WarCraft III: Reign Of Chaos (PC / Mac Spiel) Testbericht

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ab 12,07
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5 Sterne
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Erfahrungsbericht von arseni

Der gelunge Abschluss einer Serie

Pro:

Sehr gute Grafik, Musik, Gameplay

Kontra:

Das Spielprinzip ist nicht taufrisch

Empfehlung:

Ja

Das Jahr 1994 war ein Entscheidungsjahr für die IT-Welt. Ein Jahr vorher, kam mit Rebel Assault das erste Computerspiel das exklusiv für dass noch junge Medium CD-ROM erschien, und machte damit CD Laufwerke populär. Das Internet in den USA fing fast zeitgleich mit Gründung Netscapes an zu boomen. Ausserdem war virtual reality in aller Munde, angestachelt durch den Film \"Der Rasenmäher-Mann\", gedreht 1992, indem es darum ging das ein geistig zurückgebliebener junger Mann mit Hilfe von einem Wissenschaftler (gespielt von Pierce Brosnan) mehr und mehr \"normal\" wird. Dazu benutzt Doktor Brosnan virtuelle Realität: mit einem selbstentwickelten Computerprogramm stimuliert er das Gehirn seines mehr oder weniger unfreiwilligen Patienten... bis dieser durch die Behandlung ein Genie wird, der allen gefährlich wurde. Die psychedelischen Bilder des Films, zusammen mit den gelungen Computeranimationen machten den Film kultig. Jedoch nur für einen kurze Zeit. So in etwa bis so gut wie jeder einen Computer hatte, und merkte, das man dadurch nicht zu einem übermenschlichen Genie wird.

In dieser Zeit, 1994, kam der erste Teil von Warcraft auf den Markt. Die Grafik war krude und pixelig, der Sound eher nervig. Kein Vergleich zu den High Tech Titeln jener Zeit, wie Rebel Assault oder Cyberia. Aber das Spiel hatte Charme, es spielte in einer mittelalterlichen Fantasy Welt, in dem die Menschen nach Tolkien Vorbild gegen die Orks Krieg führten. Und obwohl die Animationen pixelig waren, waren sie ebenso \"herz allerliebst\". Und das war selten in Zeiten, wo die Computerspiele dem Hype unterworfen waren, interaktive Spielfilme zu sein, um möglichst mehrere CD\'s zu füllen, damit eine Firma behaupten konnte, sie wäre die innovativste, welche die CD Technologie am besten ausnütze. Warcraft war das zweite \"richtige\" Echtzeitstrategiespiel nach Westwoods Dune.

Warcraft 1 war ein grosser Erfolg und machte die bis dato relativ unbekannte Firma Blizzard, die sich vorher vor allem mit Konsolenspielen und Konvertierungen befasste, bekannt. 1994 war das Schicksalsjahr; Doom lieferte die entgültige Marschrichtung für alle künftigen Shooter, virtual reality wurde samt Cyberhelm und 3D Brille Zugunsten des Internet\'s fallengelassen (die 3D Brille erfährt aber heute eine kleine Renessaince) und Warcraft\'s Erfolg war auch sicherlich ein Wegbereiter für die Spiele, welches das Genre der Echtzeit-Strategie zum populärsten neben dem 1st Person Shootern machten - für Command & Conquer und Warcraft 2.

Tides of darkness, so der Untertitel von Warcraft 2 erschien 1996, zwei Jahre nach teil 1 und ein Jahr nach Command & Conquer. Warcraft 2 war für Jahre eines der am meisten gespielten Games weltweit, die Erweiterung \"beyond the dark portal\" war das erfolgreichste Add-On 1996 und 2000 kam aufgrund der immer noch währenden Popularität die Battle.net Edition von warcraft 2 raus, mit dem das Spiel zum ersten mal zeigen konnte, was es auch online leisten kann.

Man kann es Blizzard dementsprechend nicht verübeln, das sie ihre erfolgreichste Serie 2002 weitergeführt haben. Denn da kam im Juli Warcraft 3 in die Läden, nach vierjähriger Entwicklungszeit.

Nach soviel langer Vorrede, wirds wohl Zeit für das eigentliche Thema.

Wird noch in Teil 1 so gut wie keine Geschichte erzählt, ausser das die Orks in die Welt der Menschen einfallen, gibt es in Teil 2 und dessen Erweiterung schon etwas mehr Handlung. In Teil 3 wird diese bravouriös weitergeführt.

Generell kann sich das ganze Ambiente und die Geschichte an sich durchhaus mit einem mittelprächtigen Fantasyroman messen.

Die Orks sind nach einem langen Krieg, der in den beiden letzten Spielen ausführlich erzählt wurde geschlagen. Die Menschen haben wieder die Oberhand in der Welt. Die verbleibenden Orks leben relativ frei und vor allem \"entwaffnet\" in abgeschiedenen Enklaven die von den Menschen streng kontrolliert werden. Alles scheint schön und friedlich bis in den Nordländern eine seltsame Seuche auftaucht, die die Natur verwelken und die Menschen krank werden lässt. Der Sohn des Königs wird zusammen mit einer jungen Zauberin beauftragt der Sache nachzugehen. Kurz zuvor taucht in einem Lager der Orks ein alter Mann auf, und sucht den orkschen Stammesführer auf. Der Mann gibt an, er sei ein Prophet, und hat die Gabe sich in einen Raben zu verwandeln. Er überredet den Anführer der Orks, Thrall, das Land zusammen mit seinem Gefolge zu verlassen und in Richtung Westen aufzubrechen, ins Land \"Kalimdor\". Ein vergessener Kontinent.

Das Spiel hat vier Kampagnen und ein Tutorial. Das Tutorial besteht aus zwei Abschnitten, und handelt von der Ankunft des Propheten bei Thrall. Man steuert Thrall und muss als erstes zum Treffpunkt wo der Prophet wartet aufbrechen, im zweiten Abschnitt stiehlt man wieder als Thrall ein paar Schiffe der Menschen und befreit einen langjährigen Freund aus menschlicher Gefangenschaft. Zusammen mit ihm und einer ganzen Orc-Horde segelt Thrall in den gestohlenen Schiffen gen Westen.

Dann beginnt die Kampagne der Menschen. Arthas, der Prinz und Jaina, die Zauberin reisen zu den nördlichen Städten wo die Seuche wütet. Es stellt sich heraus, das die Seuche von einem seltsamen Kult herbeigezaubert wurde, der Dämonen anbetet. die Seuche verwandelt Menschen und Tiere in Untote Zombies.

Mehr und mehr entwickelt sich die \"Geißel der Untoten\" zu einer riesigen Armee, und die Sekte, die diese Armee erschaffen hat, steht in direktem Kontakt zu denen, die schon einst vor langer Zeit die Orks ins Reich der Menschen brachten...

Die Zweite Kampagne handelt von den Oberbösewichtern, den Untoten selber. Man kämpft als ein Befehlshaber der Geißel gegen die Menschen, und deren Verbündete, den Elfen und Zwergen. In Kampagne Nummer Drei übernimmt der Spieler wieder die Geschicke der Orks. Diese sind nämlich inzwischen in Kalimdor gelandet. In der letzten Kampagne werden zum ersten mal die Nacht-Elfen vorgestellt, die \"Ureinwohner\" Kalimdors. Im letzten Level dieser Kampagne kämpft man mit so gut wie allen anderen Protagonisten der Nacht-Elfen, Orks und Menschen gegen die Untoten und vor allem gegen deren Erschaffer.

Sehr viel mehr will ich von der Story nicht verraten. Nur soviel: Es gibt viele Überraschungen und Wendungen. Auch einiges an Dramatik. Zum Beispiel muss man in einer Mission der Menschenkampagne als Prinz Arthas eine ganze Stadt die von der Seuche befallen ist \"säubern\". Die Menschen sind allesamt infiziert, und verwandeln sich in Untote. Also muss man sie möglichst noch vor der Verwandlung.. nun ja.. Der Prinz steigert sich immer mehr in einen Rache-Rausch an der Sekte und deren Erschaffer, verscherzt sich mit seinem Vater, den Soldaten, in den Schlussmissionen reist er bis ans andere Ende der Welt um an seine Rache zu kommen, wird dort am Ende nach all dem wahnsinnig, und verliert den Verstand.

Das Spielprinzip ist nicht gerade innovativ. Warcraft 3 spielt sich grösstenteils wie jedes andere Echtzeitstrategiespiel. Mit einer kleinen Basis wird gestartet, in der Nähe dieser ist meistens eine Goldmine und ein kleiner Wald. Arbeiter werden ausgebildet, die nach Gold in der Mine schürfen und den Wald fällen. Mit diesen Rohstoffen werden die Truppen versorgt, die in Kasernen ausgebildet werden. Der grösste Unterschied zu anderen Spielen sind die Helden und die fantasievollen Gebäude der Völker. Die Menschen und Orks haben recht konventionelle Bauten, während die Untoten ihre Untergebenen in Nekropolen, Schlachthäusern, (wo tote zu Monstrositäten zusammengeflickt werden) und Friedhöfen rektrutieren. Die Nachtelfen wiederum haben anstatt Gebäuden riesige bewegliche Bäume, die als Truppenproduzierer und Verteidigung fungieren. Diese Bäume haben ausserdem gesichtsähnliche Grimassen. Es ist klar, das hier Blizzard aus dem Herrn der Ringe abekupfert hat. Wie übrigens vieles in WC3. Angefangen bei den Orks, bis zu den Elfen, Zwergen, manchen Bezeichnungen der Örtlichkeiten.. Und einigen Elementen in der Endphase der Story in der Menschenkampagne. Trotzdem wirkt es ganz und gar nicht dumm kopiert. Zum Beispiel das Design der Bäume - es erinnert stark an das Design der \"Ents\" im zweiten Teil der Herr der Ringe Filme, aber der Film erschien Ende 2002, WC3 dagegen Juli 2002..

Kommen wir zu den Helden, wie gesagt, diese machen den wesentliche Unterschied zu anderen Strategie Spielen aus. Durch die Kampagnen steuert man immer einen Haupthelden, bei den Menschen Arthas, bei den Orks Thrall und so weiter. Helden sind stärker als die geläufigen Einheiten, und können ausserdem wie in einem Rollenspiel an Erfahrung gewinnen. Mit jedem Kampf steigert sich der Erfahrungswert. Und je erfahrener, desto stärker. Ausserdem können Helden Gegenstände tragen, die man im ganzen Spiel findet. Meistens sind diese magischer Natur und steigern die Fähigkeiten eines Helden.

Menschen haben als Truppen Ritter, Zaubererinnen, Fuss-Soldaten, und auch einiges unkonventionelles, was so gar nicht in die mittelalterliche Fantasy Welt passt. Wie z.B. Zwerge mit Flinten, Dampfpanzer, und einen Helikopter aus Holz.. Untote haben Totenbeschwörer, (erwecken Tote, die dann für die Armee der Untoten kämpfen) Ghouls, (eine art Skelett) Banshees (Geister), Fleischwagen(funktionieren wie Katapulte[bewerfen Gebäude mit Fleischhaufen]) und mehr. Orks haben eigentlich die selben Truppentypen wie die Menschen, nur sind diese halt.. \"orkischer\". Anstatt Ritter gibt es halt Wolfsreiter, und anstatt Soldaten und Zaubererinnen gibt es Grunzer (Ork mit Axt) und Schamane. Holzhelikopter und anderes High Tech gibts nicht. Die Truppen der Nachtelfen bestehen vor allem aus Frauen. Jägerinnen und Bogenschützinnen stellen die Hauptstreitmacht dar. Einige \"Bäume\" dienen auch als Angriffwaffe. Ausserdem haben Nacht-Elfen keine Arbeiter sondern kleine Geister, die Gold schürfen, und Holz nicht fällen, sondern den Wald \"absaugen\".

Auch wenn es jetzt ganz und gar nicht so geklungen habe mag - das Spiel ist witzig! Es ist sogar stellenweise urkomisch. Wenn man die Einheiten mehrmals anklickt, geben sie sehr witzige Kommentare ab. Einige Grafiken sind sehr witzig gezeichnet und coloriert, vor allem die High Tech Spielzeuge der Menschen wie der Dampfpanzer. Die Grafik ist extrem Farbenfroh, wie ein Disnyfilm. Trotzallem ist sie sehr gelungen - echtes 3D, mit verschiedenen Höhenstufen und sehr detailiert.

Zusammengehalten wird das Spiel von Zwischensequenzen, einige davon sind gerenderte Filme, andere selbstlaufende Szenen in der Spielgrafik. Die Filme sind extrem beeindruckend. Viele Szenen sind kinoreif. Und die Personen sehen sehr natürlich aus, obwohl sie komplett im Computer entstanden sind. Die Filme sind von ihrer Dramaturgie sehr ernst und mit orchestraler Musik unterlegt.

Und damit kommen wir zu dem extrem Stilbrüchen im Spiel. Die Spielgrafik unterscheidet sich extrem von der Grafik in den Filmsequenzen. Disney Grafik passt ausserdem nun wirklich nicht zu einigen Handlungen im Spiel. (wie z.B. die Schlussmissionen mit dem Prinzen) Ob die Stilbrüche nun ein Minuspunkt sind, bleibt jedem selbst überlassen. Auf jeden Fall gewöhnt man sich daran aber schnell.

Wie die Grafik ist auch die Musik aufwendig, jedes Volk hat sein eigenes Thema - Spielt man als Mensch tönt orchestrale Musik, bei den Untoten läuft eine bizarre Komposition, eine art \"Insekten-Thema\". Wenn in Dokumentarfilmen eine Spinne gezeigt wird, dann erwartet man genau solch eine Musik. An Conan der Barbar erinnert die Ork Musik. Da bei den Nacht-Elfen grösstenteils Frauen an der Waffe sind, erinnert die musische Untermalung an eine Mischung aus Dschungelmusik und so eine Art \"wilde-Amazonen\" Stil.

Alle Stücke sind sehr gelungen.


Insgesamt ist das Spiel sehr empfehlenswert, und auch wenn das Gameplay nicht vor Neuheiten strotzt,- das Spiel hat das Gewisse etwas und man will unbedingt zu Ende spielen.

Wirklich schlecht gelungen ist die Synchronisation wenn man die deutsche Version mit dem Original vergleicht. Die Deutsche ist nicht schlecht, aber im Vergleich stinkt sie schon ab. Vor allem die Filmsequenzen haben saumässige Sprecher.

Wenn man die Wahl hat, lieber die Englische Kaufen.

Viel Lob verdient der Editor, der mit Warcraft kommt. Man kann damit eigene Karten erstellen, und die Möglichkeiten sind erstaunlich, es ist der umfangreichste Editor den Blizzard je veröffentlicht hat. Man kann die Grösse der Einheiten verändern, man kann eigene Sounds reinstellen, Einheiten umwandeln (Gebäude funktionieren wie Einheiten, und umgekehrt) und vieles vieles mehr. Leider ist er nicht ganz einfach zu verwenden; im Internet gibt es sehr viele Anleitungen zu dem Programm. Einfach nach \"World Editor\" googlen.

Online ist Warcraft 3 auch spielbar, über das Battle.net. Gesprochen wird im Battle.net überwiegend Englisch. Auf allen Servern. Aber soviel gesprochen wird auch nicht.. normales Schul Englisch reicht vollkommen. Im Hauptmenü wählt man den Punkt an, dann wählt den Server aus, zu wahl stehen:

US West
US East
Asia
Europe

und schon kanns losgehen. Seltsamerweise läuft bei mir der US-East Server am schnellsten. Als Spielvariante gibt es \"Nahkampf\", dort spielt man traditionell. Also, man hat eine Basis, ein paar Verbündete, oder keine, wie man will, baut Rohstoffe ab, bildet Truppen und alles wie gehabt. Oder man spielt die \"benutzerdefinierten\" Karten. Hier wählt man die Spiele aus, die die Karten verwenden, welche die Spieler mit dem Warcraft Editor selbst erstellt haben. Und es ist wirklich erstaunlich was die Leute aus dem Programm rausholen. Es gibt ganze Abenteuerspiele im Stil von Diablo, bei denen man mehrere Stunden braucht um alles zu erforschen. Allein deshalb lohnt schon der Kauf von Warcraft.

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