Venusfliegenfalle Testbericht

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Erfahrungsbericht von merkriVKator

HoRRor oder pure Schönheit?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Diese Frage stellt man sich vielleicht, wenn man die Venusfliegenfalle zum ersten mal sieht. Alle, die meine absolute Lieblingspflanze noch nicht kennen, möge dieser Bericht erleuchten.

Diese kleine Pflanze ist in den Sümpfen Amerikas beheimatet, doch auch bei uns schon relativ leicht zu bekommen, was den Mythos um diesen grünen Killer stark gemindert hat. Das erste mal las ich von dieser Pflanze, da war ich 10 Jahre alt. Neben dem Text war ein sehr großes Bild. Eine riesiges, grünes etwas, dass wie eine art Bärenfalle oder Muschel mit Zacken aussah, hatte zugeschnappt und man konnte nur noch die Beine des Opfers sehen. Es war ein Frosch, dessen Schicksal besiegelt war. Leider lieferte der Text keinerlei Angaben darüber, wie groß so ne Pflanze ist. Nun wie groß stellt man sich normalerweise einen Frosch vor. Also ich hab mit meiner Vorstellungskraft nicht gegeizt und beschloss, dass diese grünen Fallen von einer Spinne bis hin zur Ratte alles vertilgen könnten und ne Menschenhand wäre doch sicher auch nicht gefeit gegen dieses, für mich sofort faszinierende, Monster. In nur 0.5 Sekunden sollte sich das „umgewandelte Blatt“ schließen und dem Opfer so jede Fluchtmöglichkeit nehmen bevor die Verdauung beginnt.

„umgewandelte Blätter“? Verdauung? 0.5 Sekunden? Hat das Teil Muskeln, oder wie soll das funktionieren? Es war einfach faszinierend!

Also lebte ich mit dieser Vorstellung mein junges Leben weiter, noch nicht mal in der Hoffnung dieses seltsames Ding live zu sehen, bis zu einem recht langweiligen Tag. Meine Eltern schleppten mich und meinen Bruder zu einem Ausflug an einen nahegelegenen See an dem es auch allerlei kleine Shops gab, die auch am Wochenende offen hatten. Darunter auch ein Laden für Pflanzen und Gartenzubehör. Na ja dann also mal den Eltern hinterher und den (kleineren) Bruder mit den Kakteen bekannt machen *g*. Während mein Blick da so zwischen den ganzen Pflanzen schweifte, blieb er plötzlich an einigen kleinen Blumentöpfen hängen. DA WAR ES!!!

Vor meinen Augen war eine kleine Pflanze, an deren flachen, dicht am boden liegenden Stielen, lauter kleine dieser, einer geöffneten Muschel ähnlichen, ca, 2 cm großen Fallen saßen. Außen grün und innen ein faszinierend dunkles Rot. Daneben Ein auffälliges Schild mit der Aufschrift: „Die Fangblätter bitte nicht berühren!“. Also schien doch eine Gefahr von dieser Pflanze auszugehen, denn so ein Schild sah ich sonst nirgends. Meine Neugier stieg ins Unermäßliche, also... Nein, nicht den Finger rein, soo mutig war ich mit 10 dann doch nicht. Also auf Insektenfang *g*. Irgendwo konnte ich dann doch eine Ameise auftreiben, die ich (Achtung!!! Zarte Gemüter bitte weglesen!) halbtotgeprügelt in Richtung Killerpflanze schleppte. Voller Erwartung opferte ich also dieses Geschöpf und ließ es in den rotschimmernden Schlund fallen. „0.5 Sekunden?“, dachte ich, denn es geschah nichts. Enttäuscht nahm ich einen vertrockneten Grasshalm zur Hand um die im Fangblatt liegende, bereits tote Ameise, rauszufischen und den Versuch neu zu starten. Plötzlich zuckte ich zusammen und ein Adrenalinstoß ließ meinen Puls ansteigen. Während ich mich da so um die Ameise bemühte, schnappten die Blätter ohne Vorwarnung im Bruchteil einer Sekunde ineinander und begruben die Ameise samt einem Stück vom Grashalm. Das war wirklich eine Überraschung, das kann ich euch sagen. Da war es um mich geschehen. Das warnende Schild vergessen, hab ich dann so ziemlich jede geöffnete Blattfalle geschlossen und konnte schließlich meine Eltern überreden mir ein Exemplar zu kaufen. Zu hause konnte ich es dann nie abwarten bis sich eine Falle wieder geöffnet hat um eine Fliege in diesem, auf mich gierig wirkenden Rachen verschwinden zu lassen. Tja, leider ging diese Pflanze dann an Übergewicht kaputt *g*.

Seitdem hatte ich mehrere dieser Pflanzen und hab mir einiges angelesen. Doch gebracht hat es nichts. Zwar habe ich oft gelesen die Venusfliegenfalle sei leicht zu pflegen doch mich hat leider noch keine überlebt *heul*. Wahrscheinlich deshalb, weil ich einfach nicht die Finger von den Fangblättern lassen kann aber Bekannte müssen diese killende Schönheit doch auch mal in Aktion sehen. Man muss nämlich wissen, dass die Pflanze gar nicht gefüttert werden muss und das schließen der Blätter der Pflanze schadet, deshalb auch das warnende Schild in der Gärtnerei. Ein Blatt kann sich nämlich nur 5-7 mal schließen und stirbt dann ab.


Nachdem ich nun meine Eindrücke geschildert habe nun noch einige sachlichere Infos:

Funktionsprinzip der Fangblätter:
__________________________
Wenn man genauer hinschaut, dann sieht man auf den Innenseiten eines Fangblattes feine „Härchen“, insgesamt 6 pro Falle. Wird nun eines dieser Sensoren zwei mal in kurzer Folge berührt, schnappt die Falle zu. Die doppelte Berührung ist wichtig, damit die Falle z.B. nicht zuschnappt, wenn der Wind ein Blatt oder ähnliches reinbefördert. So erkennt die Pflanze, ob es sich wirklich um ein Lebewesen handelt, es sei denn klein-merkriVKator ist schlauer und stochert mit einem Grashalm darin rum ;). Angelockt werden die Insekten durch die bereits erwähnte tiefrote Färbung der Innenseite und durch ein süslich riechendes Sekret, das die Pflanze ausscheidet. Einmal zugeschnappt bläht sich die Innenseite der Fangblätter auf und umschließt das gefangene Insekt. Ein Verdauungssekret bestehend aus Enzymen Wandelt das Eiweiß in für die Pflanze verwertbare Nährstoffe um. Einzig der Chitinpanzer bleibt nach dieser Prozedur übrig und kann vom Wind davongetragen werden.

Pflege:
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Obwohl ich bisher keine Pflanze durch den Winter bringen konnte möchte ich doch das wiedergeben, was ich in Bezug auf Pflege gelesen hab.


- die Pflanze sollte möglichst feucht und hell stehen. Dieses Klima kann man z.B. erreichen, wenn mann die Pflanze in ein leicht mit Wasser gefülltes Aquarium stellt.


- Bodennässe sollte vermieden werden


- möglichst mit kalkarmen Wasser gießen


- unnötiges Reizen der Fangblätter vermeiden (fast unmöglich *g*)



Preis:
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Je nach Größe hab ich die Pflanze zwischen 4 und 8 Euro gesehen.



Fazit:
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Meiner Meinung nach ist es die faszinierendste Pflanze auf der Welt. Wer also seine Finger und Neugier einigermaßen unter Kontrolle hat und eine etwas anspruchsvolle Pflege nicht scheut, der sollte sich diesen natürlichen Fliegenfänger ruhig ins Haus holen.


thx-4-reading

by ~me®kriVK@tor~

20 Bewertungen, 2 Kommentare

  • carlo2000

    02.06.2002, 21:28 Uhr von carlo2000
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein wirklich sehr guter Beitrag!

  • Bornfire

    02.06.2002, 21:27 Uhr von Bornfire
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich liebe diese Pflanzen