XIII (PC Spiel Shooter) Testbericht

ab 15,84
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Erfahrungsbericht von thklottka

XIII - 13 - Alles, was man wissen muss !!!!

Pro:

-Story -Innovativ -Sound -Cel-Shading Grafik

Kontra:

-Multiplayer

Empfehlung:

Ja

Brighton Beach – der Sand des idyllischen Strandes ist durch die glühende Sonne heiß wie eine Herdplatte. Gut, dass wenigstens der leicht wehende Wind eine kleine Erfrischung herbeibringt. Doch was sehen die hübschen Augen einer im Baywatch-Look gehaltenen Rettungsschwimmerin?! Ein Mann liegt bewusstlos am Meerufer. Nein, es ist nicht irgendein Mann, der von den Wellen an Land gespült worden ist – ihr seid es. Doch warum ihr in dieser prekären Lage seid und wie euer Name ist, bleibt wegen eures verlorenen Gedächtnisses erst mal hinter dunklen Schatten verhüllt. Nur eine im Arm eintätowierte Nummer 13 und ein Schlüssel für ein Schließfach in der New Yorker Winslow Bank liefern erste Erkenntnisse. Leider könnt ihr euch nicht lange an der Anwesenheit der Badenixe erfreuen, denn kurze Zeit später wird sie durch einen Kugelhagel ermordet. Zufall? Nein, denn jeder, der sich als potenzieller Verbündeter zu euch präsentiert, ist in Gefahr. Gefahr? Ja, genau. Beschuldigt, das Attentat auf den 43. Präsidenten ausgeführt zu haben, werdet ihr vom ganzen amerikanischen Staat tot oder lebendig gesucht. Euch erwarten Missionen, in denen ihr permanent auf der Flucht seid. Missionen, in denen ihr Keinen vertrauen könnt und niemals in den Blick eines Wachposten geraten dürft, vorrausgesetzt, ihr wollt ihn nicht gerade in die ewigen Jagdgründe schicken. Missionen, in denen ihr mit Hilfe der Soldatin Major Jones den Mann aufsuchen müsst, der als einziger eure Unschuld beweisen kann – General Carrington, der in dem Fall des ermordeten Präsidenten die Gegenuntersuchung durchgeführt hat. Der Haken dabei: Der General wird auf einer entlegenden Militärbasis gefangen gehalten. Eure schwierige Reise beginnt…

Kein Spiel konnte bisher mit so einer fesselnden und spannenden Story auftrumpfen, wie der Agentenshooter XIII. Fragen werden aufgeworfen, auf die es erst mal keine Antworten gibt. Erst im Laufe des Spiels erhaltet ihr Informationen in Form von Dokumenten, Gesprächsfetzen oder geheimen Akten. Die Story ist wie ein großes Puzzle aufgebaut. Nach und nach erhaltet ihr die benötigten Bausteine, die am Ende ein Gesamtbild abgeben. Dieses Prinzip wird euch in den Bann ziehen!

34 Missionen gilt es zu bewältigen, in denen ihr euch mit den unterschiedlichsten Waffen vorankämpft. Sei es eine 9mm Pistole mit Schalldämpfer oder doch eher der brachiale Weg mit einer Kalash oder einer SMG. Armbrüste, Harpunen, Bazookas und Scharfschützengewehre könnt ihr auch in eurem Repertoire finden. Falls ihr keine Waffe zur Hand habt, muss das nicht gleich euer Ende bedeuten, denn in XIII sind fast alle Gegenstände potenzielle Waffen. Glasscherben, Stühle oder Notizblöcke sind vor allem in Missionen, in denen ihr euch leise fortbewegen müsst, eine gute Alternative. Des Öfteren müsst ihr Schlüssel oder Magnetkarten finden, die ihr meistens den getöteten Wachmännern entnehmen könnt, um im Spiel weiterzukommen. Aber auch waghalsigere Manöver, wie über Klippen springen oder sich an Deckenbefestigungen entlanghangeln, können dank eures Enterhakens auch ausgeführt werden. All dies wird in der Ego-Perspektive vollbracht werden, wobei eine unkomplizierte Steuerung einen schnellen Einstieg garantiert. Gespeichert wird an Checkpunkten, die je nach Länge der Missionen unterschiedlich oft verteilt sind. Obwohl man dabei sagen muss, dass es nicht allzu viele sind. Ärgerlich ist allerdings, dass einige Checkpunkte kurz vor einer Zwischensequenz platziert worden sind, sodass ihr euch, wenn ihr in dem Level ums Leben gekommen seid und noch mal anfangen müsst, diese Movie nochmals ansehen müsst.

It’s Comic time

Die Entwickler verwendeten erstmals eine Cel-Shading Grafik für einen 3D-Shooter. Diese ist auch weitestgehend gut gelungen und ist sozusagen das Markenzeichen dieses außergewöhnlichen und innovativen Shooters. Scharfe und detaillierte Texturen, ausgefallene und abwechslungsreiche Szenarien erhöhen den Spielspaß und die Langzeitmotivation. Da gilt es in einem Militärcamp Gespräche abzuhören oder aus einem Gefängniskomplex zu fliehen und ein U-Boot in Beschlag zu nehmen – mehr Abwechselung kann es nicht geben. Allerdings gibt es auch einige nicht so schöne Seiten der Grafik: Die Klinken wurden lieblos an die Türen geklatscht und im Multiplayermodus sind Pflanzen unbewegliche Gegenstände.
Die Story wird durch viele in Spiel implementierte Zwischensequenzen vorangetragen, wodurch das Spiel sehr linear aufgebaut ist. Dies ist aber nicht wirklich tragisch, denn durch die packende Story wartet ihr nur darauf die nächste Sequenz verschlingen zu dürfen. Diese kleinen Movies basieren auch auf der Cel-Shading Grafik und setzen sich, wie aus altbekannten Comicbüchern gewohnt, aus mehreren Bilder – im Spiel sind es bewegte – zusammen.
Für die gelungene Atmosphäre kann man neben der neuen Grafik auch den Sound verantwortlich machen. Spannungsmusik im Hintergrund, die passenden Geräusche der Waffen und bekannten Synchronsprecher für unsere Charaktere tragen ihren Teil zu XIII bei. Schauspieler Ben Becker wird XIII im Spiel sprachlich wiedergeben und die Soldatin Jones wird von Denesch Zoude vertreten.Nicht nur die Comic-Grafik schenkt uns eine gelungene Abwechselung zu den fast schon in Massen auf den Spielemarkt vertretenden Weltkriegsshooter, sondern es wurden auch einige neue Gameplayelemente verwendet. So verraten euch auf dem Bildschirm angezeigte Geräuscheffekte wie ein „ tap, tap, tap“, dass hinter der nächsten Mauer ein Wachmann vorüberschreitet. Auch werdet ihr kleinen Pop-Up Fenstern erblicken, die euch eine Nahaufnahme von dem in der Ferne von euch getöteten Gegners zeigen – ein Wort genügt für diese Neuerungen: innovativ.

Die KI lässt grüßen

Zwar sind die Wachmänner in XIII nicht so schlau wie Sherlock Holmes und nicht so scharfsinnig wie Miss Marpel, aber für einen angemessenen Schwierigkeitspegel sind sie gut genug. In den meisten Missionen gilt es, sich leise fortzubewegen - geschieht das nicht, so werden die Aufseher schnell die Alarmglocken läuten lassen oder sich direkt auf euch stürzen. In XIII sollte deshalb immer nach dem Motto gehandelt werden: „Immer auf der Hut sein“. Allerdings gibt es hier auch kleine Schönheitsfehler, denn obwohl ein Gegner ein ganzes Magazin aus drei Metern verschossen hat, bin ich immer noch nicht tot. Schade, dass in solchen Szenen das Wort ’’Realismus’’ klein geschrieben wird.

Der Multiplayermodus

Die größte Enttäuschung in XIII ist der MP-Modus – kaum innovativ, durch die linearen Szenarien und den unbeweglichen Gegenständen und Pflanzen hat man kaum Ausweichmöglichkeiten. Altbekannte Modi wie der Deathmatch und Capture the Flag, die besonders bei Spielen wie UT zum Kult wurden und bei Vietcong in Sachen Realismus zur Perfektion gebracht worden sind, kommen mit der Cel-Shading Grafik und den dann doch wenigen Licht-Effekten kaum zurecht. Auch der Ghost-Modus, bei dem ihr euch vor vielem in dem Level herumlaufenden Geistern in Acht nehmen und sie mit euren Waffen treffen müsst, bietet zwar für kurze Zeit eine gute Abwechselung zum Einzelspieler-Modus, aber ist auf Dauer sehr eintönig und langweilig.

Fazit:

Im Einzelspieler wird euch XIII in den Bann ziehen. Die fantastische, packende und erst nach und nach sich aufbauenden Storyline und die weitestgehend gut gelungene und für den Shooter passende Cel-Shading Grafik, sind die herausstechensten Eigenschaften dieses Spiels. Der hörenswerte Sound und die herausfordernde KI runden das Bild ab. Eine Spielzeit von fast 15 Stunden für einen Shooter in diesen Zeiten ist angemessen. Einzig und allein der Multiplayer-Modus, die manchmal schlecht gelegten Checkpoints und der zu komplizierte Map-Editor schmälern den Gesamteindruck Trotzdem gilt: Falls ihr noch nicht wisst, was ihr euch von dem Weihnachtsgeld kaufen sollt, dann lasst euch auf diesen Shooter ein.

Systemvorraussetzungen:

Windows 98, Windows Me, Windows 2000 oder Windows XP - 128 MB RAM, 800 MHz Pentium III - 120 MB freier Speicherplatz - 3D-Beschleunigerkarte mit DirectX® 8.1-Unterstützung und mindestens 32 MB VRAM - DirectX®-kompatible 32-Bit-Soundkarte. XIII wird auf 4 CD\'s geliefert.

9 Bewertungen, 1 Kommentar

  • morla

    15.04.2007, 23:59 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    l. g. petra