Unteroffizier/in - Bundeswehr Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Einstellungschancen:  gut
  • Aufstiegschancen:  sehr gut
  • Verdienstmöglichkeiten:  durchschnittlich
  • Sozialleistungen:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von Mischka27

Mein Weg zum Unteroffizier

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Schon frühzeitig wollte ich zur Armee. Damals in der 8.Klasse ( 1987) bewarb ich mich das ersten mal bei der damaligen NVA. Dort wollte ich Hubschrauberpilot in der Dienstgradgruppe der Fähnriche werden. Anders wie in der heutigen Bundeswehr wo dies ein Offiziersschüler-Dienstgrad ist war das eine eigenständige Dienstgradgruppe zwischen den Unteroffizieren und Offizieren.
Leider fiel ich wegen meiner Augen durch den dafür notwendigen Test.

Nun bekam ich den Vorschlag, aufgrund meiner Schulleistungen die Offizierslaufbahn bei der NVA einzuschlagen.
Das wollte ich dann auch, und wurde auch angenommen.
Dann kam 1989 die Wende und aus war der Offizierstraum, da man dort anders als bei der NBA Abitur benötigte, und ich aber schon meine Lehre fast beendet hatte.

Also bewarb ich mich bei der Bundeswehr als Unteroffizier.

Dort wurde ich zu einen Einstellungstest eingeladen.

Dieses läuft wie folgt ab ( ist heute noch genauso):

In 3 Tagen werden folgende Aufgaben abverlangt:


  • Einen Aufsatz schreiben zu vorgegebenen Themen
  • ausfüllen eines Allgemeinen Fragebogen


Computertest mit:


  • Rechenaufgaben
  • Rechtschreibprüfung
  • Logische Aufgaben


Planspiel:

Dort musste man mit 3 Bewerber eine Stadt aufbauen, dabei musste man sich durchsetzen und begründen warum man z.B. die Schule oder das Kraftwerk genau an dieser Stelle baut und nicht woanders.

Sporttest:


  • Bundeswehr-Liegestütze
  • Rumpfheben
  • Standweitsprung
  • Pendellauf 9 x 9m
  • 12 Minuten-Lauf

Gespräche mit einem Psychologe zur Feststellung der charakterlichen Eignung

Arzttest:

Die üblichen Untersuchungen wie bei der Musterung

z.B.
Gewicht, sehen und hören, u.s.w.
Außerdem werden heute Drogentest durchgeführt

Ich wurde damals nicht angenommen, weil ich etwas Übergewicht hatte.

Nun dachte ich mir versuchst Du es später noch einmal direkt in der Truppe.

Dort überlegte ich auch sehr lange bis ich mich entschied es noch einmal zu versuchen.
Im 8. Dienstmonat stellte ich dann den Antrag auf Übernahme in die Laufbahn der Unteroffiziere.

Dort klappte es dann. Die ärztliche Untersuchung machte der Truppenarzt und den waren ein paar kilo mehr völlig egal.

So wurde ich im Januar 1995 Gefreiter/ Unteroffiziersanwärter (UA).
Gleichzeitig erfolgte meine Ernennung zum Soldat auf Zeit. Dies beinhaltet immer eine 2 jährige Probezeit.
In dieser Zeit können sich beide Seiten jederzeit kündigen.

Ich sollte Versorgungsunteroffizier in einem ABC AbwBtl werden, und dies auch noch in meiner Heimatstadt.

Dem folgten einzelne Lehrgänge.

1. Unteroffizierslehrgang Teil 1

Das ist der grüne Teil der Ausbildung. 3 Monate noch einmal die Grundausbildung.
Das ganze nur härter, schließlich waren wir ja Freiwillige.
Sehr viele waren den Belastungen nicht gewachsen, zumal es ein sehr harter Winter mit minus 20°C war.
Es ist nicht jedermanns Sachen bei diesem Wetter im Freien in einen Schützengraben zuschlafen, wenn man das überhaupt konnte.
Außerdem erlernten wir den Umgang mit Soldaten in Rollenspielen.
Wir sollte lernen das in der Bundeswehr eine moderne Menschenführung bevorzugt wird.

Ein weiterer Schwerpunkt war Recht.
Was darf man als Vorgesetzter und was nicht. ( z.B. Wann ist ein Befehl rechtmäßig)
Wie lernten auch wann ein Wachsoldat welches Mittel einsetzen darf .

Jede Anwärter musste Unterrichte vorbereiten ( z.B. Das MG oder Gruß eines Soldaten), und diese dann auch durchführen. Das war wichtig weil diese Unterrichte später in der Einheit in der Grundausbildung angewendet werden sollten.

Da Tag begann aber immer mit Sport. Ich hatte da so meine Schwierigkeiten, weil ich nicht gerade der sportliche Typ bin.

Aber am Ende habe ich es geschafft. Ich war einer von 29 am Ende die erfolgreich abgeschlossen hatten, 11 gaben auf oder schafften die Prüfungen nicht.


2.Unteroffizierslehrgang Teil 2

Das ist der fachliche Teil der Ausbildung, wieder 3 Monate auf Reisen.
Dieses mal war ich an der Unteroffiziersschule in Bremen.
Die Kaserne war echt super, ehemals von den Amerikanern genutzt, war das für mich als Ossi schon beeindruckend.

Auch hier wurde jeden Tag von 7:00 Uhr bis 16:30 Uhr die Schulbank gedrückt.
Hier ging es aber recht locker zu. Die Hörsaalfeldwebel hielten ihren Unterricht, dann am Nachmittag fand Selbststudium auf den Stuben statt.
Sport war einmal in der Woche, das war mir ganz recht.

Am Abschluss wurde unser Theoretische Wissen in Prüfungen abgefragt.

Nun ging es in die Kaserne und man wurde zum Unteroffizier befördert.

Anmerkung:

Heute wird man schon man den bestandenen ersten Teil befördert.
Das finde ich persönlich nicht richtig, weil das fachliche Wissen nicht vorhanden ist und oft Monate vergehen bis man eine Lehrgangsplatz zum 2. Teil erhält.

Als Unteroffizier kann man es bis zum Oberstabsfeldwebel bringen.

Die Dienstgrade der Unteroffiziere


  • Unteroffizier
  • Stabsunteroffizier
  • Feldwebel
  • Oberfeldwebel
  • Hauptfeldwebel
  • Stabsfeldwebel
  • Oberstabsfeldwebel


Eines muss hier noch gesagt werden, nicht wie viele denken das Offiziere die Bundeswehr führen, das steht wohl so auf dem Papier und die Verantwortung habe Sie auch aber den Hauptteil tragen die Unteroffiziere.
Sie sind das fachliche Rückgrat der Armee, den ein Offizier nie haben kann, weil er einfach eine zu Kurze Standzeit auf einen Posten haben. Sie sollen einfach von alles ein bisschen Ahnung haben, aber von nichts wirklich richtig.

Der Verdienst liegt so bei 1400 Euro bis 2000 Euro je nach Dienstgrad, Alter, Anzahl der Kinder und ob man aus dem Osten oder Westen kommt.


Zusammenfassend noch einmal die:

Vorteil


  • sicher Arbeitsplatz für mindestens 4 Jahre
  • pünktliche Lohnzahlung
  • eine abgeschlossenen Ausbildung
  • gutes Gehalt
  • Kameradschaft
  • beste Medizinische Versorgung durch die kostenlose Heilfürsorge
  • Berufsförderung ( aber nur bei guter Beratern)


Nachteile


  • ungleiche Bezahlung zwischen Ost und West
  • keine geregelte Arbeitszeit
  • Familie leidet unter der ständigen Abwesenheit bei Lehrgängen, Übungen und Auslandseinsätzen
  • schlechte Chancen der Übernahme nach einer 4 jährigen Dienstzeit auf 12 Jahre oder Berufssoldat
  • schlechte Soziale Absicherung nach der Dienstzeit ( man hat keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, d.h. wenn man solange das Übergangsgeld gezahlt wird keine Arbeit findet, bekommt man Sozialhilfe)
  • schlechte Aufklärung der Unteroffiziersanwärter vor ihrer Dienstzeit


Jeder der den Schritt eines Unteroffiziers einschlägt sollte wissen was er möchte.
Er muss sich im klaren sein das er jederzeit an jeden Ort der Welt eingesetzt werden kann und das auch ein Einsatz mit Bodentruppen nur noch eine Frage der Zeit ist, d.h. ob er wirklich bereit ist für seinen Beruf sein Leben aufs Spiel zusetzen.
Wer das nicht kann sollte die Finger davon lassen, weil er für eine ganze Gruppe oder Zug verantwortlich ist, die dem Unteroffizier vertrauen das er die richtige Entscheidung triff und sie heile wieder nach Hause bringt.


Das soll es erst einmal gewesen sein. Wer Interesse hat kann mir eine Mail schreiben, so das er Erfahrungen aus erster Hand erfahren kann und nicht die geschönten Berichte der Werbungsoffiziere bzw. Feldwebel.

Euer Mischka

Ich werte mit der Mittleren Stufe, weil es nicht für jeden positiv oder negativ ist. Das kommt immer auf die einzelne Person an.

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