Max Weiss Herzen, Brezeln, Sterne Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Geschmack:  sehr gut
  • Geruch:  sehr gut
  • Suchtfaktor:  hoch
  • Anhalten der Frische nach Öffnen:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von Gemeinwesen

„Vorweihnachtliche Leckerei“ (da - jetzt hab' ich's geschrieben.)

2
  • Geschmack:  durchschnittlich
  • Geruch:  gut
  • Suchtfaktor:  hoch
  • Anhalten der Frische nach Öffnen:  durchschnittlich
  • Kaufanreiz:  Zufall

Pro:

Is' billich. Kann man deshalb auch schön beim Elternabend in der Adventszeit auf den Tisch stellen.

Kontra:

verhält sich zu einem echten Nürnberger-Elisen-Lebkuchen etwa so, wie sich ein Toastbrot zu einem Schwarzbrot verhält.

Empfehlung:

Nein

Ich gebe es zu: ich tippe diese Zeilen nur, um den Reigen der auch in diesem Jahr zu erwartenden Konsumartikel-Beschwätzungen zu eröffnen, in denen das grässliche sprachliche Klischee der „vorweihnachtlichen Leckerei“ bemüht wird.


Ich habe nichts gegen Lebkuchen; nicht einmal dann, wenn sie bereits Ende September in den Ladenregalen stehen. Ich muss sie schließlich nicht kaufen, und diese hier muss ich schon gar nicht kaufen. Wenn ich sie trotzdem gekauft habe, dann liegt das daran, dass ich sie nicht für mich gekauft habe. Ich habe die Packung mit Brezeln, Sternen und Herzen verschenkt. Und bevor jetzt wer darüber schimpft, dass ich Sachen verschenke, für die ich mich selbst nicht begeistern kann: Die betreffende Person hat ein Faible für genau diese Art von Lebkuchen – und überhaupt keines für die Art von Lebkuchen, die ich mag.

Lebkuchen hießen ja früher mal Pfefferkuchen. Und warum? Weil Pfeffer früher als Sammelbegriff für eine ganze Reihe von Gewürzen verwendet wurde. Hier liegt auch der sprichwörtliche Hase im Pfeffer: Im englischsprachigen Raum heißen unsere Lebkuchen (die, wortgeschichtlich gesehen, nichts mit Leben zu tun haben, sondern vermutlich eher mit dem lateinischen Wort für „Fladen“ libum oder dem germanischen Laib – die Gelehrten streiten noch) noch immer „spiced cakes“, sind also „Gewürzkuchen“. Genau diese Würze fehlt mir bei den 0815-Lebkuchen von Weiss. Außerdem fehlen mir Nüsse und Mandeln, kandierte Früchte und was sonst für mich noch alles in einen anständigen Lebkuchen gehört.

Anders gesagt: Gegen einen Nürnberger Elisen-Lebkuchen stinken die Brezeln, Herzen und Sterne von Weiss doch ziemlich ab. Allerdings glaube ich auch, dass die gar nicht in Konkurrenz zu den klassischen Oblaten-Lebkuchen treten wollen.

Die Lebkuchen von Weiss sind, so sehe ich das, die Art von vergleichsweise günstigem (ich habe teure EUR 1,99 für eine Packung bezahlt, die ich in einer Drogerie in einem Hauptbahnhof gekauft habe; ich habe sie neulich aber auch schon für EUR 1,19 gesehen) Gebäck, das die Mitarbeiterinnen der Heilsarmee bei der Weihnachtsfeier für alleinstehende Männer in der Stadthalle auf den Tisch stellen können, weil vergleichsweise viel Masse für wenig Geld geboten wird. Meine Vermutung: Weil die alleinstehenden Männer in der Mehrzahl keine Lebkuchenfreunde sind, wird das Gros der Lebkuchen hinterher wieder eingesammelt und an Kinderheime verschenkt. Herrje. Ich glaube, wenn ich meine Gedanken über Weiss-Lebkuchen weiterspinne, werde ich glatt melancholisch.

Natürlich sind das alles nur Mutmaßungen. Wahrscheinlich sieht die Mehrzahl der Brezeln, Sterne und Herzen in ihrem Kuchenleben nicht einen einzigen einsamen Mann, sondern staubt auf Tellern ein, die Sekretärinnen in der Vorweihnachtszeit im Vorzimmer auf den Tisch stellen. An die (gemeint sind die Teller mit Lebkuchen, nicht die Sekretärinnen) trauen sich dann höchstens die Putzfrauen, nicht aber auf der Couch gegenüber wartenden Stellenbewerber, die fürchten, genau in dem Moment zum Gespräch ins Chefzimmer gebeten zu werden, in dem sie zum Lebkuchen gegriffen und sich die Finger mit Schokolade beschmiert haben.

Herrje.

Es führt zu nichts.

Die Weiss-Lebkuchen stimmen mich grämlich (vielleicht liegt das aber, wenigstens zum Teil, auch am Wetter).


R e s ü m e e

Nix da; von wegen „vorweihnachtliche Leckerei“. Für mich sind diese Lebkuchen leere Kalorien. Wenn schon, denn schon – wenn ich die Wahl habe, nehme ich lieber einen richtigen Pfefferkuchen als eine ganze Schachtel Brezeln, Sterne und Herzen. Oder eine schöne, harte Kräuterprinte. Oder einen Dominostein. Oder etwas von dem anderen Zeug, das zu teuer ist, als dass man es bei der Weihnachtsfeier für alleinstehende Männer auf den Tisch stellen könnte, die die Arbeiterwohlfahrt oder die Heilsarmee in der Stadthalle ausrichtet.

ps: "Vorweihnachtliches Naschwerk" finde ich auch nicht besser. Das ist mir einfach zu neckisch bei diesem Wetter.

21 Bewertungen, 11 Kommentare

  • hjid55

    07.01.2007, 15:38 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & lg Sarah

  • morla

    26.09.2006, 22:15 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • bigmama

    26.09.2006, 21:10 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg Anett

  • anonym

    26.09.2006, 18:26 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, LG Birgit :-)

  • panico

    26.09.2006, 16:02 Uhr von panico
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg panico:-)

  • Gozo-Bernie

    26.09.2006, 15:49 Uhr von Gozo-Bernie
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gruss aus Catania - bernie

  • superlativ

    26.09.2006, 15:15 Uhr von superlativ
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe grüße!

  • waltraud.d

    26.09.2006, 14:21 Uhr von waltraud.d
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • phobee

    26.09.2006, 14:15 Uhr von phobee
    Bewertung: sehr hilfreich

    Nürnberger Elisen und Durchschnittslebkuchen kann man sowieso nicht vergleichen! Aber ein super Bericht! LG, Pia

  • willibald-1

    26.09.2006, 13:40 Uhr von willibald-1
    Bewertung: sehr hilfreich

    auch wenn mir noch nicht "vorweihnachtlich" ist! *gg*

  • Finalsteini

    26.09.2006, 13:37 Uhr von Finalsteini
    Bewertung: sehr hilfreich

    Spitze dein Bericht,gruss Final