Erfahrungsbericht von florianb
Die neuen Nerver der Nation
Pro:
-
Kontra:
MTV zeigt keine Videos mehr, Sweety und ihre Verwandten nerven auf Dauer
Empfehlung:
Nein
Über Sweety & Co, den neuen \"Zap-Grund\" No. 1
Klingeltöne sind der neue Renner bei Teens. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des internationalen Interessenverbandes Mobile Entertainment Forum (MEF), einer weltweiten Vereinigung von Musik-, Internet- und Telekommunikationsunternehmen, allein in Deutschland Klingeltöne im Wert von 239,8 Mio. $ (183 Mio. Euro) verkauft (Quelle: Financial Times Deutschland). Ob „Sweety“, „Schnappi“, „Der bekloppte Frosch“ oder „Rhino Spike“: diese Animationen werden mittlerweile auf den Seiten der Klingeltonanbieter öfter heruntergeladen als „herkömmliche“ Chart-Hits. Den „Bekloppten Frosch“ haben sich schon 1,5 Millionen Europäer auf ihr Handy geholt – neuer Weltrekord – und Sweety kommt im Februar als Single in die Läden. Doch die neuen Stars bringen nicht nur ihre guten Seiten mit sich. Am Anfang war das tanzende Rhinozeros und Ratte Smash ja noch witzig, doch die ständige Wiederholung der „Klingelton Stars“ – vor allem von „Sweety, dem Küken“ – von Jamba, zed & Co geht nach ein paar Werbepausen auf MTV und Viva jedem richtig auf den Keks. Es wurde sogar schon eine Website gestartet (http://www.estatica.de), auf der man Sweety und Schnappi den Garaus machen kann. Ein weiteres Beispiel für den Ringtone-Terror ist der „Bekloppte Frosch“ – und diesen Namen hat er nicht umsonst. Der Erfinder Erik Wernquist wollte eigentlich nur ein bisschen Bewegung auf seine Homepage bringen und fügte noch ein nachgeahmtes Motorrad-Geräusch hinzu, das er von einem Freund via E-mail geschickt bekommen hatte. So entstand der „Crazy Frog“, der später uns während der Werbung alle in den Wahnsinn treiben wird. Zum Beispiel kann man auf verschiedenen Internet-Foren lesen „Jedes mal wenn ich den bekloppten Frosch im Fernsehen sehe, schalte ich sofort um – und so wie ich machen es wahrscheinlich die meisten.“ Oder „Kill Sweety!“ und unter der Internet-Adresse http://www.petitiononline.com/GingeUK/petition.html läuft sogar eine Unterschriftenaktion gegen den verrückten Biker. Ein neuer Trend, von dem sich die Firmen wahrscheinlich erhoffen noch mehr Geld mit ihren Kultstars zu machen, ist Merchandising (auf Deutsch übersetzt – und das spricht für sich – heißt das „Verkaufsförderung“) herzustellen. Mit jedem neuen Film, neue Merchandising-Artikel, meistens „made in China“, mit jedem neuen und erfolgreichen Klingeltone kommen neue Merchandising-Produkte: Schnappi-Uhr, Schnappi-Handtuch, Schnappi-Sticker und sogar eine Schnappi-Fernsehserie beim WDR ist in Planung. Das Krokodil auf Platz 1 der Charts soll langfristigen Erfolg haben. Doch wird dadurch nicht genau das Gegenteil erreicht? Wegen der ganzen Schnappi-Produkte und da es jetzt auch noch andauernd im Radio läuft, hängt das Reptil vom Nil bald zum Hals raus und wird so gar nicht „langfristig Erfolg“ haben.
Und da würden sich die Komponistin des Lieds, Iris Gruttmann, und ihre Nichte Joy, die das Lied auch sang, gar nicht freuen. Die zwei haben es einem Unbekannten zu verdanken, dass sie nun solche Erfolge feiern können. Er stellte das Lied ins Web und im Handumdrehen war der Refrain in aller Munde. Kurz darauf merkte auch Iris Gruttmann, dass mit „ihrem“ Schnappi etwas passiert. Immer mehr Radiosender wurden auf Schnappi aufmerksam und auch von mehreren Plattenfirmen bekamen sie Angebote. Schließlich meldete sie Titel- und Markenschutzrecht bei Universal an.
Seitdem macht das Krokodil die Charts unsicher und am 28. Februar erscheint das Album „Schnappi und Seine Freunde“. Bei e-bay werden beim Suchbegriff „Schnappi“ 370 Artikel gefunden und Händler bezeichnen eine völlig normale Krokodil-Handpuppe schon als „PLÜSCH-KROKODIL SCHNAPPI“. Demnächst soll es von «Schnappi» auch eine englische Version geben. Außerdem werde eine Veröffentlichung des Songs in Polen, Skandinavien, der Schweiz, den Benelux-Ländern (Belgien, Niederlande, Luxemburg) und sogar in Japan vorbereitet, berichtete das Tochterunternehmen der Bavaria Film, das sich die Merchandising-Rechte sicherte.
Doch der Klingelton-Wahn ist für Jugendliche auch eine Schuldenfalle. Wie Untersuchungen des Instituts für Jugendforschung zeigten, hat die Zahl der jugendlichen Schuldner drastisch zugenommen. Einer Studie aus dem vergangenen November zufolge sind bereits 12 Prozent der 13- bis 17-Jährigen und 18 Prozent der 18- bis 20-Jährigen in die Schuldenfalle getappt. Um die jugendlichen Handy-Benutzer vor zu hohen Kosten zu schützen, hat das Bundeskabinett erst vor kurzem eine Gesetzesänderung beschlossen. Die Anbieter müssen unter anderem die Verbraucher vor Vertragsabschluss auf die Kosten aufmerksam machen, machen diese mehr als 1 Euro pro Minute aus. Erste Ansätze, um die Jugendlichen vor der Kostenfalle zu bewahren.
Klingeltöne sind der neue Renner bei Teens. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des internationalen Interessenverbandes Mobile Entertainment Forum (MEF), einer weltweiten Vereinigung von Musik-, Internet- und Telekommunikationsunternehmen, allein in Deutschland Klingeltöne im Wert von 239,8 Mio. $ (183 Mio. Euro) verkauft (Quelle: Financial Times Deutschland). Ob „Sweety“, „Schnappi“, „Der bekloppte Frosch“ oder „Rhino Spike“: diese Animationen werden mittlerweile auf den Seiten der Klingeltonanbieter öfter heruntergeladen als „herkömmliche“ Chart-Hits. Den „Bekloppten Frosch“ haben sich schon 1,5 Millionen Europäer auf ihr Handy geholt – neuer Weltrekord – und Sweety kommt im Februar als Single in die Läden. Doch die neuen Stars bringen nicht nur ihre guten Seiten mit sich. Am Anfang war das tanzende Rhinozeros und Ratte Smash ja noch witzig, doch die ständige Wiederholung der „Klingelton Stars“ – vor allem von „Sweety, dem Küken“ – von Jamba, zed & Co geht nach ein paar Werbepausen auf MTV und Viva jedem richtig auf den Keks. Es wurde sogar schon eine Website gestartet (http://www.estatica.de), auf der man Sweety und Schnappi den Garaus machen kann. Ein weiteres Beispiel für den Ringtone-Terror ist der „Bekloppte Frosch“ – und diesen Namen hat er nicht umsonst. Der Erfinder Erik Wernquist wollte eigentlich nur ein bisschen Bewegung auf seine Homepage bringen und fügte noch ein nachgeahmtes Motorrad-Geräusch hinzu, das er von einem Freund via E-mail geschickt bekommen hatte. So entstand der „Crazy Frog“, der später uns während der Werbung alle in den Wahnsinn treiben wird. Zum Beispiel kann man auf verschiedenen Internet-Foren lesen „Jedes mal wenn ich den bekloppten Frosch im Fernsehen sehe, schalte ich sofort um – und so wie ich machen es wahrscheinlich die meisten.“ Oder „Kill Sweety!“ und unter der Internet-Adresse http://www.petitiononline.com/GingeUK/petition.html läuft sogar eine Unterschriftenaktion gegen den verrückten Biker. Ein neuer Trend, von dem sich die Firmen wahrscheinlich erhoffen noch mehr Geld mit ihren Kultstars zu machen, ist Merchandising (auf Deutsch übersetzt – und das spricht für sich – heißt das „Verkaufsförderung“) herzustellen. Mit jedem neuen Film, neue Merchandising-Artikel, meistens „made in China“, mit jedem neuen und erfolgreichen Klingeltone kommen neue Merchandising-Produkte: Schnappi-Uhr, Schnappi-Handtuch, Schnappi-Sticker und sogar eine Schnappi-Fernsehserie beim WDR ist in Planung. Das Krokodil auf Platz 1 der Charts soll langfristigen Erfolg haben. Doch wird dadurch nicht genau das Gegenteil erreicht? Wegen der ganzen Schnappi-Produkte und da es jetzt auch noch andauernd im Radio läuft, hängt das Reptil vom Nil bald zum Hals raus und wird so gar nicht „langfristig Erfolg“ haben.
Und da würden sich die Komponistin des Lieds, Iris Gruttmann, und ihre Nichte Joy, die das Lied auch sang, gar nicht freuen. Die zwei haben es einem Unbekannten zu verdanken, dass sie nun solche Erfolge feiern können. Er stellte das Lied ins Web und im Handumdrehen war der Refrain in aller Munde. Kurz darauf merkte auch Iris Gruttmann, dass mit „ihrem“ Schnappi etwas passiert. Immer mehr Radiosender wurden auf Schnappi aufmerksam und auch von mehreren Plattenfirmen bekamen sie Angebote. Schließlich meldete sie Titel- und Markenschutzrecht bei Universal an.
Seitdem macht das Krokodil die Charts unsicher und am 28. Februar erscheint das Album „Schnappi und Seine Freunde“. Bei e-bay werden beim Suchbegriff „Schnappi“ 370 Artikel gefunden und Händler bezeichnen eine völlig normale Krokodil-Handpuppe schon als „PLÜSCH-KROKODIL SCHNAPPI“. Demnächst soll es von «Schnappi» auch eine englische Version geben. Außerdem werde eine Veröffentlichung des Songs in Polen, Skandinavien, der Schweiz, den Benelux-Ländern (Belgien, Niederlande, Luxemburg) und sogar in Japan vorbereitet, berichtete das Tochterunternehmen der Bavaria Film, das sich die Merchandising-Rechte sicherte.
Doch der Klingelton-Wahn ist für Jugendliche auch eine Schuldenfalle. Wie Untersuchungen des Instituts für Jugendforschung zeigten, hat die Zahl der jugendlichen Schuldner drastisch zugenommen. Einer Studie aus dem vergangenen November zufolge sind bereits 12 Prozent der 13- bis 17-Jährigen und 18 Prozent der 18- bis 20-Jährigen in die Schuldenfalle getappt. Um die jugendlichen Handy-Benutzer vor zu hohen Kosten zu schützen, hat das Bundeskabinett erst vor kurzem eine Gesetzesänderung beschlossen. Die Anbieter müssen unter anderem die Verbraucher vor Vertragsabschluss auf die Kosten aufmerksam machen, machen diese mehr als 1 Euro pro Minute aus. Erste Ansätze, um die Jugendlichen vor der Kostenfalle zu bewahren.
13 Bewertungen, 2 Kommentare
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11.05.2005, 16:22 Uhr von Rym2210
Bewertung: sehr hilfreichlass dich nicht nerven!
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09.05.2005, 21:31 Uhr von LadyInDaHouse
Bewertung: sehr hilfreich...gehen wirklich auf die nerven!! finde es super, dass du über dieses nervtötende thema ein bericht geschrieben hast. und dass "schnappi" wahrscheinlich auch in japan released wird ist ja echt unglaublich!! liebe grüsse
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