Unkrautbekämpfung Tipps & Tricks Testbericht

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Erfahrungsbericht von MONETIX

"Ich will nicht mehr....!"

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

In meiner Kindheit (nun schon ein paar Lenze her), verbrachte ich unzählige mehr oder weniger unfreiwillige Stunden und Tage in unserem grossen Garten. Während meine Freunde spielten oder sich im Schwimmbad vergnügten, hiess es für mich Unkraut jäten, Mist ausstreuen, Kirschen pflücken und vieles mehr.
Das Ganze hatte jedoch seine unmittelbare Notwendigkeit: die Selbstversorgung mit Gemüse, Beeren und Früchten half, das angespannte Budget zu entlasten. Trotzdem ist mein Verhältnis zur Hobby-Gärtnerei eher zwiespältig...

Für den Hobby-Gärtner beginnt der Frühling bereits dann, wenn normale Menschen noch im Winterurlaub sind. Da werden ganz im Geheimen -damit es der Nachbar und/oder Hobby-Gärtner-Kollege nebenan ja nicht merkt- die ersten Salat- und Tomaten-Samen gestreut. Natürlich im Haus, weil´s da ja schön warm ist. In den nächsten Wochen werden die Keimlinge liebevoll gehegt und gepflegt, und der Tag, an dem sie endlich in die rauhe Wirklichkeit entlassen werden können, kann kaum erwartet werden. Wenn dann auch der Uneingeweihte die winzigen Pflänzchen von gewöhnlichen Unkraut unterscheiden kann -was mir nicht immer gelungen ist- ist es dann soweit: In der Gartenabteilung des Supermarktes sind Gemüse-Setzlinge im Sonderangebot -nur sind die doppelt so gross und viel kräftiger.

Aber nicht alle Pflanzen können direkt der Natur ausgesetzt werden. Obwohl es inzwischen auf dem einschlägigen Markt viele Fertigprodukte gibt, baut sich der \"wahre Kenner\" das Treibhaus selbst.
Von der einfachen Plastik-Abdeckung bis zum vollklimatisierten Tunnel ist in einem Schrebergarten-Gebiet fast alles zu finden. Nicht zu reden von denm Gartenhäusern, die nicht selten an ein Ferienhaus oder eine Zweit-Residenz erinnern.

Kaum sind die Salate gepflanzt, beginnt ein erbitterter Kampf gegen Schnecken, Läuse, Milben und Unkraut, der nicht selten hart an der Grenze der legalen Mittel geführt wird.
Das Rennen um den ersten geernteten Kopfsalat im Frühling ist lanciert. Wird es dann erstmal vorsommerlich warm, muss das ganze Beet innerhalb von zwei, drei Tagen gegessen werden, weil das Gemüse sonst zu blühen beginnt. Damit die ganze Mühe nicht umsonst war, gibt´s eine Woche lang dreimal am Tag grünen Salat zur Vorspeise. Glücklicherweise hat man Freunde, die man gerne beschenkt und denen Natürlichkeit noch etwas bedeutet. Sie nehmen die akribische Kleinarbeit gerne in Kauf, jedes Salatblatt durch mindestens vier Hände gleiten zu lassen, um Dutzende von Blattläusen zu entfernen.

Individualität ist das Kennzeichen des Hobby-Gärtners: So viele Gärtner, ebenso viele Methoden und Theorien. Natürlich ist jede Pflanzweise für sich absolut überzeugend und die Resultate atemberaubend.
Der eine pflanzt mit Messlatte und Schnur, der andere hat Naturbeete. Sind bei einem Zwiebeln und Karotten streng getrennt, vermutet man beim Beet des Nachbarn das Layout für den Gemüsestand auf dem Herbstmarkt. Da entdeckt man Hügelbeete und Muldenkultur; absolut unkrautfreie, sterile Beete und solche mit \"Grünabdeckung\". Der eine verwendet nur Hühnermist, während der andere auf Pferdeäpfel schwört.

Einen eigen Garten zu bewirtschaften und Sommerurlaub zu machen, ist ein Widerspruch in sich. Hätte man da nicht einen guten Freund.
Vor sieben-acht Jahren wurde ich von einem Freund und Kollegen gefragt, während seines Sommerurlaubs den Garten zu bewässern. Er köderte mich mit der Vermutung auf eine sowieso regnerische Zeit und der Ermutigung, die zu erwartenden reife Früchte zu ernten. Da ich in diesem Jahr meinen Haupturlaub sowieso im Herbst nehmen wollte, um Kreta abseits der Touristenströme zu erkunden, sagte ich leichtfertig zu.
Selbstverständlich war die Woche strahlend schön, sodass ich täglich in den übernächsten Ort fahren musste, um diesen Job zu erledigen.
Selbstverständlich fiel auch der Ernte-Höhepunkt in jene Wochen: Ich pflückte Dutzende von Gurken, erntete Beeren und schleppte Säcke voller Bohnen und reifer Tomaten heim. Unnötig zu erwähnen, dass auch der Verzicht auf sämtliche anderen Lebensmittel nie ausgereicht hätte, dieser Fülle Herr zu werden. So verbrachte ich zwei Wochen als \"Gemüseproduzent\" und \"Grossverteiler\" während meine Frau (unsere Tochter war noch nicht auf dem Planeten) mit Freunden im Schwimmbad verweilte.

Als ich im folgenden Jahr das erneute \"Angebot\" meines Freundes dankend ablehnte, fand ich eine leise Spur von \"wie-kann-man-nur-so-undankbar-sein\" in seinen Augen.

Unser Kreta-Kultur-Urlaub im Herbst entschädigte mich dann für die \"Sklavenarbeit\" während der Sommerzeit.

Vielen Dank fürs lesen und bewerten, Günter.

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