Das fünfte Evangelium (gebundene Ausgabe) / Philipp Vandenberg Testbericht
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Erfahrungsbericht von catmother
Ein Pergament droht die Weltkirche zu stürzen
Pro:
faktenreich, historisch, spannend
Kontra:
nervige, hilflose Hauptfigur
Empfehlung:
Ja
Das war der erste Roman von Vandenberg, der mir in meiner Karriere als Leseratte in die Finger kam, als ich ihn in der Hotel\"bibliothek\" einer thailändischen Bungalowanlage fand. Zumindest der Text auf dem Einband klang spannend und interessant.
Mal sehen, ob der Inhalt der Verpackung entspricht.
** Die Geschichte **
Gerade hat Anne von Seydlitz ihren Mann im Krankenhaus identifiziert. Er starb bei einem Autounfall.
Die überlebende Frau an seiner Seite im Wagen ist jedoch verschwunden, wie auch der Aktenkoffer des Toten. Anne findet bei den persönlichen Sachen nur noch zwei Opernkarten und mehrere Kopien eines Fotos, die ein Pergament zeigen.
In der Oper bietet ihr ein Unbekannter ein Vermögen für einen Gegenstand, den Anne allerdings gar nicht besitzt und von dem sie nicht einmal weiß, worum es sich handelt. Sie vermutet, daß es mit jenemFoto zu tun hat.
Also wendet sich die Geschäftsfrau an einen Gelehrten, der das Pergament als koptische Schrift erkennt und es für sie übersetzen will. Er findet darauf das Wort Barabbas, dessen Bedeutung aber den beiden unklar ist. Tags darauf findet Anne ihn tot in seiner Wohnung.
Professor Gutmann, ein weiterer Spezialist für koptische Dokumente, verschwindet ebenfalls, kurz nachdem Anne ihm eine Kopie zur Untersuchung überlassen hatte.
Zur gleichen Zeit versucht in Paris ein Mann, sich vom Eiffelturm in den Tod zu stürzen, wird aber vorher festgenommen und in eine Psychiatrie eingeliefert. Professor Vossius hatte kurz vor seinem Selbstmordversuch im Louvre einen Säureanschlag auf ein Gemälde von da Vinci verübt und das Gemälde ”Madonna im Rosengarten” stark beschädigt.
In der psychiatrischen Klinik erzählt er dem Arzt eine unglaubliche Geschichte: in den vergangenen Jahrhunderten gab es immer wieder Genies unter den Menschen, Geistesgrößen, die um die geheimsten Geheimnisse der Menschheit wußten. Diese Geheimnisse, die so groß sind, daß sie die Welt in ihren Grundfesten erschüttern könnten, wurden von ihnen immer weitergegeben, von da Vinci z.B. in Bildern, von Dante oder Shakespeare mit Worten. Nur ebenfalls Erleuchtete könnten diese Botschaften verstehen. Und das Bild da Vincis barg ein solches Geheimnis. Durch die Säure wurde am Hals der Madonna eine Kette freigelegt, deren Steine mit ihren Anfangsbuchstaben das Wort BARABBAS bilden.
In Paris trifft Anne von Seydlitz ihren Jugendfreund Adrian Kleiber, einen Journalisten, der sich allmählich für die seltsamen Dinge interessiert, die ihr seit dem Tod ihres Mannes passiert sind, und ihr helfen will. Sie besuchen Vossius in der Klinik und erfahren in Ansätzen von der Geschichte. Doch bevor der Professor ihnen die ganze Wahrheit sagen kann, stirbt er. Mit einem Schlüssel aus seinem Besitz finden sie ein Schließfach, das das Originaldokument enthält.
Von nun an sind mehrere Gruppierungen hinter Anne, Adrian und dem Pergament her, das das entscheidende, fehlende Stück einer ganzen Schriftrolle ist und dessen Inhalt als so brisant angesehen wird, daß es der Weltkirche den Todesstoß versetzen könnte.
** Buchkritik **
Vandenberg hat nach seinem Roman \"Sixtinische Verschwörung\" wieder einmal ein religiöses Thema aufgegriffen, es erneut in spekulative Theorien gepackt, eine Prise Verschwörung, Mord, Religionsgeschichte und Liebe dazugepackt - und es funktioniert. Mit einigen Einschränkungen zwar, aber es funktioniert.
Super interessant, super spannend - lautet mein Kurzurteil. Immerhin habe ich das Buch an einem ganzen Nachmittag, unter einem heiligen Baum liegend, verschlungen.
Es ist hier auf jeden Fall eine Geschichte beschrieben, bei der man sich sofort fragt, wieviel davon möglicherweise wahr und was Fiktion ist. Alles, die Verschwörungen, Verschleierungen, Auftragsmord im Namen des Glaubens, klingt so glaubhaft und nachvollziehbar, daß es immerhin Realität sein könnte. Denn einer so monströsen und machtbesessenen Institution wie der Kirche ist das durchaus zuzutrauen. Sage ich als Atheistin.
Aber es gibt auch ein paar Sachen, die mich genervt haben. Seine Heldin, Anne Seydlitz, gehört mal wieder zu jenen Frauen und hilflosen Geschöpfen, die nie überlegen, bevor sie etwas tun, eher hysterisch werden als rationell zu handeln. Was die in Sachen reinstolpert, die im Grunde genommen wie eine krampfhafte Hinauszögerung des Endes wirken, das wirkt schon enervierend. Immer und immer wieder läßt sie sich ausrauben, gefangen nehmen, einsperren - ich hasse solche Figuren. Beruhigend zumindest ist, daß von Vandenberg auch die Männer von diesen Wesenszügen nicht verschont bleiben, wie einer der späteren Romane zeigt, den ich gelesen habe.
Und so werden manche Abschnitte zur Tortur, die man besser hätte weglassen können, ohne der Geschichte einen Abbruch zu tun.
** Meine Meinung **
Dennoch kann ich das Buch durchaus empfehlen. Es ist auf jeden Fall spannend geschrieben, flott inszeniert und mit seinen Theorien über die Machenschaften der Kirche trifft Vandenberg zudem den Nerv der Zeit.
** Der Autor **
\"Philip Vandenberg, geboren 1941 in Breslau, war Journalist, bevor er mit 32 Jahren sein erstes Buch schrieb: \"Der Fluch der Pharaonen\" wurde ein Welterfolg und machte Vandenberg, der heute mit seiner Frau in Burghausen und Baiernrain lebt, zu einem der erfolgreichsten Schriftsteller Deutschlands, der zahlreiche Sachbücher und Romane veröffentlichte. \" (bol.de)
** Daten **
Lübbe Verlag
Taschenbuch 350 Seiten
Preis: 15 DM (heute 6,90 €)
ISBN 3-404-12276-3
Mal sehen, ob der Inhalt der Verpackung entspricht.
** Die Geschichte **
Gerade hat Anne von Seydlitz ihren Mann im Krankenhaus identifiziert. Er starb bei einem Autounfall.
Die überlebende Frau an seiner Seite im Wagen ist jedoch verschwunden, wie auch der Aktenkoffer des Toten. Anne findet bei den persönlichen Sachen nur noch zwei Opernkarten und mehrere Kopien eines Fotos, die ein Pergament zeigen.
In der Oper bietet ihr ein Unbekannter ein Vermögen für einen Gegenstand, den Anne allerdings gar nicht besitzt und von dem sie nicht einmal weiß, worum es sich handelt. Sie vermutet, daß es mit jenemFoto zu tun hat.
Also wendet sich die Geschäftsfrau an einen Gelehrten, der das Pergament als koptische Schrift erkennt und es für sie übersetzen will. Er findet darauf das Wort Barabbas, dessen Bedeutung aber den beiden unklar ist. Tags darauf findet Anne ihn tot in seiner Wohnung.
Professor Gutmann, ein weiterer Spezialist für koptische Dokumente, verschwindet ebenfalls, kurz nachdem Anne ihm eine Kopie zur Untersuchung überlassen hatte.
Zur gleichen Zeit versucht in Paris ein Mann, sich vom Eiffelturm in den Tod zu stürzen, wird aber vorher festgenommen und in eine Psychiatrie eingeliefert. Professor Vossius hatte kurz vor seinem Selbstmordversuch im Louvre einen Säureanschlag auf ein Gemälde von da Vinci verübt und das Gemälde ”Madonna im Rosengarten” stark beschädigt.
In der psychiatrischen Klinik erzählt er dem Arzt eine unglaubliche Geschichte: in den vergangenen Jahrhunderten gab es immer wieder Genies unter den Menschen, Geistesgrößen, die um die geheimsten Geheimnisse der Menschheit wußten. Diese Geheimnisse, die so groß sind, daß sie die Welt in ihren Grundfesten erschüttern könnten, wurden von ihnen immer weitergegeben, von da Vinci z.B. in Bildern, von Dante oder Shakespeare mit Worten. Nur ebenfalls Erleuchtete könnten diese Botschaften verstehen. Und das Bild da Vincis barg ein solches Geheimnis. Durch die Säure wurde am Hals der Madonna eine Kette freigelegt, deren Steine mit ihren Anfangsbuchstaben das Wort BARABBAS bilden.
In Paris trifft Anne von Seydlitz ihren Jugendfreund Adrian Kleiber, einen Journalisten, der sich allmählich für die seltsamen Dinge interessiert, die ihr seit dem Tod ihres Mannes passiert sind, und ihr helfen will. Sie besuchen Vossius in der Klinik und erfahren in Ansätzen von der Geschichte. Doch bevor der Professor ihnen die ganze Wahrheit sagen kann, stirbt er. Mit einem Schlüssel aus seinem Besitz finden sie ein Schließfach, das das Originaldokument enthält.
Von nun an sind mehrere Gruppierungen hinter Anne, Adrian und dem Pergament her, das das entscheidende, fehlende Stück einer ganzen Schriftrolle ist und dessen Inhalt als so brisant angesehen wird, daß es der Weltkirche den Todesstoß versetzen könnte.
** Buchkritik **
Vandenberg hat nach seinem Roman \"Sixtinische Verschwörung\" wieder einmal ein religiöses Thema aufgegriffen, es erneut in spekulative Theorien gepackt, eine Prise Verschwörung, Mord, Religionsgeschichte und Liebe dazugepackt - und es funktioniert. Mit einigen Einschränkungen zwar, aber es funktioniert.
Super interessant, super spannend - lautet mein Kurzurteil. Immerhin habe ich das Buch an einem ganzen Nachmittag, unter einem heiligen Baum liegend, verschlungen.
Es ist hier auf jeden Fall eine Geschichte beschrieben, bei der man sich sofort fragt, wieviel davon möglicherweise wahr und was Fiktion ist. Alles, die Verschwörungen, Verschleierungen, Auftragsmord im Namen des Glaubens, klingt so glaubhaft und nachvollziehbar, daß es immerhin Realität sein könnte. Denn einer so monströsen und machtbesessenen Institution wie der Kirche ist das durchaus zuzutrauen. Sage ich als Atheistin.
Aber es gibt auch ein paar Sachen, die mich genervt haben. Seine Heldin, Anne Seydlitz, gehört mal wieder zu jenen Frauen und hilflosen Geschöpfen, die nie überlegen, bevor sie etwas tun, eher hysterisch werden als rationell zu handeln. Was die in Sachen reinstolpert, die im Grunde genommen wie eine krampfhafte Hinauszögerung des Endes wirken, das wirkt schon enervierend. Immer und immer wieder läßt sie sich ausrauben, gefangen nehmen, einsperren - ich hasse solche Figuren. Beruhigend zumindest ist, daß von Vandenberg auch die Männer von diesen Wesenszügen nicht verschont bleiben, wie einer der späteren Romane zeigt, den ich gelesen habe.
Und so werden manche Abschnitte zur Tortur, die man besser hätte weglassen können, ohne der Geschichte einen Abbruch zu tun.
** Meine Meinung **
Dennoch kann ich das Buch durchaus empfehlen. Es ist auf jeden Fall spannend geschrieben, flott inszeniert und mit seinen Theorien über die Machenschaften der Kirche trifft Vandenberg zudem den Nerv der Zeit.
** Der Autor **
\"Philip Vandenberg, geboren 1941 in Breslau, war Journalist, bevor er mit 32 Jahren sein erstes Buch schrieb: \"Der Fluch der Pharaonen\" wurde ein Welterfolg und machte Vandenberg, der heute mit seiner Frau in Burghausen und Baiernrain lebt, zu einem der erfolgreichsten Schriftsteller Deutschlands, der zahlreiche Sachbücher und Romane veröffentlichte. \" (bol.de)
** Daten **
Lübbe Verlag
Taschenbuch 350 Seiten
Preis: 15 DM (heute 6,90 €)
ISBN 3-404-12276-3
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