Vogtlandbahn Testbericht

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Erfahrungsbericht von Pirnese

Tief im Westen...fährt die Vogtlandbahn

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Tief im Westen... nein, da liegt nicht nur Bochum. Tief im Westen von Sachsen liegt das Vogtland. Auf den Bahnschienen ist dort die Vogtlandbahn GmbH unterwegs, von der ich heute etwas erzählen möchte.

Privatbahnen in Sachsen
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Noch immer ist die Vogtlandbahn der größte Konkurrent der Deutschen Bahn in Sachsen. Denn die Besteller der Leistungen im Schienenpersonennahverkehr vertrauen noch immer viel zu sehr der Deutschen Bahn. Nicht so der Vogtland Verkehrsverbund. Dieser bzw. bis 1998 der Freistaat Sachsen, bestellten schon 1996 Nahverkehrsleistungen bei der Vogtlandbahn.

Das Unternehmen
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Ansässig ist das sächsische Unternehmen in Neumark, zwischen Zwickau und Reichenbach (V). Das Unternehmen gehört zur Regentalbahn-Gruppe, der Freistaat Bayern ist Hauptaktionär dieser.

Die Strecken
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Angefangen hat alles im Jahr 1996 mit der Strecke Zwickau – Plauen – Bad Brambach. Eigentlich war diese Strecke nur eine Notlösung, denn die DB Netz AG (ihr gehören die Schienenstrecken) hatte die eigentlich vorgesehenen Strecken noch nicht fertig saniert. Der Freistaat Sachsen drängte daher die Deutsche Bahn, der Vogtlandbahn die Verkehrsleistungen auf der o.g. Strecke zu übergeben.
Im Jahr 1997 dann konnte die Vogtlandbahn ihre geplanten Linien in Betrieb nehmen. Von jetzt an ging es von Zwickau über Falkenstein nach Klingenthal sowie von Plauen über Falkenstein nach Adorf. Dabei verkehren zwischen Falkenstein und Zwotental einige Züge beider Linien zusammen.
Inzwischen ist das Streckennetz deutlich erweitert worden:
Die Linie Zwickau – Plauen – Bad Brambach fährt über Cheb (Tschechische Republik) weiter nach Marktredwitz in Bayern. Von Bad Brambach bis Cheb werden die Züge dabei von Lokführern der tschechischen Staatsbahn CD gesteuert. Zwischen Zwickau und Bad Brambach fahren die Züge im Stundentakt, weiter bis Marktredwitz alle zwei Stunden.
Die Linie Zwickau – Klingenthal wurde bis Kraslice (Tschechische Republik) verlängert. Jeder zweite Zug wird dabei von Zwotental bis Kraslice von Lokführern der tschechischen Privatbahn Viamont gesteuert. Diese Linie verkehrt im Stundentakt, ebenso wie die Linie Plauen – Adorf zwischen Plauen und Falkenstein, nach Adorf geht es alle zwei Stunden.
Neue Linien (Taktzeit):
- Plauen – Schleiz West (alle 2 Stunden), über die sächsisch-thüringische Landesgrenze
- Plauen – Hof (stündlich), von Sachsen nach Bayern
- Hof – Marktredwitz – Weiden (stündlich)
- Hof – Mehltheuer – Gera (alle 2 Stunden), von Bayern über Sachsen nach Thüringen
- Gera – Plauen – Weischlitz (alle zwei Stunden), hier ist eine Verknüpfung mit der Linie von Zwickau nach Cheb geplant, so dass die Züge bald auch zwischen Gera und Marktredwitz über Cheb fahren werden.

Die Fahrzeuge
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Eingesetzt werden zwei Fahrzeugtypen.
Der ältere Fahrzeugtyp nennt sich RegioSprinter und wurde von DUEWAG (Düsseldorfer Waggonbau AG, inzwischen zu Siemens gehörend) gebaut. Diese kleinen Triebwagen verfügen über zwei LKW-Motoren, je eins an den Enden. In diesen Triebwagen wurden viele Komponenten aus dem Omnibusbau. Leider verfügt dieser Triebwagen nur über die zweite Klasse. Ausgestattet ist er mit einer Toilette. Dieser Typ wird hauptsächlich auf den kürzeren Strecken eingesetzt.
Der neue Typ nennt sich DESIRO und wird von Siemens gebaut. Dieser Triebwagen ist deutlich komfortabler ausgestattet. So verfügt er über eine Klimaanlage, eine behindertengerechte Toilette, und einem 1.-Klasse-Abteil. Baugleich ist dieser Triebwagen zu der Baureihe 642 der Deutschen Bahn, allerdings haben die Vogtlandbahn-Triebwagen ein paar kleine Detailverbesserungen, zum Beispiel Armlehnen an den Sitzen, damit man nicht vom Sitz fällt.
Aber Gemeinsamkeiten haben die Triebwagen auch. So verfügen alle Triebwagen über Fahrscheinautomaten. Und wer unbedingt mal nach vorn auf die Strecke schauen will, der kann dies durch die Glastür zum Führerstand machen.
Die Triebwagen sind in weiß lackiert und haben grüne Kontrastflachen. An den Seiten tragen sie das sächsische Wappen sowie den Schriftzug „vogtlandbahn“.

Die Fahrscheine
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Fahrscheine kann man am Fahrscheinautomaten in den Triebwagen, bei den Zugbegleitern, in den Reisezentren der Deutschen Bahn sowie bei vielen Agenturen kaufen.
Im Bereich des VVV (Vogtland Verkehrsverbund) gilt dessen Tarif, also rund um Plauen, Falkenstein und Bad Brambach. In Zwickau und im Landkreis Zwickauer Land gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Mittelsachsen.
Für Fahrten die in keinem der beiden Verbünde oder verbundübergreifend stattfinden gilt der Haustarif der Vogtlandbahn. Dieser sehr günstige Tarif kann derzeit noch durch die BahnCard der Deutschen Bahn um 50% reduziert werden.
Außerdem gibt es diese Sondertickets:
- VB1-TagesTicket, damit kann man mit allen Zügen auf den Strecken Zwickau – Falkenstein – Klingenthal sowie Plauen – Falkenstein – Adorf täglich ab 7.45 Uhr beliebig oft nutzen. Es kostet 6 Euro und für Kinder (6 – 14 Jahre) 4,50 Euro
- Elstertalbahn-Ticket, mit diesem kann man zwischen Gera und Weischlitz ab 9 Uhr an Wochentagen und am Wochenende ohne Zeiteinschränkung einmal hin- und zurückfahren. Es kostet auch 6 bzw. 4,50 Euro.
- EgroNet-Ticket. Mit diesem Ticket kann man nicht nur bei der Vogtlandbahn fahren, sondern auch bei vielen Bus- und Bahnunternehmen im Vogtland, in Westsachsen, Westerzgebirge, Nordostbayern, Südthüringen und Tschechien fahren. An Wochentagen ab 7.30 Uhr und am Wochenende ohne Beschränkung. Das Ticket kostet 12 Euro für Einzelpersonen und das Familienticket (zwei Erwachsene und drei Kinder bis 17 Jahre oder Eltern mit beliebig vielen eigenen Kindern) 24 Euro. Tschechische Staatsbürger erhalten dieses Ticket in Tschechien stark vergünstigt.

Die Highlights
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Es gibt zwei Highlights bei der Vogtlandbahn, über die ich berichten möchte.
Das erste Highlight habe ich schon angesprochen: Die Züge fahren über die EU-Außengrenze nach Tschechien. Dieses ist ja bei der Deutschen Bahn sehr selten geworden. Die Pass- und Zollkontrolle finden während der Fahrt im Zug oder aber während kurzen Bahnhofsaufenthalten statt. Oder manchmal auch gar nicht.
Als zweites Highlight möchte ich die Stadt- und Regionalbahn in Zwickau nennen. Hier fährt die Vogtlandbahn als Straßenbahn bis ins Zentrum von Zwickau. Dazu wurden einige Triebwagen des Typs RegioSprinter mit Blink- und Bremsleuchten sowie einer Straßenbahnglocke ausgestattet. Parallel zur Vogtlandbahn fährt auch die Zwickauer Straßenbahn, zusammen fahren die beiden Bahnen auf einem Dreischienengleis. Denn die Zwickauer Straßenbahn hat eine schmalere Spurbreite (1000 mm) als die Normalspur der Eisenbahn (1435 mm). Im Zwickauer Zentrum endet die Vogtlandbahn vor dem Studentenwohnheim, über dass ich auch schon einen Bericht geschrieben habe.
Und so kommt man vom Zwickauer Zentrum direkt nach Kraslice. Dies wird von Deutschen, die nach Tschechien fahren, und Tschechen, die Zwickau besuchen, sehr gut angenommen.

Mein Fazit
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Seitdem ich mit der Vogtlandbahn unterwegs bin, so kann ich mich auf diese verlassen. Denn Verspätungen sind sehr selten. Auch das Personal habe ich bisher, auch durch persönliche Gespräche, als sehr freundlich kannengelernt. Immer wieder macht es mir Spaß, die Vogtlandbahn zu nutzen. Auch die anderen Fahrgäste sind mit dem Angebot sehr zufrieden, das merkt man auch an der guten Stimmung in den Zügen.

Link-Tipp: www.vogtlandbahn.de

© 22.11.2002 by Pirnese

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