Westminster Abbey Testbericht

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Erfahrungsbericht von Elslaesstgruessen

Die R.A.F. in London!!!

Pro:

Sehr beeindruckend

Kontra:

ist immer noch eine Kirche und nicht unbedingt ein Ort spannendster Events.

Empfehlung:

Ja

Hey Folks,

London… nochmal. Ich finde immer, wenn man gerade in London ankommt, so nach vielen vielen Stunden Busfahrt und dann durch “downtown” fährt und der Blick auf Big Ben frei wird und dann die ganzen Sehenswürdigkeiten drumrum, man sieht dieses Bild, dass wahrscheinlich die erste Wahl der meisten Postkartenfotografen in London und eines der beliebtesten Titelbilder von London-Reiseführern ist, das sieht alles total unwirklich aus. Ich finde, man kann noch so davor stehen, vor den Houses of Parliament, vor St. Paul’s oder was es da nicht noch alles so gibt, es sieht nicht echt aus. Es sieht aus wie ein Bild, ein Gemälde, etwas künstliches, etwas abstraktes, irgendwie. Es sieht nicht aus wie ein echtes Gebäude, ein Haus, in dem gearbeitet wird oder so. Vielleicht wie eine „Puppenstube“ oder ein Modellhaus in Übergröße. Viel zu schön irgendwie, um echt zu sein. So stehts auch mit Westminster Abbey.

Ich finde, man kann vor ihr stehen und es ist irgendwie zu überwältigend. Ich mein, ich stand nun nicht mit offenem Mund davor und konnte mein Glück kaum fassen, endlich mal vor Westminster Abbey zu stehen, aber irgendwie berührt dieses Haus schon und ist ein bisschen unbegreiflich. Nicht fassbar. Vielleicht dazu auch viel zu groß.

Generell kann man wohl schon fast sagen, dass Westminster Abbey die bekannteste Kirche in Großbritannien ist. Oder wenigstens eine davon. Ihr offizieller Titel ist eigentlich the Collegiate Church of Saint Peter in Westminster und gebaut wurde sie „schrittweise“ zwischen dem elften und 19. Jahrhundert. Zu Westminster Abbey gehört nicht nur die eine Kirche, die an sich schon groß genug wäre, sondern auch noch umliegende kleinere Kapellen, Kloster und Türmchen. Angefangen, das ganze zu bauen hat wie so vieles andere auch der englische König Edward the Confessor 1050. Zu Ende, oder eigentlich fast neugebaut wurde es dann 1245 in ihrem heutigen gotischen Stil.

Nicht nur, dass die Kirche insgesamt von aussen wirklich umwerfend und überwältigend aussieht, am Westeingang ist auch noch ein interessantes Detail, das man sich gerne angucken kann. Dort sind verschiedene Figuren an der Wand angebracht, die man zwar leicht übersieht, die sich aber wirklich lohnen, anzuschauen, es sind Figuren von 10 berühmten Persönlichkeiten, einer von ihnen zum Beispiel Martin Luther und noch vier weitere Figuren die für Wahrheit, Gerechtigkeit, Gnade und Frieden stehen und wirklich schön ausgearbeitet sind.

Genutzt wird die Kirche als Krönungsort für neue Könige. Gibt’s dafür eigentlich ein eigenes Wort, also ich meine jedenfalls das Ereignis, wenn einem neuen König oder einer Königin ihre Krone aufgesetzt wird, ‚ne, ihr wisst schon was ich meine. Und was aber noch viel spannender ist, eigentlich ist es ein riesiger Friedhof. Also die Toten liegen da echt zu Massen. Nicht nur berühmte Leute haben dort ihre letzte Ruhe gefunden, es sind einfach alle da. ;o) Sicher waren sie auch verhältnismäßig wichtig und berühmt zu ihrer Zeit, aber für heutige Begriffe und für heutiges Allgemeinwissen sind es einfach No-Name-Leute. Aber da wird einem auf die Sprünge geholfen, es ist ja schliesslich immer auf das Grab geschrieben, wer da liegt. So ergibt es sich, dass der gesamte Boden der Abbey aus Grabplatten besteht. Man läuft die ganze Zeit über Gräber und hat gar keine andere Wahl. Der ganze Boden ist ausgelegt mit Platten, in denen die Namen und Sprüche und Daten von den darunter liegenden Toten eingestanzt sind. Also ich muss schon sagen, es ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, schliesslich lernt man ja sein Leben lang, dass man Gräber achten muss und auf KEINEN Fall darauf rumlaufen darf. Nun, hier kommt man nicht darum herum. Auch wenn man die dort liegenden Leute nicht kennt (oder nicht kannte, sind schliesslich tot...) ist es eigentlich ganz spannend, sich wenigstens einige Sachen davon durchzulesen. Natürlich würde man niemals alle schaffen, aber einige sind doch ganz interessant, wer dort so alles die Ehre hatte, in der Abbey begraben zu werden.

Schon wenn man in die Abbey eintritt, ist es extrem beeindruckend, sie ist einfach riesig, ich mein wirklich riesig und trotzdem so detailliert und schön ausgestaltet. Vielleicht nur mal um diese Größe ein bisschen zu verdeutlichen – die Kronleuchter, die dort hängen bestehen jeder wohl aus 500 Stückchen Glas und wiegen über 120 kg. Und benauso bombastisch sehen sie auch aus. Genauso der Große Altar in der Kirche, er wirkt einfach nur riesig, wenn man davor steht, dahinter ist ein übergroßes Bild aus Mosaiksteinen zusammengesetzt, man kann einfach nur beeindruckt sein davon, auch wenn man sich nicht unbedingt für Kirchen und Kunst interessiert.

Aber generell gibt es wohl zwei große Sachen, die die Touristen wirklich anziehen. Zum einen sind das die Gräber und Kapellen der „wirklich“ berühmten. Dazu würde ich zum Beispiel mal Isaac Newton zählen, der dort seine letzte Ruhestelle gefunden hat, und dann aber unzählige Könige und Königsfamilienmitglieder. Die meisten liegen in ihren eigenen kleinen Kapellen, Einbuchtungen oder wirklich eigene Räume in der Kirche, und diese Kapellen sind wirklich schön. Fast überall ist eine lebensgroße Holzfigur des Toten auf dem Sarg, was die Sachen vielleicht schon mal interessant und die Kapellen sind wie auch die ganze Kirche sehr farbenfroh gestalten. Aber nicht nur von der historischen Seite haben die Leute damals ihre Sache gut gemacht, die Tourismusbranche hat auch keine schlechte Arbeit geleistet, es sind überall Schilder in verschiedenen Sprachen aufgestellt, die einen über wichtige und interessante Fakten informieren.

Zum anderen gibt es eine Poets Corner, die auf alle Fälle auch richtig interessant ist. Sie sieht nicht viel anders aus, auf den ersten Blick, wie der Rest der Kirche, allerdings sind hier die Platten keine Grabsteine oder Grabplatten, sondern hier wird berühmten toten Leuten „nur“ gedacht, sie liegen hier nicht wirklich begraben. Es sind Gedenktafeln und auch kleine Denkmäler von Leuten wie zum Beispiel Shakespeare.

Auch wenn es innen wirklich sehr beeindruckend ist, ein bisschen stressig kanns auch werden. Wenn man als „normaler“ Besucher kommt, darf man sich erst mal ein ganzes Weilchen anstellen, aber das machen die Briten ja gerne... Dann bezahlt man übrigens 6 Pfund. Also Schüler bezahlt man „nur“ 3 und wenn man dann noch als Gruppe kommt, darf man sogar durch den Hintereingang ohne anstellen. Okay, klingt nach einer netten Behandlung, so war es aber nicht wirklich. Zu mindest als wir da waren, darf bei einer Gruppe auf einen Erwachsenen nur 10 „Kinder“. Hallo – wir sind so um die 18 bis 20 gewesen und nur weil wir als Schulklasse kamen, zählen wir als Kids, die beaufsichtigt werden... Wir hätten selber als Betreuung durchgehen können, wenn wir eben nicht als Gruppe angemeldet gewesen wären. Schönen Dank auch.

Ich denken, man sollte sich schon ein bisschen für Kirchen und schöne alte Gebäude interessieren, um wirklich The Time Of The Life dort zu haben. Also so ein Kulturbanause wie ich es bin, findet man es allerdings auch sehr spannend und wirklich beeindrucken, aber einen ganzen Nachmittag könnte ich dort wahrscheinlich auch nicht verbringen. Also lohnt sich schon, sich die Sache mal anzugucken, weil es ist wirklich schön, aber nehmt Euch auch noch ein „echtes Event“ für den Tag vor. ;o)

Zur Überschrift – Am Ostende der Abbey ist die Royal Airforce Chapel, oder auch RAF Memorial chapel. Sie ist Kriegsopfern von 1940 gewidmet und auch wirklich richtig schön, die Fenster in dieser Kapelle sind wir Kirchenfenster eben so sind extrem bunt und mit beeindruckenden Bildern gestaltet. Das sieht wirklich richtig richtig gut aus, wenn das Licht durchscheint.

Also, guckts Euch mal an, Els laesst gruessen

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