WarCraft III: Reign Of Chaos (PC / Mac Spiel) Testbericht

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ab 12,07
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Erfahrungsbericht von Leutvonhier

Von Kreaturen und Helden

Pro:

tolle Grafik – guter Sound, einfache Bedienung, geniale Verbindung zwischen Strategie- und Rollenspiel, wahnsinnig guter Welteditor

Kontra:

teilweise sehr schwere Aufgaben in den Kampagnen, der Editor ist anfangs etwas schwer zu verstehen, man braucht relativ viel Übung

Empfehlung:

Ja

Hallo ihr!

Jetzt möchte ich den Strategiehit Warcraft III beschreiben, auch wenn es vielleicht schon etwas länger her ist, dass dieser Teil auf dem Markt erhältlich ist und wovon es schon ein Erweiterungsset („The Frozen Throne“) gibt, was ich vielleicht später beschreiben werde.


Was ist Warcraft 3?

Wie auch seine Vorgänger ist Warcraft III ein Strategiespiel in Echtzeit (Echtzeit: Alles geschieht gleichzeitig, ergo gibt es keine Runden, wie zum Beispiel in Worms3D), bei dem man sich seine Armee aufbauen muss und diese von Helden anführen lässt. Eine große Neuerung an diesem Spiel ist, dass es jetzt Helden gibt, die in jeder Schlacht, die man entweder gegen menschliche Gegner oder gegen den Computer führt und die auch oft spielentscheidend sind. Zu den Helden werde ich später noch einmal kommen. Also. Das Aufbauen von Armeen ist mit dem Sammeln von Rohstoffen, von denen es in Warcraft 3 nur 2 (Gold und Holz) gibt, verbunden.

Der Sinn des Spiels zusammengefasst: Aufbauen – Niedermähen.

Das ist ein recht einfaches und scheinbar provinzielles Prinzip, nicht war? Trotzdem wird das Spiel nicht langweilig, da man sich ja nicht nur mit dem Computer messen kann, sondern auch mit Freunden, dies funktioniert aber nur über Netzwerk oder Internet. Des Weiteren gibt es auch noch wichtige Faktoren, die jede Schlacht zu einem Unikat machen:

- Söldner sind Kreaturen, Menschen, etc., die man in Gebäuden anheuern kann, um seine Armee mit ihnen zu bestücken. Sie sind nicht immer von Vorteil, aber starke Söldner, wie zum Beispiel DRACHEN sind doch schon ihr Gold wert.

- Helden, derer jedes Volk drei zur Auswahl hat und die man alle beschwören kann sind auch nicht ohne: Nicht nur, dass sie im Gegensatz zu den anderen Kreaturen, die sich in der Armee befinden, Erfahrung sammeln können und damit kontinuierlich bis zu der 10ten Stufe stärker werden und über Fähigkeiten verfügen, die sich entweder auf die Beschwörung von Kreaturen, der Unterstützung der eigenen Armee oder dem Schaden der gegnerischen Armee beziehen, nein, sie können auch noch Gegenstände aufnehmen! Diese Gegenstände erhöhen beispielsweise die Kraft des Helden, oder geben ihm die Fähigkeit, in der Nacht ungesehen umherzuwandeln. Fast überflüssig zu erwähnen ist, dass jedes Volk unterschiedliche Helden hat, doch ich werde davon absehen, euch jeden Helden einzeln vorzustellen, da dieses den Bericht nur unnötig in die Länge ziehen würde.

Oh. Beinahe hätte ich vergessen, euch die 4 verschiedenen Völker vorzustellen, die das Spiel doch gerade ausmachen…

Die Menschen sind die weitverbreitteste Rasse im ganzen Lande. Ich finde, dass jeder Spieler die Menschen spielen kann, da man für sie keine besondere Einsatztaktik braucht: Zuerst empfiehlt sich der Bau von Soldaten und später der der Ritter. Auch mit Magie können die Menschen dienen: Sie besitzen Priester und Magierinnen. Die Baueinheiten sind Bauern, die zugleich auch die Sammler der Rohstoffe sind. Das Volk der Menschen verfügt über die Helden Paladin, Erzmagier und Bergkönig.

Die Orks sind das grobschlächtigste Volk. Jedes andere Volk verfügt über gute Fernkämpfer, doch bei den Orks wurde fast darauf verzichtet. Natürlich besitzen sie auch Fernkämpfer, aber sie sind nicht empfehlenswert. Bau- und Rohstoffsammeleinheiten sind die Peons. Mit Magie haben die stumpfsinnigen Orks eigentlich nicht so viel am Hut. Trotzdem verfügen sie über einen Schamanen und einen Medizinmann. Achja: Orks haben die stärksten Anfangskämpfer und eignen sich vorzüglich für Spieler, die große Anbeter des sinnlosen Dahinmetzelns sind, also braucht man auch bei dem Volk der Orks keine große Kriegstaktik.

Kommen wir nun zu den Untoten. Alle anderen Völker können ihre Gebäude überall errichten, aber nicht die Untoten! Sie brauchen ihren „eigenen“ Boden – sie müssen ihn erst verseuchen, durch das Bauen von Gebäuden auf verseuchtem Gebiet erweitert sich die Verseuchung – der Nachteil, der daraus folgt ist, dass man immer sieht, wo Untote ihr Lager haben, welcher aber durch den Vorteil aufgewogen wird, dass sich untote Einheiten auf dem verseuchten Boden besser erholen. Ein weiterer Vorteil ist ihre „Art“ zu bauen: Sie bedienen sich nicht primitiver Mittel. Das wäre ja noch schöner – oh Gott oh Gott oh Gott! NEIN! Untote „beschwören ihre Gebäude einfach. Was daran der Vorteil ist? Ganz einfach: Man kann seine Basis ziemlich schnell mit einem Bauarbeiter beschwören. Außerdem verfügen sie über das beste Verteidigungssystem. Goldminen müssen erst verhext werden, damit die Akolyten es holen können und für den Holzabbau benötigt man Guls, welche auch gleich die erste Angriffseinheit bilden. Helden der Untoten sind der Todesritter, der Lich und der Schreckenslord.

Last but not least: Mein Lieblingsvolk die Nachtelfen! Nachtelfen haben ihre völlig eigene Art. Über 50% der Nachtelfenkämpfer sind Fernkämpfer, was sowohl Vor- als auch Nachteil ist. Ein interessantes Kapitel ist ihre Baukunst und ihre Rohstoffabtransport. Bei den Nachtelfen braucht man ohne Zweifel am meisten Baueinheiten – Irrwischs, denn die meisten Irrwischs werden zu den Gebäuden. Goldminen müssen erst verhext werden, bevor man in ihnen Irrwischs stationieren kann. Naturvölker stehen in dem Ruf, mit der Natur EINS ZU SEIN. Hier merkt man das beim Abbau von Holz: Die Irrwischs gehen eine Verbindung mit den Bäumen ein und bauen Holz ab, OHNE die Bäume dadurch zu vernichten – meiner Meinung nach ziemlich praktisch!


Wer von all’ dem sinnlosen Gemetzel nichts wissen will, kann auch in den Genuss von Kampagnen kommen, deren Zahl gleich der Anzahl von Völkern ist und die meiner Meinung nach ziemlich schwierig sind. Man muss die Kampagnen chronologisch durchspielen, d.h. man kann nicht gleich mit seinem Lieblingsvolk anfangen, da erst nach dem erfolgreichen Spielen der einen Kampagne, die nächste Erscheint.



Auge und Ohr


Die Grafik ist zwar nebensächlich, aber auch nicht zu verachten: Reichdetailierte Einheiten und wunderschöne Landschaften lassen das Herz eines jeden Grafikfans höherschlagen. Auch mit nicht gerade berauschenden, aber genauso wenig hässlichen Videosequenzen ist dieses Spiel versehen. Viel mehr gibt es beinahe nicht zu sagen, außer dass man sich natürlich selbst einstellen kann, wie gut alles aussehen soll, damit der Rechner dann doch nicht ganz ausgelastet ist und man zwar alles schön sieht, aber nicht mehr spielen kann…
Ein Manko in Sachen Grafik muss ich doch noch erwähnen: Durch das RANZOOMEN (Vergrößern) im Spiel wird vieles entstellt, da es nur von weiten richtig gut aussieht und deshalb rate ich vom Ranzoomen ab.

Von leiser Hintergrundmusik über Kampfgeräusche zu Kommentaren der Einheiten ist alles vertreten. Kampfgeräusche hört man allerdings bloß, wenn man direkt beim Kampf ist. Mein Tipp gegen Langweile: Klickt mal ein und dieselbe Einheit so oft an, bis sie sich wiederholt – nach einigen sinnvollen Standardsätzen entdeckt man das kleine Easteregg: Bauern fangen an zu fragen, ob sie die gefundene Hexe nicht verbrennen dürfen und Akolyten sehen nur noch DUNKELHEIT weil sie ihre Kapuze unten hatten. Höchst amüsant. Wenn ihr von all’ dem nichts haltet, könnt ihr natürlich einfach alles ausschalten und eure Lieblingsmusik hören…



Eine Hand

Ja, genau – HAND! Für Warcraft II benötigt man theoretisch nur EINE Hand. Das komplette Spiel lässt sich einfach und effizient mit der Maus spielen. Nur für das Chatten brauch man vielleicht ZWEI Hände. Es gibt keinerlei Komplikationen; Linksklick- Einheit auswählen und Rechtsklick- Einheit bewegen. Ergo kann es bloß volle Punktzahl in Sachen HANDLING geben!


Der Welteneditor

Das geniale Werkzeug, mit dem ihr euch eure eigenen Kampagnen und Karten machen könnt ist anfangs alles andere als benutzerfreundlich! Viele Auswahlmöglichkeiten und eine suspekte Benutzeroberfläche haben schon so manchen beherzten Spieler vergrault, doch die Mühe lohnt sich! Allerdings reicht das Tutorial des Editors bei weitem nichts aus, um euch alles zu zeigen, was man mit dem Programm machen kann. Gebt doch mal bei Google Begriffe wie „Warcraft3+Maps“ ein und ihr werdet sicher auch einen sehr guten Workshop finden! Auch ich bin kein Meister des Editors, aber ich kann euch nur empfehlen, eigene Karten zu erstellen! Natürlich gibt es viele vorgefertigte Karten, aber die eigenen sind doch immer die schönsten!



Tipps für Anfänger:
„Es ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen!“ – Das gilt auch bei Warcraft III. Es kann sogar sein, dass ihr anfangs gegen den leichtesten Gegner verliert, aber lasst euch nicht entmutigen! Mein Rat: Stellt den schwächsten Gegner ein und stellt seine Lebenspunkte auf 50%. So habt ihr doppelt so viele Lebenspunkte und so sollte der Computer keine Probleme mehr machen…Spielt anfangs gegen euer eigenes Volk, damit ihr Stärken und Schwächen besser erkennen könnt – der Computer zeigt, wie’s geht.

Tipp für angehende Profis:

So, IHR glaubt, dass ihr UNBESIEGBAR seid? Na dann drehen wir den Spieß mal um: Stellt eure Lebenspunkte niedriger als die des Gegners. So lernt man schnell und effizient zu töten! Auch lustig ist es, 2 gegen 1 zu spielen, wobei man selbst dieser EINE ist…



Was soll ich noch groß zu diesem genialen Spiel sagen?
Kauft es euch!