WISO Sparbuch 2003 Testbericht
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Erfahrungsbericht von catmother
Seit Jahren mein zuverlässiger, elektronischer Steuerberater
Pro:
sehr umfangreich, gute Hilfefunktion, Multimedia-Tool
Kontra:
beim ersten Mal etwas schwierig
Empfehlung:
Ja
Steuern sparen will ja jeder gern. Nur die meisten von uns verschenken unbewusst einen Teil des im Laufe des Jahres gezahlten Geldes, weil sie einfach keine Steuererklärung machen. Zu kompliziert, Steuerberater zu teuer, der ganze Aufwand – das alles sind Gründe, aber sie halten im Grunde genommen nicht stand. Denn wozu gibt es heutzutage die vielen kleinen Helferlein?
Ich selbst wurde von dem Problem Steuern und Steuererklärung sozusagen überrannt mit der Einverleibung der DDR, in der ich mich um so etwas nie kümmern mußte. Im ersten Jahr nahm ich einen Steuerberater, weil der im Haus nebenan sein Büro hatte, und der war, gemessen an dem Einkommen, das ich damals hatte, wirklich teuer. Irgendwann fand ich dann mal in einem Kaufhaus eine Diskette mit einem Steuerprogramm. ELFE hieß das damals noch und lief auf DOS, entwickelte sich weiter und wurde schließlich zum WISO Sparbuch.
Nun liegt sie vor mir, die neueste Version als Sparbuch 2003, mein persönliches Exemplar zum Vorzugspreis. Aber das erkläre ich am Ende.
** Inhalt **
In der Packung, über deren etwas schwierige Gängigkeit beim Auspacken ich mich jedes Jahr aufrege, befindet sich die Anleitung für die diesjährige Ausgabe in Buchform, zwei CD’s mit dem Programm und einem Multimedia-Tool sowie diverse Prospekte und Werbezettel. Letztere bitte nicht wegwerfen, dazu kommen wir am Schluß noch einmal.
Die mitgelieferte zweite CD enthält das Multimedia-Tool, mit dem man sich per Interview in das Programm einarbeiten kann. Hier wird man Schritt für Schritt abgefragt zur persönlichen Situation und zu den Absetz-Möglichkeiten – eine sehr gute Einrichtung für Anfänger.Wer noch keine Erfahrungen mit einer solchen Art der Steuererklärung gemacht hat und sich überhaupt damit erst einmal beschäftigen will, der sollte mit dem auf der CD2
Ansonsten steht noch das mitgelieferte Handbuch des Programms zur Verfügung für alle, die sich lieber auf das geschriebene Wort verlassen. Der Wälzer hat 640 Seiten einschließlich Index und ist auch für mich oft eine Hilfe gewesen.
** Systemanforderungen **
Das WISO Sparbuch läuft unter Win 95/98, Win NT 4.0/ 2000, Win ME/ XP.
Erforderlich sind ca. 85 Mb Festplattenspeicher, CD-ROM Laufwerk, Maus oder Trackball, SVGA-Grafikkarte (800x600) für die Audio- und Videohilfen. Der Rechner sollte mindestens Pentium 200 MHz und 32 Mb Arbeitsspeicher haben, für Win 2000 und XP sogar 64 Mb Arbeitsspeicher.
** Installation **
Ich kann hier nur beschreiben, wie das Update funktioniert, denn meine Erstinstallation liegt schon einige Jahre zurück.
Man lege also die CD 1 mit dem Programm in das CD-Laufwerk des Rechners. In der Regel öffnet sich die CD über einen Autostart selbst und sucht nach bereits installierten Komponenten. Dabei werden für die Registrierungsinformationen der neuesten Ausgabe gleich die Angaben der alten Version übernommen. Man braucht nichts neu einzugeben.
Alles weitere macht das Programm von allein – man muß nur den Anweisungen folgen.
** Programmaufbau *
Sofern man kein Passwort eingegeben hat, mit dem man sich nun wieder anmelden muß, gelangt man direkt auf die Eingangsseite und hat die Wahl zwischen folgenden Projekten für die private Steuerführung:
Einkommenssteuererklärung 2002
Lohnsteuerermäßigung 2003
Eigenheimzulage 2003
Gehaltsrechner 2002-2003
Belegsammler/ Fahrtenbuch/ Haushaltsbuch 2003
Steuerplanung 2003 – 2013
für die gewerbliche Steuerführung:
Gesonderte und einheitliche Feststellung 2002
Einnahme-Überschuß/ Kassenbuch 2002/03/ USt, GewSt 2003
Umsatzsteuererklärung 2002
Gewerbesteuererklärung 2002
Investitionszulage 2002
für ein Steuerbüro:
Mandantenverwaltung
Damit hat sich das Programm zu einem äußerst umfangreichen Hilfsmittel sowohl für den Privathaushalt, als auch für Kleinunternehmen und sogar für kleine Steuerkanzleien entwickelt. Gerade habe ich nochmal nachgeschaut, das war es schon mindestens seit dem Jahr 2001, aber erst dieses Jahr habe ich es mir mal genauer angesehen und werde wahrscheinlich doch öfter mal mit den ganzen Tools arbeiten, da sie einem ja die Arbeit am Ende des Jahres bzw. dann zum Zeitpunkt der Steuererklärung ganz schön erleichtern können.
Die alten Dateien mit der Endung *.s02 (aus dem vorigen Jahr) kann man über „Dateien laden“ in das diesjährige Programm einlesen; dann werden mit allen Angaben wieder eingetragen, so daß man nichts mehr neu ausfüllen muß, sondern im Grunde nur die Zahlen verändern, sollten sie sich geändert haben. Auch alle Finanzämter mit ihren Adressen sind in einer Datenbank gespeichert, so daß man sich mühsames Heraussuchen und Abtippen sparen kann.
** Bedienung **
Alles ist recht logisch aufgebaut: man muß sich nur wie in einem Menü von Seite zu Unterseite zu Unter-Unterseite hangeln und die einzelnen Punkte ausfüllen, die für einen relevant sind.
Gewöhnungsbedürftig war beim allerersten Mal, daß sie eine Seite nicht automatisch wieder schließt, wenn sie ausgefüllt ist, sondern man mit dem „Zurück“-Button zu der übergeordneten Seite gelangen muß.
Alle Punkte, die man einmal durchgegangen ist, egal ob als relevant ausgefüllt oder nicht, bekommen einen Haken, so daß man jederzeit den Überblick behält, was man schon erledigt hat und was nicht.
Ansonsten läßt man sich mit Hilfe der Navigationspunkte durchs Programm führen. Bei Fragen kann man jederzeit den Hilfe?–Button auf der unteren Leiste anklicken und bekommt über einen Index steuerliche oder Hilfe zum Programm.
Im Grunde kommt man durch die übersichtliche Gestaltung schnell mit den ganzen Funktionen zurecht. Und als Neueinsteiger sollte man sich eben wirklich mal mit dem Multimedia-Bereich beschäftigen.
Für mich das erste Mal bemerkt: Bei jedem Menüpunkt, den ich ausfülle, ist auf dem Bildschirm links eine Infobox eingeblendet, in der kurz und bündig Hinweise und Tips zum gerade bearbeiteten Punkt aufgelistet sind. Auf Wunsch kann man sich die auch vorlesen lassen. Außerdem hält die Infobox einen absolut riesigen Fundus an Urteilen zu Steuerfragen bereit, die man sich über das ? anzeigen lassen kann.
Hat man schließlich alle Punkte seines Projektes (in meinem Fall die Steuererklärung ausgefüllt), geht es an den wichtigsten Punkt: die Steuerberechnung. Über die Plausibiliätskontrolle werden strittige Punkte gekennzeichnet, Dinge die man vielleicht falsch ausgefüllt hat und die steuertechnisch unlogisch sind, markiert, daß man sie sich noch einmal vornehmen kann.
Dann bekommt man ein Formular, so, wie es jedes Jahr vom Finanzamt ausgedruckt wird und darauf ist dann zu finden – hat sich die Mühe gelohnt und bekomme ich was zurück oder ist das Finanzamt diesmal der Glückliche.
Schließlich kann man sich alles ausdrucken, die Formulare und alle Anhänge über Werbungskosten, sonstige Kosten oder Sonderausgaben u.ä. Eine Checkliste über sämtliche Unterlagen, die man ans Finanzamt schicken muß und das passende, bereits vorformulierte Anschreiben vervollständigen das Ganze.
Da es auch im Laufe des Steuerjahres immer wieder Gesetzesänderungen oder neue Durchführungsverordnungen gibt, kann man sich über das Internet Updates herunterladen.
Auch die Online-Anbindung über das WISO-Programm zu den Finanzämtern funktioniert. So hat man die Möglichkeit, mit dem Tool ELSTER seine Einkommensteuererklärung online zu schicken und die Belege dann nachzureichen. Das ist aber, wie ich mal gelesen habe, noch umstritten. Ausprobiert habe ich es noch nicht.
** Erfahrungen **
Im Grunde genommen ist das Sparbuch von WISO wie auch die diversen anderen Steuer-Programme auf dem Markt eher für jemanden geeignet, der recht klare Verhältnisse hat. Bei umfangreicheren und komplizierteren Fällen würde ich immer einen Steuerberater konsultieren. Klar, was ist kompliziert und was nicht?
Ich will ein Beispiel nennen: Vor zwei Jahren starb der Mann meiner Kollegin. Der hatte bis dato die Steuererklärung gemacht und nun saß sie mit diesem Papierkram da. Also bot ich ihr an, es mit dem Programm zu versuchen. Das war wohl der längste Versuch einer Steuererklärung meines Lebens. Nicht nur gab es in dem Begleitbuch absolut keine Hinweise und Stichwörter wie Witwe, Witwenrente, Sterbegeld u.ä., die in Zusammenhang mit einem Sterbefall auftreten können, auch im Programm selbst fehlen die Punkte. Ich wusste im Grunde überhaupt nicht, wie ich in so einem Fall vorgehen sollte.
Ansonsten sind meine Erfahrung mit dem Programm eindeutig gut bis sehr gut. Sogar, als es noch ELFE hieß und nur unter DOS lief, habe ich meine Steuererklärung dank dieses Programms immer pünktlich, ordentlich und korrekt abliefern können. Und bis auf ein einziges Mal, wo dann wegen irgendwelcher Beträge, die nicht anerkannt wurden, hat die ausgerechnete Summe der Rückerstattung immer gestimmt, fast bis auf den Pfennig.
Was will man mehr?
** Nachteile **
Eigentlich bezahlt man für viele Funktionen mit, die man überhaupt nicht benötigt. Ich wünsche mir wieder ein Programm für den „normalen Menschen“, der nur eine Einkommensteuererklärung zu machen hat, ohne viel Schnickschnack, den man nicht braucht.
Durch die vielen Funktionen, die WISO Sparbuch inzwischen hat, benötigt es mittlerweile unheimlich viel Festplattenspeicher. Dafür ist es aber erstaunlich, daß es trotzdem noch auf einem 200 MHz-Rechner läuft. Doch ich fürchte, da wird einerseits die Performance nicht so gut sein; und zweitens die Animationen werden kaum laufen.
Was für meine Begriffe noch nicht optimal läuft, ist das Ausdrucken. Der Druck direkt in das Formular vom Finanzamt ist kompliziert, denn man muß mit Formularjustierung, Zeilen- und Spaltenvorschüben arbeiten und dafür habe ich einfach keine Geduld.
Zwar könnte ich mir das Ganze auch so ausdrucken lassen, daß es wie die Finanzamtformulare aussieht und das ist auch inzwischen anerkannt, aber an verschiedene Regeln gebunden. (beidseitig bedruckt, zusammengeklebt wie die Originale u.ä.) Auch das artete für mich immer in Bastelarbeit aus, also habe ich bisher doch immer die Originalformulare anhand des Ausdrucks mit der Hand ausgefüllt. Aber vielleicht sollte ich es einfach nochmal probieren.
Das könnte zumindest noch optimiert werden.
** Preis **
In der Regel ist das Programm ab Dezember für die Steuererklärung des nächsten Jahres lieferbar. Der Normalpreis im Buchhandel beträgt 40,85 €.
Den Betrag kann man auch gleich bei der Steuererklärung als Kosten für Steuerberatung bzw. Fach-Literatur absetzen.
** Abo **
Und hier komme ich nochmal auf den Punkt, den ich am Anfang mit den Werbezetteln erwähnte. Ausnahmsweise sollte man sich mal etwas gründlicher ansehen. Gefällt einem das Arbeiten mit dem WISO-Programm, gibt es für die Zukunft nämlich Preisvorteile.
Bei mir lief das vor Jahren so, daß ich die eine beiliegende Karte für ein Abo ausgefüllt habe und bei einer Buchhandlung in meiner Nähe abgab. So bekomme ich jedes Jahr das Programm zum sogenannten Vorzugspreis von inzwischen nur 28,50 € statt 40,85 € abholen direkt in der Buchhandlung. Macht eine Einsparung von fast 30 % pro Jahr.
Man kann aber auch inzwischen mittels einer anderen Karte unter den vielen Werbeflyern ein Abo direkt mit Buhl Data vereinbaren. Ausfüllen, abschicken und man bekommt das Programm gegen Lastschrift direkt nach Hause geschickt. Klappt wunderbar und reibungslos, wie bei meinem Freund selbst erlebt.
** Mein Fazit **
Auf das WISO-Sparbuch verzichte ich nicht mehr. In diversen Tests über Steuersparprogramme in verschiedenen Zeitschriften schneidet es immer mit auf den vorderen Plätzen ab, wenn nicht sogar als bestes ab – in Abhängigkeit davon, was beim Test im Vordergrund steht. Die Bedienung ist leicht erlernbar, die Funktionen fast unermeßlich, die Hilfe umfangreich und die Aktualität erstklassig.
Absolut empfehlenswert.
Ich selbst wurde von dem Problem Steuern und Steuererklärung sozusagen überrannt mit der Einverleibung der DDR, in der ich mich um so etwas nie kümmern mußte. Im ersten Jahr nahm ich einen Steuerberater, weil der im Haus nebenan sein Büro hatte, und der war, gemessen an dem Einkommen, das ich damals hatte, wirklich teuer. Irgendwann fand ich dann mal in einem Kaufhaus eine Diskette mit einem Steuerprogramm. ELFE hieß das damals noch und lief auf DOS, entwickelte sich weiter und wurde schließlich zum WISO Sparbuch.
Nun liegt sie vor mir, die neueste Version als Sparbuch 2003, mein persönliches Exemplar zum Vorzugspreis. Aber das erkläre ich am Ende.
** Inhalt **
In der Packung, über deren etwas schwierige Gängigkeit beim Auspacken ich mich jedes Jahr aufrege, befindet sich die Anleitung für die diesjährige Ausgabe in Buchform, zwei CD’s mit dem Programm und einem Multimedia-Tool sowie diverse Prospekte und Werbezettel. Letztere bitte nicht wegwerfen, dazu kommen wir am Schluß noch einmal.
Die mitgelieferte zweite CD enthält das Multimedia-Tool, mit dem man sich per Interview in das Programm einarbeiten kann. Hier wird man Schritt für Schritt abgefragt zur persönlichen Situation und zu den Absetz-Möglichkeiten – eine sehr gute Einrichtung für Anfänger.Wer noch keine Erfahrungen mit einer solchen Art der Steuererklärung gemacht hat und sich überhaupt damit erst einmal beschäftigen will, der sollte mit dem auf der CD2
Ansonsten steht noch das mitgelieferte Handbuch des Programms zur Verfügung für alle, die sich lieber auf das geschriebene Wort verlassen. Der Wälzer hat 640 Seiten einschließlich Index und ist auch für mich oft eine Hilfe gewesen.
** Systemanforderungen **
Das WISO Sparbuch läuft unter Win 95/98, Win NT 4.0/ 2000, Win ME/ XP.
Erforderlich sind ca. 85 Mb Festplattenspeicher, CD-ROM Laufwerk, Maus oder Trackball, SVGA-Grafikkarte (800x600) für die Audio- und Videohilfen. Der Rechner sollte mindestens Pentium 200 MHz und 32 Mb Arbeitsspeicher haben, für Win 2000 und XP sogar 64 Mb Arbeitsspeicher.
** Installation **
Ich kann hier nur beschreiben, wie das Update funktioniert, denn meine Erstinstallation liegt schon einige Jahre zurück.
Man lege also die CD 1 mit dem Programm in das CD-Laufwerk des Rechners. In der Regel öffnet sich die CD über einen Autostart selbst und sucht nach bereits installierten Komponenten. Dabei werden für die Registrierungsinformationen der neuesten Ausgabe gleich die Angaben der alten Version übernommen. Man braucht nichts neu einzugeben.
Alles weitere macht das Programm von allein – man muß nur den Anweisungen folgen.
** Programmaufbau *
Sofern man kein Passwort eingegeben hat, mit dem man sich nun wieder anmelden muß, gelangt man direkt auf die Eingangsseite und hat die Wahl zwischen folgenden Projekten für die private Steuerführung:
Einkommenssteuererklärung 2002
Lohnsteuerermäßigung 2003
Eigenheimzulage 2003
Gehaltsrechner 2002-2003
Belegsammler/ Fahrtenbuch/ Haushaltsbuch 2003
Steuerplanung 2003 – 2013
für die gewerbliche Steuerführung:
Gesonderte und einheitliche Feststellung 2002
Einnahme-Überschuß/ Kassenbuch 2002/03/ USt, GewSt 2003
Umsatzsteuererklärung 2002
Gewerbesteuererklärung 2002
Investitionszulage 2002
für ein Steuerbüro:
Mandantenverwaltung
Damit hat sich das Programm zu einem äußerst umfangreichen Hilfsmittel sowohl für den Privathaushalt, als auch für Kleinunternehmen und sogar für kleine Steuerkanzleien entwickelt. Gerade habe ich nochmal nachgeschaut, das war es schon mindestens seit dem Jahr 2001, aber erst dieses Jahr habe ich es mir mal genauer angesehen und werde wahrscheinlich doch öfter mal mit den ganzen Tools arbeiten, da sie einem ja die Arbeit am Ende des Jahres bzw. dann zum Zeitpunkt der Steuererklärung ganz schön erleichtern können.
Die alten Dateien mit der Endung *.s02 (aus dem vorigen Jahr) kann man über „Dateien laden“ in das diesjährige Programm einlesen; dann werden mit allen Angaben wieder eingetragen, so daß man nichts mehr neu ausfüllen muß, sondern im Grunde nur die Zahlen verändern, sollten sie sich geändert haben. Auch alle Finanzämter mit ihren Adressen sind in einer Datenbank gespeichert, so daß man sich mühsames Heraussuchen und Abtippen sparen kann.
** Bedienung **
Alles ist recht logisch aufgebaut: man muß sich nur wie in einem Menü von Seite zu Unterseite zu Unter-Unterseite hangeln und die einzelnen Punkte ausfüllen, die für einen relevant sind.
Gewöhnungsbedürftig war beim allerersten Mal, daß sie eine Seite nicht automatisch wieder schließt, wenn sie ausgefüllt ist, sondern man mit dem „Zurück“-Button zu der übergeordneten Seite gelangen muß.
Alle Punkte, die man einmal durchgegangen ist, egal ob als relevant ausgefüllt oder nicht, bekommen einen Haken, so daß man jederzeit den Überblick behält, was man schon erledigt hat und was nicht.
Ansonsten läßt man sich mit Hilfe der Navigationspunkte durchs Programm führen. Bei Fragen kann man jederzeit den Hilfe?–Button auf der unteren Leiste anklicken und bekommt über einen Index steuerliche oder Hilfe zum Programm.
Im Grunde kommt man durch die übersichtliche Gestaltung schnell mit den ganzen Funktionen zurecht. Und als Neueinsteiger sollte man sich eben wirklich mal mit dem Multimedia-Bereich beschäftigen.
Für mich das erste Mal bemerkt: Bei jedem Menüpunkt, den ich ausfülle, ist auf dem Bildschirm links eine Infobox eingeblendet, in der kurz und bündig Hinweise und Tips zum gerade bearbeiteten Punkt aufgelistet sind. Auf Wunsch kann man sich die auch vorlesen lassen. Außerdem hält die Infobox einen absolut riesigen Fundus an Urteilen zu Steuerfragen bereit, die man sich über das ? anzeigen lassen kann.
Hat man schließlich alle Punkte seines Projektes (in meinem Fall die Steuererklärung ausgefüllt), geht es an den wichtigsten Punkt: die Steuerberechnung. Über die Plausibiliätskontrolle werden strittige Punkte gekennzeichnet, Dinge die man vielleicht falsch ausgefüllt hat und die steuertechnisch unlogisch sind, markiert, daß man sie sich noch einmal vornehmen kann.
Dann bekommt man ein Formular, so, wie es jedes Jahr vom Finanzamt ausgedruckt wird und darauf ist dann zu finden – hat sich die Mühe gelohnt und bekomme ich was zurück oder ist das Finanzamt diesmal der Glückliche.
Schließlich kann man sich alles ausdrucken, die Formulare und alle Anhänge über Werbungskosten, sonstige Kosten oder Sonderausgaben u.ä. Eine Checkliste über sämtliche Unterlagen, die man ans Finanzamt schicken muß und das passende, bereits vorformulierte Anschreiben vervollständigen das Ganze.
Da es auch im Laufe des Steuerjahres immer wieder Gesetzesänderungen oder neue Durchführungsverordnungen gibt, kann man sich über das Internet Updates herunterladen.
Auch die Online-Anbindung über das WISO-Programm zu den Finanzämtern funktioniert. So hat man die Möglichkeit, mit dem Tool ELSTER seine Einkommensteuererklärung online zu schicken und die Belege dann nachzureichen. Das ist aber, wie ich mal gelesen habe, noch umstritten. Ausprobiert habe ich es noch nicht.
** Erfahrungen **
Im Grunde genommen ist das Sparbuch von WISO wie auch die diversen anderen Steuer-Programme auf dem Markt eher für jemanden geeignet, der recht klare Verhältnisse hat. Bei umfangreicheren und komplizierteren Fällen würde ich immer einen Steuerberater konsultieren. Klar, was ist kompliziert und was nicht?
Ich will ein Beispiel nennen: Vor zwei Jahren starb der Mann meiner Kollegin. Der hatte bis dato die Steuererklärung gemacht und nun saß sie mit diesem Papierkram da. Also bot ich ihr an, es mit dem Programm zu versuchen. Das war wohl der längste Versuch einer Steuererklärung meines Lebens. Nicht nur gab es in dem Begleitbuch absolut keine Hinweise und Stichwörter wie Witwe, Witwenrente, Sterbegeld u.ä., die in Zusammenhang mit einem Sterbefall auftreten können, auch im Programm selbst fehlen die Punkte. Ich wusste im Grunde überhaupt nicht, wie ich in so einem Fall vorgehen sollte.
Ansonsten sind meine Erfahrung mit dem Programm eindeutig gut bis sehr gut. Sogar, als es noch ELFE hieß und nur unter DOS lief, habe ich meine Steuererklärung dank dieses Programms immer pünktlich, ordentlich und korrekt abliefern können. Und bis auf ein einziges Mal, wo dann wegen irgendwelcher Beträge, die nicht anerkannt wurden, hat die ausgerechnete Summe der Rückerstattung immer gestimmt, fast bis auf den Pfennig.
Was will man mehr?
** Nachteile **
Eigentlich bezahlt man für viele Funktionen mit, die man überhaupt nicht benötigt. Ich wünsche mir wieder ein Programm für den „normalen Menschen“, der nur eine Einkommensteuererklärung zu machen hat, ohne viel Schnickschnack, den man nicht braucht.
Durch die vielen Funktionen, die WISO Sparbuch inzwischen hat, benötigt es mittlerweile unheimlich viel Festplattenspeicher. Dafür ist es aber erstaunlich, daß es trotzdem noch auf einem 200 MHz-Rechner läuft. Doch ich fürchte, da wird einerseits die Performance nicht so gut sein; und zweitens die Animationen werden kaum laufen.
Was für meine Begriffe noch nicht optimal läuft, ist das Ausdrucken. Der Druck direkt in das Formular vom Finanzamt ist kompliziert, denn man muß mit Formularjustierung, Zeilen- und Spaltenvorschüben arbeiten und dafür habe ich einfach keine Geduld.
Zwar könnte ich mir das Ganze auch so ausdrucken lassen, daß es wie die Finanzamtformulare aussieht und das ist auch inzwischen anerkannt, aber an verschiedene Regeln gebunden. (beidseitig bedruckt, zusammengeklebt wie die Originale u.ä.) Auch das artete für mich immer in Bastelarbeit aus, also habe ich bisher doch immer die Originalformulare anhand des Ausdrucks mit der Hand ausgefüllt. Aber vielleicht sollte ich es einfach nochmal probieren.
Das könnte zumindest noch optimiert werden.
** Preis **
In der Regel ist das Programm ab Dezember für die Steuererklärung des nächsten Jahres lieferbar. Der Normalpreis im Buchhandel beträgt 40,85 €.
Den Betrag kann man auch gleich bei der Steuererklärung als Kosten für Steuerberatung bzw. Fach-Literatur absetzen.
** Abo **
Und hier komme ich nochmal auf den Punkt, den ich am Anfang mit den Werbezetteln erwähnte. Ausnahmsweise sollte man sich mal etwas gründlicher ansehen. Gefällt einem das Arbeiten mit dem WISO-Programm, gibt es für die Zukunft nämlich Preisvorteile.
Bei mir lief das vor Jahren so, daß ich die eine beiliegende Karte für ein Abo ausgefüllt habe und bei einer Buchhandlung in meiner Nähe abgab. So bekomme ich jedes Jahr das Programm zum sogenannten Vorzugspreis von inzwischen nur 28,50 € statt 40,85 € abholen direkt in der Buchhandlung. Macht eine Einsparung von fast 30 % pro Jahr.
Man kann aber auch inzwischen mittels einer anderen Karte unter den vielen Werbeflyern ein Abo direkt mit Buhl Data vereinbaren. Ausfüllen, abschicken und man bekommt das Programm gegen Lastschrift direkt nach Hause geschickt. Klappt wunderbar und reibungslos, wie bei meinem Freund selbst erlebt.
** Mein Fazit **
Auf das WISO-Sparbuch verzichte ich nicht mehr. In diversen Tests über Steuersparprogramme in verschiedenen Zeitschriften schneidet es immer mit auf den vorderen Plätzen ab, wenn nicht sogar als bestes ab – in Abhängigkeit davon, was beim Test im Vordergrund steht. Die Bedienung ist leicht erlernbar, die Funktionen fast unermeßlich, die Hilfe umfangreich und die Aktualität erstklassig.
Absolut empfehlenswert.
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