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Erfahrungsbericht von September

Freunde?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Freunde?


Wo fange ich an, wo doch alles schon solange her ist. Welche Überschrift nehme ich, wo doch soviele Gedanken sich in meinem Kopf vereinen und Wirrwarr sondergleichen anrichten..........


Freunde?


Ja, ich hatte mal Freunde, viele sogar, ich war die heitere immer lustige Geli. Die so schön parodieren konnte, die Dialekte auswendig lernte wie andere Englischvokabeln. Die immer nur Spass für die anderen machte, und tief drinnen todtraurig war. Die, die schon als Kind nicht mehr leben wollte, die das Gefängnis der Familie als unerträglich ansah. Die, die vor allem Angst hatte und dennoch immer lachte. Die, die keiner wirklich erkannte, weil sie eine Riesenshow machte. Die, die sich vor Angst bald in die Hose machte, wenn es hiess öffentlich in der Schule ein Refarat halten zu müssen. Die fast starb wenn sie an die mündliche Prüfung dachte, ich war ein verdammter Feigling...... Oder? War es der Beginn einer Krankheit?


Angst`?


Angst vor Männern, insbesondere Vater, Lehrer, Angst vor Krieg, Angst vor Krankheit, total geräuschempfindlich, als Kleinkind schon Heulkrämpfe. Warum?????


Gene?


Sicherlich hat Mutter Natur mir etwas in die Wiege gelegt, aber die Umwelt hat ihrs dazu getan. Ein verheulter Teenager, ein Mauerblümchen, immer auf der Suche nach Liebe. Immer wieder ins falsche Töpfchen gepackt.... Warum? Mein Schrei nach Liebe muss mir im Gesicht gestanden haben, da wäre ich wohl auch Reissaus gegangen. Fazit..... Einsamkeit, Depression, erster Selbstmordversuch mit 16. Abgeschoben mit 15 in eine Dachkammer. Nicht mal mehr zum Fernsehen war ich erwünscht. Abgeschoben..... . Was muss mein Vater froh gewesen sein, mich Wesen nicht mehr um sich ertragen zu müssen. Eine unmündige Mutter.. hilflos, selber depressiv.


Depressionen?


Sie fressen dich auf, sie legen sich wie ein Mantel um dein Herz und deine Seele. Sie sind krank und machen dich nur noch kränker. Die Freundinnen haben ihre Freunde, du bist immer öfter alleine. Du gehst alleine weg und kommst alleine nachhause. Gute Freundinnen haben mich oft mitgenommen, nachhause ging ich alleine. Zeit der Weinkrämpfe, des Gefühls ich kann nicht mehr. Beginn der Essstörungen....


Bulimie?


Darüber möchte ich auch heute noch nicht reden. Es waren sieben Jahre meines Lebens, die ich nicht mal meinem ärgsten Feind wünsche. Gemerkt hat es niemand. Keiner selbst die Eltern nicht. Der Eintritt ins Berufsleben, ein Albtraum. Psychisch damals schon am Ende. Immer nett, immer lieb, immer freundlich, immer Angst. Angst zu versagen, Angst, Angst, unbestimmbar, nicht definierbar. Die Seele erstarrt, die Traurigkeit erdrückt......


Angsterkrankung?


Aus heiterem Himmel. Von jetzt auf gleich, alles schwebt, wackelt, dein Herz springt, Panik, todkrank.... Man sieht nichts......... der Arzt sieht nichts, die Eltern sehen nichts, die Freunde sehen nichts. Ich sehe mich im Spiegel und hasse mich.


Depression?


Ich möchte mich zerstören, möchte endlich geliebt werden, möchte zurück auf Mutters Schoss, mich fallen lassen, ich kann nicht mehr, will nicht mehr... warum hilft mir keiner? Ich kann mir nicht helfen.


Odyssee?


Von Arzt zu Arzt, fast 10 Jahre lang. Nichts gefunden. Panik, Angst, immer wieder mal zwischendurch gesunde Phasen, die sich abwechseln mit Krankheit. Freunde? Kaum noch welche, kommst du mal zum Kaffee? Nein, ich habe keine Zeit. Kommst du mit ins Kino? Ach nee, keine Lust. Kommst du mit ins Schwimmbad? Ach, nee zu heiss heute..... Millionen Ausreden für eine Krankheit.


Krank?


Nein, ich will nicht krank sein. Gehe zu keinem Arzt mehr...... Totaler Zusammenbruch.. Trennung ..1. Suizidversuch.... Ehe gescheitert....2. Suizidversuch.... Endgültiger Zusammenbruch... Familie.... Hiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiilfe! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! ! !


Der Weg?


Hilfe! Hilfe suchen, annehmen... so einfach war es!


17 Jahre meines Lebens verschenkt.


Auf dem Weg meiner Krankheit alle Freunde verloren....


Eine Angelika, die wieder laufen kann, tanzen, lachen, lieben und sich der Welt erfreuen.


Danke fürs Zulesen

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