Erfahrungsbericht von Servus1
The forbidden love-story
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
The forbidden love-story
Die Gefühle spielten verrückt. Es war Sonntag und wann ich sie wieder sehen würde war fraglich. Eigentlich war ich ein Mann, der mit beiden Beinen fest im Leben stand. Der wusste, was er wollte. Der sein Ziel vor Augen hatte und es versuchte mit allen Mitteln zu erreichen. Jedenfalls im Berufsleben und bis zu diesem Zeitpunkt auch privat. Bis zu jenem Sonntag, an dem mein Leben etwas ins Wanken geriet.
Wir waren von Glasgow an den Stadtrand von Edinburgh gezogen. Das war vor einigen Jahren. Damals kauften wir uns ein kleines, mehr als 100 Jahre altes Haus, das schon ziemlich runtergekommen war. Mit viel Liebe richteten wir dieses Haus her. Als erstes fingen wir Innen an mit den Böden, rissen Wände raus, versetzten Türen, deckten das Dach neu und hatten nach mehr als 2 jähriger Umbauphase ein herrliches gemütliches Domizil, das ich nie verlassen wollte.
Mein ganzer Stolz war jedoch mein eigenes kleines Reich in unserem Haus. Ich hatte von Anfang an darauf gepocht, dass ich einen separaten Raum bekommen wollte und ich bekam ihn auch nach langer Diskussion mit meiner Frau.
Ich lies dort, der Raum hatte knapp 24 qm Fläche, auf die komplette Seite ein Panoramafenster einziehen 3,50 hoch und man hatte das Gefühl, man stand im Freien. Nur mit dem kleinen feinen Unterschied, das ich den schönsten Platz in der ganzen Gegend hatte. Unser Haus lag etwa 20 Meilen vor Edinburgh, gleich in der Nähe des Firth of Forth, nur mit dem Unterschied, das an dieser Stelle, wo unser Haus lag, eine knapp 40 Meter hohe Steilwand über mehrere Meilen in den Himmel ragte. Unser Haus lag sehr nah an den Klippen und mein Reich lag direkt davor. Ich hatte einen herrlichen Seeblick und stand oft nachts um drei auf und setzte mich in einen der zwei Ohrensessel, schenkte mir einen Whisky ein und schaute einfach nur raus. Im Hintergrund lief meine Lieblingsmusik und so saß ich auch jetzt wieder in meinem Ohrensessel und schaute den Wellen zu, wie an den vorliegenden Felsen gebrochen wurden. Der Himmel war bedrohlich graublau und ein starker Wind pfiff um das Haus. Die Uhrzeit war anders als sonst. Es war erst 19.00 Uhr und ich war alleine im Haus...
Wie hatte das alles passieren können? Schon seit Tagen zermaterte ich mir meinen Kopf. War ich verliebt? Immer und immer wieder ließ ich diese Geschichte von Anfang an laufen und kam doch nicht weiter.
Wir hatten uns vor vielen, vielen Jahren kennen gelernt, da waren wir beide sehr jung. Nun, nach Jahren trafen wir uns wieder, auf der Geburtstagsfeier einer gemeinsamen Freundin. Meine Frau kannte sie auch sehr gut. Sie traf sie öfters beim Einkaufen. Sie hatte auch ein Kind, etwa in dem Alter unserer Tochter und war auch wie ich verheiratet. Nur das wir vor ein paar Monaten ein zweites Kind bekommen hatten. War schon lustig, wie wir dann feststellten, da es für jeden, der mich kannte unvorstellbar war, das ich in diesem Alter, indem ich mich jetzt befand, Vater zweier Kinder sein würde.
Am Anfang konnte ich mich nicht genau an sie erinnern und auf einmal kam wie eine überdimensionale Flutwelle alles zurück, was in den tiefen meines Herzens schlummerte. Und wieder wurde mir bewusst, das dass menschliche Gehirn nicht vergas, sondern nur alles erlebte speicherte und dann irgendwann wieder ausgrub. Aber die gesammelten Informationen konnten niemals gelöscht werden.
Wir unterhielten uns ausgiebig bis in die frühen Morgenstunden und ich war hellauf begeistert. Aber eigentlich der falsche Ausdruck, denn sie war wie eine Perle für mich. So schön, das es schwer war die passenden Worte zu finden. Sie war eine Rose, so zierlich und fein, mit einer Ausstrahlung, die einen nur in ihren Bann ziehen konnte. Sie war wirklich zierlich, hatte wunderschön geformte Finger, an dem ihr Ring funkelte. Ihr mittellanges Haar fiel leicht über ihre Schultern und bewegten sich anmutig wie die Blätter eines Baumes im Herbst, wenn die Winde zunehmen...
Ihre weichen Lippen, bewegten sich leicht beim Sprechen und ihre strahlend weißen Zähne kamen zum Vorschein. Ihre Augen waren der reinste Anziehungspunkt. Wenn sich meine Blicke mit ihren kreuzten konnte ich nicht loslassen, es ging einfach nicht...
Ohne das wir es aussprachen, konnte wir das Feuer spüren, das sich in uns ausbreitete, wenn wir miteinander sprachen. Ja sogar schon bei dem Gedanken an sie, spürte ich die Explosion in meinem Körper. Glückshormone durchströmten meinen Körper, wie die Druckwelle einer riesigen Bombe nach der Detonation.
Tagelang nach unserem ersten Wiedersehen sprachen wir sogar mit unseren Partnern, wie schön es wahr, das wir uns „wieder gefunden“ hatten. Es war schon komisch, denn beide Partner von uns hatten kein Verständnis dafür. Nicht das sie Verdacht schöpften, nein, ich glaube sie hatten selber so etwas noch nie erlebt und ich weiß nicht, ob jeder Mensch diese Erfahrung machen darf, wie wir sie machen konnten.
Eine leichte Persönlichkeitsveränderung konnte jedoch nicht verborgen bleiben, so war es, das wir beide darauf angesprochen wurden, was denn mit uns los sei. Wir reagierten untypisch auf unsere Umwelt. Und es war unser Geheimnis, ohne viele Worte konnten wir uns verständigen.
Wenn ich in ihrer Nähe war, fühlte ich mich geborgen und zufrieden, seltsam da ich aufgrund meiner Vergangenheit immer auf der Suche nach Geborgenheit war, aber sie niemals fand. Auch bei meiner jetzigen Frau, die eine wirklich liebe Person ist, entwickelte sich nicht dieses Gefühl. Ich versuchte herauszufinden, was an ihr anders war, als bei meiner Frau, meine Frau hatte doch so viele gute Eigenschaften. Sicherlich auch schlechte, aber die wollte und durfte ich nicht in den Vordergrund schieben, da schlechte Eigenschaften zu jeder Person gehörten. Es waren immer zwei Seiten, die eine Person ausmachten...
Die Antwort konnte ich nicht finden, ich grübelte und machte mir einen Kopf, aber es wollte mir nicht gelingen, was in mir vorging. Es war nur dieses überwältigende Gefühl, was ich noch nie zu vor erlebt hatte und jetzt auf mich einbrach.
Meine Frau machte im Laufe der Woche ein Treffen aus, ganz zu meiner Freude, wobei ich mich nicht anders verhalten durfte als sonst und es gelang mir. Sie hatte wie gesagt einen Sohn, etwa im Alter unserer Tochter und so kam der Tag, an dem wir bei Ihr und ihrem Mann zum Cafe eingeladen waren.
Als wir ankamen freuten wir uns beide, das wir uns wiedersahen. Bei dem Begrüßungsbussi konnte ich ihren lieblichen Duft atmen und meine Gefühle spielten wieder verrückt. Sie versprühte eine so herzliche Wärme und ich spürte ihre samtweiche Haut für einen moment.
Sie verstand sich gut mit meiner Frau und die Kinder untereinander auch und das machte die ganze Geschichte leichter. Im Laufe des Nachmittags zeigten sie uns ihr Haus, wobei sie meine kleinste Tochter auf dem Arm trug.
Meine Frau und ihr Mann gingen wieder runter, während ich bei ihr blieb. Ich sagte ihr noch mal mit leiser Stimme, wie sehr ich mich freute sie wieder zu sehen und sie bestätigte. Es waren nur ein kurzer Moment, indem ich mit ihr alleine wahr. Ich sagte ihr noch mal wie schön es war und wie schön es ist, sie wieder zu sehen. Wir gingen nach einigen Augenblicken wieder runter, um keinen Verdacht bei den anderen hervorzurufen, außerdem hätte ich sie wahrscheinlich geküsst, aber das traute ich mir dann doch nicht und gab ihr einen leichten Kuss auf die Wange.
Meine Frau und ich waren Raucher und sie mit ihrem Mann Nichtraucher und so ergab es sich, das ihr Mann abwechselnd mit uns vor die Tür zum Rauchen ging. Es war ein wunderbares Gefühl mit ihr ein paar Minuten zu haben. Die Kinder spielten friedlich und wir schauten uns an. Sie erzählte mir das ich eine wunderbare Frau hatte...ich unterbrach sie, denn ich wusste was sie sagen wollte. Wir verstanden uns auch ohne Worte und ich fragte sie, ob sie mit mir alleine mal einen Kaffee trinken gehen würde, wobei ich anmerkte, das es besser wäre wenn meine Frau nichts davon wüsste. Sie sagte sehr gerne und schaute mich mit ihren wunderschönen Augen an. Besser ist es in ein paar Wochen aufgrund gewisser Dinge...und ich stimmte ihr zu. Ich war erleichtert und zu tiefst erfreut, das ich die Möglichkeit hatte, bald ein paar Stunden und sei es nur eine Stunde, mit ihr alleine verbringen zu dürfen.
Sie erzählte mir so einiges von sich, auch wenn es aufgrund der paar Minuten sehr oberflächlich war. Aber z.B. das sie einen OP bekommen müsste, sich aber nicht traute wegen der Narkose und sie gehört hatte, das man danach das erzählen kann, was man eigentlich nicht erzählen wollte und somit fragte sie ihre Mutter, ob sie mitkommen könnte. Ich verstand was sie meinte... Die Eltern kannten mich auch noch früher und sie erzählte mir einiges und das war das verwunderliche, es war fast identisch mit dem was ich früher empfand. Aber ich erwähnte es nicht weiter.
Am Abend waren wir zum Essen in Edinburgh verabredet und es sollte ein wunderbarer Abend werden, zugleich ich ihn mehr als nur liebend gerne mit ihr alleine verbracht hätte. Aber ich war in ihrer nähe und lauschte in Worten, die wie Musik in meinen Ohren klangen.
Ich hatte noch eine Überraschung parat. Nachdem ich sie das erste mal wiedersah, wollte ich unbedingt, das sie die Patin meiner Tochter werden würde und während wir noch bei der Vorspeise waren, fragte ich sie. Mit Tränen in den Augen sagte sie ja. Ich lächelte zufrieden, denn ich hatte sie enger an mich gebunden. Meine Frau war auch von Anfang an begeistert von meinem Vorschlag, der mit ihr vorher abgestimmt war. Wir gingen im Laufe des Abends noch in diverse Bars, bis die Sperrstunde eingeläutet wurde. Bei uns zu Hause tranken wir noch eine Kleinigkeit, bis sie in den frühen Morgenstunden nach Hause gingen.
Schlafen konnte ich wenig, meine Gedanken waren an sie gefesselt und es war, obwohl ich mich sehr gut unter Kontrolle hatte, schwierig sie nicht einfach in den Arm zu nehmen und zu drücken.
Das Leben ist schon faszinierend. Ich grüble und überlege und Suche nach dem wieso und warum. Ich finde keine Antwort auf die Geschehnisse und vor allem auf meine Gefühle, nur das ich ein Gefühl in mir trage, was ich vorher nicht kannte. Für uns beide bedarf es momentan keine Worte um unsere Gefühle zu zeigen, aber auch das es sich um den scheinbar schlechtesten Moment handelt, den wir uns hätten raussuchen können und somit steht fest, das es vorerst unser Geheimnis bleiben wird. Aber ich bin sicher, das Leben wird diese Geschichte weiterschreiben und Geduld ist bekanntlich eine Tugend. Es gibt viele Faktoren die dieses beeinflussen können. Ich weiß z.B. auch nicht, wie meine Frau reagiert, wenn sie ihren alten Bekannten wieder trifft, zu dem sie auch ein ganz besonderes Verhältnis hat. Aber oft kommen die Einflüsse so, das man damit nicht rechnen kann. Oft sitze ich hier in meinem Ohrensessel und überlege, was früher passiert wäre, hätten wir uns nicht „verloren“ Aber das Leben hatte andere Wege für uns bestimmt und uns auf seltsame Weise wieder zusammengeführt.
Jeden Tag sitze ich hier und genieße mein Geheimnis...
Denn schließlich rede ich nicht drüber, nur mit ihr und meine Gedanken kann ich nicht zensieren. Hier gibt es keine Gesetze, gegen die ich verstoßen könnte und selbst wenn ich es tun würde, hätte ich mir das gut überlegt...
Es ist spät geworden und draußen sind die großen Wellen schwarz geworden. Ein paar sind im Mondlicht zu erkennen, jetzt ist es Zeit geworden in mein Bett zu gehen. Ich trinke den letzten Schluck meines Old Pulteney und lösche das kleine Licht.
. . . .
Tja, das ist eine Kurzgeschichte, die bestimmt viele von euch so oder so ähnlich schon mal erlebt haben. Ich finde sie passt momentan hervorragend zum Wetter...
In diesem Sinne
Euer Alex
Copyright 2003
Die Gefühle spielten verrückt. Es war Sonntag und wann ich sie wieder sehen würde war fraglich. Eigentlich war ich ein Mann, der mit beiden Beinen fest im Leben stand. Der wusste, was er wollte. Der sein Ziel vor Augen hatte und es versuchte mit allen Mitteln zu erreichen. Jedenfalls im Berufsleben und bis zu diesem Zeitpunkt auch privat. Bis zu jenem Sonntag, an dem mein Leben etwas ins Wanken geriet.
Wir waren von Glasgow an den Stadtrand von Edinburgh gezogen. Das war vor einigen Jahren. Damals kauften wir uns ein kleines, mehr als 100 Jahre altes Haus, das schon ziemlich runtergekommen war. Mit viel Liebe richteten wir dieses Haus her. Als erstes fingen wir Innen an mit den Böden, rissen Wände raus, versetzten Türen, deckten das Dach neu und hatten nach mehr als 2 jähriger Umbauphase ein herrliches gemütliches Domizil, das ich nie verlassen wollte.
Mein ganzer Stolz war jedoch mein eigenes kleines Reich in unserem Haus. Ich hatte von Anfang an darauf gepocht, dass ich einen separaten Raum bekommen wollte und ich bekam ihn auch nach langer Diskussion mit meiner Frau.
Ich lies dort, der Raum hatte knapp 24 qm Fläche, auf die komplette Seite ein Panoramafenster einziehen 3,50 hoch und man hatte das Gefühl, man stand im Freien. Nur mit dem kleinen feinen Unterschied, das ich den schönsten Platz in der ganzen Gegend hatte. Unser Haus lag etwa 20 Meilen vor Edinburgh, gleich in der Nähe des Firth of Forth, nur mit dem Unterschied, das an dieser Stelle, wo unser Haus lag, eine knapp 40 Meter hohe Steilwand über mehrere Meilen in den Himmel ragte. Unser Haus lag sehr nah an den Klippen und mein Reich lag direkt davor. Ich hatte einen herrlichen Seeblick und stand oft nachts um drei auf und setzte mich in einen der zwei Ohrensessel, schenkte mir einen Whisky ein und schaute einfach nur raus. Im Hintergrund lief meine Lieblingsmusik und so saß ich auch jetzt wieder in meinem Ohrensessel und schaute den Wellen zu, wie an den vorliegenden Felsen gebrochen wurden. Der Himmel war bedrohlich graublau und ein starker Wind pfiff um das Haus. Die Uhrzeit war anders als sonst. Es war erst 19.00 Uhr und ich war alleine im Haus...
Wie hatte das alles passieren können? Schon seit Tagen zermaterte ich mir meinen Kopf. War ich verliebt? Immer und immer wieder ließ ich diese Geschichte von Anfang an laufen und kam doch nicht weiter.
Wir hatten uns vor vielen, vielen Jahren kennen gelernt, da waren wir beide sehr jung. Nun, nach Jahren trafen wir uns wieder, auf der Geburtstagsfeier einer gemeinsamen Freundin. Meine Frau kannte sie auch sehr gut. Sie traf sie öfters beim Einkaufen. Sie hatte auch ein Kind, etwa in dem Alter unserer Tochter und war auch wie ich verheiratet. Nur das wir vor ein paar Monaten ein zweites Kind bekommen hatten. War schon lustig, wie wir dann feststellten, da es für jeden, der mich kannte unvorstellbar war, das ich in diesem Alter, indem ich mich jetzt befand, Vater zweier Kinder sein würde.
Am Anfang konnte ich mich nicht genau an sie erinnern und auf einmal kam wie eine überdimensionale Flutwelle alles zurück, was in den tiefen meines Herzens schlummerte. Und wieder wurde mir bewusst, das dass menschliche Gehirn nicht vergas, sondern nur alles erlebte speicherte und dann irgendwann wieder ausgrub. Aber die gesammelten Informationen konnten niemals gelöscht werden.
Wir unterhielten uns ausgiebig bis in die frühen Morgenstunden und ich war hellauf begeistert. Aber eigentlich der falsche Ausdruck, denn sie war wie eine Perle für mich. So schön, das es schwer war die passenden Worte zu finden. Sie war eine Rose, so zierlich und fein, mit einer Ausstrahlung, die einen nur in ihren Bann ziehen konnte. Sie war wirklich zierlich, hatte wunderschön geformte Finger, an dem ihr Ring funkelte. Ihr mittellanges Haar fiel leicht über ihre Schultern und bewegten sich anmutig wie die Blätter eines Baumes im Herbst, wenn die Winde zunehmen...
Ihre weichen Lippen, bewegten sich leicht beim Sprechen und ihre strahlend weißen Zähne kamen zum Vorschein. Ihre Augen waren der reinste Anziehungspunkt. Wenn sich meine Blicke mit ihren kreuzten konnte ich nicht loslassen, es ging einfach nicht...
Ohne das wir es aussprachen, konnte wir das Feuer spüren, das sich in uns ausbreitete, wenn wir miteinander sprachen. Ja sogar schon bei dem Gedanken an sie, spürte ich die Explosion in meinem Körper. Glückshormone durchströmten meinen Körper, wie die Druckwelle einer riesigen Bombe nach der Detonation.
Tagelang nach unserem ersten Wiedersehen sprachen wir sogar mit unseren Partnern, wie schön es wahr, das wir uns „wieder gefunden“ hatten. Es war schon komisch, denn beide Partner von uns hatten kein Verständnis dafür. Nicht das sie Verdacht schöpften, nein, ich glaube sie hatten selber so etwas noch nie erlebt und ich weiß nicht, ob jeder Mensch diese Erfahrung machen darf, wie wir sie machen konnten.
Eine leichte Persönlichkeitsveränderung konnte jedoch nicht verborgen bleiben, so war es, das wir beide darauf angesprochen wurden, was denn mit uns los sei. Wir reagierten untypisch auf unsere Umwelt. Und es war unser Geheimnis, ohne viele Worte konnten wir uns verständigen.
Wenn ich in ihrer Nähe war, fühlte ich mich geborgen und zufrieden, seltsam da ich aufgrund meiner Vergangenheit immer auf der Suche nach Geborgenheit war, aber sie niemals fand. Auch bei meiner jetzigen Frau, die eine wirklich liebe Person ist, entwickelte sich nicht dieses Gefühl. Ich versuchte herauszufinden, was an ihr anders war, als bei meiner Frau, meine Frau hatte doch so viele gute Eigenschaften. Sicherlich auch schlechte, aber die wollte und durfte ich nicht in den Vordergrund schieben, da schlechte Eigenschaften zu jeder Person gehörten. Es waren immer zwei Seiten, die eine Person ausmachten...
Die Antwort konnte ich nicht finden, ich grübelte und machte mir einen Kopf, aber es wollte mir nicht gelingen, was in mir vorging. Es war nur dieses überwältigende Gefühl, was ich noch nie zu vor erlebt hatte und jetzt auf mich einbrach.
Meine Frau machte im Laufe der Woche ein Treffen aus, ganz zu meiner Freude, wobei ich mich nicht anders verhalten durfte als sonst und es gelang mir. Sie hatte wie gesagt einen Sohn, etwa im Alter unserer Tochter und so kam der Tag, an dem wir bei Ihr und ihrem Mann zum Cafe eingeladen waren.
Als wir ankamen freuten wir uns beide, das wir uns wiedersahen. Bei dem Begrüßungsbussi konnte ich ihren lieblichen Duft atmen und meine Gefühle spielten wieder verrückt. Sie versprühte eine so herzliche Wärme und ich spürte ihre samtweiche Haut für einen moment.
Sie verstand sich gut mit meiner Frau und die Kinder untereinander auch und das machte die ganze Geschichte leichter. Im Laufe des Nachmittags zeigten sie uns ihr Haus, wobei sie meine kleinste Tochter auf dem Arm trug.
Meine Frau und ihr Mann gingen wieder runter, während ich bei ihr blieb. Ich sagte ihr noch mal mit leiser Stimme, wie sehr ich mich freute sie wieder zu sehen und sie bestätigte. Es waren nur ein kurzer Moment, indem ich mit ihr alleine wahr. Ich sagte ihr noch mal wie schön es war und wie schön es ist, sie wieder zu sehen. Wir gingen nach einigen Augenblicken wieder runter, um keinen Verdacht bei den anderen hervorzurufen, außerdem hätte ich sie wahrscheinlich geküsst, aber das traute ich mir dann doch nicht und gab ihr einen leichten Kuss auf die Wange.
Meine Frau und ich waren Raucher und sie mit ihrem Mann Nichtraucher und so ergab es sich, das ihr Mann abwechselnd mit uns vor die Tür zum Rauchen ging. Es war ein wunderbares Gefühl mit ihr ein paar Minuten zu haben. Die Kinder spielten friedlich und wir schauten uns an. Sie erzählte mir das ich eine wunderbare Frau hatte...ich unterbrach sie, denn ich wusste was sie sagen wollte. Wir verstanden uns auch ohne Worte und ich fragte sie, ob sie mit mir alleine mal einen Kaffee trinken gehen würde, wobei ich anmerkte, das es besser wäre wenn meine Frau nichts davon wüsste. Sie sagte sehr gerne und schaute mich mit ihren wunderschönen Augen an. Besser ist es in ein paar Wochen aufgrund gewisser Dinge...und ich stimmte ihr zu. Ich war erleichtert und zu tiefst erfreut, das ich die Möglichkeit hatte, bald ein paar Stunden und sei es nur eine Stunde, mit ihr alleine verbringen zu dürfen.
Sie erzählte mir so einiges von sich, auch wenn es aufgrund der paar Minuten sehr oberflächlich war. Aber z.B. das sie einen OP bekommen müsste, sich aber nicht traute wegen der Narkose und sie gehört hatte, das man danach das erzählen kann, was man eigentlich nicht erzählen wollte und somit fragte sie ihre Mutter, ob sie mitkommen könnte. Ich verstand was sie meinte... Die Eltern kannten mich auch noch früher und sie erzählte mir einiges und das war das verwunderliche, es war fast identisch mit dem was ich früher empfand. Aber ich erwähnte es nicht weiter.
Am Abend waren wir zum Essen in Edinburgh verabredet und es sollte ein wunderbarer Abend werden, zugleich ich ihn mehr als nur liebend gerne mit ihr alleine verbracht hätte. Aber ich war in ihrer nähe und lauschte in Worten, die wie Musik in meinen Ohren klangen.
Ich hatte noch eine Überraschung parat. Nachdem ich sie das erste mal wiedersah, wollte ich unbedingt, das sie die Patin meiner Tochter werden würde und während wir noch bei der Vorspeise waren, fragte ich sie. Mit Tränen in den Augen sagte sie ja. Ich lächelte zufrieden, denn ich hatte sie enger an mich gebunden. Meine Frau war auch von Anfang an begeistert von meinem Vorschlag, der mit ihr vorher abgestimmt war. Wir gingen im Laufe des Abends noch in diverse Bars, bis die Sperrstunde eingeläutet wurde. Bei uns zu Hause tranken wir noch eine Kleinigkeit, bis sie in den frühen Morgenstunden nach Hause gingen.
Schlafen konnte ich wenig, meine Gedanken waren an sie gefesselt und es war, obwohl ich mich sehr gut unter Kontrolle hatte, schwierig sie nicht einfach in den Arm zu nehmen und zu drücken.
Das Leben ist schon faszinierend. Ich grüble und überlege und Suche nach dem wieso und warum. Ich finde keine Antwort auf die Geschehnisse und vor allem auf meine Gefühle, nur das ich ein Gefühl in mir trage, was ich vorher nicht kannte. Für uns beide bedarf es momentan keine Worte um unsere Gefühle zu zeigen, aber auch das es sich um den scheinbar schlechtesten Moment handelt, den wir uns hätten raussuchen können und somit steht fest, das es vorerst unser Geheimnis bleiben wird. Aber ich bin sicher, das Leben wird diese Geschichte weiterschreiben und Geduld ist bekanntlich eine Tugend. Es gibt viele Faktoren die dieses beeinflussen können. Ich weiß z.B. auch nicht, wie meine Frau reagiert, wenn sie ihren alten Bekannten wieder trifft, zu dem sie auch ein ganz besonderes Verhältnis hat. Aber oft kommen die Einflüsse so, das man damit nicht rechnen kann. Oft sitze ich hier in meinem Ohrensessel und überlege, was früher passiert wäre, hätten wir uns nicht „verloren“ Aber das Leben hatte andere Wege für uns bestimmt und uns auf seltsame Weise wieder zusammengeführt.
Jeden Tag sitze ich hier und genieße mein Geheimnis...
Denn schließlich rede ich nicht drüber, nur mit ihr und meine Gedanken kann ich nicht zensieren. Hier gibt es keine Gesetze, gegen die ich verstoßen könnte und selbst wenn ich es tun würde, hätte ich mir das gut überlegt...
Es ist spät geworden und draußen sind die großen Wellen schwarz geworden. Ein paar sind im Mondlicht zu erkennen, jetzt ist es Zeit geworden in mein Bett zu gehen. Ich trinke den letzten Schluck meines Old Pulteney und lösche das kleine Licht.
. . . .
Tja, das ist eine Kurzgeschichte, die bestimmt viele von euch so oder so ähnlich schon mal erlebt haben. Ich finde sie passt momentan hervorragend zum Wetter...
In diesem Sinne
Euer Alex
Copyright 2003



Bewerten / Kommentar schreiben