Erfahrungsbericht von Herforderin
Fernbeziehung - Hat eine Beziehung so eine Zukunft?
Pro:
jeder hat sein eigenes Leben
Kontra:
man ist oft alleine, Sehnsucht, Kosten..
Empfehlung:
Nein
Liebe Leserinnen und Leser,
ich habe nun seit fast 1 ½ Jahren eine Fernbeziehung. Zwischen mir und meinem Freund liegen mehr als 400 Kilometer. Ich wohne im Kreis Herford (liegt in NRW, an der Grenze zu Niedersachen) und er in der nähe von Mannheim (Norden Baden-Württembergs). Ob das gut gehen kann und ob eine Fernbeziehung vielleicht nicht doch einen Vorteil hat, möchte ich euch in meinem heutigen Bericht ein wenig näher bringen.
~ Das kennen lernen ~
Wie kann man denn überhaupt jemanden kennen lernen der so weit weg wohnt? Da gibt es mehrere Möglichkeiten: man trifft die Person zufällig auf einer Party, man sieht sich das erste mal im Urlaub oder man chattet zusammen im Internet. Ich habe die letzte Variante gewählt. :) Na ja, gewählt kann man nicht sagen. Ich habe meinen Freund vor langer Zeit im Chat kennen gelernt und eher zufällig mit ihm gechattet. Wir haben unsere ICQ Nummern ausgetauscht und weiterhin ein wenig geplaudert. Doch dann war auf einmal Sendepause für knapp ein Jahr. Wir hatten uns nicht gestritten, aber unsere Gespräche waren einfach so oberflächlich, da ging er irgendwie in meiner langen ICQ Liste unter.
Doch dann sprach er mich irgendwann ein Jahr später mit dem Satz „Kennen wir uns?“ an und somit waren wir wieder in Kontakt. Seit diesem Tag (13.9.2000) redeten wir öfters miteinander. Es folgten Telefonate die immer länger wurden...
~ Der Anfang ~
Am 12.1.2001 war nun der historische Tag: Flo (mein Freund) kam zu mir. Den Tag werde ich nie vergessen. Wir hatten uns zuvor noch nie gesehen. Klar hatten wir uns Bilder geschickt, doch die sind ja nicht so aussagekräftig als wenn man die Person in natura sieht. Nun, es war ein kalter, dunkler Wintertag. Es hatte geschneit und auf dem Bahnhof war es saukalt. Die Aufregung war so groß, dass ich fast gestorben wäre. Tausend Gedanken schossen mir durch den Kopf. Doch ich hatte nicht viel Zeit nachzudenken, denn der Zug fuhr in den Bahnhof ein und ich musste nach dem Jungen, den ich nur vom schreiben kannte, Ausschau halten. Und da war er! Ahhhhhhh! Was machst du jetzt? Ich ging auf ihn zu, umarmte ihn und fragte ihn als erstes: „Wie war die Fahrt?“ Ich hakte mich bei ihm ein und ging mit ihm zum Auto wo mein Vater wartete. Zu dem Zeitpunkt waren wir beide 15.
Nachdem wir nun zu Hause waren kochte ich gleich einen Topf Nudeln. Er sollte ja was zu essen bekommen. :) Immerhin hatte er 4 ½ Stunden Zug hinter sich. Als wir mit dem Essen fertig waren, sind wir runter in mein Zimmer gegangen. Was da weiter passiert ist möchte ich jetzt hier nicht weiter erläutern. *g*
Nur eines sei noch gesagt sein: Es war auch der Abend, an dem wir zusammen gekommen sind.
~ Die Zeit alleine ~
Die Zeit zwischen den Wochenenden ist manchmal sehr schlimm und traurig. Das schreckliche an der Zeit alleine ist, dass wenn man seinen Partner am meisten braucht er nicht da sein kann. Vor allem in der Woche. Ich merke es an mir selbst, dass wenn zum Beispiel in der Schule etwas schief gelaufen ist und ich deswegen traurig oder deprimiert bin, mir mein Freund sehr fehlt. Er kann mich nicht in den Arm nehmen und mich trösten. Das sind solche Momente wo man manchmal denkt, dass es so nicht gehen kann. Die einzigsten Kommunikationsmöglichkeiten die man hat, wenn man getrennt voneinander getrennt ist, sind Computer (Internet), Handy und Telefon.
Mir ist das telefonieren, in der Zeit wo wir getrennt sind, am wichtigsten, da man durch das Telefon wenigstens die Stimme des Anderen hören kann. E-Mail oder sms sind mir da zu unpersönlich.
Trotzdem ist das Hauptproblem, welches ich schon oben genannt habe, dass der Andere einfach nicht da ist wenn man ihn dringend braucht. Das ist mein größtes Problem an der Sache.
Was auch noch blöd an einer Fernbeziehung ist, dass man Abends nicht zusammen weg gehen kann. Ich würde meinen Freund manchmal sehr gerne mit in die Disko oder mit zu Freunden nehmen, doch dann ist das an einem Wochenende, wo er nicht gerade bei mir ist. Denn im Durchschnitt ist er nur alle sechs Wochen hier.
~ Die Zeit zusammen ~
Flo und ich sehen uns im Durchschnitt alle drei Wochen. Es kam auch schon vor, dass wir uns fünf Wochen nicht gesehen haben. Das war dann eine harte Zeit dazwischen.
Wenn wir dann ein Wochenende für uns haben gehen wir meistens einen Abend weg und verbringen die restliche Zeit zu Hause. Was auch schon vor kam ist, dass ich acht oder neun Tage bei ihm gewesen bin. Diese Treffen werden dann immer genossen und ausgenutzt um öfters mal weg zu gehen.
~ Die Kosten ~
Es hört sich doof an, aber ein Freund der weit Weg wohnt ist teuer. Ich zahle nach Mannheim hin und zurück + Reservierung knapp 80 Euro. Ich muss dazu sagen, dass ich eine Bahncard habe. Normal wären das also c.a 160 Euro (= 320 DM)! Da wir beide noch Schüler sind ist das sehr viel Geld. Wir beide verdienen nebenher Geld, doch das was wir verdienen ist nicht gerade viel.
Nächstes Jahr sind wir beide achtzehn. Doch auch da werden wir weiterhin mit der Bahn fahren, denn mit dem Auto diese weite Strecke zu fahren ist zum einen viel zu anstrengend und zweitens noch teurer (wegen dem Benzin).
Deswegen sollte man sich eine Fernbeziehung gut überlegen, denn sie verschluckt Geld ohne Ende. Bis jetzt hat das mit dem Geld immer ganz gut geklappt, doch es gab mal Zeiten da war es sehr schwierig.
~ Streit ~
Ich glaube, es gibt keine Beziehung, wo noch nie gestritten wurde. So ist ein Streit in einer Fernbeziehung unvermeidbar. Solche Auseinandersetzungen auf so einer großen Distanz zu beenden ist manchmal ziemlich schwer, denn man kann sich nur übers Telefon verständigen und dem Anderen nicht in die Augen sehen. Das ist für viele ein Problem. Auch für mich war das ein großes Problem.
Was soll man nun machen, wenn man sich mit dem Partner gestritten hat? Ich persönlich kann so etwas nicht tot schweigen und so tun als wäre alles wieder normal. Daher reden mein Freund und ich sehr ausführlich über solche Auseinandersetzungen und versuchen sie so aus der Welt zu schaffen. Das sollten auch alle Paare machen, die voneinander getrennt sind, denn reden ist mit das wichtigste in einer Fernbeziehung neben dem Vertrauen.
~ Vorteile? ~
Manche von euch werden jetzt denken „Vorteile? Eine Fernbeziehung kann doch keine Vorteile haben?“ Doch, meiner Meinung nach hat eine Fernbeziehung auch einen Vorteil. Wenn man weit auseinander wohnt besteht nicht die Gefahr sich gegenseitig auf die Nerven zu gehen oder zu klammern. Jeder führt sein eigenes Leben. Mir persönlich ist das sehr wichtig meine eigenen Freiheiten zu behalten und nicht von einer Beziehung erdrückt zu werden. Ich habe nämlich ein Problem damit eine Person andauernd zu sehen und auf der Pelle zu sitzen. Dann werde ich verrückt. Daher ist die Entfernung manchmal auch ganz okay.
~ Zukunft ~
Viele dieser Beziehungen scheitern. Zum einen kenne ich es aus eigener Erfahrung und zum anderen höre ich so etwas auch von Freunden deren Beziehung an der Entfernung kaputt gegangen ist. Meine letzte Beziehung war auch eine Fernbeziehung. Er wohnte in Köln und ich eben hier in Herford. Trotzdem ist die Beziehung gescheitert obwohl er nicht sehr weit von mir entfernt wohnte. Nun ist die Distanz zwischen mir und meinem Freund noch größer. Aber es klappt. Wir sind nun seit 1 ½ Jahren zusammen und ich denke, dass das auch noch mehr wird.
Mich würde es sehr interessieren, wer von euch auch in so einer Situation ist und seinen Freund nur an den Wochenenden sehen kann. Seht ihr manche Dinge genauso? Ich würde mich sehr über Kommentare freuen.
ich habe nun seit fast 1 ½ Jahren eine Fernbeziehung. Zwischen mir und meinem Freund liegen mehr als 400 Kilometer. Ich wohne im Kreis Herford (liegt in NRW, an der Grenze zu Niedersachen) und er in der nähe von Mannheim (Norden Baden-Württembergs). Ob das gut gehen kann und ob eine Fernbeziehung vielleicht nicht doch einen Vorteil hat, möchte ich euch in meinem heutigen Bericht ein wenig näher bringen.
~ Das kennen lernen ~
Wie kann man denn überhaupt jemanden kennen lernen der so weit weg wohnt? Da gibt es mehrere Möglichkeiten: man trifft die Person zufällig auf einer Party, man sieht sich das erste mal im Urlaub oder man chattet zusammen im Internet. Ich habe die letzte Variante gewählt. :) Na ja, gewählt kann man nicht sagen. Ich habe meinen Freund vor langer Zeit im Chat kennen gelernt und eher zufällig mit ihm gechattet. Wir haben unsere ICQ Nummern ausgetauscht und weiterhin ein wenig geplaudert. Doch dann war auf einmal Sendepause für knapp ein Jahr. Wir hatten uns nicht gestritten, aber unsere Gespräche waren einfach so oberflächlich, da ging er irgendwie in meiner langen ICQ Liste unter.
Doch dann sprach er mich irgendwann ein Jahr später mit dem Satz „Kennen wir uns?“ an und somit waren wir wieder in Kontakt. Seit diesem Tag (13.9.2000) redeten wir öfters miteinander. Es folgten Telefonate die immer länger wurden...
~ Der Anfang ~
Am 12.1.2001 war nun der historische Tag: Flo (mein Freund) kam zu mir. Den Tag werde ich nie vergessen. Wir hatten uns zuvor noch nie gesehen. Klar hatten wir uns Bilder geschickt, doch die sind ja nicht so aussagekräftig als wenn man die Person in natura sieht. Nun, es war ein kalter, dunkler Wintertag. Es hatte geschneit und auf dem Bahnhof war es saukalt. Die Aufregung war so groß, dass ich fast gestorben wäre. Tausend Gedanken schossen mir durch den Kopf. Doch ich hatte nicht viel Zeit nachzudenken, denn der Zug fuhr in den Bahnhof ein und ich musste nach dem Jungen, den ich nur vom schreiben kannte, Ausschau halten. Und da war er! Ahhhhhhh! Was machst du jetzt? Ich ging auf ihn zu, umarmte ihn und fragte ihn als erstes: „Wie war die Fahrt?“ Ich hakte mich bei ihm ein und ging mit ihm zum Auto wo mein Vater wartete. Zu dem Zeitpunkt waren wir beide 15.
Nachdem wir nun zu Hause waren kochte ich gleich einen Topf Nudeln. Er sollte ja was zu essen bekommen. :) Immerhin hatte er 4 ½ Stunden Zug hinter sich. Als wir mit dem Essen fertig waren, sind wir runter in mein Zimmer gegangen. Was da weiter passiert ist möchte ich jetzt hier nicht weiter erläutern. *g*
Nur eines sei noch gesagt sein: Es war auch der Abend, an dem wir zusammen gekommen sind.
~ Die Zeit alleine ~
Die Zeit zwischen den Wochenenden ist manchmal sehr schlimm und traurig. Das schreckliche an der Zeit alleine ist, dass wenn man seinen Partner am meisten braucht er nicht da sein kann. Vor allem in der Woche. Ich merke es an mir selbst, dass wenn zum Beispiel in der Schule etwas schief gelaufen ist und ich deswegen traurig oder deprimiert bin, mir mein Freund sehr fehlt. Er kann mich nicht in den Arm nehmen und mich trösten. Das sind solche Momente wo man manchmal denkt, dass es so nicht gehen kann. Die einzigsten Kommunikationsmöglichkeiten die man hat, wenn man getrennt voneinander getrennt ist, sind Computer (Internet), Handy und Telefon.
Mir ist das telefonieren, in der Zeit wo wir getrennt sind, am wichtigsten, da man durch das Telefon wenigstens die Stimme des Anderen hören kann. E-Mail oder sms sind mir da zu unpersönlich.
Trotzdem ist das Hauptproblem, welches ich schon oben genannt habe, dass der Andere einfach nicht da ist wenn man ihn dringend braucht. Das ist mein größtes Problem an der Sache.
Was auch noch blöd an einer Fernbeziehung ist, dass man Abends nicht zusammen weg gehen kann. Ich würde meinen Freund manchmal sehr gerne mit in die Disko oder mit zu Freunden nehmen, doch dann ist das an einem Wochenende, wo er nicht gerade bei mir ist. Denn im Durchschnitt ist er nur alle sechs Wochen hier.
~ Die Zeit zusammen ~
Flo und ich sehen uns im Durchschnitt alle drei Wochen. Es kam auch schon vor, dass wir uns fünf Wochen nicht gesehen haben. Das war dann eine harte Zeit dazwischen.
Wenn wir dann ein Wochenende für uns haben gehen wir meistens einen Abend weg und verbringen die restliche Zeit zu Hause. Was auch schon vor kam ist, dass ich acht oder neun Tage bei ihm gewesen bin. Diese Treffen werden dann immer genossen und ausgenutzt um öfters mal weg zu gehen.
~ Die Kosten ~
Es hört sich doof an, aber ein Freund der weit Weg wohnt ist teuer. Ich zahle nach Mannheim hin und zurück + Reservierung knapp 80 Euro. Ich muss dazu sagen, dass ich eine Bahncard habe. Normal wären das also c.a 160 Euro (= 320 DM)! Da wir beide noch Schüler sind ist das sehr viel Geld. Wir beide verdienen nebenher Geld, doch das was wir verdienen ist nicht gerade viel.
Nächstes Jahr sind wir beide achtzehn. Doch auch da werden wir weiterhin mit der Bahn fahren, denn mit dem Auto diese weite Strecke zu fahren ist zum einen viel zu anstrengend und zweitens noch teurer (wegen dem Benzin).
Deswegen sollte man sich eine Fernbeziehung gut überlegen, denn sie verschluckt Geld ohne Ende. Bis jetzt hat das mit dem Geld immer ganz gut geklappt, doch es gab mal Zeiten da war es sehr schwierig.
~ Streit ~
Ich glaube, es gibt keine Beziehung, wo noch nie gestritten wurde. So ist ein Streit in einer Fernbeziehung unvermeidbar. Solche Auseinandersetzungen auf so einer großen Distanz zu beenden ist manchmal ziemlich schwer, denn man kann sich nur übers Telefon verständigen und dem Anderen nicht in die Augen sehen. Das ist für viele ein Problem. Auch für mich war das ein großes Problem.
Was soll man nun machen, wenn man sich mit dem Partner gestritten hat? Ich persönlich kann so etwas nicht tot schweigen und so tun als wäre alles wieder normal. Daher reden mein Freund und ich sehr ausführlich über solche Auseinandersetzungen und versuchen sie so aus der Welt zu schaffen. Das sollten auch alle Paare machen, die voneinander getrennt sind, denn reden ist mit das wichtigste in einer Fernbeziehung neben dem Vertrauen.
~ Vorteile? ~
Manche von euch werden jetzt denken „Vorteile? Eine Fernbeziehung kann doch keine Vorteile haben?“ Doch, meiner Meinung nach hat eine Fernbeziehung auch einen Vorteil. Wenn man weit auseinander wohnt besteht nicht die Gefahr sich gegenseitig auf die Nerven zu gehen oder zu klammern. Jeder führt sein eigenes Leben. Mir persönlich ist das sehr wichtig meine eigenen Freiheiten zu behalten und nicht von einer Beziehung erdrückt zu werden. Ich habe nämlich ein Problem damit eine Person andauernd zu sehen und auf der Pelle zu sitzen. Dann werde ich verrückt. Daher ist die Entfernung manchmal auch ganz okay.
~ Zukunft ~
Viele dieser Beziehungen scheitern. Zum einen kenne ich es aus eigener Erfahrung und zum anderen höre ich so etwas auch von Freunden deren Beziehung an der Entfernung kaputt gegangen ist. Meine letzte Beziehung war auch eine Fernbeziehung. Er wohnte in Köln und ich eben hier in Herford. Trotzdem ist die Beziehung gescheitert obwohl er nicht sehr weit von mir entfernt wohnte. Nun ist die Distanz zwischen mir und meinem Freund noch größer. Aber es klappt. Wir sind nun seit 1 ½ Jahren zusammen und ich denke, dass das auch noch mehr wird.
Mich würde es sehr interessieren, wer von euch auch in so einer Situation ist und seinen Freund nur an den Wochenenden sehen kann. Seht ihr manche Dinge genauso? Ich würde mich sehr über Kommentare freuen.



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