Zeugen Jehovas Testbericht

No-product-image
ab 7,03
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(1)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(1)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von EverBaby

^Zeugen Jehovas^

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Für viele sind die Zeugen Jehovas \"die\" Sekte. Das liegt hauptsächlich an der unübersehbaren Missionsarbeit. In nahezu allen Bahnhöfen stehen stumm Menschen, die den \"Wachtturm\" anbieten. Missionarinnen und Missionare ziehen von Haustür zu Haustür und versuchen die Menschen von ihren Glauben zu überzeugen durch wunderbare Geschichten wie z.B. dass blinde durch den Glauben wieder sehen oder Menschen die im Rollstuhl sitzen auf einmal gehen können. Die interessierten Menschen werden zu den Versammlungen der Zeugen eingeladen. Nach mehreren Versammlungen sind die meisten Menschen von deren Glauben überzeugt (oft auch durch psychologische Manipulation) und entscheiden sich der neuen Glaubensgemeinschaft anzuschließen, was sie oft durch die Taufe bekräftigen. Die oftmals belächelten \"Zeugen\" haben eine wachsende Mitgliedschaft. Wer sich von der Glaubensgemeinschaft lösen will, kann in außerordentlich große seelische Konflikte kommen. Die Zeugen Jehovas haben bisher drei Millionen Anhänger, davon 100 000 in der Bundesrepublik. Gegründet wurde die Gemeinschaft von Charles Taze Russell (1852-1916). Er beschäftigte sich bereits als Jugendlicher mit religiöser Fragen. Mit 18 Jahren trat er einer adventistischer Vereinigung (- Adventisten) bei (Second Adventist), die für 1874 die Wiederkunft von Jesus Christus erwartete. Die Vorstellung, man könne die Wiederkunft und damit nach christlicher Meinung auch das Ende der Welt berechnen, hat Russell tief geprägt. Zusammen mit seiner Frau (von der er 1907 geschieden wurde) gründete er 1879 die Zeitschrift \"Zion’s Watchtower\" (Der Wachturm) und 2 Jahre später die \"Wachturm-Bibel- und Traktat-Gesellschaft\". In den folgenden Jahren bereiste Russell Russland, Deutschland, Österreich, Griechenland, Palästina, Ägypten, Indien, Japan, China und die Philippinen. Den Weltuntergang sagte er für 1914 voraus, korrigierte sich dann auf 1915, später1916 und schließlich auf 1918. Er selbst starb 1916. Sein Nachfolger wurde der Rechtsanwalt Joseph Franklin Rutherford (1869-1942). Er sagte die baldige Wiederauferstehung Abrahams voraus, für den er in San Diego eine prächtige Villa bauen ließ. Bis zu Abrahams Ankunft, so teilte er seinen Anhängern mit, wolle er selbst das Haus bewohnen. Das tat er bis zu seinem Tod 1942. Der dritte Präsident der Zeugen Jehovas wurde Nathan Homer Knorr (1905-1977). Er nahm entscheidende Veränderungen vor. So richtete er eine Missionsschule für hauptberufliche Zeugen Jehovas ein, gründete die \"Predigtschule\" für die einfachen Glieder der Gemeinschaft und händigte jedem Mitglied ein sogenanntes Organisationsbuch aus. In diesem Buch müssen alle Aktivitäten, teils sogar aus dem Privatleben, eingetragen werden. Die Zahl der Mitglieder wuchs unter Knorr von 150 000 auf 2,2 Millionen. Dabei musste die Gemeinschaft den Austritt von Hundertausenden von Zeugen Jehovas hinnehmen, als 1957 ein abermals angekündigter Weltuntergang nicht eintrat. Seit 1992 ist Miltion Henschel (*1920) Präsident der Gruppierung. Das tägliche Leben der Mitglieder wird bestimmt durch den absoluten Gehorsam, den sie ihren Führern entgegenbringen müssen. Gottesdienste, wie wir sie aus den großen Kirchen und vielen anderen Glaubens- und Religionsgemeinschaften kennen, gibt es bei den Zeugen Jehovas nicht. Die oberste Leitung ist die \"Leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas\", die für sich in Anspruch nimmt, das Sprachrohr Gottes zu sein. Jede Kritik an der Leistung, auch an den Leistungen auf örtlicher Ebene, wird so zur Kritik an Gott selbst. Wichtig für die Zeugen ist auch der Predigtdienst, den die Zeugen Jehovas \"Felddienst\" nennen. Er ist für sie höchster Ausdruck der Nächstenliebe, denn dadurch geben sie ja den \"Ungläubigen\" die Möglichkeit, ebenfalls errettet zu werden. Um für den \"Felddienst\" vorbereitet zu sein, werden die Zeugen Jehovas an durchschnittlich fünf Abende pro Woche geschult, Anwesendheit und Aktivitäten während des \"Felddienstes\" werden durch das Organisationsbuch kontrolliert. Die Mitglieder Zeugen Jehovas befinden sich also in einer Abhängigkeit von ihrer Leistung. Außerdem bedeutet die immerwährende Bereitschaft, für die Zeugen aktiv zu sein, dass Bekanntschaften, Freundschaften und auch Ehen außerhalb der Gemeinschaft der Zeugen gar nicht möglich sind. Abspaltungen von den Zeugen Jehovas sind: Die \"Laien-Heim Missionierung\", die \"Tagesanbruch Bibelstudien-Vereinigung\", die \"Freie Bibelgemeinde\", die \"Studiengruppe Christliche Verantwortung\", die Vereinigung \"Engel des Herrn\" (früher: \"Menschenfreundliches Werk\") und die \"Amis Sans Frontières\". Den Mittelpunkt ihrer Lehre bildet die sogenannte \"Gute Botschaft vom 1914 aufgerichteten Königreich\". Demnach hat 1914 die Endzeit begonnen, als Jesus Christus auf erden unsichtbar das Königreich Gottes errichtete. Für den Zeitpunkt des Endes hat die Wachtturmgesellschaft in der Vergangenheit verschiedene Daten errechnet – nach 1914 auch 1925, 1953 oder 1975– , die sich jedoch alle als falsch erwiesen haben. Trotzdem verkündet sie unangefochten: die Vernichtung aller irdischen Mächte und Erinnerungen, einschließlich der Kirchen, steht unmittelbar bevor, und jeder, der sich bis dahin nicht den Zeugen Jehovas angeschlossen hat, wird in der Schlacht von Harmagedon umkommen. Nur die Angehörigen der Neuen-Welt-Gesellschaft werden überleben, um auf einer neuen, paradiesischen Erde zu wohnen. Nach Ansicht der Zeugen Jehovas lohnt es sich also nicht mehr, für diese vergehende Weltordnung noch irgend etwas zu tun, sei es auf politischem, sozialen oder karitativem Gebiet. Jesus Christus spielt im Lehr-System der Zeugen Jehovas nur eine untergeordnete Rolle. Er ist ein Geschöpf Jehovas und darf deshalb nicht angebetet werden. Die Unsterblichkeit hat ihm Jehova als Belohnung für sein \"Loskaufopfer am Pfahl\" verliehen, wie der offizielle Begriff lautet. Das Wort \"Kreuz\" wird vermieden. Wichtigster Begriff für die Zeugen Jehovas ist das \"Harmagedon\", eine bald stattfindende Endschlacht zwischen Gut und Böse. Christus, der nach der Vorstellung der Zeugen am Marterpfahl gestorben ist, wird diese letzte Schlacht von seinem himmlischen Thron aus als Feldherr Gottes leiten. Da aber nach dem biblischen Text der \"Offenbarung\" nur 144 000 Menschen dereinst mit Christus im Himmel werden regieren können, wird für die anderen Zeugen Jehovas (und nur für sie) ein Paradies auf Erden errichtet. Die Bibel wird von der Wachtturm-Gesellschaft nicht als eine Sammlung von Glaubenszeugnissen verstanden, sondern als Gesetzbuch. Das gilt besonders für den Alttestamentischen Teil, in dem Jehova unmissverständlich seinen Willen niedergelegt hat, den es zu erfüllen gilt. Die Heilige Schrift, so glauben die Zeugen Jehovas, ist in jeder Hinsicht verbindlich, also auch für den geschichtlichen oder naturwissenschaftlichen Bereich. Daher werden alle modernen Erkenntnisse uns Forschungsergebnisse, die nicht mit der Bibel übereinstimme, als falsch und satanistisch abgelehnt. Beim Umgang mit biblischen Texten dürfen von Zeugen Jehovas aber nur solche Stellen berücksichtigt werden, die ihre Lehre angeblich stützen und bestätigen. Andere Aussagen werden \"symbolisch\" verstanden und dadurch harmonisiert oder einfach übergangen. Bei Jehovas Zeugen, die immer so stark auf den richtigen Glauben und die richtige Gottesverehrung pochen, ist in fast jedem Jahrzehnt diese Jahrhunderts eine alte Lehre verändert oder abgeschafft und eine neue Lehre eingeführt worden. Wer mit dem Gedanken spielt, die Gemeinschaft zu verlassen, wer an seinem Glauben zweifelt oder gar Kritik üben möchte, wird deshalb von der Leitung mit Gemeinschaftsentzug bestraft. Da die Mitglieder normalerweise Freunde und Bekannte nur innerhalb der Gemeinschaft haben, hat der Gemeinschaftsentzug fatale Folgen. Man kann also nicht austreten, sondern nur hinausfliegen.

14 Bewertungen