White Sands Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Radar
White Wonder
Pro:
Wunderschön
Kontra:
Abgelegen
Empfehlung:
Ja
Bei hoch gestellter Klimaanlage kommt man sich zunächst wie in einem eingeschneiten Wintersport – Dorf vor: riesige weiße Hügel, kaum Vegetation, nur das Heulen des Windes. Aber es ist kein Schnee, sondern Dünen aus fast reinem Gips formen dieses weiße Naturwunder.
Rund 4,5 Milliarden Tonnen Sand hat die Natur in den letzten 6000 bis 10000 Jahren hier entstehen lassen. Und es werden täglich mehr: Dünen wachsen, fallen zusammen, aber sind immer auf dem Vormarsch. Angetrieben von südwestlichen Winden wandern sie bis zu zehn Meter im Jahr und bedecken alles, was im Weg steht.
Die Wüste wird aus den umliegenden San Andres und Sacramento Mountains gespeist. Jeder Regen spült feine Gipspartikel in das Tal, wo sie sich im Lake Lucero sammeln. Nach der Regenzeit trocknet dieser See aus und der Gips bildet eine Kruste aus Kristallen. Die Frühjahrsstürme verteilen die Partikel dann über das Tal.
Nur eine Handvoll Pflanzenarten hat es geschafft, im schnell wandernden Sand zu überleben, wie zum Beispiel der Soaptree Yucca oder Skunkbush Sumach.
Mit viel Glück lassen sich auch ein paar Tiere entdecken, die sich an das raue Klima angepasst haben. Zum Schutz vor natürlichen Feinden haben einige Eidechsen und selbst Mäuse eine weißliche Färbung angenommen.
Das 1933 eingerichtete White Sands National Monument befindet sich im Südes von New Mexico, inmitten der White Sands Missile Range, wo die Armee Raketentests durchführt. Eine Aktivität, die vom Parkmanagement stets mit Argusaugen verfolgt wurde. Im Juli 1945 wurde in dem Militärgelände sogar die erste Atombombe gezündet. Nach dem Sieg über Deutschland brachte man erbeutete V – 2 – Raketen auf das Gelände, um sie zu testen. Aufgrund der großen militärischen Bedeutung dieses Ortes stand die Zukunft des Parks dauerhaft auf Messers Schneide. Immer wieder plante das Pentagon die Ausdehnung der Militäranlagen.
Unter Präsident Kennedy fiel auch das Auge der NASA auf die weiße Wüste, die in dem ausgetrockneten See der Missile Range einen geeigneten Raumflughafen sah. Tatsächlich findet sich heute nördlich des Monuments ein Ausweichlandeplatz für den Space Shuttle.
Ausgangspunkt für Besichtigungen des National Monument ist die Kleinstadt Alamogordo. Mit etwa 27000 Einwohnern ist Alamogordo ein ziemlich verschlafenes Nest. Hotels, Motels und Restaurants sind jedoch ausreichend vorhanden, die üblichen Ketten sind alle vertreten. Erwähnenswert ist allenfalls das Alamogordo Space Center mit Air and Space Park, Astronaut Memorial Garden, International Space Hall of Fame, Shuttle Camp und IMAX – Theater und Planetarium. Das Center ist täglich von 09:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 2,50 Dollar.
Der Park liegt etwa 24 Kilometer südwestlich von Alamogordo. Über die US 70/82, vorbei an Holloman Air Force Base (übrigens einer der größten Standorte der Bundeswehr in den USA), erreicht man den Parkeingang. Direkt am Eingang liegt das Visitor Center, im historischen Adobe – Baustil gehalten. Hier ist auch der einzige Platz, an dem man Getränke und etwas zu essen bekommt.
Das White Sands National Monument erschließt sich am besten mit dem Auto auf dem Dunes Drive. Die 26 Kilometer lange Straße führt in das Herz des 270 Quadratmeilen große Naturwunder.
Die verschiedenen Vegetationszonen lassen sich auf verschiedenen kurzen Fußwegen erkunden.
Der Big Dune Nature Trail befindet sich am äußersten Rand des Dünenfeldes, wo der Sand nur langsam wandert und eine dichtere Vegetation zulässt.
Ein Weg über Holzbohlen, der Interdune Boardwalk, verläuft durch die besonders sensible Zone, die sich in den Senken zwischen einzelnen Dünen befindet.
Auf dem Alkali Flat Trail erlebt man schon nach wenigen Metern Einsamkeit pur. Der Wind übertönt die Autogeräusche und Rufe der spielenden Kinder. Ein Weg im eigentlichen Sinne existiert nicht, Fußspuren sind schon nach wenigen Minuten wieder vom rieselnden Sand verwischt. Die Marschrichtung wird von bunten Stäben auf den Spitzen der Dünen angezeigt. Am Ende des Trails erreicht man die Alkali Flats, ein flache trockene Ebene. Hier befand sich einst der Lake Otero, der vor 12000 Jahren auszutrocknen begann.
An den Trails und im Visitor Center befinden sich ausreichend Informationstafeln mit wichtigen Informationen über die Geologie, Flora und Fauna des National Monuments. Im Park befinden sich ausreichend überdachte Picnic – Plätze und Toiletten, ansonsten gibt es keine weitere touristische Infrastruktur außer dem Visitor Center. Auch ein Campingplatz existiert nicht innerhalb des National Monument, in der Umgebung gibt es allerdings drei öffentliche Plätze.
Im Juli und August werden durch die Parkranger bei Vollmond Mondscheintouren organisiert. Mitte September wird das Heißluft – Ballonfestival veranstaltet.
Die Sonneneinstrahlung wird durch den weißen Sand stark reflektiert – Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnenschutz sind daher unverzichtbar. Bei Wanderungen gehören genügend Wasservorräte ins Gepäck.
Die schönsten Fotos kann man morgens und abends machen, wenn die Dünen lange Schatten bilden und das Licht am intensivsten ist. Das strahlende Weiß verwirrt leider viele Belichtungsautomatiken, die dann zu wenig Licht durchlassen. Wenn man kann sollte man leicht überbelichten oder Belichtungsreihen anfertigen.
Das White Sands National Monument ist täglich von 07:00 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet. Während Raketentests auf der Missile Range werden aus Sicherheitsgründen sowohl die US 70/82 als auch der Park für ein bis zwei Stunden geschlossen.
Der Eintritt beträgt drei Dollar pro Fahrzeug und gilt für sieben Tage, der National Park Pass wird akzeptiert.
Fazit:
Das White Sands National Monument mit seiner faszinierend entrückten Natur ist auf jeden Fall einen Besuch wert, für viele Besucher übrigens der einzige Grund in den Süden New Mexicos zu fahren. Üblicherweise findet man solche Naturwunder natürlich nicht in der Nähe der großen Städte, deshalb gibt es für die abgelegene Gegend auch keinen Abzug.
Also, volle fünf Sterne.
Rund 4,5 Milliarden Tonnen Sand hat die Natur in den letzten 6000 bis 10000 Jahren hier entstehen lassen. Und es werden täglich mehr: Dünen wachsen, fallen zusammen, aber sind immer auf dem Vormarsch. Angetrieben von südwestlichen Winden wandern sie bis zu zehn Meter im Jahr und bedecken alles, was im Weg steht.
Die Wüste wird aus den umliegenden San Andres und Sacramento Mountains gespeist. Jeder Regen spült feine Gipspartikel in das Tal, wo sie sich im Lake Lucero sammeln. Nach der Regenzeit trocknet dieser See aus und der Gips bildet eine Kruste aus Kristallen. Die Frühjahrsstürme verteilen die Partikel dann über das Tal.
Nur eine Handvoll Pflanzenarten hat es geschafft, im schnell wandernden Sand zu überleben, wie zum Beispiel der Soaptree Yucca oder Skunkbush Sumach.
Mit viel Glück lassen sich auch ein paar Tiere entdecken, die sich an das raue Klima angepasst haben. Zum Schutz vor natürlichen Feinden haben einige Eidechsen und selbst Mäuse eine weißliche Färbung angenommen.
Das 1933 eingerichtete White Sands National Monument befindet sich im Südes von New Mexico, inmitten der White Sands Missile Range, wo die Armee Raketentests durchführt. Eine Aktivität, die vom Parkmanagement stets mit Argusaugen verfolgt wurde. Im Juli 1945 wurde in dem Militärgelände sogar die erste Atombombe gezündet. Nach dem Sieg über Deutschland brachte man erbeutete V – 2 – Raketen auf das Gelände, um sie zu testen. Aufgrund der großen militärischen Bedeutung dieses Ortes stand die Zukunft des Parks dauerhaft auf Messers Schneide. Immer wieder plante das Pentagon die Ausdehnung der Militäranlagen.
Unter Präsident Kennedy fiel auch das Auge der NASA auf die weiße Wüste, die in dem ausgetrockneten See der Missile Range einen geeigneten Raumflughafen sah. Tatsächlich findet sich heute nördlich des Monuments ein Ausweichlandeplatz für den Space Shuttle.
Ausgangspunkt für Besichtigungen des National Monument ist die Kleinstadt Alamogordo. Mit etwa 27000 Einwohnern ist Alamogordo ein ziemlich verschlafenes Nest. Hotels, Motels und Restaurants sind jedoch ausreichend vorhanden, die üblichen Ketten sind alle vertreten. Erwähnenswert ist allenfalls das Alamogordo Space Center mit Air and Space Park, Astronaut Memorial Garden, International Space Hall of Fame, Shuttle Camp und IMAX – Theater und Planetarium. Das Center ist täglich von 09:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 2,50 Dollar.
Der Park liegt etwa 24 Kilometer südwestlich von Alamogordo. Über die US 70/82, vorbei an Holloman Air Force Base (übrigens einer der größten Standorte der Bundeswehr in den USA), erreicht man den Parkeingang. Direkt am Eingang liegt das Visitor Center, im historischen Adobe – Baustil gehalten. Hier ist auch der einzige Platz, an dem man Getränke und etwas zu essen bekommt.
Das White Sands National Monument erschließt sich am besten mit dem Auto auf dem Dunes Drive. Die 26 Kilometer lange Straße führt in das Herz des 270 Quadratmeilen große Naturwunder.
Die verschiedenen Vegetationszonen lassen sich auf verschiedenen kurzen Fußwegen erkunden.
Der Big Dune Nature Trail befindet sich am äußersten Rand des Dünenfeldes, wo der Sand nur langsam wandert und eine dichtere Vegetation zulässt.
Ein Weg über Holzbohlen, der Interdune Boardwalk, verläuft durch die besonders sensible Zone, die sich in den Senken zwischen einzelnen Dünen befindet.
Auf dem Alkali Flat Trail erlebt man schon nach wenigen Metern Einsamkeit pur. Der Wind übertönt die Autogeräusche und Rufe der spielenden Kinder. Ein Weg im eigentlichen Sinne existiert nicht, Fußspuren sind schon nach wenigen Minuten wieder vom rieselnden Sand verwischt. Die Marschrichtung wird von bunten Stäben auf den Spitzen der Dünen angezeigt. Am Ende des Trails erreicht man die Alkali Flats, ein flache trockene Ebene. Hier befand sich einst der Lake Otero, der vor 12000 Jahren auszutrocknen begann.
An den Trails und im Visitor Center befinden sich ausreichend Informationstafeln mit wichtigen Informationen über die Geologie, Flora und Fauna des National Monuments. Im Park befinden sich ausreichend überdachte Picnic – Plätze und Toiletten, ansonsten gibt es keine weitere touristische Infrastruktur außer dem Visitor Center. Auch ein Campingplatz existiert nicht innerhalb des National Monument, in der Umgebung gibt es allerdings drei öffentliche Plätze.
Im Juli und August werden durch die Parkranger bei Vollmond Mondscheintouren organisiert. Mitte September wird das Heißluft – Ballonfestival veranstaltet.
Die Sonneneinstrahlung wird durch den weißen Sand stark reflektiert – Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnenschutz sind daher unverzichtbar. Bei Wanderungen gehören genügend Wasservorräte ins Gepäck.
Die schönsten Fotos kann man morgens und abends machen, wenn die Dünen lange Schatten bilden und das Licht am intensivsten ist. Das strahlende Weiß verwirrt leider viele Belichtungsautomatiken, die dann zu wenig Licht durchlassen. Wenn man kann sollte man leicht überbelichten oder Belichtungsreihen anfertigen.
Das White Sands National Monument ist täglich von 07:00 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet. Während Raketentests auf der Missile Range werden aus Sicherheitsgründen sowohl die US 70/82 als auch der Park für ein bis zwei Stunden geschlossen.
Der Eintritt beträgt drei Dollar pro Fahrzeug und gilt für sieben Tage, der National Park Pass wird akzeptiert.
Fazit:
Das White Sands National Monument mit seiner faszinierend entrückten Natur ist auf jeden Fall einen Besuch wert, für viele Besucher übrigens der einzige Grund in den Süden New Mexicos zu fahren. Üblicherweise findet man solche Naturwunder natürlich nicht in der Nähe der großen Städte, deshalb gibt es für die abgelegene Gegend auch keinen Abzug.
Also, volle fünf Sterne.
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