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Erfahrungsbericht von Zauderer

DSL: Eine traurige Geschichte mit Happy End

Pro:

Produktbewertung und Empfehlung beziehen sich auf tiscali

Kontra:

Telekom

Empfehlung:

Ja

Nach langjährigen surfen mit meinem 56k Modem, strebte ich nach mehr. Vor allem nach mehr Zeit und mehr Geschwindigkeit im Netz. Kurz um, ich hatte es gehörig satt bei schlechten Verbindungen und überlasteten Surfern zusehen zu müssen, wie sich Pixel um Pixel zu einem Bild formierten, während meine Onlinekosten Cent um Cent stiegen. Bisweilen war es so langsam, dass ich schon mal hinter meinen Monitor ging, um zu sehen, wer da das Bild malt. Also DSL muss her.
Ich fragte also meinen „Computerfreund“, der mir Tiscali empfahl.

So ging ich denn auf die Homepage , klickte den DSL link an und studierte die Preise. Letztendlich kam nur die Flaterate für 19,99€ / Monat in Frage. Aber halt, bin ich, oder vielmehr meine Wohnung überhaupt DSL tauglich? Da ich in Berlin wohne und zwar genau am ehemaligen Grenzstreifen, hatte ich so meine Zweifel. Wo früher Minen lagen, sollen jetzt DSL Leitungen liegen?
Aber dafür bietet Tiscali den Service „Verfügbarkeit“ an. Man gibt lediglich seine Telefonnummer an und schwupp erfährt man das Ergebnis.
So schritt ich also zur Anmeldung, die relativ schnell und einfach erledigt war. Kleiner Tipp: Bevor die Anmeldung vollständig abgeschlossen ist, erhält man alle wichtigen Daten (Benutzername, Kundennummer, etc.), die man sich unbedingt ausdrucken sollte. Für Fragen bei der Service-Hotline sind sie unumgänglich. Da es sich gerade um eine Aktion bei Tiscali handelte, bekam ich das Modem von Sagem gratis dazu. Um die Angelegenheiten, die die Telekom betrifft, kümmert sich Tiscali.

Per Email erhielt ich die Anmeldebestätigung. Das war am 21.07.03. Am 28.07.03 erhielt ich einen Brief, in dem mir Tiscali mitteilte, dass sich die Bereitstellung durch den T-DSL Anschluss bis zum 11.08.03 verzögert; bis dahin ruht der Vertrag.
Das Modem kam relativ schnell und der Splitter der Telekom auch. Also installierte ich alles in der Hoffnung durchs Internet rasen zu können. Aber ich erhielt keine Verbindung. Der erste Anruf bei der Service-Hotline war fällig. Eine sympathische Stimme teilte mir mit: „Kann ja gar nicht funktionieren; Sie sind noch nicht freigeschalten. Soll ich das jetzt machen?“ „Das wäre ausgesprochen freundlich“ antwortete ich und erhielt ein „Erledigt; kann bis zu einer Stunde dauern.“ als Antwort und „Na denn viel Spaß dabei.“
So harrte ich also eine Stunde und dann ... Nichts! Keine Verbindung zum Internet.
Also Wahlwiederholungstaste gedrückt und gehofft, die selbe sympathische Stimme zu hören. Statt dessen hörte ich die Bandansage, dass die Hotline täglich von 8.00 – 22.00 besetzt ist. Na ja, dann eben morgen.
Anruf Nummer 2: Nach vielen freundlichen Versuchen mir zu helfen, riet man mir letztendlich, das Modem zurück zu schicken. Drei Tage später hatte ich bereits das Ersatzmodem und die selben Probleme.
Als denn holte ich mir Verstärkung in Person meines „Computer“ Freundes; und er ist immerhin Netzwerktechniker. Nachdem auch er – inzwischen mit Hilfe des kompletten Serviceteams von Tiscali - erfolglos war, nahm er alles mit zu sich nach Hause und testete dort. Pustekuchen, nix geht.
Anruf Nummer sieben oder acht oder neun; ich habe aufgehört zu zählen. Ich erhielt die Telefonnummer von Sagem.

Als ich dort anrief, um einen anderen Modemtyp zu bekommen, sagte man mir platt: „Es gibt keine anderen Modems, kaufen Sie sich lieber ein richtiges“. Nicht besonders geschäfttüchtig. Nebenbei sei mal erwähnt, dass dieses Modem tatsächlich bei Sagem rund 100€ (!) kostet.
Inzwischen leicht angenervt kaufte ich mir also in Modem von D-Link (39,99€), hetzte nach Hause, installierte die Software und hatte doch tatsächlich KEINE Verbindung zum Internet.
Anruf Nummer 371: Wie immer freundlich, wurde ich an die Telekom verwiesen. Dort wurde mir wesentlich unfreundlicher mitgeteilt, dass alles funktioniert. Dies bestritt ich heftigst, denn es funktionierte ja nicht. „Na dann werden wir mal einen Auftrag ausschicken; in spätestens zwei Tagen melden wir uns“ war das letzte was ich hörte; dann wurde nämlich aufgelegt. Ich hörte natürlich nichts.

Fast am Ende mit den Nerven rief ich wieder meinen Freund an. Letztendlich schleppte ich meinen PC zu ihm und er baute seine Fritzcard ein. Das ganze hin und her war wohl zu viel für meinen PC (immerhin fünf Jahre alt), denn er nahm die Karte gar nicht mehr erst an und fuhr nicht hoch. Ihr werdet es ahnen. Genau; ich kaufte mir bei Ebay einen neuen Computer, der auch relativ schnell kam. Ich brachte diesen erneut zu meinem Freund, der mir in Ruhe alles installierte und mir einen richtig guten PC machte. Zwei Tage später war ich bei ihm und er demonstrierte mir DSL vom feinsten. Es funktionierte alles. Ein Klick und Päng, die Seiten waren aufgebaut. Was für ein Anblick.

Zu Hause angekommen konnte ich es kaum erwarten, stöpselte alle Anschlüsse zusammen und...
Ich würde Euch ja gerne sagen, dass ich DSL hatte, aber das wäre gelogen. Da war es deutlich auf dem Monitor zu lesen: „Es konnte keine Verbindung zum Internet hergestellt werden“.

Dem Nervenzusammenbruch nahe, rief ich nochmals meinen Freund an. Obwohl er es sich auch nicht mehr erklären konnte, gab er mir den Tipp, den Splitter zu wechseln. Ein kleiner Hoffnungsschimmer am untergehenden DSL Horizont.

Kurzform: Ich zum Nachbar; Splitter getauscht; keine Verbindung zum Internet.

Nachdem ich mich fünf Minuten wie ein Wahnsinniger auf den Boden gewälzt habe, packte ich meine letzte verbliebene Selbstbeherrschung zusammen und analysierte:
Computer neu; Modem neu; Splitter getauscht; alles funktionierte bei meinem Freund. Der schwarze Peter muss bei der Telekom liegen. Nun, wie Ihr Euch vorstellen könnt, war ich richtig guter Laune. Das war genau der richtige Zeitpunkt, um die Telekom anzurufen. Ich riss das Telefon von der Station, hämmerte die Tasten ein und „freute“ mich schon auf den Menschen, den ich anmeckern konnte. Aber was hör ich da. Ein Band quackte mir folgende Nachricht ins Ohr: „Aufgrund einer Störung in der DSL Leitung, sind wir momentan nicht erreichbar. Wir arbeiten mit Hochdruck an der Behebung des Schadens. Bitte versuchen Sie es später wieder.“

Ein Lächeln zuckte über mein Gesicht, dass meine Ohren dachten, sie bekommen Besuch. So wartete ich geduldig, bis der Schaden behoben war. Aber was soll ich sagen, daran lag es auch nicht. Weinend, mir zitternden Händen rief ich mal wieder die Telekom an, schilderte zu x-ten mal mein Leid und letztendlich wurde ein Techniker bestellt. Falls der Fehler bei mir liegen würde, kostet der Spaß 40€ für die Anfahrt und ca. 12,50€ für die angefangene Viertelstunde.

Zwei Tage später; mein Blutdruck war wieder halbwegs normal, kam die Telekom und testete erst das Modem, dann den Splitter und nichts funktionierte. Der freundliche Techniker (der war wirklich freundlich, im Gegensatz zu seinen Kollegen am Telefon) verschwand, mit dem Versprechen, sich in einer halben Stunde zu melden. Nach meinen Erfahrungen mit Versprechen von der Telekom schmiedete ich bereits Rachepläne und sehnte mich nach den Zeiten zurück, als ich noch friedlich mit meinem 56k Modem surfte.
Aber es geschehen doch noch Wunder. Der nette Telekommensch kam noch mal, probierte etwas rum und INTERNETVERBINDUNG !!!.

Nun wollte ich natürlich wissen, was den nun der Fehler war, der mich die Hälfte meiner Nerven gekostet hat und mich an den Rand des Wahnsinns und der Verzweiflung brachte. „Ich habe Sie einfach mal an eine andere Leitung geklemmt“ sagte er mir. „Sie haben mich einfach mal an eine andere Leitung geklemmt?“ fragte ich ungläubig. „Ja und viel Spaß noch beim surfen.“
DIE HABEN MICH EINFACH MAL AN EINE ANDERE LEITUNG GEKLEMMT !!!
Ich war sprachlos. Da wollte ich eigentlich nur DSL haben; per Mausklick bestellt und dann diese Odyssee. Das kostete mich sechs Wochen meines Lebens, einen neuen PC und ein neues Modem, von der Zeit, der Verzweiflungen und der Nerven meines Freundes und mir mal nicht zu reden. Und dann KLEMMEN DIE MICH EINFACH MAL AN EINE ANDERE LEITUNG !!!

Fazit: Ich habe jetzt meinen DSL Anschluss und bin damit glücklich. Aber Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass ich der Telekom noch einen bitterbösen Brief schreiben werde. Immerhin wollen die ja auch 19,99€ im Monat von mir. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass ich die ersten sechs Wochen nicht bezahlen werde.

Ich danke allen Lesern, die es bis hier hin ausgehalten haben und sicherlich das ein oder andere Taschentuch benötigt haben. Nicht traurig sein. Es ist ja alles gut geworden. Ich würde Euch ja noch gerne trösten, aber ich habe keine Zeit mehr, weil ich nämlich dringend surfen muss.
Ich habe ja schließlich einen DSL Anschluss.
Bis zum nächsten mal.
Zauderer

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