Worte an ein geliebtes Tier Testbericht

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Erfahrungsbericht von marion_b

Nie will ich dich ganz verlieren.

Pro:

s. Text

Kontra:

s. Text

Empfehlung:

Nein

Kompletter Erfahrungsbericht
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Mein 9. Geburtstag.

Ich konnte es gar nicht fassen, als mein Vater tatsächlich ernsthaft zu mir sagt: \"heute bekommst du ein Haustier\"!
Gesagt - getan.

Sofort sind wir zu einem Vogelmarkt gegangen. Dort ging es zu wie in den Tropen - überall zwitscherte es, es war ein einziges Fest von Farben.

Aber trotzdem: du - ein kleiner Wellensittich zwischen großen Papageien, Nymphensittichen.... - stachst heraus.

Und ehe wir uns versahen, hast du unser Leben ausgefüllt. Alles hat sich nur noch um dich gedreht:

Kannst du dich noch erinnern, als du uns fast weggeflogen wärst? Du warst schon im Garten auf der Lehne eines Stuhls gesessen, aber du bist doch wieder mit uns gekommen.
Ein anderes Mal warst du im Dunkeln in die Küche geflogen und wir dachten, du wärst hinter einen Schrank gerutscht. Mein Gott, habe ich da geheult.
Bis mein Vater dich ganz verschreckt in einem Eck sitzen gesehen hatte!

Jaja, Aufregung gab es genug mit dir.

Genauso viel schönes aber auch:

Mittlerweile kannst du Wörter sagen wie deinen Namen, Bobby, oder, Bussi, Lieb und ähnliche kleine Wörter. Und wenn du mal wieder einfach so vor dich hinzwitscherst und man ganz genau hinhört, kann man weitere, auch kompliziertere Wörter hören.
Auch kann ich mit dir spielen, am liebsten trägst du Kämpfe mit meinem Zeigefinger aus, oder was wiederum ich am liebsten habe, richtig schön schmusen. Wenn du herkommst und mir die Wange oder die Nase ganz zärtlich abknabberst - das ist das schönste Gefühl der Welt.

Nur beim Essen - da bist du ein kleines Ferkel und ein absoluter Vielfraß! Keiner meiner Bekannten glaubte mir das, bis er es selbst sah, dass du, mein kleiner Wellensittich, wirklich alles - von Wurst über Käse, bis hin zum Joghurt frisst und auch mal am Wein nippst.

Jetzt bist du schon 11 Jahre bei uns und immer noch so fit wie eh und je!

Aber nun bin ich weggezogen von daheim. Du bist noch bei meinen Eltern, was sicher das beste für dich ist. Immerhin ist Mutti immer noch deine direkte Bezugsperson, du läufst ihr von der Küche über den Flur in das Wohnzimmer wie ein kleiner Hund hinterher - so etwas kenne ich von keinem anderen Vogel!

Wenn ich aber zu Besuch komme, ist immer wieder das schönste, mit dir zu quatschen, spielen, kämpfen und natürlich sich Küsschen geben zu lassen.



Bitte bleib noch gaaaanz gaaanz lange bei uns!!
Du bist einzigartig**

In Liebe...




Diesen Bericht schrieb ich im Februar für Ciao. Nun fand ich diese Kat durch Zufall auch auf Yopi....Leider passierte in der Zwischenzeit das, das ich nie erleben wollte...(s.Teil 2)

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2005-01-19 12:10:01 mit dem Titel Teil 2 - Trauer

Ich hatte euch eben von meinem Ein und Alles erzählt: meinem Wellensittich Bobby (siehe Bericht \"Nie will ich dich ganz verlieren, Teil 1).

Seit ich neun Jahre alt war, hatte er mich überall hin begleitet, war mir mehr vertraut als meine eigene Schwester....

Am Samstag, den 04.09.2004 um halb 6 Uhr abends ruft mich mein Papi an. Genau zwei Minuten vorher kucke ich noch ein Bild von meinem Sittich an und streichle darüber...Mein Vati ist zunächst ganz normal: \"Ach, bist du noch daheim? Du fährst wohl erst nächstes Wochenende weg? Was machste denn heute abend?\" Ich antworte: \"Naja, heute abend hat ein Kumpel Geburtstag - Thomas kommt in einer halben Stunde und dann gehts los. Wieso, was gibts denn?\"
Stille - kein Ton mehr. Spätestens jetzt merke ich in der Magengegend, dass etwas nicht in Ordnung ist. \"Papi, bist du noch dran? Was ist denn los? Hallo?\" Ich höre nur noch schweres Schnaufen und ein unterdrücktes Schluchzen. Der erste Gedanke von mir war, dass meiner Schwester etwas passiert wäre; immerhin fährt sie immer mit den komischsten Typen durch die Gegend, ein Verkehrsunfall, mit dem Auto gegen den Baum...der nächste Gedanke war, dass meiner Mutter etwas passiert wäre. Aber auf meinen Bobby wäre ich nicht gekommen, immerhin war er seit 12 Jahren nie krank, hupft immer noch durch die Gegend wie zu seiner Anfangszeit und ist verschmust und kann uns ärgern wie eh und je!
Mein Vati sagt immer noch nichts; ich werde immer panischer. \"Papi, sag doch endlich was\". Da setzt er an: \"Hör mal, dein Bobby - der ist doch jetzt 12 Jahre alt geworden...\" Hier bin ich zusammen gebrochen. Vor diesem Tag hatte ich soviel Angst. Und nun ist er da...

Als ich wieder aus den Augen sehen konnte, setzte ich mich ins Auto und fuhr zu meinen Eltern hinaus. Ich wusste nicht, ob ich es schaffen würde, ihn mir anzukucken. Zuerst ging es auch wirklich nicht. Meine Eltern hatten einen kleinen Sarg aus Papier zusammen getackert, diesen mit künstlichem Gras ausgelegt, und darin lag er, mit dem Rücken zur Tür, durch die ich herein kam. Hier hatte ich dann den zweiten Zusammenbruch. Meine Mami hat mich festgehalten und getröstet. Irgendwann war ich in der Lage, mir den Sarg zu holen. Ich nahm meinen Schatz heraus und streichelte ihn. Er lag so friedlich da, auch sah er überhaupt nicht krank oder alt aus. Immer noch so, wie wir ihn als Jungvogel gekauft hatten.

Nachdem wir Abschied genommen hatten, grub mein Papi ein Loch in das Blumenbeet, worin wir den kleinen Körper in dem Papiersarg inklusive seinem Spiegel begruben. Auch an ein Holzkreuz hatte mein Papi gedacht.

Auf die Feier bin ich an dem Abend noch nachgekommen - einen guten Grund für einen Rausch hatte ich ja.

Nun haben wir Montag, und ich muss immer noch weinen. Wenn es schon so weh tut, wenn ein Haustier stirbt, habe ich wirklich Angst davor, dass auch mal irgendwann meine Eltern, Omi o.ä. gehen müssen. Das ist nicht gut. Danach ist alles so leer und trostlos. Wir haben ihn alle sehr geliebt - ich bin nun 21 Jahre alt und hatte meinen Vater noch nie so trauern sehen.

Du hast uns so viel bedeutet und ich vermisse dich so unendlich. Shit, jetzt habe ich schon wieder Tränen in den Augen. Am Sonntag habe ich begonnen, ein Poster mit den schönsten Fotos von dir zu fertigen. Jedesmal wenn ich darauf sehe wird mir bewusst, was ich verloren habe. Ich bin froh, dass ich so viele habe, die mich trösten und mich festhalten - meine Freunde, meine Eltern. Danke. Und ein dickes Dankeschön an dich, mein Süßer, für wunderbare 12 Jahre, und an die wunderbaren Erinnerungern daran, wenn die Trauer nachlassen wird. Jeder Tag war mit Freude verbunden, die die Trauer und den Schmerz wettmachen. Ich liebe dich.

37 Bewertungen, 4 Kommentare

  • anonym

    07.03.2006, 22:45 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse...*sh*...*g*...Lg, Christina

  • kruemel02

    09.02.2005, 20:55 Uhr von kruemel02
    Bewertung: sehr hilfreich

    Weißt du, letztes Jahr ist meine Katze gestorben. Ich kam in das Zimmer wo sie mit den anderen über Nacht war. sie kam mir nicht entgegen und ich wusste das etwas nicht stimmen konnte. Sie lag unter dem Bett, mit dem Rücken zur Tür. Da

  • sunstar0210

    26.01.2005, 20:06 Uhr von sunstar0210
    Bewertung: sehr hilfreich

    in den augen hab ich nu .... ich weiss wie es ist ein Tier zu verlieren..manchmal vielleicht schlimmer als einen Menschen ....Ich wünsche Dir trotzallem viel Kraft, auch wenn es nu schon eine Weile her ist...er ist über die Regenbogenbrücke

  • redwomen

    19.01.2005, 17:38 Uhr von redwomen
    Bewertung: sehr hilfreich

    egal WAS man verliert, wenn man diesen Menschen oder auch Tier so geliebt hat, wie du deinen Wellensittich, wird die "Trauer" auch noch ewig in dir sein, auch wenn sie von mal zu mal etwas abschwächt, doch die Trauer wird stets da sein. -uns