Erfahrungsbericht von biker
DMP Programme der Krankenkassen
Pro:
freiwillig
Kontra:
Nachteile noch nicht ersichtlich
Empfehlung:
Nein
DMP ist die Abkürzung von: Disease Management Programm - eine Deutsche Bezeichnung dafür gibt es noch nicht.
Das DMP Programm sollte ab dem 01. Juli 2002 in Kraft treten. Es betrifft die 4 teuersten chronischen Krankheiten:
Koronare Herzerkrankungen
Diabetes Typ I und II
Astma und Lungenkrankheiten
Brustkrebs
Pilotland sollte Baden-Würtemberg sein.
Ob das alles so schon gehandhabt wird, kann ich nicht sagen.
Die Schlagworte des DMP Programms:
RSA = Risiko Strukturausgleich
Die Krankenkassen zahlen je nach Alter, Status und Zahl ihrer Versicherten einen Betrag in einen gemeinsamen Topf ein. So sollen Wettbewerbsverzerrungen ausgeglichen werden.
Aus diesem Topf können die Kassen 70% die Behandlungskosten für ihre in DMP Programme eingetragene Mitglieder wieder herausnehmen.
DMP bedeutet:
Versorgungssteuerung mit dem Ziel:
Steigerung der Qualität und Wirtschaftlichkeit der Versorgung.
Evidenzbasierte Behandlung
Behandlung nach dem jeweils besten medizinischem Wissensstand von Studien und Erfahrungs- werten.Besonders qualifiziertes Personal, Leitlinienorientierte Behandlung, Dokumentation der Struktur und Qualität der Ergebnisse sind für die Qualitätssicherung sind erforderlich und auch Pflicht für DMP Teilnehmer.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Nun zum Ablauf des Ganzen:
Der Koordinierungsauschuß (kürze im weiteren mit KA ab, da einfacher)
Die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft KA hat am 02.01.02 die Arbeit aufgenommen.
Nach den Vorgaben des Sozialgesetzbuches wird sie das zentrale Gremium zur Sicherung von Qualität und Wirtschaftlichkeit der Versorgung sein.
Die Beschlüsse des KA sind für Krankenkassen, Krankenhäuser und Vertragsärze unmittelbar verbindlich.
Weitere Aufgaben des KA:
DMP geeignete chronische Krankheiten empfehlen
Anforderungen zu nennen und verbindlich festzulegen
Leitlinien und Kriterien erstellen für diagnostische und therapeutische Ziele sowie zweckmäßige und wirtschaftliche Leistungserbringung für mindestens 10 Krankheiten im Jahr.
Im weiteren Ablauf stellen dann die einzelnen Krankenkassen ihre DMP Programme auf.
Die Bundesversicherungsanstalt ist die zuständige Behörde für die Zulassung und Zertifizierung der jeweiligen DMP Programme der einzelnen Krankenkassen.
Sie prüft und entscheidet ob die vorgelegten Programme der Krankenkassen oder Verbände den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.
Die Durchführung der DMP Programme soll durch Verträge gesichert werden.
Teilnahme:
Es steht jeder Kasse frei sich zu beteiligen.
Jeder Arzt oder Patient kann wählen, ob er teilnehmen möchte.
Tein Teilnehmender Arzt muß eine Qualifizierung vorweisen.
Ein Arzt kann nicht an allen 4 DMP Programmen teilnehmen. So könnten mehrfach betroffene Patienten das nachsehen haben.
Voraussetzungen für Patienten:
Die Krankenkasse prüft die Teilnahmevoraussetzungen des Patienten.
Aktive Mitarbeit des Patienten ist Voraussetzung.
Der Patient muß unterschreiben, das auch sehr sensible Daten an die Krankenkasse weitergegeben werden.
Soviel zum allgemeinen Ablauf
Nun zu meiner Meinung:
Die Voraussetzungen hören sich eigentlich sehr gut an. Es soll eine gute Versorgung nach Leitlinien der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse beinhalten.
Da die AOK mit ein Vorreiter dieser Programme ist, kann ich im Moment nur zu deren Programm etwas sagen - andere sind mir noch nicht bekannt.
Die AOK :
Alle Patienten mit Typ 2 Diabetes (allgemein auch Altersdiabetes genannt, obwohl auch jüngere betroffen sein können. In der Regel kann Altersdiabetes mit Tabletten behandelt werden.)
haben lediglich das Ziel eine Symptomfreiheit zu erreichen. Das bedeutet zum Beispiel einen akzeptablen HBA1 Wert von 8,5%.
Der normale erstrebenswerte Wert liegt da wohl eher zwischen 6 und 7%.
Wenn man sich das mal vor Augen hält:
ein älterer Mensch darf ruhig schlechtere Werte haben, weil sonst ja eventuell auf Spritzen umge-stellt werden müßte - und das ist teurer. Und da er schon älter ist, sind Folgeerkrankungen durch schlechte HBA1 Werte nicht so lange von den Kassen zu bezahlen. Da kann man schon mal vorher sparen.
Auch ist in der Diabetesbehandlung kein allgemeiner Leitsatz vorhanden, da die einzelnen Behandlungsmethoden sehr unterschiedlich sind. Auch die vielen Insulinsorten haben ihre Berechtigung - da nicht jedes Insulin bei jedem gleichgut wirkt.
Einige Ärzte, die ich kenne, sind gegen diese Programme, da sie nicht mehr selbst entscheiden können wie die Patienten behandelt werden können. Sie müssen sich an die Vorgaben halten - haben aber eigentlich nicht die Vorgaben sondern die Patienten, denen sie helfen wollen im Auge.
Ich kann allen nur den Rat geben:
Erst einmal abwarten, was die Krankenkassen da wirklich zusammenstricken. Sich jetzt schon für ein DMP Programm als Teilnehmer einzutragen wäre die Katze im Sack kaufen.
Im Grunde ist es ein Rückschritt, da alle Patienten in ein Programm gedrängt werden sollen - und für alle die gleiche Behandlung angesetzt wird.
Aber nicht alle Menschen sind gleich - so einfach geht es denn doch nicht.
Der einzigste Vorteil an dem ganzen ist die freiwillige Teilnahme.
Schlußendlich ist es doch wieder einmal nur ein Gerangel um Geld.
Ich habe diesen Bericht aus vielen Zeitungen zusammentragen müssen, da eine wirkliche Information seitens irgendeiner Krankenkasse nicht erfolgt ist.
Das DMP Programm sollte ab dem 01. Juli 2002 in Kraft treten. Es betrifft die 4 teuersten chronischen Krankheiten:
Koronare Herzerkrankungen
Diabetes Typ I und II
Astma und Lungenkrankheiten
Brustkrebs
Pilotland sollte Baden-Würtemberg sein.
Ob das alles so schon gehandhabt wird, kann ich nicht sagen.
Die Schlagworte des DMP Programms:
RSA = Risiko Strukturausgleich
Die Krankenkassen zahlen je nach Alter, Status und Zahl ihrer Versicherten einen Betrag in einen gemeinsamen Topf ein. So sollen Wettbewerbsverzerrungen ausgeglichen werden.
Aus diesem Topf können die Kassen 70% die Behandlungskosten für ihre in DMP Programme eingetragene Mitglieder wieder herausnehmen.
DMP bedeutet:
Versorgungssteuerung mit dem Ziel:
Steigerung der Qualität und Wirtschaftlichkeit der Versorgung.
Evidenzbasierte Behandlung
Behandlung nach dem jeweils besten medizinischem Wissensstand von Studien und Erfahrungs- werten.Besonders qualifiziertes Personal, Leitlinienorientierte Behandlung, Dokumentation der Struktur und Qualität der Ergebnisse sind für die Qualitätssicherung sind erforderlich und auch Pflicht für DMP Teilnehmer.
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Nun zum Ablauf des Ganzen:
Der Koordinierungsauschuß (kürze im weiteren mit KA ab, da einfacher)
Die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft KA hat am 02.01.02 die Arbeit aufgenommen.
Nach den Vorgaben des Sozialgesetzbuches wird sie das zentrale Gremium zur Sicherung von Qualität und Wirtschaftlichkeit der Versorgung sein.
Die Beschlüsse des KA sind für Krankenkassen, Krankenhäuser und Vertragsärze unmittelbar verbindlich.
Weitere Aufgaben des KA:
DMP geeignete chronische Krankheiten empfehlen
Anforderungen zu nennen und verbindlich festzulegen
Leitlinien und Kriterien erstellen für diagnostische und therapeutische Ziele sowie zweckmäßige und wirtschaftliche Leistungserbringung für mindestens 10 Krankheiten im Jahr.
Im weiteren Ablauf stellen dann die einzelnen Krankenkassen ihre DMP Programme auf.
Die Bundesversicherungsanstalt ist die zuständige Behörde für die Zulassung und Zertifizierung der jeweiligen DMP Programme der einzelnen Krankenkassen.
Sie prüft und entscheidet ob die vorgelegten Programme der Krankenkassen oder Verbände den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.
Die Durchführung der DMP Programme soll durch Verträge gesichert werden.
Teilnahme:
Es steht jeder Kasse frei sich zu beteiligen.
Jeder Arzt oder Patient kann wählen, ob er teilnehmen möchte.
Tein Teilnehmender Arzt muß eine Qualifizierung vorweisen.
Ein Arzt kann nicht an allen 4 DMP Programmen teilnehmen. So könnten mehrfach betroffene Patienten das nachsehen haben.
Voraussetzungen für Patienten:
Die Krankenkasse prüft die Teilnahmevoraussetzungen des Patienten.
Aktive Mitarbeit des Patienten ist Voraussetzung.
Der Patient muß unterschreiben, das auch sehr sensible Daten an die Krankenkasse weitergegeben werden.
Soviel zum allgemeinen Ablauf
Nun zu meiner Meinung:
Die Voraussetzungen hören sich eigentlich sehr gut an. Es soll eine gute Versorgung nach Leitlinien der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse beinhalten.
Da die AOK mit ein Vorreiter dieser Programme ist, kann ich im Moment nur zu deren Programm etwas sagen - andere sind mir noch nicht bekannt.
Die AOK :
Alle Patienten mit Typ 2 Diabetes (allgemein auch Altersdiabetes genannt, obwohl auch jüngere betroffen sein können. In der Regel kann Altersdiabetes mit Tabletten behandelt werden.)
haben lediglich das Ziel eine Symptomfreiheit zu erreichen. Das bedeutet zum Beispiel einen akzeptablen HBA1 Wert von 8,5%.
Der normale erstrebenswerte Wert liegt da wohl eher zwischen 6 und 7%.
Wenn man sich das mal vor Augen hält:
ein älterer Mensch darf ruhig schlechtere Werte haben, weil sonst ja eventuell auf Spritzen umge-stellt werden müßte - und das ist teurer. Und da er schon älter ist, sind Folgeerkrankungen durch schlechte HBA1 Werte nicht so lange von den Kassen zu bezahlen. Da kann man schon mal vorher sparen.
Auch ist in der Diabetesbehandlung kein allgemeiner Leitsatz vorhanden, da die einzelnen Behandlungsmethoden sehr unterschiedlich sind. Auch die vielen Insulinsorten haben ihre Berechtigung - da nicht jedes Insulin bei jedem gleichgut wirkt.
Einige Ärzte, die ich kenne, sind gegen diese Programme, da sie nicht mehr selbst entscheiden können wie die Patienten behandelt werden können. Sie müssen sich an die Vorgaben halten - haben aber eigentlich nicht die Vorgaben sondern die Patienten, denen sie helfen wollen im Auge.
Ich kann allen nur den Rat geben:
Erst einmal abwarten, was die Krankenkassen da wirklich zusammenstricken. Sich jetzt schon für ein DMP Programm als Teilnehmer einzutragen wäre die Katze im Sack kaufen.
Im Grunde ist es ein Rückschritt, da alle Patienten in ein Programm gedrängt werden sollen - und für alle die gleiche Behandlung angesetzt wird.
Aber nicht alle Menschen sind gleich - so einfach geht es denn doch nicht.
Der einzigste Vorteil an dem ganzen ist die freiwillige Teilnahme.
Schlußendlich ist es doch wieder einmal nur ein Gerangel um Geld.
Ich habe diesen Bericht aus vielen Zeitungen zusammentragen müssen, da eine wirkliche Information seitens irgendeiner Krankenkasse nicht erfolgt ist.
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