Puhdys Wilder Frieden Testbericht

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Erfahrungsbericht von gibsymausi

Die Kultband aus dem Osten

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die Puhdys kommen

Eine Kultband startet durch, in das 32. Jahr ihrer Karriere.
Vor Jahren als die Rocker prophezeiten: „Wir spielen bis zur Rockerrente“, hielten das viele für einen PR-Gag, manche vielleicht auch für eine Drohung. Längst aber ist klar, dass es ein erstgemeintes Versprechen war, das einzulösen sie auf dem besten Weg sind.

Die Puhdys standen 1999 bereits das 30. Jahr auf der Bühne- ein Jubiläum, wie es heute in Künstlerkreisen nicht sehr weit verbreitet ist. In unserer hektischen Zeit überwiegen eher Kurzlebige Künstlerkarrieren.
Die Puhdys sind seit ihrem Auftritt im Tivoli in Freiberg landauf, landab unterwegs, geschätzt von den Veranstaltern, weil die Band ein Garant für volle Häuser und gute Stimmung ist, gefeiert von den Fans, weil sie die Musik der Puhdys lieben, bewundert von Kollegen, die wissen, was 30 Bühnenjahre an Arbeit, Disziplin, Einfallsreichtum und Ausdauer abverlangen.

Man rätselt verschiedentlich, worin dieser langandauernde Erfolg eigentlich begründet sein könnte. Da ist die Rede von musikalischer Unkompliziertheit, einfacher Sprache, lebensnahen Themen und Botschaften, stimmlicher Unverkennbarkeit, Glaubwürdigkeit und Musikerpersönlichkeiten. Mancher schwafelt auch von Nostalgie und versteht die Welt nicht mehr. Andere sehen eher den Ausdruck eines bestimmten Lebensgefühl, das Bekenntnis zu einer Sicht auf die Dinge des Lebens, die viel mit Ehrlichkeit, Moral, Identität und Integrität aber auch mit Widerstand gegen Vereinnahmung zu tun hat.

Einig sind wir uns alle, das da etwas Besonderes sein muss, was die Puhdys auszeichnet. Ihr Auftreten ist aufrichtig und echt. Sie spielen mit Freude. Sie nehmen ihre Fans, aber nicht sich selbst so ernst und sind jederzeit für einen Spaß zu haben. Das alles zusammen macht die Puhdys zu dem was sie heute sind, eine der erfolgreichsten Bands in Deutschland-ein Phänomen.

Einblick in die Laufbahn der ostdeutschen Kultband:

Die Puhdys sind aus der seit 1965 existierenden Udo-Wendel-Comboband mit folgender Besetzung: Harry Jeske, Peter Meyer, Udo Jakop und Udo Wendel hervorgegangen und wurden 1969 mit den Bandmitgliedern Peter Meyer, Harry Jeske, Gunter Wosylus, Dieter Hartrampf und Dieter Birr ( genannt Maschine ) ins Leben gerufen. Die aus Oranienburg stammende Band hatte ihren ersten Liveauftritt im Tivoli, einem kleinen Klub im sächsischen Freiberg. Das historische Ereignis fand am 19.11.1969, als Gelegenheitsauftritt zum Testen der neuen Besetzung, vor rund 80 Gästen statt. Diese fragten sich die ganze Zeit: Wer sind eigentlich die Puhdys?“ Ein paar Szenekundige sagten, sie hätten gehört, sie sollen ganz gut sein. Gespielt wurden 15 Coverversionen von den damaligen Hardrockgrößen Uriah Heep, Led Zeppelin und Deep Purple.
Dieser Auftritt veränderte das ganze Leben der Bandmitglieder. Wie etliche andere Musikgruppen tingelten sie von Auftritt zu Auftritt und steigerten somit ihren Bekanntheitsgrad.
Im Juli 1970 erhielten sie wegen englischsprachigen Texten ein Auftrittsverbot in Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz. Nachdem sie ihre englischen Taxte durch deutsche ersetzt hatten, wurde das Verbot am 23.10.1970 wieder aufgehoben.
150 Schüler der Berufsschule Gardelegen (Sachsen-Anhalt) schrieben an das Jugendfernsehen der DDR. Sie wollten die Puhdys sehen. Einzige Bedingung waren deutsche Texte. Die Puhdys spielten den Titel „Türen öffnen sich zur Stadt“, einen übersetzten Uriah Heep Hit. Es wurde der erste Top-Hit der Band. Diesem folgte „Geh dem Wind nicht aus dem Weg“, welcher 1972 zum Schlager des Jahres gewählt wurde. Im selben Jahr wurde ihnen ihr erstes Auslandgastspiel in Leningrad (heute St. Petersburg) gewährt.
Die Zeitschrift „Neues Leben“ führte eine Leserumfrage durch in der die Puhdys zur besten nationalen Musikgruppe gewählt wurden.
Ein Jahr drauf erhielten sie den Zuschlag, den Kultfilm „Die legende von Paul und Paula“ musikalisch zu untermalen. Es waren die Lieder „Geh zu ihr“ und „Wenn ein Mensch lebt“, welche auch Singles Nr.1 wurden.
Im Jahr 1974 erhielten sie vom Komitee für Unterhaltungskunst einen Exklusivvertrag. Dieser ermöglichte ihnen die Aufnahme ihrer 1. LP mit dem Titel „Puhdys 1“. Weiterhin bekamen sie die Goldmedaille im 2. Interpretenwettbewerb für Unterhaltungskunst der DDR.
1975 erhielten sie die Erlaubnis für einen westeuropäischen Auslandsauftritt. Dieser fand in Holland statt und war für damalige Verhältnisse nicht selbstverständlich. Natürlich standen sie unter Beobachtung der Stasi.
Währenddessen erscheint die 2. LP „Puhdys 2“.
Im Jahr 1976 sind sie gleich 3-mal in den Top Ten vertreten. Ebenfalls in diesem Jahr spielten sie einige Konzerte in der BRD. In Dortmund nahmen sie am Fest der Jugend teil und wurden zur beliebtesten DDR-Band gewählt. Zudem erschienen die LPs „Lebenszeit“ und „Sturmvogel“.
Im DDR-Fernsehen erhielten die Puhdys 1977 eine eigene Fernsehshow mit dem Namen „Puhdys-made in GDR“ Verwunderlich war der englische Titel, unter dem der Auftritt stand.
1978 folgte eine ausgedehnte Europatour und TV-Auftritte in der BRD. Außerdem wurden sie zu den Weltfestspielen nach Havanna eingeladen. In ihrer Heimat wurden die Puhdys zum 7. Mal in Folge zur beliebtesten Band gewählt.
Im 10. Jahr ihres Bestehens – 1979 – wurde die Band mit dem „Goldenen Lorbeer“ des DDR-Fernsehens ausgezeichnet. In diesem Jahr kam auch ein neuer Schlagzeuger in die Band. Klaus Scharffschwert von der Gruppe „Prinzip“, löste Gunter Wosylus ab.
In den Londoner Rige-Farm-Studios spielte die Band 1980 ihre LP „Far from Home“ ein. Diese LP enthielt Puhdys-Titel, die ins Englische übersetzt wurden.
In der Hitparade belegten sie 1981 die Plätze 1,3 und 4.
Im Jahr 1982 bekamen sie den „Nationalpreis 2.Klasse für Kunst und Literatur“ der DDR.
Es folgten weitere LPs und Hits wie z.B. „Rockerrente“, welcher zum Dauerbrenner wurde.
Nach 20 Jahren verabschiedeten sich die Puhdys 1989 mit ihrer „Goodbye-Tour“ von ihren Fans. Das Auftaktkonzert in Ostberlin fand vor 80 000 Fans statt.
Die Comeback-CD „Wie ein Engel“ erschien 1992. Die Wiedervereinigung entstand auf vielfachen Wunsch der Fans. Außerdem sah die Band nach der Wende bessere Chancen für sich.
Durch die Gruppe Karat wurden die Puhdys 1994 als Helden der Musik ausgezeichnet. In Freiberg wurde vor dem Tivoli aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums eine alte Eiche gepflanzt.
In einem ausverkauften Stadion sangen die Puhdys 1995 die FC Hansa Rostock Stadionhymne „FC Hansa, wir lieben dich“. Für den Eishockeyclub „Eisbären Berlin“ sangen sie ebenfalls die Hymne „Hey wir wolln die Eisbär´n seh´n“.
Im Jahr 1997 verließ Mit-Gründungsmitglied Harry Jeske aus gesundheitlichen Gründen die Band und wurde durch Peter (Bimbo) Rasym ersetzt.
Beim Label Amiga unterschrieben sie 1998 einen neuen Plattenvertrag.
Das 3000. Konzert fand am 19.06.1999 in der ausverkauften Berliner Waldbühne statt. Als Gäste traten Mario Adorf und Rammstein-Sänger Til Lindemann auf. Mario Adorf sang zusammen mit der Band den Song „Gigolo“ aus dem Film „Das Comeback des Freddy Baker“, in welchem auch 3 „Puhdys“ mitspielten.
Außerdem kamen die CDs „Puhdys 1969-1999“ und „Wilder Frieden“ auf den Markt.
2000 brachten die Puhdys die Single für den Lausitzring raus „Speed Kings.
Das Album „Zufrieden“ und „Dezembertage“ kamen 2001 auf den Markt.

Nun bleibt abzuwarten, was die Puhdys in ihrer Karriere noch alles auf die Beine stellen.
Eines ist aber sicher: die Puhdys waren und sind eine der bekanntsten, beliebtesten und erfolgreichsten Bands in Deutschland. Sie können mit Recht stolz auf ihre über 30-jährige Karriere und die zahlreichen Fans in jedem Alter sein.


Ich finde die Puhdys echt super. Sie sind immer witzig. Ich freu mich immer wenn ich sie Live sehen kann.
Ich hoffe nur sie rocken nicht wirklich bis zur Rockerrente sondern noch viel länger.

Viel Spaß beim lesen,
Eure gibsymausi

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