Dark Angel Testbericht

No-product-image
Leider kein Preis
verfügbar
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von FloVi

Batteries included

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Rahmenhandlung
Eine Gruppe genetisch hochgezüchteter Kinder kann aus einem Militätlabor ausbrechen. Eines der Kinder ist Max, die sich erfolgreich den Verfolgen entziehen kann. Bald darauf fällt das Land ökonomisch in den Abgrund, als ein elektromagnetischer Impuls quasi die gesamte Technologie lahm legt. Alle Computersysteme brechen zusammen, die Wirtschaft ist am Ende. Im Laufe der Jahre etabliert sich ein Polizeistaat, die Städte sind abgeriegelt und in Zonen eingeteilt. Für den Wechsel der Zonen oder das Verlassen bzw. Betreten der Städte benötigt man Passierscheine. Zehn Jahre nach ihrem Ausbruch führt Max ein Doppelleben in Seattle. Ihre Freunde rekrutieren sich aus dem Kollegenkreis bei dem Kurierdienst, für den sie als Fahrradbote arbeitet. Doch nicht einmal ihre engsten Vertrauten wissen von ihrem Nebenverdienst als Kunstdiebin. Mit der Beute finanziert sie die Suche nach ihren Mitflüchtlingen und die Beschaffung von Medikamenten gegen die Krampfanfälle, eine Nebenwirkung der Experimente von damals.

Bei einem ihrer Brüche gerät sie an Logan, einem reichen Kerl mit altruistischer Ader. Er betreibt einen Piratensender, in dem er regelmäßig die Machenschaften Krimineller aufdeckt und korrupte Politiker bloßstellt. Zwar kann Max mit der "Rächer der Geknechteten"-Masche nichts anfangen, doch da Logan über hervorragende Kontakte verfügt und ihr bei der Suche nach den anderen helfen kann, lässt sie sich widerstrebend auf eine Zusammenarbeit ein.

Subjektives
Die Story als solche ist sicher nicht neu, vielleicht nicht einmal besonders originell, aber sie schafft einen einigermaßen plausiblen Rahmen, in dem Max und Logan agieren können und darauf kommt es bei einer Serie schließlich an. Leider müssen auch die Macher von "Dark Angel" auf serientypische Mittel zurückgreifen, wozu auch leicht einseitige Charaktere in den Nebenrollen gehören. Doch das ist ein notwendiges Übel um langwierige Charaktereinführungen zu vermeiden, die im Grunde nur wertvolle Sendezeit klauen. Was also macht man in Star Trek, um eine Person darzustellen die opportunistisch, gierig, und hinterhältig ist? Genau, man zeigt dem Zuschauer einen Ferenghi und spart eine Viertelstunde Erklärung. Außerdem ist der Zuschauer dann umso überraschter, wenn sich die entsprechende Person dann doch ganz anders verhält. Wie gesagt, auch hier wurde nicht auf dieses Hilfsmittel verzichtet, aber man hat es auch nicht übertrieben und genügen Spielraum für die Entwicklung der Charaktere auch in den Nebenrollen gelassen.

Bei der Besetzung bewiesen die Macher ein gutes Gespür. Jessica Alba meistert als Titelheldin souverän die Wechsel von der toughen Killermaschine zur sensiblen jungen Frau und zurück. Bisher war die 1981 geborene Amerikanerin nur in kleineren Rollen zu sehen, wie etwa als Molly in der abgedrehten Slasher-Parodie "Die Killerhand" von 1999 oder an der Seite von Drew Barrymore in der Highschool-Aschenputtel-Komödie "Ungeküsst" aus dem gleichen Jahr.

Zumindest hierzulande auch nicht bekannter dürfte ihr Serienpartner Michael Weatherly sein, der sein Debüt als Theo Huxtables Zimmergenosse in der "Cosby Show" gab. Nach einigen Gastauftritten im Fernsehen (Ally McBeal, Charmed, The Crow) und kleineren Filmrollen ("Ein Herz und eine Kanone") verschlug es ihn sogar in die deutsche Produktion "Venus und Mars" von Harry Mastrogeorge (http://www.movie.de/Venus). Als Logan angeschossen wird und fortan im Rollstuhl sitzt, ist es seiner Leistung zu verdanken, dass es nicht zu sehr ins Melodramatische abrutscht, was in einer Serie meist kitschig wirkt.

Ebenfalls serientypisch ist die Besetzung des "ewigen Verfolgers" mit einem bekannteren Gesicht, in diesem Fall John Savage als Colonel Donald Lydecker. Savage kann auf eine über vierzigjährige Karriere zurückblicken, kam aber nie über den Status des "Ach, den kenn' ich doch, wie heißt der denn?"-Schauspielers hinaus. In der ersten Staffel von "Dark Angel" hat er keine große Herausforderung zu meistern, liefert jedoch eine routinierte und zu jedem Zeitpunkt glaubwürdige Leistung ab. In Max' Kindheit war Lydecker mit der militärischen Leitung des Genprojektes vertraut und macht jetzt gnadenlos Jagd auf die Geflüchteten.

Wenn sich das alles irgendwie lustlos und durchschnittlich anhört, dann ist das irreführend. Naturgemäß sind die allgemeinen Beschreibungen zu einer Serie recht trocken und können nie die Faszination ausdrücken, die die Serie mit ihren einzelnen Folgen auslöst. Es ist nämlich Aufgabe der Drehbuchautoren, dieses Rohmaterial in 50 minütige Häppchen umzuwandeln, die den Zuschauer packen und unterhalten. Nachdem jetzt (01. Mai 2002) dreizehn Folgen im deutschen Fernsehen gelaufen sind, wage ich zubehaupten, dass es ihnen gelungen ist.

Keine einzige Folge hat enttäuscht, sie waren spannend, gut gespielt und hervorragend in Szene gesetzt. Man hatte von Anfang an keine Probleme die Figuren emotional an sich heranzulassen, was unabdingbar dafür ist, jede Woche seine neuen Freunde in das heimische Wohnzimmer einzuladen. Auch beging man nicht den Fehler, Lydecker als roten Faden abzunutzen. Er ist zwar omnipräsent, immer als Gefahr im Hinterkopf, doch wirkt er nie störend und bringt es immer wieder fertig als Überraschungsgast die Szene zu betreten.

Die Rasanz von "Dark Angel" ist erstaunlich. Obwohl die erste Staffel erst etwas mehr als die Hälfte ihrer Folgen ausgeschüttet hat, ist eine ganze Menge passiert, das lässt auf gravierende Veränderungen für die zweite Staffel schließen, die in den USA bereits angelaufen ist. Von den einzelnen Folgen möchte ich hier nichts schreiben, das würde den Rahmen sprengen. Ich wollte lediglich Leute auf die Serie aufmerksam und neugierig machen und hoffe, dass mir das gelungen ist.

Fakten
Dark Angel
USA 2000
20th Century Fox Television
Cameron/Eglee Productions

dienstags 20:15 Uhr auf VOX
(der Pilotfilm hatte auf RTL Premiere)

Regie
David Nutter (Pilotfilm)
James Cameron
u. a.

Buch
James Cameron (Pilotfilm)
René Echevarria
u. a.


Darsteller (Rolle)
Jessica Alba (Max Guevara)
Michael Weatherly (Logan Cale)
Valarie Rae Miller (Cynthia 'Original Cindy' McEachin)
John Savage (Colonel Donald Lydecker)

Internet
Offizielle Sites
http://www.darkangeltheseries.com (engl.)
http://www.vox.de/11086.html (dt.)

Internet Movie Database
http://german.imdb.com/Title?0204993 (engl.)

15 Bewertungen, 4 Kommentare

  • nordlicht1

    02.02.2003, 20:40 Uhr von nordlicht1
    Bewertung: sehr hilfreich

    respekt voe dem wahrem fan

  • sweety2608

    18.08.2002, 13:16 Uhr von sweety2608
    Bewertung: sehr hilfreich

    gute Infos!!!

  • BigRebecca

    29.07.2002, 12:17 Uhr von BigRebecca
    Bewertung: sehr hilfreich

    wow mega ausführlich, hätte ich nicht erwartet KOMPLIMENT

  • christianauss

    10.05.2002, 23:35 Uhr von christianauss
    Bewertung: sehr hilfreich

    du schreibst ja sehr ausführliche und schöne Berichte. Freut mich, demnächst mehr von dir zu lesen!