Unterwegs nach Cold Mountain (VHS) Testbericht
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Erfahrungsbericht von Leela
Cry me a river in Cold Mountain
Pro:
Renee Zellweger, Jude Law
Kontra:
Nicole Kidman!!! Ziel: Tränen.
Empfehlung:
Ja
Nachdem meine Freundin und ich uns noch an der Kinokasse geprügelt haben, welchen Film wir denn nun gucken sollten, wurde es MIR zuerst peinlich und ich gab nach. Auf nach Cold Mountain. *argh*
Ich muss dazu sagen, ich hasse Nicole Kidman, ich hasse Kriegsfilme und ich hasse es, wenn ich eigentlich gut drauf bin und Schnulzen gucken muss, wo man eh am Ende rumheult.
Naja... was tut man nicht alles für seine beste Freundin und um nicht für bekloppt abgestempelt zu werden von der Kinokassenfrau...
Im Nachhinein muss ich sagen: Vielen Dank, ich wusste es doch!
Wieso? Das werde ich Euch jetzt erzählen, und das, obwohl ich eigentlich nicht gerne über Filme schreibe...
Die Story:
Irgendwann um 1860 zieht die wohlhabende Pfarrerstochter Ada (Nicole Kidman) mit ihrem Vater (Donald Sutherland) um nach Cold Mountain, auf eine schöne, große Farm. Dort lernt sie Inman (Jude Law - sowas Hübsches aber auch...) kennen - aber die beiden sind so schüchtern, dass sie immer nur ziemlich dämliche Floskeln miteinander wechseln und als der Krieg dann beginnt, kriegen beide Panik und küssen sich endlich.
Ab sofort trennen sich die Handlungsstränge. Der Zuschauer sieht einerseits Inman beim Kämpfen gegen die Yankees und irgendwann schwer verletzt im Lazarett - auf der anderen Seite die wartende Ada, die nach dem Tod ihres Vaters die große Farm völlig vernachlässigt und beinahe verhungert.
Das Ganze zeiht sich über Jahre hin und irgendwann beschließt der völlig zerfledderte Inman, dass er nicht mehr kämpfen will, sondern zurück zu Ada, deren Bild er den ganzen Krieg über bei sich hatte (natürlich).
Dass das Ganze nun nicht gerade ein Spaziergang wird, ist ihm da auch schon klar, und er weiß auch, dass Fahnenflüchtige gejagt werden wie die Hunde, aber wirklich interessieren tut ihn das nicht. Wie romantisch!
Nun kann der Zuschauer die Abenteuer des Flüchtlings Inman erleben, die zugegebenermaßen gar nicht mal langweilig sind, sondern sogar recht spannend - und auf der anderen Seite die jammernde Ada, die mir mehr und mehr auf den Keks ging.
Aber da gibt es ja noch Ruby (eine fabelhafte Renee Zellweger), die dem Püppchen ein wenig unter die Arme greift.
Meine Meinung zu dem Ganzen:
Ihr habt es vielleicht schon gemerkt: Ich fand den Film echt nicht gut. *hüstel*
Und bei der Inhaltsangabe habe ich eigentlich versucht, es nicht so sehr durchscheinen zu lassen, wieso das so ist... naja, ist mir wohl nicht so gelungen. ;o)
Die Story an sich ist im Prinzip nichts Neues: Südstaatendrama a la "Vom Winde verweht" gekreuzt mit "Pearl Harbour" und das Ganze dann in zwei Handlungen zerlegt.
Ich muss sagen - vor diesem Film habe ich Nicole Kidman auch nicht gemocht, aber da habe ich sie geduldet. NACH diesem Film bin ich echt nicht mehr toleranzfähig, denn sie passte einfach nicht in die Rolle der Ada und hat meiner Meinung nach eine Menge von diesem Film zerstört.
Die Kidman spielt viel zu barbiehaft, sie ist ein Prinzesslein, was keinen Schmutz anfassen will - und Kompliment, das kriegt sie am Anfang, wo es noch passt, sehr gut hin!
Aber bitte... nach fast 10 Jahren Arbeit auf dem Acker, in der prallen Südstaatensonne - sollte man da nicht wenigstens eine Falte sehen?
Botox lässt grüßen, oder einfach nur gute Visagisten, aber authentisch ist das alles nun wirklich nicht und das hat mich den ganzen Film über gestört. Ganz besonders, wenn man im Kontrast dazu das Hammerweib Renne Zellweger sieht: Eine kräftige, selbstbewusste Frau, mit Bauernzopf und Farbe im Gesicht. DAS nenn ich mal eine Schauspielerin! Frollein Zellweger hat sich so gut in ihre Rolle gefunden, dass alle Erinnerungen an Bridget Jones und Konsorten weggewischt waren, man dachte nur noch an Ruby, die Bäuerin. ;o)
Nun ja, und die Kidman war einfach schmückendes Element, hat aber keinerlei Charakter rübergebracht, sie wirkte, als wenn sie grad ihren Text übt oder so...
Und wäre da nicht Jude Law gewesen, der den in sich gekehrten, nachdenklichen Inman, der sich nach seiner Ada verzehrt, so toll dargestellt hätte, wäre die komplette Liebesgeschichte nur noch lachhaft gewesen - durch Law bekam das Ganze wenigstens ein wenig Gefühl.
Die anderen Schauspieler haben ihre Rollen eigentlich alle sehr gut gespielt, allerdings waren die meisten davon auch beim Handlungsstrang Inman zu sehen, was die miese Darbietung der Kidman jetzt ungewollt verstärkt.
Soviel zur schauspielerischen Leistung - ziemlich polarisierend, aber damit lässt sich leben. Was ist nun aber mit der Umsetzung der Story?
Der Kidman-Strang ist im Prinzip ein angenehmer - langweiliger - Ausgleich zum aufwühlenden Law-Strang. Während bei Ada auf der Farm relativ wenig passiert und man damit beschäftigt ist, nicht laut aufzuschreien, dass die gute Ada sich mal zusammenreißen soll, kann man beim fliehenden Inman richtig schon mitfiebern, sich ekeln, heulen - eigentlich sämtliche Emotionen durchlaufen.
Anfangs störte mich das viele Rumgeballer extrem, aber da es sich nunmal um einen Kriegsfilm handelt und nicht um die Teletubbies, ist das nicht zu verhindern. Außerdem lässt das zum Schluss hin auch stark nach, wenigstens etwas.
Die ganze Grausamkeit des Kriegs wird in sämtlichen Einzelheiten dargestellt - teilweise wirklich abartig, aber immerhin authentisch.
Was mich sehr störte waren die zwanghaften Versuche, die Zuschauer zum Heulen zu bringen. Nichts gegen eine ordentliche Schnulze, aber muss das so drauf ausgerichtet sein?
Wenn man nah am Wasser gebaut hat und vielleicht einen schlechten Tag hat, kann man schlichtweg den ganzen Film durch flennen.
Das fängt damit an, dass einer süßen, kuscheligen, grinsenden Ziege mit den Worten "Haddu fein gemacht Süße... So eine Hübsche biddu..." die Kehle durchgeschnitten wird und geht über ganz normale Rührseligkeiten wie den Tod von Ada's Vater. Immer und wieder solche Kleinigkeiten und ehrlich gesagt hat mir das echt den Spaß verdorben - ich mag Filme lieber, die mit einem großen Knall enden und vorher spannend sin. Nicht solche, die nur darauf aus sind, dass man die Taschentuch-Industrie möglichst stark subventioniert.
Trotz allem birgt dieser Film eine Menge positiver Umsetzungen, langweilig wird einem nie, höchstens bei Ada zu Hause, und es passiert viel, viel Unvorhergesehenes, was ich hier natürlich nicht ansprechen werde. ;o)
Dadurch, dass der ganze Film nur auf willigen Tränendrüsen ausgelegt ist, wirkt das Finale wieder total lächerlich - ich für meinen Teil hab bei einer Szene, die eigentlich wohl zu Tränen rühren sollte, so sehr gelacht, dass ich wohl geheult habe... aber eben vor Lachen. Denn seine Freundin "Beutel voll Diamanten" zu nennen finde ich irgendwie unpassend. Fand Ruby aber auch. :o)
Mal ganz abgesehen davon, dass ich deswegen fast aus dem Kino geflogen wäre, war das doch ganz gute Unterhaltung.
Trotz allem: Man kann sich diesen Film wirklich ansehen, sollte aber Taschentücher mitnehmen, denn ganz am Schluss hab selbst ich noch geflennt (unfreiwillig und ohne Lachen!!!).
Jude Law und die Zellweger sind zwei echte Perlen für diesen Film; ohne die beiden wäre das ganze Werk Schund geworden. Zwar ist die Story richtig schön spannend und hat auch eine Menge Gags (aber nur durch die Zellweger...), aber die schlechte schauspielerische Leistungs und das ganze Rumgeheule nervt doch ziemlich.
Fakten:
Der Film wurde 2003 gedreht, dauert ganze 155 Minuten (die einem allerdings zugegebenermaßen nicht so lang vorkommen) und Regie führte Anthony Minghella. FSK ist ab 12 (nicht sooo angemessen... einige Szenen sind echt brutal!) und bei uns lief der Film am 19. 02. an.
Und mein Fazit:
Tja, ich vergebe tatsächlich noch 3 Sterne und eine Empfehlung. Wieso? Weil die Zellweger wirklich mehr als brilliant war in diesem Film und auch Jude Law ein wahrer Leckerbissen war. Die Story an sich ist ja nicht schlecht, nur weil sie nicht neu ist - aber stellenweise wurde sie mies umgesetzt und ist mir persönlich zu sehr auf Schnulze gemacht.
Aber ansonsten... Mit einem dicken Fell und ner großen Tüte Popcorn kann man sich "Cold Mountain schon ansehen.
78 Bewertungen, 13 Kommentare
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29.08.2006, 10:48 Uhr von campimo
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨¨*:•. ... sh ... .•:*¨¨*:•.
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25.08.2006, 19:37 Uhr von MatthiasHuehr
Bewertung: sehr hilfreichCiao Matthias
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23.07.2006, 19:16 Uhr von Fantomiss
Bewertung: sehr hilfreichich verstehe ehrlich gesagt auch nicht, was alle an nicole kidman so doll finden. irgendwie fing das ja mit der trennung von mr. cruise an (wie kann man den überhaupt heiraten?) und ich glaube, das hat mehr mit mitleid für die arme verlassene ehefrau als m
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16.07.2006, 01:19 Uhr von Zuckermaus29
Bewertung: sehr hilfreich"sh" von mir für Dich :o) Viele Grüße Jeanny
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27.05.2006, 16:05 Uhr von Estha
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨¨*:•. ... sh ... .•:*¨¨*:•.
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02.05.2006, 15:17 Uhr von babysly2000
Bewertung: sehr hilfreichSuper Bericht! LG Sly
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23.04.2006, 15:40 Uhr von schnekuesschen
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht...LG Sandy :-))))
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23.04.2006, 00:35 Uhr von Mogry1987
Bewertung: sehr hilfreichSH für den Bericht ;) LG Stefanie :)
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24.03.2006, 23:19 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichUnd schon gegengelesen!! LG, Marianne ;-)
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17.03.2006, 11:55 Uhr von swissflyer
Bewertung: sehr hilfreich######### <br/>>>>S H<<< <br/>#########
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11.03.2006, 15:45 Uhr von Nathalie
Bewertung: sehr hilfreichsh von mir
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01.03.2006, 18:33 Uhr von Alphanova1
Bewertung: sehr hilfreichLG!!!! Lukas PS: Alle freuen sich über Gegenlesungen
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01.03.2006, 17:31 Uhr von Connector
Bewertung: sehr hilfreichDanke für deine Lesung und zur Belohnung folgt auch gleich eine Gegenlesung. LG an Dich!
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