Der Krieger und die Kaiserin (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von willibald-1

Der Krieger und die Kaiserin

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Vor zwei Jahren habe ich diesen Film im Kino gesehen - jetzt wurde ich wieder auf ihn aufmerksam und habe noch mal mein Gedächtnis per Video "aufgefrischt".


Für 'Der Krieger und die Kaiserin' braucht man jedoch ziemlich starke Nerven. Es kommen eine Menge Leute mit heftigen psychischen Problemen vor, und so kommt es dann zu Szenen, in denen auf der geschlossenen psychatrischen Abteilung das Pflegepersonal zusammengeschlagen wird, in denen Leute kurz davor sind, vom Dach zu springen usw. Bei einem Unfall landet die Hauptperson - Sissi, dargestellt von Franka Potente - unter einem LKW, und minutiös wird ihre Rettung per Luftröhrenschnitt dargestellt. Natürlich kommt auch wieder ein Bankraub vor, bei dem ein Mann angeschossen wird, zunächst gerettet und ins Krankenhaus gebracht wird, wo er dann doch noch stirbt.

Das alles sind Details, die so brutal realistisch gezeigt werden, daß mein Nervenkostüm das nicht so ohne weiteres aushält. Aber ich muß auch zugeben, daß ich auch im Fernsehen alle Filme mit brutalen Szenen normalerweise meide. Insofern ist vielleicht für mich die Schwelle einfach 'zu' niedrig, und jemand anders mag das anders empfinden.


'Der Krieger und die Kaiserin' ist auch eine Liebesgeschichte. Sissi macht sich auf die Suche nach ihrem Retter. Als sie ihn schließlich trifft, erfährt sie, daß er seine Frau bei der Explosion auf einer Tankstelle verloren hat. Er selber war gerade zur Toilette gegangen, während seine Frau tankte und die Explosion durch eine brennende Zigarette auslöste. Innerlich sitzt er immer noch auf der Toilette. Er träumt oft von ihr und umarmt schlafwandlerisch auch schon mal den Kachelofen...Zusammen mit seinem Bruder träumt er davon, nach Australien auszuwandern. Zu diesem Zweck will er mit seinem Bruder zusammen die Bank ausrauben, in der der Bruder beschäftigt ist. Zufällig ist zur Zeit des Überfalls auch Sissi in der Bank und wird in das Geschehen verwickelt. Der Bruder wird angeschossen. Und Sissi versteckt ihren Retter Bodo in der geschlossenen Psychatrie, in der Sissi als Pflegerin arbeitet. Als schließlich durch die Berichte im Fernsehen ein Patient bemerkt, wer der Neue ist, fliehen die beiden zu einer Freundin von Sissi, die irgendwo ein einsames Haus am Meer hat.

Faszinierend ist für mich die Szene, in der die beiden auf der Flucht an jener Tankstelle tanken, an der damals die Explosion stattgefunden hatte. Als ein zweites Ich kommt Bodo von der Toilette. Und er wird ausgewechselt... Und so findet die Liebesgeschichte doch noch ein Happy End...


Der Film hat mich einerseits - wie schon gesagt - einige Nerven gekostet. Andererseits hat er mich auch beeindruckt, weil er sehr vielschichtig ist. Dieses Psychogramm von Bodo finde ich gut gelungen.

Für mich hat der Film noch eine besondere Bedeutung, weil ich mit einer der Schauspielerinnen (Pflegerin) schon mal im Theater zusammen auf der Bühne gestanden habe. Sie war damals in einer Hauptrolle - ich natürlich nur unter "ferner liefen". :-)


Ich denke immer noch, daß man die Inhalte auch mit weniger Nervenkitzel rüberbringen könnte. Wenn man sich darauf jedoch einstellt, finde ich den Film durchaus empfehlenswert.

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