Wolf Bergstrasse goldfischli Original Testbericht

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ab 9,90
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Summe aller Bewertungen
  • Geschmack:  sehr gut
  • Geruch:  sehr gut
  • Suchtfaktor:  hoch
  • Anhalten der Frische nach Öffnen:  lang

Erfahrungsbericht von LeaofRafiki

LeaMom fischt gegen den Strom

Pro:

der Fisch auf derTüte zwinkert so nett

Kontra:

der Inhalts ist vielleicht noch als Fischfutter zu gebrauchen

Empfehlung:

Nein

Manchmal sollte man Nostalgie Nostalgie sein lassen... und sich die Dinge so in der Erinnerung bewahren, wie man denkt, daß sie gewesen sind.
Als ich letztens auf der Suche nach einem Kindheitserinnerungslikör war, kam ich bei meinem Lieblings-Edeka automatisch durch die Knabber-Artikel-Abteilung, die man durchqueren muß, um in den Getränkemarkt zu kommen, wo auch die Alkoholika stehen.
Neben zig Sorten von Kartoffel-Chips, Salzstangen, Erdnußlocken usw. entdeckte ich in einem Regal auch die „gold fischli\" von Wolf, die hier momentan Hochkonjunktur haben und somit auch bei mir auch daran Erinnerungen aktiviert hatten.

Wer die Wahl hat, hat die Qual, denn statt wie vordem zwei Sorten (klassisch im roten Gewand, mit Sesam in einer gelbgrundigen Tüte) gibt es nun auch Fische in grün. Nicht, daß das Knuspergebäck nun mit grüner Lebensmittelfarbe angepinselt wäre, nein, eher das Komplimentäre wäre richtig: in der grüngrundigen Tüte verbergen sich nämlich Fischli, die mit Paprika gewürzt sind. Warum ausgerechnet für Paprika, das als Gewürz eigentlich rot ist, eine grüne Tüte gewählt wurde, weiß ich nicht, vielleicht, weil die rote schon vergeben war?
Na ja, etwas rotes befindet sich doch auf der Tüte, nämlich ein Hinweis „NEU\".

Aha, dachte ich‘s mir doch, denn an diese Variation konnte ich mich nicht erinnern, wohl weil es sie damals, als es sie ab und an zum Knabbern gegeben hat, als ich noch bei meinen Eltern lebte - was Urzeiten her ist - noch nicht gab.
Der gelbe Fisch auf der Tüte zwinkerte mich so lustig an, daß ich sie glatt einpackte.

Gestern abend war es nun so weit und sie mußten dran glauben. Im Verbund mit einem Wein sollten sie mir die Abendstunden am PC versalzen, pardon, versüßen.
Vorsichtig hab ich den Beutel aufgerissen, um nur ja nicht die Stelle zu zerstören, an der in mikroskopisch kleiner Schrift die Inhaltsstoffe aufgedruckt sind, schüttete sie in ein Tupperschälchen, schnappte mir dieses sowie ein Glas, die Weinflasche, Tabak, Blättchen und Feuerzeug - also alles, was man so braucht beim Surfen, und begab mich an den dafür vorgesehenen Ort.

Knackig aussehend, braungebrannt, ohne erkennbare Röte eines evtl. vorangehenden Sonnenbrandes (können Fische einen Sonnenbrand bekommen?), lagen sie vor mir und genüsslich biss ich dem ersten den Kopf ab.
PFUI!
Das darf doch nicht wahr sein, Testrunde zwei nach einem großen Schluck Wein wurde eingeläutet, diesmal gleich mit drei ganzen Fischen auf einmal.
PFUI!
Knackig waren sie ja, aber das war auch schon alles...
Also noch mal, den Mund mit Wein ausgespült, die drei nächsten Fische von der Fingerspitzenangel genommen und ab in den Mund damit.
BÄHHHHHHHH.
Da fehlt was. Eindeutig!
Ich also mit der Schüssel zurück in die Küche, den Salzstreuer gesucht und erstmal kräftig nachgesalzen.
Testrunde vier: mit schon leicht beduseltem Kopf schaffte ich es gerade eben, die Fische zu fangen, die mir immer wieder entflutschen wollten (dabei sind sie doch gar nicht glitschig...) Und die nächsten drei fanden doch noch ihren Weg in meinen Schlund.
Schon besser. ABER, IHHHHHHHHH, was ist den das?
Ein bitterer Nachgeschmack machte sich breit.
Die letzten noch funktionierenden Gehirnzellen vor dem Delirium signalisierten mir, daß es wohl mit dem Paprika zusammenhinge, eine vage Erinnerung von sich gebend, daß man Paprikapulver nie mitkochen oder mitbraten, sprich also erhitzen sollte, was aber bei diesen Backfischen scheinbar der Fall war. Mitnichten sind sie also scheint‘s nach dem Backen gewürzt worden, sondern vorher, und das noch von einem Koch bzw. Produktionsleiter mit Liebeskummer, wie mir das fehlende Salz zu bedeuten schien.

Langer Rede kurzer Sinn, nach einer dreiviertel Flasche Wein war das Pöttchen dann doch leer, aber nur, weil mein schwankender Gang es mir verbot, mich in die Küche zu wagen, um mir eine anständige Stulle zu schmieren.

Selbst wenn auf der Rückseite des Beutels ein blaues Siegel mit einer \"Wolf Bergstrasse Qualitätsgarantie\" prangt, die besagt, das man ihnen die Originalpackung samt Inhalt unter Mitteilung des Beanstandungsgrundes zuschicken darf, ohne Angabe was dann passiert, verzichte ich darauf dankend. Die € 1,53 Porto für eine Warensendung stehen in keinem Verhältnis zu den € 0,89 die ich für 100 g bezahlt habe.

Aber eines ist sicher, DIE werde ich NIE WIEDER kaufen!

Für die Mutigen, Unbelehrbaren oder diejenigen, die mein Geschreibsel für Anglerlatein halten, hier noch als Köder die Inhaltsangaben:
Weizenmehl, Pflanzenfett, Aroma (mit Paprikapulver, Zwiebelpulver, gleich drei Geschmacksverstärkern Mononatriumglutamat, Dinatriumglutamat, Dinatriumguanylat - klingt verdächtig nach Guano, aber das ist ja Vogeldreck..., Farbstoff Paprikaextrakt, Säuerungsmittel Zitronensäure), Backtreibmittel E 503 und 500, Zucker, Glucosesirup, Süßmolkenplver, Buttermilchpuler, Salz (na endlich!), Emulgator 471, Joghurt, Milchpulver.

Nachsatz nach zwei Kommentaren:
*grübel* ich weiß nicht, ob die beiden anderen Sorten Goldfischli auch so ein Flopp wären, aber die mit Paprika war es auf jeden Fall!


© LeaofRafiki 22.06.2003/26.07.03

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ACHTUNG FAKERSCHUTZ: Ich poste meine Berichte lieber selber und unter gleichem Nick regelmäßig bei Ciao, häufig bei Yopi, nach dem Relaunch selten Dooyoo, und noch seltener auf irgendwelchen anderen Plattformen, aber dafür vielleicht auf meiner Homepage www.leaofrafiki.de *grins*

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