Die Farbe Lila (Taschenbuch) / Walker Alice Testbericht

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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
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Erfahrungsbericht von nikosternchen
\"Lieber Gott...\"
Pro:
einfühlsam, sehr bewegend
Kontra:
die etwas schwer zu lesende Schreibweise
Empfehlung:
Ja
Lang, lang ist es her dass ein schmales zartlila Büchlein in mein Regal wanderte um dort bis vor etwa einer Woche ein ungenutztes, ungelesenes Leben zu fristen. Ehr per Zufall und durch eine Aufräumaktion kam es wieder zum Vorschein und wurde auch sogleich mein Begleiter für jede freie Minute in den letzten Tagen.
DIE FARBE LILA / ALICE WALKER
Schwach kann ich mich an eine Verfilmung mit Whoopie Goldberg aus meiner Schulzeit erinnern, sehr schwach an die Geschichte. Das Buch kostet um broschierten Zustand bei Amazon derzeit etwa 8,90 € vom Lübbe Verlag verlegt unter der ISBN- Nr.: 340492133X.
Alice Walker ist Pulitzer- Preisträgerin und hat neben „die farbe lila“ noch „Zugvögel“ und „Das Lächeln der Vergebung“ herausgebracht. 1944 in Eatonton, Georgia geboren stammt sie aus einer Landarbeiterfamilie. Durch ein Begabtenstipendium absolvierte sie ihr Literaturstudium. In verschiedenen Bürgerrechts- und Frauenbewegungen aktiv unterrichtete sie an verschiedenen Universitäten und zeichnete ihre politischen Erfahrungen in zahlreichen Essays auf.
Die Farbe lila...
...beginnt in den amerikanischen Südstaaten um 1909. Celie, ein schwarzes Mädchen von 14 Jahren beginnt zu der Zeit tagebuchähnlich ihre Geschichte aufzuschreiben. Ihr Leben ist alles andere als ein Zuckerschlecken. Ihr vermeintlicher Vater vergewaltigt sie häufig und lässt ihre daraus folgenden zwei Kinder verschwinden. Als die Mutter stirbt und Celie ihm zur Last wird, verschachert er sie an einen alternden Farmer der ebenfalls nicht sehr viel für sie übrig hat und sie mehr aus praktischen als aus Gefühlsgründen heiratete. Jemand muss sich ja schließlich um den Haushalt und um die verzogenen Kinder kümmern.
Einziger halt für Celie ist ihre jüngere Schwester Netti. Diese gibt ihr Liebe und Zuneigung. Als Netti versuche Celie´s Mann mit ihr intim zu werden immer und immer wieder abwies fühlt dieser sich in seiner Mannesehre gekränkt und jagt Netti davon und schwört sich, dass die Schwestern nie wieder etwas voneinander hören sollten.
Celie bleibt bei ihrem Mann, den sie nur „Mister“ nennt. Dort muss sie ertragen wie seine langjährige geliebte Shug einzieht. Shug, eine Bluessängerin, verrucht, eigensinnig und auf ihre Weise schön und selbstbewusst hat aber nicht nur auf „Mister“ eine besondere Anziehungskraft. Auch Celie fühlt sich zu ihr hingezogen. Die beiden grundunterschiedlichen Frauen bauen eine Freundschaft, oder vielmehr eine Liebe besonderer Art auf. In Shug findet Celie einen Menschen für den sie all die Demütigungen erträgt.
DAS BUCH...
Das Buch ist wie schon gesagt in Tagebuchform geschrieben. Das markante daran ist das die Sprache sich dem Alter und Bildungstand von Celie anpasst. Zu Beginn fällt es zunächst schwer ihrer Erzählung zu folgen, weil weder Satzzeichen, Satzbau noch Rechtschreibung eingehalten werden. So les ich oft Worte wie: Schangse, ordntlich, partu...etc. Natürlich ist dies zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, aber es trägt durchaus dazu bei sich noch intensiver in Celies Geschichte einzudenken. Im Verlauf der Geschichte wird Celie nicht nur älter sondern kommt auch mit anderen Menschen in Kontakt. Als sie auf Shug trifft und diese ihr wie sie schreibt immer wieder ans Herz legt ihre Sprache ein wenig zu verfeinern, weil man „als wie“ nicht sagt, überträgt sich dies auch auf die Schreibweise des Buches.
Zunächst schreibt Celie immer an Gott, weil sie iheserachtens niemanden hat an den sie schreiben könnte. Nachdem sie von „Mister“ erfährt das ihre Schwester angeblich verstorben sei intensiviert sie dies höchstens. Mit Shugs Hilfe erfährt Celie irgendwann das Netti nicht Tod ist, sondern ihre über Jahrzehnte hinweg Briefe geschrieben hat. Auch diese Briefe sind Inhalt des Buches und so erfahren wir auch die Geschichte von Netti die mit einer weißen Familie zunächst nach England und dann weiter nach Afrika als Missionarin ausgewandert ist. Celie beginnt Netti zu schreiben in der Hoffnung das diese Briefe ankommen. Aber auch ein zweites Mal schafft es „Mister“ sie davon zu überzeugen das Netti Tod ist.
Die rührende, sehr beindruckende Geschichte im Schatten eines Lebens wie wir es uns hier und heute niemals vorstellen könnten. Liebevolle Details machen dieses Buch erschreckend und wunderbar zugleich. Eine tapfere Frau deren Bewusstsein für ganz simple Dinge und Freunden am Leben sehr sensibilisiert ist.
Gott gibt Blumen vielleicht die Farbe Lila damit wir uns daran erfreuen, nur wir sehen so etwas nicht mehr oder vielmehr wir übersehen es....
LESEPROBE
Seite 10
„Lieber Gott,
er tut, wie wenn er mich nicht mehr ausstehen kann. Sagt, ich bin böse und führ immer was im Schild. Er hat mein andres Kleines weggenommen, diesmal ein Junge. Aber ich glaube, er hat es nicht umgebracht. Ich glaube er hat es einem Mann und einer Frau drüben in Monticello verkauft.Ich habe die Brust voller Milch, die läuft an mir runter. Er sagt, wie du aussiehst. Zieh was an. Und was soll ich anziehen? Ich hab nix.
Ich hoffe nur er findet jemanden zum heiraten. Ich seh, wie er meine kleine Schwester ankuckt. Sie fürchtet sich. Aber ich sag, ich pass auf dich auf . Wenn Gott hilft. \"
FAZIT
Ein sehr bewegendes Buch bei dem einem doch so einige Male Gänsehaut über den Rücken läuft. Mit seinen 211 Seiten ist dies nicht gerade ein Wälzer aber gelegentlich ist weniger manchmal einfach mehr. Ich spreche hier mal wieder die höchste Empfehlung aus, für ein Buch das hoffentlich noch nicht in Vergessenheit geraten ist und trotz das es bereits vor über 20 Jahren geschrieben immer noch aktuell und spannend bleibt.
Fünf Sternchen vom Sternchen...
DIE FARBE LILA / ALICE WALKER
Schwach kann ich mich an eine Verfilmung mit Whoopie Goldberg aus meiner Schulzeit erinnern, sehr schwach an die Geschichte. Das Buch kostet um broschierten Zustand bei Amazon derzeit etwa 8,90 € vom Lübbe Verlag verlegt unter der ISBN- Nr.: 340492133X.
Alice Walker ist Pulitzer- Preisträgerin und hat neben „die farbe lila“ noch „Zugvögel“ und „Das Lächeln der Vergebung“ herausgebracht. 1944 in Eatonton, Georgia geboren stammt sie aus einer Landarbeiterfamilie. Durch ein Begabtenstipendium absolvierte sie ihr Literaturstudium. In verschiedenen Bürgerrechts- und Frauenbewegungen aktiv unterrichtete sie an verschiedenen Universitäten und zeichnete ihre politischen Erfahrungen in zahlreichen Essays auf.
Die Farbe lila...
...beginnt in den amerikanischen Südstaaten um 1909. Celie, ein schwarzes Mädchen von 14 Jahren beginnt zu der Zeit tagebuchähnlich ihre Geschichte aufzuschreiben. Ihr Leben ist alles andere als ein Zuckerschlecken. Ihr vermeintlicher Vater vergewaltigt sie häufig und lässt ihre daraus folgenden zwei Kinder verschwinden. Als die Mutter stirbt und Celie ihm zur Last wird, verschachert er sie an einen alternden Farmer der ebenfalls nicht sehr viel für sie übrig hat und sie mehr aus praktischen als aus Gefühlsgründen heiratete. Jemand muss sich ja schließlich um den Haushalt und um die verzogenen Kinder kümmern.
Einziger halt für Celie ist ihre jüngere Schwester Netti. Diese gibt ihr Liebe und Zuneigung. Als Netti versuche Celie´s Mann mit ihr intim zu werden immer und immer wieder abwies fühlt dieser sich in seiner Mannesehre gekränkt und jagt Netti davon und schwört sich, dass die Schwestern nie wieder etwas voneinander hören sollten.
Celie bleibt bei ihrem Mann, den sie nur „Mister“ nennt. Dort muss sie ertragen wie seine langjährige geliebte Shug einzieht. Shug, eine Bluessängerin, verrucht, eigensinnig und auf ihre Weise schön und selbstbewusst hat aber nicht nur auf „Mister“ eine besondere Anziehungskraft. Auch Celie fühlt sich zu ihr hingezogen. Die beiden grundunterschiedlichen Frauen bauen eine Freundschaft, oder vielmehr eine Liebe besonderer Art auf. In Shug findet Celie einen Menschen für den sie all die Demütigungen erträgt.
DAS BUCH...
Das Buch ist wie schon gesagt in Tagebuchform geschrieben. Das markante daran ist das die Sprache sich dem Alter und Bildungstand von Celie anpasst. Zu Beginn fällt es zunächst schwer ihrer Erzählung zu folgen, weil weder Satzzeichen, Satzbau noch Rechtschreibung eingehalten werden. So les ich oft Worte wie: Schangse, ordntlich, partu...etc. Natürlich ist dies zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, aber es trägt durchaus dazu bei sich noch intensiver in Celies Geschichte einzudenken. Im Verlauf der Geschichte wird Celie nicht nur älter sondern kommt auch mit anderen Menschen in Kontakt. Als sie auf Shug trifft und diese ihr wie sie schreibt immer wieder ans Herz legt ihre Sprache ein wenig zu verfeinern, weil man „als wie“ nicht sagt, überträgt sich dies auch auf die Schreibweise des Buches.
Zunächst schreibt Celie immer an Gott, weil sie iheserachtens niemanden hat an den sie schreiben könnte. Nachdem sie von „Mister“ erfährt das ihre Schwester angeblich verstorben sei intensiviert sie dies höchstens. Mit Shugs Hilfe erfährt Celie irgendwann das Netti nicht Tod ist, sondern ihre über Jahrzehnte hinweg Briefe geschrieben hat. Auch diese Briefe sind Inhalt des Buches und so erfahren wir auch die Geschichte von Netti die mit einer weißen Familie zunächst nach England und dann weiter nach Afrika als Missionarin ausgewandert ist. Celie beginnt Netti zu schreiben in der Hoffnung das diese Briefe ankommen. Aber auch ein zweites Mal schafft es „Mister“ sie davon zu überzeugen das Netti Tod ist.
Die rührende, sehr beindruckende Geschichte im Schatten eines Lebens wie wir es uns hier und heute niemals vorstellen könnten. Liebevolle Details machen dieses Buch erschreckend und wunderbar zugleich. Eine tapfere Frau deren Bewusstsein für ganz simple Dinge und Freunden am Leben sehr sensibilisiert ist.
Gott gibt Blumen vielleicht die Farbe Lila damit wir uns daran erfreuen, nur wir sehen so etwas nicht mehr oder vielmehr wir übersehen es....
LESEPROBE
Seite 10
„Lieber Gott,
er tut, wie wenn er mich nicht mehr ausstehen kann. Sagt, ich bin böse und führ immer was im Schild. Er hat mein andres Kleines weggenommen, diesmal ein Junge. Aber ich glaube, er hat es nicht umgebracht. Ich glaube er hat es einem Mann und einer Frau drüben in Monticello verkauft.Ich habe die Brust voller Milch, die läuft an mir runter. Er sagt, wie du aussiehst. Zieh was an. Und was soll ich anziehen? Ich hab nix.
Ich hoffe nur er findet jemanden zum heiraten. Ich seh, wie er meine kleine Schwester ankuckt. Sie fürchtet sich. Aber ich sag, ich pass auf dich auf . Wenn Gott hilft. \"
FAZIT
Ein sehr bewegendes Buch bei dem einem doch so einige Male Gänsehaut über den Rücken läuft. Mit seinen 211 Seiten ist dies nicht gerade ein Wälzer aber gelegentlich ist weniger manchmal einfach mehr. Ich spreche hier mal wieder die höchste Empfehlung aus, für ein Buch das hoffentlich noch nicht in Vergessenheit geraten ist und trotz das es bereits vor über 20 Jahren geschrieben immer noch aktuell und spannend bleibt.
Fünf Sternchen vom Sternchen...
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