Erfahrungsbericht von northstar
Kapitel II – Freezer Teaser
Pro:
Tiefkühlkost ist was Feines...
Kontra:
Manche Menschen haben einen Haken...
Empfehlung:
Nein
The Last Of The Famous International Playboys
--------------- A story by Northstar --------------
Kapitel II – Freezer Teaser
Regen. Schon wieder. Schutt und Asche werden langsam kalt, zu einem Brei, dessen Gestank unerträglich ist. Jac steht ein letztes Mal vor den Trümmern, hierhin will er niemals mehr zurück kommen.
Muss er ja auch nicht, denn da draußen wartet ein ganz neues Leben auf ihn. Endlich frei von Dad’s dummer Labberei. Opa’s altklugen Sprüchen. Gut, da gäb’s noch Oma, aber die ist nett. Sie beide kamen eh immer gut miteinander aus.
Er erinnert sich da an seine Kindheit. Oma hat den 3 Jahre älteren Jungen, der Jac immer auf dem Nachauseweg von der Schule verprügelte einfach kastriert. Gut, das war drastisch, aber nötig, außerdem: wer will später schon genau so fette Kinder wie dieses eins war in der Welt herum laufen sehen? Denn fette Kinder, da sind Oma und Jac sich noch heute einig, fette Kinder gehören in den Kochtopf und nicht auf die Straße. Punkt.
„Junge, mir ist so kalt....“ hustet Oma Jacob an. Gerade ist er in sein Atelier zurück gekehrt. Hier leben er und seine Großmutter seit dem großen Feuer, welches man sicher noch überbieten kann, keine Frage für Jac.
Eine Drehung und ein Klicken später geht’s ihr dann auch besser. 220° nennt man das. Schön auch das Oma sich hier wohl füllt, bei ihm im Atelier. Er hatte schon gedacht es sei ihr zu spartanisch eingerichtet.
„Ähmmm, Lecker warm, danke. Ähmmmm....... Junge, wann ziehen wird denn nun endlich um?! Du weißt, ich kann so nicht lebebn, das ertrage ich einfach nicht....“
Ach ja, umziehen, also doch, er hatte sich also doch nicht verhört.
„Naja, ok, Geld haben wir genug, die Versicherung hat gezahlt, ich hab ein Einkommen, gehen tut das schon....aber wohin überhaupt?“
„Hmm, ich will nach St. Moritz. Da war ich so lange nicht mehr. Und das war immer soooooo schön. Weißt du, 1938, da war ich da mit deim Großvater und da war dieser Tote....“
„Oma, das ist ewig her. Mittlerweile wohnen da nur noch Touristen und Neureiche, der alte Charme ist da längst verzogen....“
„Echt?“ schluchzt die alte Frau.
Jac nickte.
„Dann lass uns doch nach ....nach, ja...... nach New York ziehen.“
„Oma, wir wohnen hier in New York.“
Oma hatte schon mal Gedächnissprobleme, naja, kein Wunder, schließlich war sie steinalt und wenn man den ganzen Tag so eingeschränkt ist, dann wird man schon mal was bescheuert.
„Was?! Seit wann?!? Da hat mich wieder keiner gefragt!“ schnaubt die alte Frau.
„Seit ich geboren bin, wenn nicht gar früher. Wir zogen hier hin weil man an jeder Ecke `nen Toten finden kann und die keiner vermissen würde, weißt du nicht mehr?“
„Ach Junge, ich hab’s nicht so mit den Toten, geschweige denn mit dem Tod. Meine Güte, ich bin eine sprechende Mikrowelle! Andere Damen in meinem Alter sind die Queen Von England oder von Würmern zerfressen oder eben beides.... aber ich.... nur ein alter Kasten.“
„Ach Unsinn. Du siehst doch gut aus. Sexy. Echt jetzt, wärst du nicht meine Oma....“
„Jetzt hör aber mal auf. Sowas will ich gar nicht erst hören. Was sollen denn die Leute denken. Das eine alte Frau gar keine Bedürfnisse mehr hat? Jetzt komm her und besorg’s mir...“
Scheiße denkt Jacob. Jetzt zwingt die Alte mich wieder dazu. „Ok, ok, Sekunde...“. Er erhebt sich aus seinem Sessel, geht die drei Schritte rüber zur Tiefkühltruhe, dort wo er Oma drauf gestellt hatte.
Er nimmt ein Fertigmenü aus einer andere Truhe raus. Mist, wieder klebt irgend so ein Stück Fleishc dran, blöd, dass das alles immer so schnell aneinander friert. Jacob reisst nun die Packung auf. Auftauen ist angesagt. Also Klappe auf, rein damit.
Fünf Minuten später. Das an sich eh unappetitliche Essen ist warm, jetzt geht’s los. Er schmiert alles an die Innenseiten der Wände des Küchengeräts, zart streichen seine Finger das Fleisch an das plastische Weiß. Sosse läuft an den Seiten hinab, wird von Händen aufgefangen, feinfühlig wieder aufgetragen. Oma geniesst, schweigt nicht, stöhnt leise auf. „Ja....ahhhhh.....mehr....“ Kommt sich Jacob nun bescheuert vor? Nicht mehr als Oma, wenn sie ihm bestimmte Körperteile aufwärmen muss. Jedem das seine. Zwei Minuten später ist auch wieder alles vorbei. Oma hatte ihren Spaß, der Lappen wischt die letzten Reste beiseite, alles sieht wie vorher aus, ordentlich. Oma ist ein saubres Stück, da sollen keine Klagen kommen.
Der nächste Tag. Ein neuer Tag. Jac ist sich unschlüssig, aufstehen oder liegen bleiben? Nach zwei Stunden entscheidet er sich für das Aufstehen.
Oma will immer noch weg von hier, das weiß er. Aber wohin? Eine Frage, die dringender Klärung bedarf. Und manchmal klärt sich auch so etwas einfach von selbst.
„Versteigerung. Altes Fabrikgebäude, ausgebaut als Flat. Ruhige, abgeschiedene Lage am Randes NYC’s.“ Klingt gut. Und Oma wollte ja nach New York, auch wenn sie schon da ist. Und hier wären beide ungestört. Könnten tun und lassen was sie wollten. Immer mehr gefällt Jac die Idee. Er wählt die angegebene Nummer, eine Frau geht ran, ihre Stimme rauchig. Sie hustet zwischendurch, sehr ungesund, diese Bürojobs. Ein Termin wird ausgemacht, gleich jetzt am Nachmittag, vierzehn Uhr dreißig.
So macht sich Jacob auf den Weg zur Dusche, zum Kühlschrank, zum Klo, zum Kühlschrank und schließlich zur Fabrikbesichtigung. Oma bleibt zuhause, das Ganze soll eine Überraschung werden.
Es ist vierzehn Uhr dreißig, Jac ist pünktlich, was selbst ihn überrascht. Die Dame vom Telephone ist auch dort. Ihr rotes Kleid weht im Wind, ist aber viel zu kurz und auch nicht unbedingt aus diesem Jahr, vielleicht sogar Jahrzehnt. Aber Mode ist eben nicht jedermanns Sache, das weiß Jac seit er seine erste Vogue gekauft und anschließend verbrannt hat.
„Hi, ich bin Mrs. Hayden. Sie sind mein 14.30?“
„Yep, hi Mrs. Hayden. Da bin ich ja mal gespannt was sie hier für mich haben...“
„Das können sie auch sein. Wollen wir rein gehen?“ lächelt sie ihn an. Ihr Makeup ist verwischt, wahrscheinlich vom Mittagessen denkt er.
Man schreitet um eine Ecke, erst jetzt kann der junge Mann die Halle sehen. Backstein, braun, alt, hier ein Grafitti, dort ein eingeworfenes Fenster. Sicherlich nicht perfekt, aber besser als „Mad dog non plus“’s alte Wohung. Mit einem lauten Knarren fährt die Stahltür zur Seite. „Tretten sie ein, aus freiem Willen und ohne Furcht“. Ein Schatten huscht über Hayden’s Gesicht.
Jac runzelt die Stirn. Für wen hält die sich, fragt er sich. Aber den Gedanken denkt er nicht zuende, so überwältigt ihn der Blick in die Halle, die er auch sogleich betriit. Von der etwa in sieben Meter hohen Decke hängen Kabel, Seile, Ketten, Haken und so manch anderes Gewirr herunter. „Das kann man alles noch raus reißen“, meint die verkaufstüchtige, aber übergewichtige Mittvierzigerin. „Raus reissen?“ brüllt Jac. „Es ist perfekt! Ich liebe es!!!!“, er fällt auf die Knie, beginnt zu lachen. Jetzt runzelt jemand anderes die Stirn, auch Hayden fühlt sich seltsam unwohl von einem Augenblick auf den nächsten.
„Wo muss ich unterschreiben?“
„Aber sie haben doch noch gar nicht den Rest geseh.....“
„Egal, ist toll, ist perfekt, Unterschrift. Jetzt“. Der starre Blick, die dunklen Augen sagen alles. Hier eben Unterschrift. Jetzt.
„Hier, bitte. Da unten....“
Eine Sekunde später ist Jacob der neue Besitzer des hauses. Jetzt muss er nur noch gucken, woher er das Geld dafür her nimmt, denn die Versicherungssumme und sein Ersparrtes, das könnte knapp werden.
Wird’s aber nicht, wie er feststellt als er zwei Tage später Post von Hayden’s Büro bekommt. Da muss doch langsam ein Haken sein. Noch sieht er ihn nicht, gut, aber eingezogen ist er auch nicht. Oma war wenig begeistert doch in New York zu bleiben. Was soll man machen, alte Leute, wechseln ihre Meinung öfters als ihre Unterwäsche. Aber auch Oma hat die Fabrik noch nicht gesehen.
Ein schwarzes Tuch über einem rechteckigen Kasten, das kann nur Oma in Jac’s Händen sein, als sie mit ihm um die Ecke biegt, die Fabrik sich auftut, beide eintretten.
„Bereit?“
„Sicherlich, jetzt mach das Licht wieder an, ....oder bin ich jetzt tot?“
„Ja. Aber das warst du schon vorher, das weißt du, und nein, ich habe kein Mitleid mit dir....“
„Ach Junge, es ist alles so dunkel, und ich höre doch auch so schlecht, was hast du gesagt.....?“
Das Tuch gleitet zu Boden. Nicht vorhandene Augen blicken nach rechts, links, oben, unten, bleiben dann an einer Stelle hängen.
„Was ist denn das?“ Entsetzt blickt Oma die Frau an der Decke an.
„Ohh, sorry, entschuldige das ich euch nicht vorgestellt habe. Das ist Mrs. Hayden. Nein, sie sieht immer so aus.“
„Aber warum hängt sie denn da oben und guckt so scheiße?“
„Sie hat einen Haken im Hintern.“ Erklärt Jacob.
„Oh.“ Zischt Oma.
„Ja, oh. Naja, sie kam heute morgen zurück und ich war noch nicht fertig mit umräumen und sie wollte helfen und hat eben in die Tiefkühltruhe geguckt.“
„Das ist aber meine! Diese alte Kuh, wollte die mein Essen haben, wollte sie!?“
„HjJlhk“ hört man es von oben, der Knebel im Mund sitzt eng und fest. Der Haken leider auch.
„Und was machen wir nun mit ihr?“ fragt die Wächterin des guten Geschmacks.
„Such’s dir aus, sie wollte an dein Essen....“
„HMMJHFKJ“ hört man erneut von oben. Da regt sich wohl wer auf, war ja gar nicht so.
„Dann runter mit ihr.“
Jac macht die Kette los, sie rasselt in die Höhe. Nun, mit einem lauten Knall schlägt die dickliche Mrs. Hayden auf dem Boden auf. Gott sei Dank federt ihr Fett den Sturz ab.
„Nimm ihr den Knebel ab, mein Sohn....mein Enkel....“
„Was zur Hölle geht hier vor?! Ich will nach Hause, zu meinem Wuwu, zu meinem lieben, guten Wuwu.....“ schluchtzt Mrs. Hayden.
„Was ist das.....ein Wuwu?“
„Ich weiß es nicht, werte Oma.“
„Sprich mit mir, du Missgeburt!“
„D...das...ist mein... mein Hund. Ein Dackel....“
„Ich will auch einen Wuwu. Wo wohnt die gefrässige Kuh?“
„Bein, das ist meiner.....meiner...mein Wuwu!!“
„Jetzt nicht mehr. 25 Cromwell St. Nun gut, ich gehe gleich vorbei, Oma.“
„Danke, was täte ich nur ohne dich?“
„Verstauben.“
„Richtig. Aber was mache ich nur jetzt mit ihr? Wie kann ich sie bestrafen?!“
„Deine Wahl. Und sie wird weisse sein, ich ahne es....“
„Rede nicht so einen Scheiß, man könnte meinen du nimmst Drogen.“
„Aber Oma, nein, nie würde ich so etwas tun. Wie kannst du nur so etwas sagen? Drogen sind böse, außer zu Weihnachten....“
„Richtig, und nur wenn ich auch welche bekomme. Ach ja, denk mal dran, geh nachher auch noch mal bei Franky vorbei, ok?“ Franky hat die besten Drogen der Stadt und Kabel-TV.
„Ist ok, wird gemacht.“
„Scheiße, man wo bin ich hier!? Ihr seid ja beide bekloppt! Oder bin ich es? Immerhin rede ich mit einer Mikrowelle, die auch noch zu mir spricht!!!!“
„Ich kann sie auch hören. Also. Nicht bekloppt. Wir schon...irgendwie...“
„Aber das ist jeder. Aber Schluss jetzt, ich weiß es, die Strafe, sie kam in meinen Sinn. Nimm sie, Jac!“
„Sie ist fett, nimm du sie doch!“ stöhnt der junge Mann.
„Ich hab keine Arme, keinen Beine, keinen Körper, Junge! Ich bin halt kein Transformer!“
„Noch nicht....“
„Was?! Was hast du gesagt, ich höre so schlecht......“
Jac verdreht die Augen, schwerhörig ist sie nicht, aber wenn er auch nur die Idee eines neuen, anderen Körpers für sie erwähnt, schaltet sie ab.
„Egal, also wohin mit dem Stück?“ Jac packt Hayden unter die Arme, die arme Frau blutet ihn seinen neues D&G Hemd voll. Wehren tut sie sich nicht, sie ist schon zu schwach. Außerdem hat Jack ihr Rattengift gegeben, nur zur Sicherheit.
„Sie wollte mein Essen. Also steck sie doch dazu!!!!“ lacht die alte Frau gehässig.
Der Deckel der Truhe geht auf, Jac schaft Platz, wuchtet Hayden nach oben, kippt sie über die Kante, stemmt sie hinein. Diese schlägt sich den Kopf an, als sie in die eisklate Truhe polltert. Bewußlos liegt sie in ihrem eisigen Grab, dessen Deckel sich nun langsam schließt. Dunkelheit und Kälte umschliessen sie. Rattengift durchfließt sie. Hayden ist verloren....
So scheint es. Zwei Tage später. Wuwu ist mittlerweile in der Fabrik angekommen, die Jac Studio 69 getauft hat. Dort steht er im Schrank. Ounkt. Nun denn, heute will Oma Sex. Die Truhe geht auf. Kälte steigt empor, der Hauch des Todes streift Jac’s Wangen. Er greift hinein, bricht Hayden ein abgestorbenes, klates Bein ab.
Aber der Rest der guten Dame zuckt urplötzlich zusammen, knirrscht in der Kälte des Eises. „Bist du es, Wuwu?“ Ihre Augen sind anscheinend noch zugefroren.
Schnell schlägt Jac die Klappe zu. Da in ihrer Tiefkühltruhe lebt etwas. Und es ist nicht gut, nein, nicht gut! Dazu muss man es erst auftauen und erhitzen bei 225 °C, aber das ist eine andere Geschichte...
Nun denn. Er ist immer noch Jacob. Sie ist immer noch die alte Oma, der soon-to-be-Transformer. Zusammen leben sie ein Leben der Kunst und des Todes. Gut, diesmal nicht. Wohin sie ihr Weg führen wird ist noch unklar, aber das sie nun die Tiefkühltruhe als Gegner haben ist klar. Und noch jemand hat sich bei Jacob und Oma eingeschlichen: der Wuwu, das gefährlichste Wesen seit Erfindung der Tischuntersetzer...
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-> To be continued... in Kapitel 3.
Auf sicher nicht vielfachen (Aber Macchiaveli wollt\'s so, so kill him! ;)), aber dennoch öfteren Wunsch ging\'s weiter (Kapitel 1 ist ebenso online, siehe meine Beiträge). Ich hoffe es war noch immer lesbar & wenigstens für 2 Sekunden ganz ok. ;) Wenn nicht, sagt \"Ich will kein Chapter III davon, du John-Byrne-Ersatz!\". ;) Bye, Northy
--------------- A story by Northstar --------------
Kapitel II – Freezer Teaser
Regen. Schon wieder. Schutt und Asche werden langsam kalt, zu einem Brei, dessen Gestank unerträglich ist. Jac steht ein letztes Mal vor den Trümmern, hierhin will er niemals mehr zurück kommen.
Muss er ja auch nicht, denn da draußen wartet ein ganz neues Leben auf ihn. Endlich frei von Dad’s dummer Labberei. Opa’s altklugen Sprüchen. Gut, da gäb’s noch Oma, aber die ist nett. Sie beide kamen eh immer gut miteinander aus.
Er erinnert sich da an seine Kindheit. Oma hat den 3 Jahre älteren Jungen, der Jac immer auf dem Nachauseweg von der Schule verprügelte einfach kastriert. Gut, das war drastisch, aber nötig, außerdem: wer will später schon genau so fette Kinder wie dieses eins war in der Welt herum laufen sehen? Denn fette Kinder, da sind Oma und Jac sich noch heute einig, fette Kinder gehören in den Kochtopf und nicht auf die Straße. Punkt.
„Junge, mir ist so kalt....“ hustet Oma Jacob an. Gerade ist er in sein Atelier zurück gekehrt. Hier leben er und seine Großmutter seit dem großen Feuer, welches man sicher noch überbieten kann, keine Frage für Jac.
Eine Drehung und ein Klicken später geht’s ihr dann auch besser. 220° nennt man das. Schön auch das Oma sich hier wohl füllt, bei ihm im Atelier. Er hatte schon gedacht es sei ihr zu spartanisch eingerichtet.
„Ähmmm, Lecker warm, danke. Ähmmmm....... Junge, wann ziehen wird denn nun endlich um?! Du weißt, ich kann so nicht lebebn, das ertrage ich einfach nicht....“
Ach ja, umziehen, also doch, er hatte sich also doch nicht verhört.
„Naja, ok, Geld haben wir genug, die Versicherung hat gezahlt, ich hab ein Einkommen, gehen tut das schon....aber wohin überhaupt?“
„Hmm, ich will nach St. Moritz. Da war ich so lange nicht mehr. Und das war immer soooooo schön. Weißt du, 1938, da war ich da mit deim Großvater und da war dieser Tote....“
„Oma, das ist ewig her. Mittlerweile wohnen da nur noch Touristen und Neureiche, der alte Charme ist da längst verzogen....“
„Echt?“ schluchzt die alte Frau.
Jac nickte.
„Dann lass uns doch nach ....nach, ja...... nach New York ziehen.“
„Oma, wir wohnen hier in New York.“
Oma hatte schon mal Gedächnissprobleme, naja, kein Wunder, schließlich war sie steinalt und wenn man den ganzen Tag so eingeschränkt ist, dann wird man schon mal was bescheuert.
„Was?! Seit wann?!? Da hat mich wieder keiner gefragt!“ schnaubt die alte Frau.
„Seit ich geboren bin, wenn nicht gar früher. Wir zogen hier hin weil man an jeder Ecke `nen Toten finden kann und die keiner vermissen würde, weißt du nicht mehr?“
„Ach Junge, ich hab’s nicht so mit den Toten, geschweige denn mit dem Tod. Meine Güte, ich bin eine sprechende Mikrowelle! Andere Damen in meinem Alter sind die Queen Von England oder von Würmern zerfressen oder eben beides.... aber ich.... nur ein alter Kasten.“
„Ach Unsinn. Du siehst doch gut aus. Sexy. Echt jetzt, wärst du nicht meine Oma....“
„Jetzt hör aber mal auf. Sowas will ich gar nicht erst hören. Was sollen denn die Leute denken. Das eine alte Frau gar keine Bedürfnisse mehr hat? Jetzt komm her und besorg’s mir...“
Scheiße denkt Jacob. Jetzt zwingt die Alte mich wieder dazu. „Ok, ok, Sekunde...“. Er erhebt sich aus seinem Sessel, geht die drei Schritte rüber zur Tiefkühltruhe, dort wo er Oma drauf gestellt hatte.
Er nimmt ein Fertigmenü aus einer andere Truhe raus. Mist, wieder klebt irgend so ein Stück Fleishc dran, blöd, dass das alles immer so schnell aneinander friert. Jacob reisst nun die Packung auf. Auftauen ist angesagt. Also Klappe auf, rein damit.
Fünf Minuten später. Das an sich eh unappetitliche Essen ist warm, jetzt geht’s los. Er schmiert alles an die Innenseiten der Wände des Küchengeräts, zart streichen seine Finger das Fleisch an das plastische Weiß. Sosse läuft an den Seiten hinab, wird von Händen aufgefangen, feinfühlig wieder aufgetragen. Oma geniesst, schweigt nicht, stöhnt leise auf. „Ja....ahhhhh.....mehr....“ Kommt sich Jacob nun bescheuert vor? Nicht mehr als Oma, wenn sie ihm bestimmte Körperteile aufwärmen muss. Jedem das seine. Zwei Minuten später ist auch wieder alles vorbei. Oma hatte ihren Spaß, der Lappen wischt die letzten Reste beiseite, alles sieht wie vorher aus, ordentlich. Oma ist ein saubres Stück, da sollen keine Klagen kommen.
Der nächste Tag. Ein neuer Tag. Jac ist sich unschlüssig, aufstehen oder liegen bleiben? Nach zwei Stunden entscheidet er sich für das Aufstehen.
Oma will immer noch weg von hier, das weiß er. Aber wohin? Eine Frage, die dringender Klärung bedarf. Und manchmal klärt sich auch so etwas einfach von selbst.
„Versteigerung. Altes Fabrikgebäude, ausgebaut als Flat. Ruhige, abgeschiedene Lage am Randes NYC’s.“ Klingt gut. Und Oma wollte ja nach New York, auch wenn sie schon da ist. Und hier wären beide ungestört. Könnten tun und lassen was sie wollten. Immer mehr gefällt Jac die Idee. Er wählt die angegebene Nummer, eine Frau geht ran, ihre Stimme rauchig. Sie hustet zwischendurch, sehr ungesund, diese Bürojobs. Ein Termin wird ausgemacht, gleich jetzt am Nachmittag, vierzehn Uhr dreißig.
So macht sich Jacob auf den Weg zur Dusche, zum Kühlschrank, zum Klo, zum Kühlschrank und schließlich zur Fabrikbesichtigung. Oma bleibt zuhause, das Ganze soll eine Überraschung werden.
Es ist vierzehn Uhr dreißig, Jac ist pünktlich, was selbst ihn überrascht. Die Dame vom Telephone ist auch dort. Ihr rotes Kleid weht im Wind, ist aber viel zu kurz und auch nicht unbedingt aus diesem Jahr, vielleicht sogar Jahrzehnt. Aber Mode ist eben nicht jedermanns Sache, das weiß Jac seit er seine erste Vogue gekauft und anschließend verbrannt hat.
„Hi, ich bin Mrs. Hayden. Sie sind mein 14.30?“
„Yep, hi Mrs. Hayden. Da bin ich ja mal gespannt was sie hier für mich haben...“
„Das können sie auch sein. Wollen wir rein gehen?“ lächelt sie ihn an. Ihr Makeup ist verwischt, wahrscheinlich vom Mittagessen denkt er.
Man schreitet um eine Ecke, erst jetzt kann der junge Mann die Halle sehen. Backstein, braun, alt, hier ein Grafitti, dort ein eingeworfenes Fenster. Sicherlich nicht perfekt, aber besser als „Mad dog non plus“’s alte Wohung. Mit einem lauten Knarren fährt die Stahltür zur Seite. „Tretten sie ein, aus freiem Willen und ohne Furcht“. Ein Schatten huscht über Hayden’s Gesicht.
Jac runzelt die Stirn. Für wen hält die sich, fragt er sich. Aber den Gedanken denkt er nicht zuende, so überwältigt ihn der Blick in die Halle, die er auch sogleich betriit. Von der etwa in sieben Meter hohen Decke hängen Kabel, Seile, Ketten, Haken und so manch anderes Gewirr herunter. „Das kann man alles noch raus reißen“, meint die verkaufstüchtige, aber übergewichtige Mittvierzigerin. „Raus reissen?“ brüllt Jac. „Es ist perfekt! Ich liebe es!!!!“, er fällt auf die Knie, beginnt zu lachen. Jetzt runzelt jemand anderes die Stirn, auch Hayden fühlt sich seltsam unwohl von einem Augenblick auf den nächsten.
„Wo muss ich unterschreiben?“
„Aber sie haben doch noch gar nicht den Rest geseh.....“
„Egal, ist toll, ist perfekt, Unterschrift. Jetzt“. Der starre Blick, die dunklen Augen sagen alles. Hier eben Unterschrift. Jetzt.
„Hier, bitte. Da unten....“
Eine Sekunde später ist Jacob der neue Besitzer des hauses. Jetzt muss er nur noch gucken, woher er das Geld dafür her nimmt, denn die Versicherungssumme und sein Ersparrtes, das könnte knapp werden.
Wird’s aber nicht, wie er feststellt als er zwei Tage später Post von Hayden’s Büro bekommt. Da muss doch langsam ein Haken sein. Noch sieht er ihn nicht, gut, aber eingezogen ist er auch nicht. Oma war wenig begeistert doch in New York zu bleiben. Was soll man machen, alte Leute, wechseln ihre Meinung öfters als ihre Unterwäsche. Aber auch Oma hat die Fabrik noch nicht gesehen.
Ein schwarzes Tuch über einem rechteckigen Kasten, das kann nur Oma in Jac’s Händen sein, als sie mit ihm um die Ecke biegt, die Fabrik sich auftut, beide eintretten.
„Bereit?“
„Sicherlich, jetzt mach das Licht wieder an, ....oder bin ich jetzt tot?“
„Ja. Aber das warst du schon vorher, das weißt du, und nein, ich habe kein Mitleid mit dir....“
„Ach Junge, es ist alles so dunkel, und ich höre doch auch so schlecht, was hast du gesagt.....?“
Das Tuch gleitet zu Boden. Nicht vorhandene Augen blicken nach rechts, links, oben, unten, bleiben dann an einer Stelle hängen.
„Was ist denn das?“ Entsetzt blickt Oma die Frau an der Decke an.
„Ohh, sorry, entschuldige das ich euch nicht vorgestellt habe. Das ist Mrs. Hayden. Nein, sie sieht immer so aus.“
„Aber warum hängt sie denn da oben und guckt so scheiße?“
„Sie hat einen Haken im Hintern.“ Erklärt Jacob.
„Oh.“ Zischt Oma.
„Ja, oh. Naja, sie kam heute morgen zurück und ich war noch nicht fertig mit umräumen und sie wollte helfen und hat eben in die Tiefkühltruhe geguckt.“
„Das ist aber meine! Diese alte Kuh, wollte die mein Essen haben, wollte sie!?“
„HjJlhk“ hört man es von oben, der Knebel im Mund sitzt eng und fest. Der Haken leider auch.
„Und was machen wir nun mit ihr?“ fragt die Wächterin des guten Geschmacks.
„Such’s dir aus, sie wollte an dein Essen....“
„HMMJHFKJ“ hört man erneut von oben. Da regt sich wohl wer auf, war ja gar nicht so.
„Dann runter mit ihr.“
Jac macht die Kette los, sie rasselt in die Höhe. Nun, mit einem lauten Knall schlägt die dickliche Mrs. Hayden auf dem Boden auf. Gott sei Dank federt ihr Fett den Sturz ab.
„Nimm ihr den Knebel ab, mein Sohn....mein Enkel....“
„Was zur Hölle geht hier vor?! Ich will nach Hause, zu meinem Wuwu, zu meinem lieben, guten Wuwu.....“ schluchtzt Mrs. Hayden.
„Was ist das.....ein Wuwu?“
„Ich weiß es nicht, werte Oma.“
„Sprich mit mir, du Missgeburt!“
„D...das...ist mein... mein Hund. Ein Dackel....“
„Ich will auch einen Wuwu. Wo wohnt die gefrässige Kuh?“
„Bein, das ist meiner.....meiner...mein Wuwu!!“
„Jetzt nicht mehr. 25 Cromwell St. Nun gut, ich gehe gleich vorbei, Oma.“
„Danke, was täte ich nur ohne dich?“
„Verstauben.“
„Richtig. Aber was mache ich nur jetzt mit ihr? Wie kann ich sie bestrafen?!“
„Deine Wahl. Und sie wird weisse sein, ich ahne es....“
„Rede nicht so einen Scheiß, man könnte meinen du nimmst Drogen.“
„Aber Oma, nein, nie würde ich so etwas tun. Wie kannst du nur so etwas sagen? Drogen sind böse, außer zu Weihnachten....“
„Richtig, und nur wenn ich auch welche bekomme. Ach ja, denk mal dran, geh nachher auch noch mal bei Franky vorbei, ok?“ Franky hat die besten Drogen der Stadt und Kabel-TV.
„Ist ok, wird gemacht.“
„Scheiße, man wo bin ich hier!? Ihr seid ja beide bekloppt! Oder bin ich es? Immerhin rede ich mit einer Mikrowelle, die auch noch zu mir spricht!!!!“
„Ich kann sie auch hören. Also. Nicht bekloppt. Wir schon...irgendwie...“
„Aber das ist jeder. Aber Schluss jetzt, ich weiß es, die Strafe, sie kam in meinen Sinn. Nimm sie, Jac!“
„Sie ist fett, nimm du sie doch!“ stöhnt der junge Mann.
„Ich hab keine Arme, keinen Beine, keinen Körper, Junge! Ich bin halt kein Transformer!“
„Noch nicht....“
„Was?! Was hast du gesagt, ich höre so schlecht......“
Jac verdreht die Augen, schwerhörig ist sie nicht, aber wenn er auch nur die Idee eines neuen, anderen Körpers für sie erwähnt, schaltet sie ab.
„Egal, also wohin mit dem Stück?“ Jac packt Hayden unter die Arme, die arme Frau blutet ihn seinen neues D&G Hemd voll. Wehren tut sie sich nicht, sie ist schon zu schwach. Außerdem hat Jack ihr Rattengift gegeben, nur zur Sicherheit.
„Sie wollte mein Essen. Also steck sie doch dazu!!!!“ lacht die alte Frau gehässig.
Der Deckel der Truhe geht auf, Jac schaft Platz, wuchtet Hayden nach oben, kippt sie über die Kante, stemmt sie hinein. Diese schlägt sich den Kopf an, als sie in die eisklate Truhe polltert. Bewußlos liegt sie in ihrem eisigen Grab, dessen Deckel sich nun langsam schließt. Dunkelheit und Kälte umschliessen sie. Rattengift durchfließt sie. Hayden ist verloren....
So scheint es. Zwei Tage später. Wuwu ist mittlerweile in der Fabrik angekommen, die Jac Studio 69 getauft hat. Dort steht er im Schrank. Ounkt. Nun denn, heute will Oma Sex. Die Truhe geht auf. Kälte steigt empor, der Hauch des Todes streift Jac’s Wangen. Er greift hinein, bricht Hayden ein abgestorbenes, klates Bein ab.
Aber der Rest der guten Dame zuckt urplötzlich zusammen, knirrscht in der Kälte des Eises. „Bist du es, Wuwu?“ Ihre Augen sind anscheinend noch zugefroren.
Schnell schlägt Jac die Klappe zu. Da in ihrer Tiefkühltruhe lebt etwas. Und es ist nicht gut, nein, nicht gut! Dazu muss man es erst auftauen und erhitzen bei 225 °C, aber das ist eine andere Geschichte...
Nun denn. Er ist immer noch Jacob. Sie ist immer noch die alte Oma, der soon-to-be-Transformer. Zusammen leben sie ein Leben der Kunst und des Todes. Gut, diesmal nicht. Wohin sie ihr Weg führen wird ist noch unklar, aber das sie nun die Tiefkühltruhe als Gegner haben ist klar. Und noch jemand hat sich bei Jacob und Oma eingeschlichen: der Wuwu, das gefährlichste Wesen seit Erfindung der Tischuntersetzer...
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-> To be continued... in Kapitel 3.
Auf sicher nicht vielfachen (Aber Macchiaveli wollt\'s so, so kill him! ;)), aber dennoch öfteren Wunsch ging\'s weiter (Kapitel 1 ist ebenso online, siehe meine Beiträge). Ich hoffe es war noch immer lesbar & wenigstens für 2 Sekunden ganz ok. ;) Wenn nicht, sagt \"Ich will kein Chapter III davon, du John-Byrne-Ersatz!\". ;) Bye, Northy



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