Vogtlandbahn Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von ladaci
Wenn kleine Bahnen große Ziele haben
Pro:
unerwartet guter Service, Pünktlichkeit, Sauberkeit, Freundlichkeit
Kontra:
bis heute keins gefunden
Empfehlung:
Ja
Mein Testbericht zur \"Vogtlandbahn GmbH\".
Seit Einberufung zur Bundeswehr bin ich auf die Dienste der Vogtlandbahn angewiesen. Da ich sehr interessante und unvermutete Erlebnisse in dieser hatte, halte ich es für meine Pflicht, einen Testbericht darüber zu verfassen.
1. Die Geschichte der Vogtlandbahn
----------------------------------
Die eigentliche Gründung der Vogtlandbahn GmbH fand am 01.01.1998 statt, aber der Grund dafür liegt zu diesem Zeitpunkt bereits 4 Jahre zurück. Da nämlich, im Jahr 1994 schreibt der Freistaat Sachsen europaweit die Nahverkehrsbedienung der Eisenbahnstrecken \"Zwickau-Falkenstein-Klingenthal\" und \"Herlasgrün-Falkenstein-Adorf\" aus. Den Zuschlag erhielt die Regentalbahn GmbH, wobei die Streckenbetreuung weiterhin der Deutschen Bahn obliegt und im Zuge dessen verpflichtet wird, die besagten Strecken für eine Nutzung bei 80 Km/h auszubauen. Nachdem die Ausbaumasnahmen seitens der Deutschen Bahn abgeschlossen waren, beginnt am 23.11.1997 der Fahrbetrieb dieser beiden Strecken mit 10 vollklimatisierten Zügen der Baureihe RegioSprinter, die bereits im Sommer des Jahres erworben wurden. Erst da wurde die Vogtlandbahn aus dem Status \"Betriebsteil\" in eine GmbH umgewandelt und aus der Regental Bahnbetriebs-GmbH ausgelöst. Sie ist somit das 5. Tochterunternehmen der großen Mutter Regentalbahn AG.
2. Das Linienangebot und das Ticket
-----------------------------------
Ganze 8 Linienverbindungen bietet die Vogtlandbahn bereits jetzt auf den üppigen 630 Streckenkilometern an, Was im Vergleich zu anderen Regionalbahnen einen guten Platz in den Top 5 bedeutet.
Das Fahrtpreissystem ist dem alten (und meiner Meinung nach bewehrten) System der Deutschen Bahn gleich.
Als Sonderkarten soll hier bloß das HOPPER-TICKET genannt sein. Das gilt für 1 Erwachsenen vorwiegend in der wochentätigen Zeit von 9.00 Uhr bis zum Folgetag 3.00 Uhr für eine Hin- und Rückfahrt bis jeweils 50 Km Entfernung und kostet 4.00 €uro. Genaue Reisepreise sind auf der Internetpräsenz der Vogtlandbahn und der Deutschen Bahn einsehbar. Die zwei Gesellschaften akzeptieren auch gegenseitig die ausgegebenen Tickets, ein extra Lösen eines Fahrscheines entfällt damit.
Fahrscheine können in den diversen Agenturen, bei der Deutschen Bahn oder am Automaten am Bahnsteig und/oder im Zug erworben werden.
3. Service und Komfort in den Zügen
-----------------------------------
Die Vogtlandbahn verzichtet auf unnötigen Schnickschnack, wie ein Bordbistro oder teure Glaspaläste als Ticketschalter. Das ist eher verständlich, wenn man weiß, daß dieses Eisenbahnangebot eher wie eine überdimensionierte Straßenbahn genutzt wird. Man fährt hier im Bayern mit ihr zur Arbeit, zum Fußballspiel oder einfach nur einkaufen. Wer braucht da schon ein belegtes Brötchen oder Kaffee aus einem Borbistro?
Einen Schaffner bzw. Zugbegleiter, wie die heute heißen sucht man in der Vogtlandbahn meist vergebens - ein Produkt der Kostensenkung, wie man sie aus jeder Ecke kennt. Sporatisch kommt dennoch eine Fahrscheinprüfung vor, bei der die Mitarbeiter und -innen stets korrekt, freundlich und Fragen gegenüber aufgeschlossen, ja fast schon freudig erregt reagieren.
Der Zugführer ist nicht in seinem Cockpit eingeschlossen, sondern kann und darf in erforderlichen Situationen
seinen Platz verlassen. Das macht nicht nur Sinn, sondern auch einen guten Ruf, wenn dieser (wie beobachtet) plötzlich aus seiner Führerkabine springt, die Tür öffnet und einer alten Dame auf dem Bahnsteig entgegenläuft, um sie beim Einsteigen zu unterstützen.
4. Sauberkeit der Züge
----------------------
Hier findet sich nur ein Wort: vorbildlich. Natürlich steigt man nie in einen sterilen Zug - das tut man nirgendwo, aber sollte man sich vor Augen führen, daß sich gerade in öffentlichen Einrichtungen jeglicher Art eine große Menge Menschen aufhält und dementsprechend hoch die effektive Anzahl von Chaoten ist, die es wohl lustig finden, Getränke auszugießen und dreckige Schuhe auf den Sitz zu legen.
Hier wird seitens der Vogtlandbahn sehr genau acht gegeben und unbemerkt enstandene Widerlichkeiten ohne große Worte oder gar Murren entfernt. Das bezieht sich nicht nur auf den Fahrgastraum, sondern auch und insbesondere für die Bordtoiletten.
Für mich unerklärlich ist das äußere, stets saubere Erscheinungsbild der Züge. Wie das funktioniert ist mir schleierhaft, aber wohl doch möglich. An dieser Stelle lohnt der vergleichende Blick zur Deutschen Bahn.
5. Fahrgastinformationen
------------------------
Faltzettel liegen nicht an den Plätzen aus, wo sie eh nur im Weg sind, zerknüllt und ungelesen weggeworfen werden. Im Eingangsbereich jedes Zuges der Vogtlandbahn befindet sich ein Prospekthalter, der die wichtigsten Fahrgastinformationen sauber beinhaltet. Für weitere Fragen stehen die Mitarbeiter auch, wie bereits erwähnt sehr gerne zur Verfügung.
6. Mankos
---------
Dafür läßt die Vogtlandbahn sehr wenig Grund. Keine nennenswerten Verspätungen, seit über einem halben Jahr regelmäßiger Nutzung, rechtzeitige Ansage des nächsten Haltes usw. Einzig eine Tatsache gefällt mir nicht, wofür allerdings die Vogtlandbahn selbst wahrscheinlich wenig kann: Die Züge sind zwar in der Niederflurbauweise gebaut, leider aber auch einige mir bekannte Bahnhöfe. Das ergibt teilweise Einstiegshöhen von über 40cm, was für Rollstuhlfahrer selbst in Begleitung nicht wirklich nutzbar ist.
7. Bemerkenswerte Erlebnisse in der Vogtlandbahn
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Eine kleine Episode möchte ich noch loswerden, die die vorbildliche Arbeit der Mitarbeiter/-innen beispielgebend dokumentiert und für mich unvergessen bleibt:
* Es war so, daß Baumaßnahmen auf der Strecke einen Schienenersatz via Bus erforderlich machten. Der Zugbegleiter, der in diesen Bussen die Fahrscheine prüfte, erhielt die Information, daß der Anschlußbus, der nicht zur Vogtlandbahn gehörte, aus ungeklärten Umständen bereits weg sei. Wehrdienstleistende und andere Soldaten verraten sich im Zug (versehentlich) durch den Kampfrucksack oder die olive Reisetasche. Der Zugbegleiter erkundgte sich, in welchem Bataillon und welcher Kompanie die reisenden Soldaten stationiert waren, zückte sein Firmenhandy und hatte wenige Minuten später unaufgefordert einen Kraftfahrer des Bataillons zum Haltepunkt bestellt. Wir kamen alle pünktlich an. *
Allerhöchsten Respekt vor derartig perfekten Fahrgastservice !
8. Fazit
--------
Die Vogtlandbahn hat in ihrem kurzen Bestehen Leistungen und Serviceangebote entwickelt, deren perfekte Umsetzung durch die Mitarbeiter/-innen einen unerwartet hohen Qualitätsstandart sichern. Sowohl Pünktlichkeit, als auch Sauberkeit, Freundlichkeit und Fahrgastnähe fand ich stets in einwandfreiem Zustand vor.
Ich empfehle die Fahrt mit der Vogtlandbahn, insbesondere, wenn man aus einem Zug der Deutschen Bahn umsteigt.
Bis zum nächsten Bericht
Euer LADACI [email protected]
Seit Einberufung zur Bundeswehr bin ich auf die Dienste der Vogtlandbahn angewiesen. Da ich sehr interessante und unvermutete Erlebnisse in dieser hatte, halte ich es für meine Pflicht, einen Testbericht darüber zu verfassen.
1. Die Geschichte der Vogtlandbahn
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Die eigentliche Gründung der Vogtlandbahn GmbH fand am 01.01.1998 statt, aber der Grund dafür liegt zu diesem Zeitpunkt bereits 4 Jahre zurück. Da nämlich, im Jahr 1994 schreibt der Freistaat Sachsen europaweit die Nahverkehrsbedienung der Eisenbahnstrecken \"Zwickau-Falkenstein-Klingenthal\" und \"Herlasgrün-Falkenstein-Adorf\" aus. Den Zuschlag erhielt die Regentalbahn GmbH, wobei die Streckenbetreuung weiterhin der Deutschen Bahn obliegt und im Zuge dessen verpflichtet wird, die besagten Strecken für eine Nutzung bei 80 Km/h auszubauen. Nachdem die Ausbaumasnahmen seitens der Deutschen Bahn abgeschlossen waren, beginnt am 23.11.1997 der Fahrbetrieb dieser beiden Strecken mit 10 vollklimatisierten Zügen der Baureihe RegioSprinter, die bereits im Sommer des Jahres erworben wurden. Erst da wurde die Vogtlandbahn aus dem Status \"Betriebsteil\" in eine GmbH umgewandelt und aus der Regental Bahnbetriebs-GmbH ausgelöst. Sie ist somit das 5. Tochterunternehmen der großen Mutter Regentalbahn AG.
2. Das Linienangebot und das Ticket
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Ganze 8 Linienverbindungen bietet die Vogtlandbahn bereits jetzt auf den üppigen 630 Streckenkilometern an, Was im Vergleich zu anderen Regionalbahnen einen guten Platz in den Top 5 bedeutet.
Das Fahrtpreissystem ist dem alten (und meiner Meinung nach bewehrten) System der Deutschen Bahn gleich.
Als Sonderkarten soll hier bloß das HOPPER-TICKET genannt sein. Das gilt für 1 Erwachsenen vorwiegend in der wochentätigen Zeit von 9.00 Uhr bis zum Folgetag 3.00 Uhr für eine Hin- und Rückfahrt bis jeweils 50 Km Entfernung und kostet 4.00 €uro. Genaue Reisepreise sind auf der Internetpräsenz der Vogtlandbahn und der Deutschen Bahn einsehbar. Die zwei Gesellschaften akzeptieren auch gegenseitig die ausgegebenen Tickets, ein extra Lösen eines Fahrscheines entfällt damit.
Fahrscheine können in den diversen Agenturen, bei der Deutschen Bahn oder am Automaten am Bahnsteig und/oder im Zug erworben werden.
3. Service und Komfort in den Zügen
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Die Vogtlandbahn verzichtet auf unnötigen Schnickschnack, wie ein Bordbistro oder teure Glaspaläste als Ticketschalter. Das ist eher verständlich, wenn man weiß, daß dieses Eisenbahnangebot eher wie eine überdimensionierte Straßenbahn genutzt wird. Man fährt hier im Bayern mit ihr zur Arbeit, zum Fußballspiel oder einfach nur einkaufen. Wer braucht da schon ein belegtes Brötchen oder Kaffee aus einem Borbistro?
Einen Schaffner bzw. Zugbegleiter, wie die heute heißen sucht man in der Vogtlandbahn meist vergebens - ein Produkt der Kostensenkung, wie man sie aus jeder Ecke kennt. Sporatisch kommt dennoch eine Fahrscheinprüfung vor, bei der die Mitarbeiter und -innen stets korrekt, freundlich und Fragen gegenüber aufgeschlossen, ja fast schon freudig erregt reagieren.
Der Zugführer ist nicht in seinem Cockpit eingeschlossen, sondern kann und darf in erforderlichen Situationen
seinen Platz verlassen. Das macht nicht nur Sinn, sondern auch einen guten Ruf, wenn dieser (wie beobachtet) plötzlich aus seiner Führerkabine springt, die Tür öffnet und einer alten Dame auf dem Bahnsteig entgegenläuft, um sie beim Einsteigen zu unterstützen.
4. Sauberkeit der Züge
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Hier findet sich nur ein Wort: vorbildlich. Natürlich steigt man nie in einen sterilen Zug - das tut man nirgendwo, aber sollte man sich vor Augen führen, daß sich gerade in öffentlichen Einrichtungen jeglicher Art eine große Menge Menschen aufhält und dementsprechend hoch die effektive Anzahl von Chaoten ist, die es wohl lustig finden, Getränke auszugießen und dreckige Schuhe auf den Sitz zu legen.
Hier wird seitens der Vogtlandbahn sehr genau acht gegeben und unbemerkt enstandene Widerlichkeiten ohne große Worte oder gar Murren entfernt. Das bezieht sich nicht nur auf den Fahrgastraum, sondern auch und insbesondere für die Bordtoiletten.
Für mich unerklärlich ist das äußere, stets saubere Erscheinungsbild der Züge. Wie das funktioniert ist mir schleierhaft, aber wohl doch möglich. An dieser Stelle lohnt der vergleichende Blick zur Deutschen Bahn.
5. Fahrgastinformationen
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Faltzettel liegen nicht an den Plätzen aus, wo sie eh nur im Weg sind, zerknüllt und ungelesen weggeworfen werden. Im Eingangsbereich jedes Zuges der Vogtlandbahn befindet sich ein Prospekthalter, der die wichtigsten Fahrgastinformationen sauber beinhaltet. Für weitere Fragen stehen die Mitarbeiter auch, wie bereits erwähnt sehr gerne zur Verfügung.
6. Mankos
---------
Dafür läßt die Vogtlandbahn sehr wenig Grund. Keine nennenswerten Verspätungen, seit über einem halben Jahr regelmäßiger Nutzung, rechtzeitige Ansage des nächsten Haltes usw. Einzig eine Tatsache gefällt mir nicht, wofür allerdings die Vogtlandbahn selbst wahrscheinlich wenig kann: Die Züge sind zwar in der Niederflurbauweise gebaut, leider aber auch einige mir bekannte Bahnhöfe. Das ergibt teilweise Einstiegshöhen von über 40cm, was für Rollstuhlfahrer selbst in Begleitung nicht wirklich nutzbar ist.
7. Bemerkenswerte Erlebnisse in der Vogtlandbahn
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Eine kleine Episode möchte ich noch loswerden, die die vorbildliche Arbeit der Mitarbeiter/-innen beispielgebend dokumentiert und für mich unvergessen bleibt:
* Es war so, daß Baumaßnahmen auf der Strecke einen Schienenersatz via Bus erforderlich machten. Der Zugbegleiter, der in diesen Bussen die Fahrscheine prüfte, erhielt die Information, daß der Anschlußbus, der nicht zur Vogtlandbahn gehörte, aus ungeklärten Umständen bereits weg sei. Wehrdienstleistende und andere Soldaten verraten sich im Zug (versehentlich) durch den Kampfrucksack oder die olive Reisetasche. Der Zugbegleiter erkundgte sich, in welchem Bataillon und welcher Kompanie die reisenden Soldaten stationiert waren, zückte sein Firmenhandy und hatte wenige Minuten später unaufgefordert einen Kraftfahrer des Bataillons zum Haltepunkt bestellt. Wir kamen alle pünktlich an. *
Allerhöchsten Respekt vor derartig perfekten Fahrgastservice !
8. Fazit
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Die Vogtlandbahn hat in ihrem kurzen Bestehen Leistungen und Serviceangebote entwickelt, deren perfekte Umsetzung durch die Mitarbeiter/-innen einen unerwartet hohen Qualitätsstandart sichern. Sowohl Pünktlichkeit, als auch Sauberkeit, Freundlichkeit und Fahrgastnähe fand ich stets in einwandfreiem Zustand vor.
Ich empfehle die Fahrt mit der Vogtlandbahn, insbesondere, wenn man aus einem Zug der Deutschen Bahn umsteigt.
Bis zum nächsten Bericht
Euer LADACI [email protected]
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