Unterwegs nach Cold Mountain (VHS) Testbericht

Unterwegs-nach-cold-mountain-vhs-historienfilm
ab 10,74
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Erfahrungsbericht von T_Goose

Das Einlösen eines Versprechens

Pro:

geniale Besetzung vor allen Renée Zellweger, atemberaubende Landschaftsaufnahmen

Kontra:

einige Längen, teilweise Vorhersehbarkeit

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Leser. Auf den 54. internationalen Filmfestspielen in Berlin, kurz der Berlinale, wurde ein Film groß angekündigt. Dabei handelt es sich um die Verfilmung eines Romans von Charles Frazier, die unter dem Namen „Unterwegs nach Cold Mountain“ in unseren Kinos zu sehen ist. Ich habe den Film am Wochenende im Berliner CineStar in der englischen Originalversion gesehen. Um was es in dem Film geht und wie er mir gefallen hat, könnte ihr nun in den folgenden Zeilen lesen. Viel Spaß dabei.

Die Story :
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Der Film spielt zur Zeit des amerikanischen Bürgerkrieges. Reverend Monroe ( Donald Sutherland ) zieht mit seiner Tochter Ada ( Nicole Kidman ) hinaus auf Land, in den kleinen beschaulichen Ort Cold Mountain in North Carolina. Dort lernt Ada dann Inman ( Jude Law ) kennen. Er ist ein wahrer Alleskönner, egal ob es jetzt Dachdecken oder Felder pflügen ist. Inman ist der Mann für alles. Ada verliebt sich in Inman, aber noch bevor die Liebesgeschichte der beiden richtig starten kann, bricht der Bürgerkrieg aus und Inman muss wie viele andere junge männliche Bewohner in den Krieg ziehen. Kurz vor seinem Aufbruch kann ihm Ada noch ein Buch und ein Bild von ihr übergeben, welches ihm Mut und Kraft im Krieg geben soll. Inman verspricht ihr, dass er bald wieder zurückkommt.

Doch der Krieg dauert länger und ist härter, als anfangs gedacht und so wird es nichts, aus einer baldigen Rückkehr. Als Inman drei Jahre später bei einem Gefecht schwer verletzt wird, flüchtet er eines nachts aus dem Lazarett und desertiert. Er schlägt sich allein durch, immer mit der Sorge, vom Militär aufgegriffen zu werden. Doch er möchte unbedingt wieder zurück zu Ada nach Cold Mountain.

Doch Ada ist nach dem Tod ihres Vaters ganz auf sich allein gestellt. Sie hat keine Ahnung, wie sie eine Farm führen muss und so verkommt alles in kürzester Zeit und sie ist auf Almosen der Nachbarn angewiesen. Doch mit Hilfe der resoluten Ruby ( Renée Zellweger ) meistert sie den Überlebenskampf. Was ihr zu ihrem Glück allerdings noch fehlt, ist ihr geliebter Inman...

Meinung :
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Der Film beginnt recht imposant mit einer wilden Schlacht im amerikanischen Bürgerkrieg. Ein Überraschungsangriff sorgt für ein wildes Gemetzel und hohen Verlusten auf beiden Seiten. Diese Szenen sind blutig und teilweise recht grausam, da sie so realistisch wirken. In diesem Moment denkt noch keiner, dass es einen hochtrabenden Film mit sehr viel Gefühl gibt. Mitten in dieser Schlacht befindet sich Inman, der schwer verwundet ist. Man sieht ein paar Rückblicke aus seinem bisherigen Leben, was für mich den Anschein macht, als würde sein Leben kurz vor seinem Tod nochmals an ihm vorüber ziehen. So sieht man auch zum ersten Mal seine Geliebte Ada, die er schon seit sehr langer Zeit nicht mehr gesehen hat. Dies alles sorgt dafür, dass man einen sehr guten und auch schnellen Einstieg in den Film bekommt und sofort weiß, um was es sich hierbei handelt.

Als Inman im Krankenhaus liegt und dem Tod nur knapp entkommen ist, entscheidet er sich zu desertieren, um zu seiner Ada zurückzukehren. An dieser Stelle entwickeln sich praktisch zwei parallel laufende Handlungen. Zum einen eben die Rückkehr von Inman, die sich nicht immer einfach gestaltet und zum anderen das Leben von Ada, die es in der Zwischenzeit auch nicht gerade einfach hat. Durch geschickte Blenden, mal auf den einen und dann wieder auf die andere, kann man als Zuschauer eben beide Schicksale verfolgen.

Dabei muss ich sagen, dass mir beide Schicksale sehr nahe gehen. Da ist zum einen Inman, der wirklich alles daran setzt, wieder nach Cold Mountain zu kommen. Doch leider wird sein Rückweg immer wieder von mal kleineren, dann aber auch wieder größeren Schicksalsschlägen heimgesucht. Doch irgendwie schafft er es immer wieder, sich diesen zu entziehen und seinen Weg fortzusetzen. Dies wirkt auf mich jedoch teilweise etwas an den Haaren herbeigezogen und unglaubwürdig. Wenn ich da an die Szene denke, als er mit insgesamt fünf anderen in Gefangenschaft gerät und aneinandergekettet abgeführt wird. Da entschließen sie sich bei einer Rast zur Flucht, welche allerdings gestoppt werden kann. Alle Gefangenen werden erschossen, nur eben nicht Inman. Er liegt noch immer mit den anderen gefesselt am Boden und schafft es sogar noch, sich aus den Ketten zu befreien. Ich weiß zwar nicht wie, aber er muss es irgendwie geschafft haben. Das alles sorgt meiner Meinung nach dafür, dass es im Film gewisse Längen gibt, die man hätte verhindern können.

Auch das Schicksal von Ada ist nicht einfach. Nach dem Tod ihres Vaters ist sie auf sich allein gestellt, kommt aber mit dem Leben auf der Farm nicht zurecht. Alles verfällt und es scheint, als würde auch sie nicht mehr lange überleben. Zum anderen ist da ihre Sorge um Inman, da sie nicht weiß, was mit ihm ist. Da kommt plötzlich wie aus dem Nichts Ruby, die von Renée Zellweger gespielt wird. Sie bringt eine Wende in Adas Leben und bringt mit ihr gemeinsam die Farm wieder auf Vordermann. Durch das resolute Auftreten von Renée Zellweger, die ihre Rolle wirklich ausgezeichnet spielt, kann ich mir zwar vorstellen, dass es den beiden teilweise gelingt, die Farm wieder auf Vordermann zu bringen, aber ganz ohne fremde Hilfe ist dies sicherlich nicht möglich. Doch sie schaffen es trotzdem irgendwie und Ruby macht aus der anfangs hilflosen und aufgeschmissenen Ada eine perfekte Farmerin. Das ist für mich die wohl schönste und interessanteste Wandlung im ganzen Film.

Die Besetzung des Films lässt meiner Meinung nach keine Wünsche offen und ist absolut hochwertig. Mir Nicole Kidman, Renée Zellweger und Jude Law in den Hauptrollen, wurde eine erstklassige Besetzung gewählt. Aber auch die Nebenrollen, wo unter anderen Donald Sutherland auftritt, sind sehr ansehend ausgewählt.
Jude Law spielt den kernigen Burschen vom Land, auf den wohl eine Menge Frauen stehen, ganz besonders aber Ada. Inman kann einfach alles und hat so schnell einen Platz in Adas Herz sicher. Auch wenn er etwas wortkarg ist, er sagt eben nur die wichtigen Dinge, kommt er bei mir sehr gut an. Seine Rolle finde ich vollkommen glaubwürdig und ich finde, dass ihm sein Vorhaben, wieder zurück nach Cold Mountain zu kommen, richtig anzusehen ist. Er möchte sein Versprechen gegenüber Ada keinesfalls brechen, koste es ihn was es wolle. Auch wenn er des öfteren die Chance hat, woanders ein neues Leben zu beginnen, so will er doch auf jeden Fall zurück.
Mit Nicole Kidman gibt es eine weitere große Schauspielerin, die ihre Rolle ebenfalls vorzüglich spielt. Sie wächst in einer heilen Welt auf und ist mit dem plötzlichen Tods ihres Vaters völlig auf sich allein gestellt. Sie spielt ihre Verzweiflung tadellos und man kann als Zuschauer richtig mit ihr leiden. Auch ihre Sehnsucht nach ihrem geliebten Mann kommt sehr gut herüber und sorgt so für eine vollkommen glaubwürdige Rolle.
Bleibt noch Renée Zellweger, die für mich ihre wohl beste Rolle überhaupt gespielt hat. Allein schon ihr erster Auftritt, mit ihren dicken Stiefeln und ihrer rauen Stimme mit dem Befehlston, gefallen mir sehr. Sie sorgt mit ihrem resoluten und forschen Auftreten dafür, dass es mit Ada und der Farm wieder aufwärts geht. Dabei ist sie sich für keine Arbeit zu schade, selbst das ausmisten des Pferdestalls wird von ihr übernommen. Doch auch wenn sie nach außen so hart wirkt ist sie im innern doch eine liebenswerte Person. Sie wirkt auf mich daher absolut sympathisch und glaubwürdig. Für mich ist sie der Star des Films und ich würde mich sehr freuen, wenn sie einen Oscar bekommen würde.

Die Landschaftsaufnahmen, die allesamt in Rumänien gedreht wurden, sind atemberaubend. Es sieht wirklich genial aus, wenn eine Totale über die Berge, aber auch über die kleine Stadt, die sich eigentlich in North Carolina befindet, gezeigt wird. Hier haben sich die Macher wirklich etwas tolles einfallen lassen und unterstreichen diese Aufnahmen auch noch mit einer ausgezeichneten Hintergrundmusik.

Die Szenen sind an für sich für jedermann geeignet, doch finde ich die Altersfreigabe von 16 Jahren wegen einer heißen Liebesszene und wegen der blutigen Szenen im Bürgerkrieg zu Beginn vollkommen gerechtfertigt. Vor allen in den Schlachten sind sehr blutige und erschreckende Bilder zu sehen, die nicht für alle geeignet sind. Sie gehören aber zu einer realistisch wirkenden Schlacht definitiv dazu.

Was mich aber am meisten gestört hat, sind die Längen im Film. Auf diese bin ich weiter oben bereits schon einmal eingegangen, daher möchte ich sie hier nur noch mal kurz erwähnen. Es zieht sich einfach sehr, wenn immer wieder ein neuer Schicksalsschlag kommt, aus dem sich die Akteure befreien können. Auch wenn dies so im Buch vorgegeben ist, man hätte es sicherlich kürzen und weglassen können.
Auch ist der Film recht vorhersehbar und der geübte Zuschauer, der sich nicht einfach nur vom Film berieseln lässt, weiß schnell, was all nächstes kommt und wie der Film ausgehen wird. Ein paar Überraschungsmomente wären daher keine schlechte Idee gewesen.

Noch ein kurzes Wort zur Sprache. Ich habe den Film in der englischen Original-Fassung gesehen. Auch wenn mein Englisch sicherlich nicht zu den allerbesten gehört, so habe ich doch alles sehr gut verstehen können. Die Aussprache war sehr deutlich und daher gut verständlich. Lediglich bei Renée Zellweger, die mit einem sehr starken Akzent gesprochen hat, musste ich mich erst dran gewöhnen. Aber selbst dies war nach einer kurzen Eingewöhnungszeit kein Problem mehr.

Daten zum Film :
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Land / Jahr : USA 2003
Titel : Unterwegs nach Cold Mountain ( Original : Cold Mountain )
Länge : 155 Minuten
FSK : ab 16 Jahren
Regie und Drehbuch : Anthony Minghella
Buch : Charles Frazier
Schauspieler : Nicole Kidman ( Ada ), Jude Law ( Inman ), Renée Zellweger ( Ruby ), Donald Sutherland ( Reverend Monroe ), u.a.
Kinostart : 19.02.2004
Internet : www.coldmountainmovie.com

Fazit :
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Trotz meiner wenigen negativen Kritikpunkte, finde ich Cold Mountain trotzdem sehr empfehlenswert. Es ist ganz großes Kino, mit einer wahren Starbesetzung. Das tröstet über die Längen und Vorhersehbarkeit hinweg, genauso wie die atemberaubenden Landschaftsaufnahmen. Daher bewerte ich den Film mit 5 Sternen und hoffe, dass er auch bei der Oscarverleihung einiges absahnen wird. Vor allen für Renée Zellweger würde es mich freuen. Falls ihr den Film noch nicht gesehen habt, dass solltet ihr das noch nachholen, es lohnt sich auf alle Fälle.

Ich danke für eure Aufmerksamkeit.

Ciao T_Goose

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