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Erfahrungsbericht von Manou

Depressionen

Pro:

-

Kontra:

Depressionen können einem die Existenz nehmen

Empfehlung:

Nein

Ich habe nie gewußt was Depressionen als Krankheit eigentlich ist und war und bin auch nicht betroffen. Mein Mann, meine Freundin und ich erfahren sie als Außenstehende und es ist verdammt hart. Der Freund meiner Freundin leidet seit fast einem Jahr unter einer schweren Depression und ein Ende ist im Moment nicht abzusehen. Man kann sich nicht vorstellen, wie sehr diese Krankheit auch Außenstehende betrifft, weil man einfach hilflos ist.
Beginnen wir am Anfang.

Die Beziehung zwischen unserem Freund und meiner Freundin war sehr glücklich.Sie bauten sich gemeinsam etwas auf und schmiedeten heftig Zukunftspläne. Auch ein Kind kam darin vor. Plötzlich war sie schwanger und für ihn brach eine Welt zusammen. Er steigerte sich in Existenzängste hinein, die es ihm nicht mehr möglich machten, noch einen vernünftigen Gedanken zu fassen geschweige denn, die Sache einfach anzugehen. Alles gute Zureden half nichts. Panikattaken und schlaflose Nächte bestimmten sein Leben. Für ihn hatte alles den Sinn verloren. Er redete sich ein, in dieser Stadt nicht mehr leben zu können, die Menschen wären eiskalt und der Job machte ihn fertig. Er attakierte seine Freundin mit unheimlich verletztenden Vorschlägen und Beschimpfungen. Sie ertrug es, ohne zu Klagen. Therapien brach er ab. Man kann ihm sowieso nicht helfen. Er hat es ja versucht.
Als das Kind auf der Welt war kamen natürlich keine Vatergefühle auf. Er schmiss schließlich den Job, ließ sich krank schreiben und verließ seine Freundin. Er könne nur in seiner alten Heimat wieder glücklich werden. Doch dort stieß er auf Unverständniss.Anders als wir, hatten sich seine Eltern mit dem Thema Depression nicht auseinander gesetzt. Es hagelte Beschimpfungen und Vorwürfe. So kehrte er zu seiner Freundin zurück. Dieser Vorgang, verlassen und zurückkehren hat sich nun schon fünf mal wiederholt. Ich bewundere seine Freundin. Sie hat eine Engelgeduld. Ich weiß das ich in dieser Situation nicht soviel Ausdauer gehabt hätte. Momentan lässt er die Außenwelt nicht mehr an sich ran. Er versucht allein damit klar zu kommen. Wir akzeptieren seinen Wunsch. Auch wenn wir ihn schon so manches Mal auf den Mond hätten schießen können, wissen wir doch, und er weiß es auch, wann immer er uns braucht, sind wir für ihn da.

Ich kann hier keinen Ratschlag geben, wie man mit Depressionen umgehen soll. Aber sollte eine Depression länger als eine Woche anhalten, sollte man einen Arzt aufsuchen. Denn je länger die Depression anhält, desto mehr schadet man sich und anderen. Und das sind Schäden, die man nicht mehr ohne weiteres wieder gut machen kann.

Unser Freund ist jetzt auf Jobsuche und bereut es, in seinem alten Job gekündigt zu haben. Das ist schon fast wieder der Auslöser der nächsten Depression. Er hätte beinahe auch die Familie, die ihn trotz alledem liebt und braucht verloren.

4 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Nana1

    11.03.2003, 15:57 Uhr von Nana1
    Bewertung: sehr hilfreich

    mh.nichts davon, was depressionen allgemein eigentlich sind, therapiemöglichkeiten usw. sonst ok. lg nana