Nachtzug (Taschenbuch) / Barbara Wood, Gareth Wootton Testbericht

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Erfahrungsbericht von margy

der terror der nazis

Pro:

eine ganz andere lektüre über den 2. weltkrieg

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

"Nachtzug" ist ein Werk von meiner Lieblingsschriftstellerin Barbara Wood. Es erschien im November 2000 in der 6. Auflage und in der Reihe der Fischer Taschenbücher unter der ISBN-Nr. 3-496-15032-9. Es wurde von Martin Schoske und Xenia Gharbi übersetzt. Der Einband ist kartoniert und das Buch hat 368 Seiten bei einem Gewicht von 314 g. Im Handel käuflich zu erwerben, kostet das Taschenbuch 7,90 €.

Zur Schriftstellerin:

Barbara Wood wurde am 30. Januar 1947 in Warrington (England), in der Nähe von Liverpool geboren. Zusammen mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder wanderte sie in die USA aus. Sie wuchs im Süden Kaliforniens auf und besuchte die Schule in Los Angelos. Nach dem Abitur studierte sie, beendete das Studium jedoch nicht, sondern ließ sich zur chirurgischen Assisstentin ausbilden. Als Operationsschwester arbeitete sie 10 Jahre in Santa Monica. Dann gab sie diesen Beruf für ihre Schriftstellerei ganz auf. Während dieser Zeit hatte sie mehrere Jobs, bevor sie 1976 begann, Bücher zu schreiben. Bis heute hat sie 19 Bücher, davon 2 unter einem anderen Namen (Kathryn Harvey). Ihre Bestseller wurden in 30 Sprachen übersetzt. Im Laufe ihres Lebens reiste sie an alle Orte dieser Welt, die sie in ihren Büchern beschrieb.

Zum Inhalt:

Der Inhalt beginnt mit einer Einleitung aus der heutigen Zeit. Hier geht es darum, daß ein Jogger aus Buenos Aires, zur High Society gehörend, zusammen mit seinem Leibwächter erschossen wird. Von diesem Anschlag berichtet die Zeitung, mit der eine Frau in die Praxis eines Arztes in New York geht und diesem Mann eine Vermutung kommt, die Frau vielleicht von früher her zu kennen.

Jetzt zum Hauptteil:

Hans Keppler gehörte als Rottenführer zur SS und tätigte eine Arbeit in einem Konzentrationslager in Auschwitz. Er tritt seinen Urlaub an und begibt sich auf eine Bahnfahrt nach Sofia. Er möchte dort seine Großmutter besuchen. Er ist psychisch krank und möchte nach seinem Urlaub auf keinen Fall mehr zurück ins KZ und zur SS.

In Sofia, einer kleinen Stadt in Polen, die auch in der Nähe von Auschwitz liegt, sucht er den ansässigen Priester auf, beichtet und bittet ihn um Unterstützung, damit er seine Arbeit nicht wieder aufnehmen muß.

In einem nahegelegenen Krankenhaus arbeiten 2 polnische Ärzte. Es geht hier um einen Mann mit Namen Jan Szukalski und Maria Duszynska. Dieses Krankenhaus steht unter ständiger Kontrolle eines Chefs der SS. Sein Name ist Dieter Schmidt, der mit seiner Kaltschnäuzigkeit alles unter Kontrolle bringen will. Sein Terror und seine Schikanen kennen keine Grenzen.

Am Tag der Beichte von Hans Keppler bringt man einen schwerverletzten Zigeuner in dieses besagte Krankenhaus. Schwer verletzt erzählt er, daß sein Lager von SS-Leuten überfallen worden sei und die übrigen Leute ermordet. Er selbst konnte jedoch fliehen.

Die beiden Ärzte hören ihm geduldig zu, nehmen ihm die Geschichte aber nicht so ganz ab, können ihm das nicht glauben. Deshalb versuchen sie, mehr darüber in Erfahrung zu bringen. Was ganz klar ist und wichtig bei dieser Aktion , daß Dieter Schmidt darüber nichts herausbekommt und mitbekommt.

Am gleichen Abend geht der Arzt zum Pfarrer, der ihm von Hans Keppler erzählt. Das eigentlich würde unter das Schweigegelübde fallen, doch daran hält sich der Priester nicht. Im Gegenteil: Er braucht Jans Hilfe und Unterstützung. Der Arzt nimmt sich vor, den Patienten einmal anzusehen.

Hans Keppler wirkt bedrückt und verängstigt. Jan faßt einen Plan. Zusammen mit Maria wollen sie eine Epedemie vortäuschen mit Erregern, die das Fleckfieber hervorrufen. Um die Blutproben aber manipulieren zu können, fehlt ihnen der geeignete Platz. Im Krankenhaus ist das wegen der ständigen Kontrollen der SS nicht möglich.

Jetzt bitten sie den Pfarrer um Hilfe und dürfen das Vorhaben in der Krypta der Kirche umsetzen. So kommt es, daß der Plan umgesetzt werden kann. Damit können sie die Machenschaften der Nazis verhindern, die Bewohner Sofias in die Konzentrationslager oder zur Zwangsarbeit einzusetzen.

Auch eine Widerstandsgruppe spielt in dem Buch Barbara Woods eine wesentliche Rolle, die auch gegen die Nazis gerichtet ist.

Schluß:

Das Ende des Romans schließt mit einem Prolog.

Charaktere:

Jan Szukalski, der polnische Arzt, arbeitet sehr genau und gewissenhaft. Manchmal bildet er sich eine Meinung, hat eine Einstellung. Wenn er aber merkt, daß diese gar nicht zutreffen, ändert er sie wieder. Seine Familie - er hat eine Frau und einen Sohn - sind ihm sehr wichtig. Nichts würde er unternehmen, was ihnen in irgendeiner Weise schaden würde. Mit sehr großem Einfühlungsvermögen und Geschick bereitet er die angebliche Fleckfieberepedemie vor.

Seine Kollegin und Assisstentin Maria ist ebenso feinfühlig, arbeitet genauso gewissenhaft. Sie aber hat eine Affäre mit einem Mann, da sie alleine ist und nicht verheiratet. Was sie erst später erfährt, ist, daß er einer der Nazianhänger ist, was sie vor ihm abschreckt und ihre Gefühle zu ihm erkalten.

Dieter Schmidt ist ein sehr kaltschnäuziger Mann. Um seine Ziele und die Hitlers zu erreichen, der ihm Führer und Gott gleichzeitig bedeutet, geht er über Leichen. Dafür ist ihm jedes Mittel recht. Jeder hat seinen Befehlen zu gehorchen, da er sich Geltung verschaffen will. Ein Handicap jedoch hat auch dieser Mensch. Er bekommt Angst und Panik, wenn er nur an Krankheiten denkt. Er entwickelt ein Fable dafür, alles in hygienisch reine Zustände zu versetzen.

Schreibstil:

Wie jeder Roman, den ich bisher von Barbara Wood las, ist auch dieser sehr eindrucksvoll und einfühlsam geschrieben. Die Sprache ist einfach und klar, deshalb auch gut und flüssig zu lesen. Die Stimmung dieser Zeit geht nicht nur aus ihren Worten hervor, sondern läßt sich bei ihr auch zwischen den Zeilen lesen.

Meinung:

Barbara Wood schreibt hier über den 2. Weltkrieg. Die Zeit unter der Herrschaft Hitlers wird hier aus der Sicht der Polen in Sofia beschrieben, wie die Polen die Deutschen erleben, was die Polen unternehmen und sich alles einfallen lassen, um sich selbst vor der Willkür dieser von der Macht eingesetzten deutschen Soldaten und Offiziere zu unternehmen. Das finde ich einfach nur beeindruckend. Die einzelnen Parts und Szenen beeindrucken. Die Beklemmung und die Bedrückung der Menschen geht deutlich aus ihren Worten und zwischen den Zeilen hervor. Die verzweifelte Lage der Menschen dieser Zeit macht die Schriftstellerin den Lesern sehr bewußt. Zusammen mit einem Kollegen, den sie in ihrer Zeit als Krankenschwester in Santa Monica kennenlernte, schrieb sie dieses Buch, nämlich Gareth Wooten. Er ist Universitätsprofessor und Arzt. Dieses Buch ist in seiner Weise des Themas ein ganz anderes als die, die ich sonst von dieser Schriftstellerin kenne. Aber auch wieder ein Klasse-Buch.

21 Bewertungen, 9 Kommentare

  • sandraberg

    12.10.2006, 06:13 Uhr von sandraberg
    Bewertung: sehr hilfreich

    wie immer ein toller bericht. hab auch nichts anderes erwartet. lg sandra

  • Qonix

    12.10.2006, 05:41 Uhr von Qonix
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • anonym

    11.10.2006, 13:07 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • bigmama

    11.10.2006, 02:40 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg Anett

  • UnserMargret

    11.10.2006, 01:13 Uhr von UnserMargret
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hast Recht - ein wirklich super Buch

  • Gozo-Bernie

    10.10.2006, 20:46 Uhr von Gozo-Bernie
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gruss aus Sizilien - bernie

  • junior33

    10.10.2006, 20:03 Uhr von junior33
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und liebe Grüße, Ingo !

  • swissflyer

    10.10.2006, 19:03 Uhr von swissflyer
    Bewertung: sehr hilfreich

    °°°° SH °°°°

  • Elli04

    10.10.2006, 18:36 Uhr von Elli04
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht. Gruß aus Köln.