Verdammtnochma! - Samy Deluxe Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 08/2004
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von MyName
Nicht der Beste, sondern der Guteste!
Pro:
Samy ist zurück mit einer 80 Minuten langen und guten CD...
Kontra:
...auf der auch schwächere Tracks zu finden sind.
Empfehlung:
Ja
Da liegt sie vor mir, die CD auf die ich so lange gewartet habe. Der Interpret grinst mich mit seiner Kleeblatt-Cap und seinem Schmollmund an – und macht richtig Lust in das erwartete Meisterwerk reinzuhören. Nach seinem ersten Soloalbum das 2001 erschienen ist, machte Samy Deluxe eine kleine Pause um sich anschließend wieder in einer Crew zu beweisen. Diese bildete er 2003 zusammen mit Afrob und unter dem Kürzel ASD veröffentlichten die Beiden ein Album. Wäre es nach mir gegangen hätte er sich dies ruhig sparen können, denn wirklich berauschend ist das Teil nicht geworden. Nicht zu vergleichen mit seiner früheren Crew Dynamite Deluxe, mit der er sein erstes Album veröffentlichte, welches wohl als einer der Meilensteine im deutschen HipHop zu nennen ist. Jetzt ist er aber wieder Solo unterwegs und „Hamburgs Finest“ hat eine fast 80 minütige CD im Gepäck die es jetzt gilt näher unter die Lupe zu nehmen.
„Schönen guten Tag meine Damen und Herren, mein Name ist Samy Deluxe. Yeah! So geht’s los Baby! Verdammtnochma...“ so eröffnet das Intro die CD. Ein lockere flowender Samy über einen musikalischen Klangteppich der Heatmakerz. Selten gibt es solch ein langes Intro zu hören. Der nächste Track – „Zurück“ – ist die erste Singleauskopplung des Albums. Der gute Sam geht dabei voll mit dem Trend und der Producer Blitz spendiert dem Beat neben ein paar Streichern auch nörgelnde Klingelton-Sounds. Na das kann man sich zwar jeden Tag auf Viva+ antun, aber Jamba bietet sie soweit ich weiß noch nicht an. Zurück zu „Zurück“ – textlich nicht sehr tiefgründig, was ich mir auch nicht von Herr Sorge erwarte, ein netter Representer nicht mehr und nicht weniger. Was allerdings das „Video“ zu dem Track soll?! Ich dachte erst es wäre ein schlechter Scherz als ich dieses auf MTVIVA gesehen habe. Recht teuer sollte es nicht gewesen sein. Sieht nämlich wie eine Selfmade-Produktion mit Music Maker Effekten aus...
Beim nächsten Track schieben sich zum ersten mal die Headliners in den Vordergrund. Der erste Act auf Samy’s eigenem Label, den er nach eigenen Angaben noch groß herausbringen möchte. Schlecht machen sie ihre Sache wirklich nicht, auch wenn sie natürlich etwas hinter dem großen Chef zurückstehen. „Bereit“ gehört jedenfalls zu einem meiner Lieblinge des Albums, nicht zuletzt durch den Streicher-Beat von DJ Rocky – den ich so ähnlich schon einmal bei Der Firma gehört habe.
Die Tracklist lässt es schon vermuten dass einige deepere Songs auf dem Album zu finden sind: „Einfach Ich“, „Generation“, „Denk“, „Blick Zurück“ oder „Gott Sei Dank“. Track 4 „Einfach Ich“ bestätigt diese Vermutung. Ein nachdenklicher Samy textet über seine Situation und sein Leben – ach wie schwer ist doch das Leben und wie schlimm wird er nur von der Öffentlichkeit gestresst („Da ist Samy Deluxe, schnell mach mal ein Foto von ihm“) ... Im zweiten Teil des Songs wendet er sich an seine Fans (da fühlt man sich doch direkt angesprochen) und der ganze Track wird wieder etwas positiver. Wie bei 2 weiteren Tracks hat auch hier Samy’s Hausproduzent Tropf hand angelegt – das merkt man sofort, denn der Gute versteht sein Handwerk. Zum Ende hin nimmt der Beat etwas an Fahrt auf und schafft so einen guten Übergang zum nächsten Song.
Auch wenn mir Track 6 nicht wirklich gefällt möchte ich ihn trotzdem kurz ansprechen, finden ihn doch so viele Leute herausragend und musste er auch für meine Überschrift herhalten - „Der Guteste“. Wäre da nicht der schreckliche Hook könnte ich mich sogar auf das Ganze einlassen, aber dieser trifft leider so gar nicht meinen Geschmack. Ich möchte am liebsten sofort auf Stop drücken, auch wenn die Strophen und der orientalische Beat klar gehen. Vielleicht wird das ganze nach mehrmaligem Hören besser...? Auch über „Champions“ muss ich mich beschweren. Was macht denn Afrob da schon wieder? Aber wenn ich gerade den Track so anhöre, schlecht ist er eigentlich nicht. Vielleicht sollte ich meine Vorurteile vergessen und mich lieber mitreißen lassen... ja das sollte ich!
Nach einem Skit kommt Track Numero 10 „Mehr Rapshit“. Auf jeden Fall ein richtig gut nach vorne gehenden Beat, von Kaos produziert. Besonders der Anfang mit dem „Whoooop there it is...“ ist sehr gelungen. Kopfnicker Fraktion vortreten! Ihr könnt gleich stehen bleiben, denn auch „Bounce Club“ bounced mehr als eine Elefanten Horde die ein Mauseloch im Porzellanladen entdeckt. Blumentopf hat doch über das Thema auch einen Track gemacht, wenn mir nur der Titel einfallen würde – der Inhalt war aber doch etwas unterschiedlich.
Nach dem Ganze „Rumgebounce“ und „Kopfgenicke“ lässt es Samy jetzt wieder etwas tiefsinniger angehen. Sozialkritisch wie „Weck mich auf“ kommt „Generation“ daher, darin rappt Samy aus der Sicht einer arbeitslosen, unmotivierten, drogenabhängigen „Generation“. Er macht auf so einige Missstände aufmerksam und spricht Sachen ironisch an, die dieser immer wieder vorgeworfen werden:
„Wir waren noch nie bekannt für gutes Benehmen, mehr dafür so selten wie möglich zur Schule zu gehen ... uns kann keiner umerziehen wir sind zu souverän ... denn das ist meine Generation zu viele Leute meiner Generation haben keine Motivation und Inspiration sind immer besoffen und immer nur stoned“
Einige Aussagen haben es wirklich in sich, schade das Samy dies nicht durch den ganzen Track durchhält und man teilweise schmunzeln muss denn einiges ist doch etwas blauäugig formuliert. Er ist halt doch nicht DER deepe Textschreiber wie Curse oder Moses P. ... Es geht sozialkritisch weiter – „Denk“ – Samy liegt erkältet im Bett und denkt über alles mögliche nach (so könnte der Track wirklich entstanden sein). Denken alleine reicht aber leider nicht, denn hinterfragen tut er die Erkenntnisse nicht wirklich, aber für seine Verhältnisse auf jeden Fall ein hohes Level. Gähn... das er aber mal wieder den Herrn Bundeskanzler direkt anspricht ist doch schon etwas ausgelutscht.
Jetzt ist aber eindeutig der Zeitpunkt wo ich anfange zu realisieren, dass ich mich in den 3 Jahren zwischen seinem ersten Album und „Verdammtnochmal“ „weiterentwickelt“ habe. Vielen Tracks die mich früher vielleicht inhaltlich beeindruckt hätten, denen kann ich jetzt nicht mehr soviel abgewinnen. Ich muss ganz klar meine Ansprüche zurückschrauben und so den letzten Teil des Albums hören. Samy ist einfach nicht der MC der ultraintelligente und höchst durchdachte Texte schreibt. Wenn ich so etwas hören will muss ich wohl das neue Album von Moses P in den Player legen...
Mit dieser neuen Erkenntnis geht es weiter, „Es ist wahr“ wartet. Pah und da ist es mal wieder, böses böses Deutschland. Ja Samy wir wissen ja dass du Deutschland nicht magst und nur wegen uns lieben Fans hier bleibst – darüber sind wir auch froh, aber musstest du deswegen wieder so ein Track schreiben. Ist da manches nicht vielleicht etwas sehr übertrieben?! Zum Glück fühle ich mich von Sachen wie „depressiven Wesen voller Angst und Zorn“ nicht angesprochen Samy, sonst hättest du jetzt einen Fan weniger. „Deutschland nicht persönlich nehmen“ Gut, dann will ich es mal nicht so eng sehen.
Nun folgt ein Track den mir Samy Deluxe wie aus der Seele geschrieben hat. Noch nie habe ich mich mit einem Song so sehr identifiziert wie mit „Manchmal“. Ich werde richtig melancholisch wenn ich den Track höre – ist schon sehr ungewöhnlich, genau wie die Tatsache dass J-Luv mit von der Partie ist. Hatte der nicht Stress mit Samy? Egal. Jedenfalls ist „Manchmal“ eine Ode an die Freundschaft und da mein bester Freund in einigen Wochen nach England zum Studieren gehen wird und ich ihn eine ganze Zeit nicht sehen werde, berühren mich Zeilen wie die folgenden doch sehr:
„Alles was ich weiß ist dass das kostbarste hier unsere Zeit ist, und man ne gute Zeit oft nicht schätzt bis sie vorbei ist, wenn man im Nachhinein wirklich sieht was man hatte und man obwohl man es nicht wollte den Verlust nicht verkraftet, es vermisst, sich verzweifelt diese Zeiten zurückwünscht, für die Zukunft auf Holz klopfend hofft dass es Glück bringt ... Es ist wahr gute Freunde zu finde ist hart und noch härter ist es die Freundschaft am Leben zu erhalten“
„Manchmal höre ich dieses Lied, kommen Tränen in die Augen“ ... so geht es mir auch Samy!
Weg vom tiefsinnigen Kram, hin zu den kraftvolleren Tracks. Da hätten wir „Pures Gift 2004“ ... Dynamite Deluxe hat sich tatsächlich wieder im Studio zusammengefunden um eine Fortsetzung vom Classic-Track „Pures Gift“ zu machen – an den sie, wie zu erwarten war, nicht herankommen. Aber trotzdem schön sich wieder in die alten Zeiten zurückversetzt zu fühlen. Mit „Was Was“ steht der nächste Track an der auch zu meinen Lieblingen gehört. Alleine der famos-umwerfende Beginn reißt einen sofort mit – hinter keinem anderen Beat des Albums steckt so viel Energie. Den letzten Song den ich ansprechen möchte ist auch gleichzeitig der letzte des Albums – „Gott Sei Dank“. Man merkt sofort dass wie beim Intro auch hier die Heatmakerz an den Reglern saßen. Wie der Titel schon vermuten lässt wendet sich Samy im Text an Gott und bedankt sich für alles mögliche. Fin.
Tracklist:
¯¯¯¯¯¯¯
1. Intro
2. Zurück
3. Bereit feat. Headliners
4. Einfach ich
5. Tu was ich tu
6. Der Guteste
7. Warum feat. Vibe
8. Champions feat. Afrob
9. Beat Box Skit
10. Mehr Rapshit
11. Bounce Club
12. PDSA
13. Generation
14. Denk
15. Ha Ha Ha
16. Es ist wahr
17. Manchmal feat. J-Luv
18. Viel mehr
19. Pures Gift 2004
20. Was Was feat. Charnell
21. Blick zurück
22. Gott sei dank
Bleibt noch eine kurzes Fazit zu schreiben. Das Album beeindruckt mich nicht in der Weise wie es das erste Soloalbum von Samy Deluxe hat – mag es an mir liegen oder nicht. Zu Beginn bin ich mit den falschen Erwartungen an das Album gegangen, die vielleicht auch etwas zu hoch lagen als dass sie hätten erfüllt werden können. Deshalb war ich anfangs auch etwas vom Album enttäuscht, aber auf den zweiten Blick muss ich sagen dass Samy wieder mal ein gutes Album gelungen ist. Dabei beeindruckt mich besonders „Manchmal“ mit dem ich einiges verbinde. Samy geht auf jeden Fall wieder seinen Weg und zum Glück führt ihn dieser nicht nur in den „Bounce Club“ sondern auch in deepere Gefilde. Ich bin mal gespannt auf welchen Platz das Album charten wird - 2 oder 1 ?!
MyName
„Schönen guten Tag meine Damen und Herren, mein Name ist Samy Deluxe. Yeah! So geht’s los Baby! Verdammtnochma...“ so eröffnet das Intro die CD. Ein lockere flowender Samy über einen musikalischen Klangteppich der Heatmakerz. Selten gibt es solch ein langes Intro zu hören. Der nächste Track – „Zurück“ – ist die erste Singleauskopplung des Albums. Der gute Sam geht dabei voll mit dem Trend und der Producer Blitz spendiert dem Beat neben ein paar Streichern auch nörgelnde Klingelton-Sounds. Na das kann man sich zwar jeden Tag auf Viva+ antun, aber Jamba bietet sie soweit ich weiß noch nicht an. Zurück zu „Zurück“ – textlich nicht sehr tiefgründig, was ich mir auch nicht von Herr Sorge erwarte, ein netter Representer nicht mehr und nicht weniger. Was allerdings das „Video“ zu dem Track soll?! Ich dachte erst es wäre ein schlechter Scherz als ich dieses auf MTVIVA gesehen habe. Recht teuer sollte es nicht gewesen sein. Sieht nämlich wie eine Selfmade-Produktion mit Music Maker Effekten aus...
Beim nächsten Track schieben sich zum ersten mal die Headliners in den Vordergrund. Der erste Act auf Samy’s eigenem Label, den er nach eigenen Angaben noch groß herausbringen möchte. Schlecht machen sie ihre Sache wirklich nicht, auch wenn sie natürlich etwas hinter dem großen Chef zurückstehen. „Bereit“ gehört jedenfalls zu einem meiner Lieblinge des Albums, nicht zuletzt durch den Streicher-Beat von DJ Rocky – den ich so ähnlich schon einmal bei Der Firma gehört habe.
Die Tracklist lässt es schon vermuten dass einige deepere Songs auf dem Album zu finden sind: „Einfach Ich“, „Generation“, „Denk“, „Blick Zurück“ oder „Gott Sei Dank“. Track 4 „Einfach Ich“ bestätigt diese Vermutung. Ein nachdenklicher Samy textet über seine Situation und sein Leben – ach wie schwer ist doch das Leben und wie schlimm wird er nur von der Öffentlichkeit gestresst („Da ist Samy Deluxe, schnell mach mal ein Foto von ihm“) ... Im zweiten Teil des Songs wendet er sich an seine Fans (da fühlt man sich doch direkt angesprochen) und der ganze Track wird wieder etwas positiver. Wie bei 2 weiteren Tracks hat auch hier Samy’s Hausproduzent Tropf hand angelegt – das merkt man sofort, denn der Gute versteht sein Handwerk. Zum Ende hin nimmt der Beat etwas an Fahrt auf und schafft so einen guten Übergang zum nächsten Song.
Auch wenn mir Track 6 nicht wirklich gefällt möchte ich ihn trotzdem kurz ansprechen, finden ihn doch so viele Leute herausragend und musste er auch für meine Überschrift herhalten - „Der Guteste“. Wäre da nicht der schreckliche Hook könnte ich mich sogar auf das Ganze einlassen, aber dieser trifft leider so gar nicht meinen Geschmack. Ich möchte am liebsten sofort auf Stop drücken, auch wenn die Strophen und der orientalische Beat klar gehen. Vielleicht wird das ganze nach mehrmaligem Hören besser...? Auch über „Champions“ muss ich mich beschweren. Was macht denn Afrob da schon wieder? Aber wenn ich gerade den Track so anhöre, schlecht ist er eigentlich nicht. Vielleicht sollte ich meine Vorurteile vergessen und mich lieber mitreißen lassen... ja das sollte ich!
Nach einem Skit kommt Track Numero 10 „Mehr Rapshit“. Auf jeden Fall ein richtig gut nach vorne gehenden Beat, von Kaos produziert. Besonders der Anfang mit dem „Whoooop there it is...“ ist sehr gelungen. Kopfnicker Fraktion vortreten! Ihr könnt gleich stehen bleiben, denn auch „Bounce Club“ bounced mehr als eine Elefanten Horde die ein Mauseloch im Porzellanladen entdeckt. Blumentopf hat doch über das Thema auch einen Track gemacht, wenn mir nur der Titel einfallen würde – der Inhalt war aber doch etwas unterschiedlich.
Nach dem Ganze „Rumgebounce“ und „Kopfgenicke“ lässt es Samy jetzt wieder etwas tiefsinniger angehen. Sozialkritisch wie „Weck mich auf“ kommt „Generation“ daher, darin rappt Samy aus der Sicht einer arbeitslosen, unmotivierten, drogenabhängigen „Generation“. Er macht auf so einige Missstände aufmerksam und spricht Sachen ironisch an, die dieser immer wieder vorgeworfen werden:
„Wir waren noch nie bekannt für gutes Benehmen, mehr dafür so selten wie möglich zur Schule zu gehen ... uns kann keiner umerziehen wir sind zu souverän ... denn das ist meine Generation zu viele Leute meiner Generation haben keine Motivation und Inspiration sind immer besoffen und immer nur stoned“
Einige Aussagen haben es wirklich in sich, schade das Samy dies nicht durch den ganzen Track durchhält und man teilweise schmunzeln muss denn einiges ist doch etwas blauäugig formuliert. Er ist halt doch nicht DER deepe Textschreiber wie Curse oder Moses P. ... Es geht sozialkritisch weiter – „Denk“ – Samy liegt erkältet im Bett und denkt über alles mögliche nach (so könnte der Track wirklich entstanden sein). Denken alleine reicht aber leider nicht, denn hinterfragen tut er die Erkenntnisse nicht wirklich, aber für seine Verhältnisse auf jeden Fall ein hohes Level. Gähn... das er aber mal wieder den Herrn Bundeskanzler direkt anspricht ist doch schon etwas ausgelutscht.
Jetzt ist aber eindeutig der Zeitpunkt wo ich anfange zu realisieren, dass ich mich in den 3 Jahren zwischen seinem ersten Album und „Verdammtnochmal“ „weiterentwickelt“ habe. Vielen Tracks die mich früher vielleicht inhaltlich beeindruckt hätten, denen kann ich jetzt nicht mehr soviel abgewinnen. Ich muss ganz klar meine Ansprüche zurückschrauben und so den letzten Teil des Albums hören. Samy ist einfach nicht der MC der ultraintelligente und höchst durchdachte Texte schreibt. Wenn ich so etwas hören will muss ich wohl das neue Album von Moses P in den Player legen...
Mit dieser neuen Erkenntnis geht es weiter, „Es ist wahr“ wartet. Pah und da ist es mal wieder, böses böses Deutschland. Ja Samy wir wissen ja dass du Deutschland nicht magst und nur wegen uns lieben Fans hier bleibst – darüber sind wir auch froh, aber musstest du deswegen wieder so ein Track schreiben. Ist da manches nicht vielleicht etwas sehr übertrieben?! Zum Glück fühle ich mich von Sachen wie „depressiven Wesen voller Angst und Zorn“ nicht angesprochen Samy, sonst hättest du jetzt einen Fan weniger. „Deutschland nicht persönlich nehmen“ Gut, dann will ich es mal nicht so eng sehen.
Nun folgt ein Track den mir Samy Deluxe wie aus der Seele geschrieben hat. Noch nie habe ich mich mit einem Song so sehr identifiziert wie mit „Manchmal“. Ich werde richtig melancholisch wenn ich den Track höre – ist schon sehr ungewöhnlich, genau wie die Tatsache dass J-Luv mit von der Partie ist. Hatte der nicht Stress mit Samy? Egal. Jedenfalls ist „Manchmal“ eine Ode an die Freundschaft und da mein bester Freund in einigen Wochen nach England zum Studieren gehen wird und ich ihn eine ganze Zeit nicht sehen werde, berühren mich Zeilen wie die folgenden doch sehr:
„Alles was ich weiß ist dass das kostbarste hier unsere Zeit ist, und man ne gute Zeit oft nicht schätzt bis sie vorbei ist, wenn man im Nachhinein wirklich sieht was man hatte und man obwohl man es nicht wollte den Verlust nicht verkraftet, es vermisst, sich verzweifelt diese Zeiten zurückwünscht, für die Zukunft auf Holz klopfend hofft dass es Glück bringt ... Es ist wahr gute Freunde zu finde ist hart und noch härter ist es die Freundschaft am Leben zu erhalten“
„Manchmal höre ich dieses Lied, kommen Tränen in die Augen“ ... so geht es mir auch Samy!
Weg vom tiefsinnigen Kram, hin zu den kraftvolleren Tracks. Da hätten wir „Pures Gift 2004“ ... Dynamite Deluxe hat sich tatsächlich wieder im Studio zusammengefunden um eine Fortsetzung vom Classic-Track „Pures Gift“ zu machen – an den sie, wie zu erwarten war, nicht herankommen. Aber trotzdem schön sich wieder in die alten Zeiten zurückversetzt zu fühlen. Mit „Was Was“ steht der nächste Track an der auch zu meinen Lieblingen gehört. Alleine der famos-umwerfende Beginn reißt einen sofort mit – hinter keinem anderen Beat des Albums steckt so viel Energie. Den letzten Song den ich ansprechen möchte ist auch gleichzeitig der letzte des Albums – „Gott Sei Dank“. Man merkt sofort dass wie beim Intro auch hier die Heatmakerz an den Reglern saßen. Wie der Titel schon vermuten lässt wendet sich Samy im Text an Gott und bedankt sich für alles mögliche. Fin.
Tracklist:
¯¯¯¯¯¯¯
1. Intro
2. Zurück
3. Bereit feat. Headliners
4. Einfach ich
5. Tu was ich tu
6. Der Guteste
7. Warum feat. Vibe
8. Champions feat. Afrob
9. Beat Box Skit
10. Mehr Rapshit
11. Bounce Club
12. PDSA
13. Generation
14. Denk
15. Ha Ha Ha
16. Es ist wahr
17. Manchmal feat. J-Luv
18. Viel mehr
19. Pures Gift 2004
20. Was Was feat. Charnell
21. Blick zurück
22. Gott sei dank
Bleibt noch eine kurzes Fazit zu schreiben. Das Album beeindruckt mich nicht in der Weise wie es das erste Soloalbum von Samy Deluxe hat – mag es an mir liegen oder nicht. Zu Beginn bin ich mit den falschen Erwartungen an das Album gegangen, die vielleicht auch etwas zu hoch lagen als dass sie hätten erfüllt werden können. Deshalb war ich anfangs auch etwas vom Album enttäuscht, aber auf den zweiten Blick muss ich sagen dass Samy wieder mal ein gutes Album gelungen ist. Dabei beeindruckt mich besonders „Manchmal“ mit dem ich einiges verbinde. Samy geht auf jeden Fall wieder seinen Weg und zum Glück führt ihn dieser nicht nur in den „Bounce Club“ sondern auch in deepere Gefilde. Ich bin mal gespannt auf welchen Platz das Album charten wird - 2 oder 1 ?!
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