Wish You Were Here - Pink Floyd Testbericht
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- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von Stepnwolf
Oh, by the way, which one's Pink?
Pro:
Das Alles und noch viel mehr.
Kontra:
...
Empfehlung:
Ja
Was, in Herrgottsnamen, hat das Zitat eines Herrn Moog mit dem hier zu behandelnden Thema des Berichts zu tun? Das ist die Frage. Die kurze Antwort darauf lautet: Ohne die ‚Erfindung’ des Robert Moog würde es wahrscheinlich einen Großteil dieses Albums (und vieler anderer mehr) so nicht geben. Und die Band selbst hätte niemals den Sound fabriziert, der sie gerade Anfang der 70iger so berühmt machte. Berühmt wären sie vielleicht trotzdem geworden, nur eben musikalisch ganz anders.
Ich selbst kann mit den 70iger Jahren musikalisch betrachtet nur bedingt etwas anfangen. Persönlich kann ich über die 70iger eh nicht viel sagen, da meine knapp 1,5 Lebensjahre, die noch in dieses Jahrzehnt fielen, bei mir keine bleibenden Erinnerungen hinterlassen haben. Aber an „den Großen“ der Musikwelt dieses Jahrzehnts kommt auch ein Verweigerer wie ich nicht so ganz vorbei. Und zu eben jenen gehört natürlich die Band Pink Floyd, deren Werke „Dark Side of the Moon“ (von 1973 und mit einem der berühmtesten Cover überhaupt, neben dem von Velvet Underground) und „The Wall“ (von 1979) zu den so genannten Meilensteinen der 70iger Musikgeschichte gehören. Ebenfalls dazu zu rechnen ist ihr 1975er Konzeptalbum „Wish you were here“. Womit wir dann endlich beim Thema wären...
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DIE BAND UND DAS ALBUM
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Ich werde jetzt über die Band nicht viele Worte verlieren, sondern nur die Bandbesetzung zum Zeitpunkt der Entstehung von „Wish you were here“ nennen. Als da wären: David Gilmore an Gitarre und Mikrofon, Nick Mason am Schlagzeug und diversen Percussions und Roger Waters (seines Zeichens Bassspieler und ebenfalls am Mikrofon tätig), sowie Richard „Rick“ Wright am Keyboard und seinen Abwandlungen, darunter ein Mini Moog (s.o.).
Ausführlichere Angaben zur Band und Bandgeschichte (und sehr empfehlenswert) ist der Eintrag in der Wikipedia. Für all jene, die es interessiert.
WISH YOU WERE HERE wurde „recorded at Abbey Road Studios January to July 1975“ (O-Ton Booklet) und hat eine Gesamtspiellänge von etwas mehr als 44 Minuten. Gastmusiker auf dem Album sind Dick Parry (Saxophon) und Roy Harper (Gesang). Meine CD ist aus dem Jahre 1992 (sozusagen digitally remastered) und erschien bei EMI Records.
Folgende Titel sind darauf zu hören:
(1) Shine on you crazy diamond (Part 1)
(2) Welcome to the machine
(3) Have a cigar
(4) Wish you were here
(5) Shine on you crazy diamond (Part 2)
Bevor wir etwas genauer in den Sound von PINK FLOYD eintauchen (und dieser Ausdruck passt hier durchaus!), sind nur noch zwei Dinge zu erwähnen. Erstens: WISH YOU WERE HERE ist ein Konzeptalbum. Genauso wie auch „Dark Side of the Moon“. Das heißt im Klartext: Ein Auseinanderreißen der einzelnen Titel bringt hier nicht viel. Sie gehen sowieso ineinander über. Und zweitens: WISH YOU WERE HERE wird heute (und laut Stimmen der Bandmitglieder auch schon damals) als eine Art Hommage an Syd Barrett (den Mitgründer und Ex-Mitglied PINK FLOYDs) gesehen.
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HÖREINDRÜCKE
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Ruhe ... Stille ... Gelassenheit. Einige wenige Assoziationen, die einem gleich zu Beginn des Albums in den Sinn kommen. SHINE ON YOU CRAZY DIAMOND (PART 1) fängt sehr sanft und zurückhaltend an. Die ersten Synthesizerklänge, die verzerrte Hornanklänge haben, bilden den Auftakt. Diese markante Hornsequenz wird noch des Öfteren in dem ca. 13:30 Minuten das Lied bestimmen. Nach dem ruhigen Beginn schält sich ab knapp 4 Minuten Spielzeit der Rocksong aus dem Gesamtstück heraus. Gilmores Gitarrenspiel wird intensiver, fordernder und glänzt mit einigen wunderschön heraus gespielten Solopassagen. Unterstützt wird er vom Schlagzeug, das im gleich bleibenden Midtempo vor sich hin trommelt ... sehr dezent und zurückhaltend, um die Wechsel zwischen Synths und Gitarre nicht zu stören. Mit Einsatz des Gesangs (nach sagenhaften 8:40 Minuten) haben wir den klassischen Rocksong vor uns. Rick Wrights Keyboards klingen nach Hammondorgel, die Gitarre ist noch immer dominant und der stellenweise mehrstimmige Gesang macht aus dem ruhigen Anfang eine laute fordernde vorwärts treibende Rockhymne. Lyrisch erzählen Pink Floyd die Geschichte Syd Barretts. Sie erinnern sich an die Anfänge mit ihm und den jähen und krassen Absturz durch seinen überhand nehmenden Drogenkonsum: „Remember when you were young, you shone like the sun. Shine on you crazy diamond. Now there’s a look in your eyes, like black holes in the sky. Shine on you crazy diamond.“ ... Das wirkt wehmütig, wie ein Traum aus besseren alten Zeiten. Vermittelt aber auch Hoffnung und Zuversicht für die Zukunft, vor allem ausgedrückt durch den fast schreiend vorgetragenen ‚Diamond-Teil’, der wie zur Bestätigung auch mehrmals wiederholt wird.
Dieses hymnenhafte des Hauptteils wird abrupt durch eine Stiländerung unterbrochen, den ich als nicht sehr gelungen betrachte: Ein Saxophon übernimmt das Kommando! Die letzten zwei Minuten sind dementsprechend ziemlich jazzig angehaucht. Die Gitarre mimt den melodischen Begleiter und geleitet das kontraproduktiv arbeitende Saxophon zum Ende...
... und während das eine leiser wird ... rauscht uns der Klang von verzerrten Synthesizerklängen entgegen. Der Songtitel ist durchaus Programm. Der Auftakt von WELCOME TO THE MACHINE klingt mechanisch, statisch, im stets gleich bleibenden Takt. Doch schon sehr bald kommt der meines Erachtens beste Teil des Stückes: Nach der ersten Strophe wird der Song genial bearbeitet und verarbeitet. Die Gitarren haben einen lockeren Melodiebogen und Rick Wright zaubert Klangwelten aus dem Synthesizer, die einen ohne Umschweife in andere Dimensionen beamen. Diese hohen, quietschend und rauschend vorwärts fließenden Sounds suchen ihresgleichen. Sie machen den zweiten Titel auf dem Album zu einem Highlight. Da ist der Text eigentlich nur noch Nebensache. Wenngleich zumindest eines beim Gesang deutlich zu spüren ist. Ein irgendwie aggressiver, vorwurfsvoller Klang in der Stimme. 7:26 Minuten ist WELCOME TO THE MACHINE lang. Die letzten 45 Sekunden verleiten wahrscheinlich zu verschiedensten Assoziationen. Dieser schneller werdende Synthesizerton, der auch immer dumpfer wird, erinnert mich immer an den Schleudergang einer Waschmaschine. Zufall? Oder einfach der logische Gedankengang bezogen auf den Songtitel? Ich weiß es nicht...
... aber eines weiß ich. HAVE A CIGAR ist der klassischste Rocksong auf „Wish you were here“. Und noch dazu nicht irgendein Rock, sondern definitiv Bluesrock. Eindeutige Merkmale dafür sind der smoothe Rhythmus, vorgegeben vom Schlagzeug. Eine außerhalb des Taktes agierende Gitarre, Kontrastpunkte setzend, dann aber doch immer wieder sich dem Keyboardmelodien und dem Gesang anpassend. Womit wir beim Hauptmerkmal wären. Der Gesang, hier von Roy Harper (der Vater von Nick Harper, der Folk- und Singer/Songwriterfraktion unter euch eventuell bekannt), ist erzählend, ruhig und getragen. Da kommt doch wirklich stellenweise Baratmosphäre auf. Natürlich nur, wenn Rick Wrights Soundfetzen nicht wieder so spacig klingen würden. Aber man kann ja nicht alles haben. Und man will es auch nicht wirklich. Und mal ehrlich, selbst der Songtitel verspricht doch irgendwie etwas bluesig Angehauchtes. Oder etwa nicht? Nach radiokompatiblen etwas mehr als 4:30 Minuten verschwindet der Song genau dort ... Im Radio ... Dumpf und leise wird der Übergang geschaffen...
... der Übergang zu einem der bekanntesten Liedanfänge, die es jemals gab. Rauschen im Äther. Jemand sucht einen Radiosender und dreht am Frequenzrad (Damals gab es noch keine Knöpfe zum automatischen Suchen. :-)) ... Gefunden! ... Eine Gitarrenmelodie, die jeder sofort dem Song WISH YOU WERE HERE zuordnen kann, ist zu vernehmen. Diese Melodie greift die vor dem Empfänger sitzende Band auf und baut sie aus. Es kann beginnen!
Für mich ist dieser Übergang von Song 3 zu Song 4 einer der genialsten Einfälle und Überleitungen überhaupt. Perfekt arrangiert und intelligent umgesetzt. Allein dafür verdient das Album 5 Sterne.
So, nun aber zum Wesentlichen, auch wenn es eigentlich keiner Beschreibung dieses Titels bedarf, da es wahrscheinlich so gut wie niemanden gibt, der WISH YOU WERE HERE nicht kennt. Die markante Gitarrenmelodie wird relativ schnell vom ebenso markanten und bekannten Gesang unterstützt. „So, so you think you can tell Heaven from Hell, blue skies from pain.“ Der komplette Song wird vorrangig durch den diversen unterschiedlichsten Einsatz mehrerer Gitarren getragen. Der Keyboardeinsatz hält sich in Grenzen und tritt wenn, dann nur im Hintergrund agierend, auf. In diesen Momenten wird der ohnehin verträumt und melancholisch scheinende Song noch balladesker ... schwebender ... sphärischer. Hatten wir mit „Have a cigar“ den Bluesrock im Angebot, haben wir es hier mit einer der großartigsten Rockballaden überhaupt zu tun. Ich möchte nicht wissen, wie viele Teenager in den Siebzigern mit diesem Lied Liebeskummer bekämpften, während sie zuvor zum gleichen Stück der Angebeteten die eigene Briefmarkensammlung gezeigt haben (wenn ihr versteht, was ich meine ;-)). Für PINK FLOYD war der Song nur eine weitere Ode an den verloren gegangenen Weggefährten Syd Barrett. Die so wehmütig und vertraulich gesungene ‚Wish you were here – Passage’ symbolisiert den Wunsch der Band einer Rückkehr ihres gefallenen Engels.
WISH YOU WERE HERE ist unbestritten ein Meisterwerk! Musikalisch wie auch lyrisch!
... Mit dem leiser werdenden Gitarrenspiel geht es nahtlos in den letzten Titel des Albums über. Es klingt wie Wind, der durch die Bäume weht. Rauschend ... berauschend ... Und da ist sie auch schon wieder. Die bereits in Part 1 von SHINE ON YOU CRAZY DIAMOND eingeführte Synthesizermelodie lässt auch PART 2 ruhig beginnen. Doch sehr schnell wird der Sound aggressiver, die Gitarre übernimmt das Zepter, prescht lautstark vor, wandelt sich zu einem kreischenden Ungetüm, das nichts und niemand aufzuhalten scheint. Um nach knapp 4:30 Minuten wieder die bereits bekannte Melodie aufzugreifen, die den Gesang einleitet. Der setzt dann auch sofort ein. Im gleichen Stil wie zu Beginn unserer Reise. „Nobody knows where you are, how near or how far. Shine on you crazy diamond.“ Noch einmal fordernd, rufend, schallend erklingen die Worte ... um zum Ende hin von einem letzten Wechselspiel zwischen Gitarre und Keyboards abgelöst zu werden, bevor die finalen und Abschied verkündenden Soundteppiche von Rick Wrights Synthesizer-Spielereien den Song und damit auch das komplette Album sphärisch, schwebend, spacig und beruhigend ausklingen lassen ... genauso, wie auch der Auftakt zu vernehmen war ... was bei eingeschalteter Repeatfunktion besonders deutlich wird ... würde doch das Ende des Albums ebenfalls wieder nahtlos in den Anfang des Albums übergehen.
Doch für uns ist dies erst einmal...
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DAS ENDE VOM LIED
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Ich bin kein Pink Floyd Fan! Ich kenne nur einen Bruchteil ihres kompletten Outputs! Die ersten Alben gehen mir völlig ab! Die letzten kenne ich gar nicht!
ABER: Die 70iger-Ära der Band ist durchaus hörenswert und „Wish you were here“ findet selbstredend ab und an den Weg in meinen CD-Player!
Man kann dazu so wunderschön entspannen, die atmosphärische Tiefe ist berauschend, die Sounds bewegen sich mitunter in anderen Sphären und Klangwelten. Dafür gebührt vorneweg erst einmal Richard Wright großer Respekt. Durch ihn wird das epochale Werk „Shine on you crazy diamond“ zu dem, was es ist. Einem genialen Stück Musik(geschichte). Und auch wenn David Gilmore mit seinen Gitarrensolis stellenweise die Grenze des Mach- und Hörbaren zu überschreiten scheint, ist sein Einsatz an keiner Stelle zu viel, sondern stets richtig und passend. Ebenso richtig und passend, aber vor allem höchst emotional, intelligent (und manchmal auch etwas kryptisch) ist der lyrische Teil auf dem kompletten Album zu bewerten. Roger Waters zeigt exzellente Songschreiber-Qualitäten, vor allem auch im bekanntesten und dem Album seinen Namen gebenden Stück „Wish you were here“. Das ganz nebenbei auch noch eines der größten Rockballaden aller Zeiten ist.
Und auch „Welcome to the machine“ (durch Wrights Klangspielereien) und „Have a cigar“ (durch den äußerst bluesigen Grundcharakter) können als eindrucksvolles Soundmaterial bezeichnet werden. Das ist stimmig! Das macht Spaß! Das ist in keiner Sekunde langweilig!
Wenn es ein Album gibt, das von Anfang bis Ende rund klingt (und das Prädikat Konzeptalbum auch verdient hat), dann ist das WISH YOU WERE HERE von PINK FLOYD. Und wenn es einen Moment gibt, in dem die Floskel „Dieses Album gehört in jedes gut sortierte CD-Regal.“ gilt, dann ist das hier.
Übrigens: Über Kopfhörer kommt das Teil erst so richtig gut! :-)
21 Bewertungen, 11 Kommentare
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10.05.2007, 20:15 Uhr von Music-King
Bewertung: sehr hilfreichIch muß schämenderweise zugeben, daß ich mich mit Pink Floyd nie in dem Unfang beschäftigt habe wie sie es verdient hätten :( Lieben Gruß, Roland
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10.05.2007, 18:37 Uhr von mima007
Bewertung: sehr hilfreichBh+lg, mima
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10.05.2007, 01:34 Uhr von Puenktchen3844
Bewertung: sehr hilfreichGuter Bericht, ‹^› ‹(•¿-)› ‹^› Liebe Grüße aus Berlin, Wilfriede
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09.05.2007, 23:44 Uhr von engelsbrief
Bewertung: sehr hilfreichsh - liebe Grüsse
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09.05.2007, 23:20 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichl. g. petra
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09.05.2007, 15:52 Uhr von LittleSparko
Bewertung: sehr hilfreichlg, daniela
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09.05.2007, 15:06 Uhr von angichen
Bewertung: sehr hilfreichSH und LG Angi
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09.05.2007, 15:01 Uhr von vwbraut
Bewertung: sehr hilfreichlg würde mich über gegenlesungen freuen
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09.05.2007, 14:31 Uhr von tobbbbi
Bewertung: sehr hilfreichSehr schöner Bericht! LG Tobias
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09.05.2007, 14:02 Uhr von sandrad198
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüsse Sandra
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09.05.2007, 14:00 Uhr von MasterT86
Bewertung: sehr hilfreichSuper Bericht, da kann man nicht meckern.Lg Tobias.
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