Wartburg Testbericht

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Erfahrungsbericht von darkunit

Von Warten kann keine Rede sein...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Als Thüringer wollte ich noch ein bisschen von meinem Heimatland erzählen, denn der Thüringer Wald lädt mit seinen Wiesen und herrlichen Wäldern, Flüssen und Stauseen zum Wandern, Mountainbiken und im Winter zum Ski fahren ein. Oberhof, bei uns gleich um die Ecke, ist ein recht bekannter Wintersportplatz mit seinen Schanzen und Loipen und die Thüringer Wintersportler sind übrigens große Klasse.

Im Nordwesten Thüringens liegt Eisenach, eine für unsere Begriffe schon mittelgroße Stadt mit 42.000 Einwohnern. Schon im 12. Jahrhundert wurde sie vom damaligen Landgrafen gegründet und ist heute modern trotz der vielen historischen Gebäude. Wer mal hier auf Urlaub ist, sollte sich auf alle Fälle die Nikoleikirche, das Lutherhaus und das Bachhaus, wer Interesse hat noch das Automuseum, anschauen. Ich kann mich noch gut erinnern, als kleines Mädchen mit meinen Eltern in Eisenach und wie zum Hohn standen dort in einer Ausstellungshalle für Wartburgs echte Autos drin, auf die wir damals 10- 20 Jahre auf Vorbestellung warten mussten. Demnächst müsste glatt mein Lada kommen *Angst krieg*

Das Wahrzeichen Eisenachs ist jedoch die Wartburg, schon als Kind war es für mich das Größte, dass ich nicht hoch kraxeln brauchte, sondern ich wurde auf dem Rücken eines Esels hochgetragen. Das macht den Kids auch heute noch den meisten Spaß.
Jedenfalls wollten wir unseren Gästen, die uns letztes Jahr besuchten, die Wartburg, die ja eine der schönsten Burgen Deutschlands ist, näher bringen. Ein Grund weshalb die Wartburg 1999 von der UNESCO als erste Burganlage Deutschlands in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen wurde.
Unsere Gäste sollten vielleicht selbst erzählen, denn sie waren sehr begeistert. Auch als Erwachsene darf man auf den Eseln nach oben reiten, aber glaubt mir, das ist dann der Lacher der Nation. Wir sind in aller Ruhe hochgekraxelt, die Kidis durften natürlich reiten, aber es gibt auch extra einen Pendelverkehr und man kann sogar mit dem Auto fast bis hoch fahren.

Keuchend oben angekommen, 410 Meter über Eisenach verschnauften wir erst einmal und genossen die herrliche Aussicht.
Nun über eine Zugbrücke hinein in die gute Stube. Nachdem wir den „Türsold“ entrichtet hatten, der einem im ersten Moment etwas heftig vorkommt, durften wir uns einer Führung, bewaffnet mit einem Burgplan, anschließen.
Durch ein großes breites Tor hindurch, befinden sich rechts und links verschiedene Museumsräume und Ausstellungen. Durch eine dreitorige Halle hindurch kommen wir zum Margarethengang, der Vogtei und dem Ritterhaus sowie der historischen Lutherstube. Linker Hand ist der Elisabethengang, doch dazu etwas später.

Schon hier bekommt ihr erzählt, das der Sage nach 1067 vom Landgrafen Ludwig dem Springer Eisenach gegründet wurde und auf welche geschichtlichen Ereignisse noch im Detail eingegangen wird. Die Burganlage besteht im groben gesagt aus zwei Höfen, diese umschließen die eigentliche Burg und wurde in mehreren Bauabschnitten gebaut. Der älteste Teil und wohl architektonisch auch bedeutendste ist das Landgrafenhaus, der Palas. Er wurde 1155 bis 1180 in der Spätromanik gebaut mit einem kreuzgewölbten Rittersaal. Trotz das alles ziemlich schlicht aussieht, ist es dennoch irgendwie festlich gestaltet wurden durch die romanischen Gewölbe. Stellenweise sieht man, dass regelrecht der Fels auf dem die Burg steht mit eingearbeitet wurde. Zur Hofseite hin gibt es immer wieder Arkadengänge, die mit Säulen und stellenweise gut erhaltenen Kapitellen geschmückt sind. Auch der Speisesaal sieht ähnlich aus wie das Rittergewölbe, aber noch ein bisschen festlicher. In der Neuen Kemenate sind Werke von Lucas Cranach und Werkstätten von Albrecht Dürer und Tilman Riemenschneider ausgestellt.
Der einzige Raum, außer dem Festsaal, der wirklich prunkvoll und protzig wirkt ist die Elisabeth- Kemenate. Hier zeigt ein prachtvolles Mosaik das Leben der heiligen Elisabeth, von der Geburt bis zur Heiligsprechung. Eine Etage höher liegen das Zimmer des Landgrafen, der Sängersaal und die Elisabeth- Galerie.

Vom Hof aus gibt es eine Treppe zur Kapelle. An ihren Wänden ist die Wandmalerei zu erkennen, jedoch wurde sie durch einen Brand sehr in Mitleidenschaft gezogen. Zu Ehren der heiligen Elisabeth finden hier noch heute Gottesdienste und Orgelkonzerte statt. In der anschließenden Elisabeth- Galerie wird ihr Leben und ihre Barmherzigkeit noch einmal in Bildern und Gemälden ausgedrückt. Die Landgräfin Elisabeth wurde wegen ihrer Aufopferung für Arme und Kranke 1235 heilig gesprochen und sorgte so unabsichtlich dafür, dass die Wartburg bekannt wurde.

Junker „Jörg“, so nannte sich Martin Luther nutzte die Wartburg als Versteck, er übersetzte hier in der Lutherstube 1521, vor dem Papst und dem Wormser Reichstag geschützt, das neue Testament aus dem griechischen Originaltext.

Im Obergeschoss des Palas, befindet sich der Festsaal sehr groß und festlich sowie von mehreren Kronleuchtern erhellt. Hier fanden das Wartburgfest statt und der legendäre Minnesängerstreit. Walther von der Vogelweide, damals berühmtester mittelalterlicher Minnesänger, Wolfram von Eschenbach, Heinrich von Veldeke und viele Andere setzten sich ein für nationale Einheit und demokratische Freiheit.
In der dazugehörigen Sängerlaube befinden sich heute Auszüge aus den Minnegesängen der am Sängerkrieg teilnehmenden Minnesänger. Durch farblich sehr gut angepasste Malerei erscheint der Raum durchaus einladend und freundlich. Richard Wagner verarbeitete übrigens genau diesen Minnesängerstreit in seiner Oper „Tannhäuser“.

Genau in diesem prunkvollen Festsaal finden heutzutage noch Konzerte klassischer Musik statt. Und da es ein passender Rahmen ist werden hier die Abiturzeugnisse an die frisch gebackenen Abiturienten Eisenachs überreicht.



Öffnungszeiten:
März bis Oktober: täglich 8.30-17.00,
Burgtor bis 20.00 Uhr.
November bis Februar: täglich 9.00-15.30,
Burgtor bis 17.00 Uhr

Preise:
Erwachsene 5,70 €
Kinder zw. 6 bis 16 Jahren 3,10 €

Wer sich jetzt selbst ein Bild machen möchte, kann dies gerne tun. Denn zur Wartburg gibt es unter:

http://[email protected]/frame_wt.htm

sogar eine eigene Website. Hier werdet ihr zu einem virtuellen Rundgang eingeladen, dieser ist für meine Begriffe wirklich sensationell gestaltet. Ihr werdet durch jedes Geschoss und jeden Raum geführt und dort findet ihr noch viele weitere Informationen. Ich wünsche euch viel Spaß dabei.

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