Jacarandabäume, deretwegen bestimmte Leute ins Afrikanische Hochland fahren, wenn sie ihrer Magnolien zuhause überdrüssig sind.
26 Bewertungen, 1 Kommentar
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12.10.2012, 22:32 Uhr von FlorlosAlmendros
Bewertung: sehr hilfreichWir haben wunderbare Engelstrompeten. Sie stehen auch auf der Südseite, was allerdings den Nachteil hat, dass man oft giessen muss, sonst hängen sie die Blätter. LG
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