Melisse Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 02/2005
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Erfahrungsbericht von LeaofRafiki
Ein erfrischender, zitroniger Kräutertee
Pro:
lecker
Kontra:
kann im Garten wuchern
Empfehlung:
Ja
Zitronenmelisse (Melissa officinalis) hat von Anfang an, also seit sieben Jahren, einen (wandernden) Platz in meinem Garten. Ursprünglich mal als Küchenkraut in meinem damaligen Kräutergarten angepflanzt, hat sie schon längst diesen Pflanzort verlassen und samt sich überallhin aus. Wo es ihr gefällt, läßt sie sich nieder und wird groß und größer... In manchen Jahren hab ich fast schon Schwierigkeiten, weil sie in den Beeten überhand nimmt, so daß ich viele der Jungpflanzen als „Unkraut\" rauszupfe, in anderen hält sich ihre Ausbreitungssucht in Grenzen...
In meinem Kräuterbuch (Dumont‘s großer Kräuter-Enzyklopädie der Royal Horticultural Society ISBN 3-7701-3725-6) heißt es, daß sie, von Europa bis nach Zentralasien vorkommend, dort schon seit über 2000 Jahren angebaut wird und ursprünglich von Imkern als Bienenpflanze verwendet wurde (Melissa soll das griechische Wort für Honigbiene sein - ich hab zwar eine humanistische Grundausbildung, allerdings reicht mein halbes Jahr griechisch nicht, um das zu verifizieren.) Von arabischen Ärzten soll sie bereits im 10. Jahrhundert als Heilpflanze benutzt worden sein. Paracelsus nannte sie vierhundert Jahre später „das Elixier des Lebens\". (Vgl. ebd. S. 157 und 310)
Nun, von Melissenhonig hab ich noch nie etwas gehört, aber das Melisse als Heilpflanze auch heute noch verwendet wird, kann man an vielen Tees und Badezusätzen erkennen.
Die Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Labiatae/Lamiaceae) ist winterhart und erreicht eine Höhe von gut einem Meter.
Sie hat harte, vierkantige Stengel, mit ovalen, leicht gezackten, ganz dünn behaarten 3 - 7 cm langen Blättern und wächst krautig in die Höhe.
Reibt man die Blätter leicht zwischen den Fingern, steigt einem ein würziger, zitroniger Geruch in die Nase, daherauch der Name Zitronenmelisse!
Ihre Blütezeit ist ab Juni, dann entwickelt sie in den Achseln aufrechte weiße Rispen, an denen sich hunderte von Insekten bedienen, aus denen, so man sie nicht vorher entfernt, unzählige winzig kleine schwarze Samenkörner fallen...
Sie bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort, kommt auch mit relativ wenig Wasser aus und ist absolut pflegeleicht!
Die beste Erntezeit ist vor der Blüte, dann ist der Gehalt an Wirkstoffen und ätherischen Ölen am höchsten. Dies ist für mich auch eine gute Gelegenheit, die Pflanzen noch einmal auszudünnen, ich schneide sie dicht über dem Boden ab und hänge sie im Ganzen zum Trocknen auf.
Nach diesem Rückschnitt (oder „Ausdünnungsschnitt) treibt sie ein zweites Mal aus, was eine zweite Ernte zum Spätsommer hin ermöglicht.
Zum Winter hin kann man die Stengel abschneiden und einen leichten Frostschutz anbringen, aber ich lasse sie meist stehen, da sie im bereiften oder schneetragenden Zustand meinem ansonsten dann kahlen Garten eine bizzarre Schönheit verleiht.
Die Vermehrung erfolgt durch Teilung oder Triebstecklinge im Herbst oder Frühjahr. Oder aber einfach durch sich selber aussamen... Im Ernst, sie ist so vermehrungsfreudig, daß ich mir nicht die Mühe mache, Stecklinge zu nehmen sondern lieber bis zum nächsten Jahr abwarte, an welchen Stellen die Saat aufgeht.
Sie ist eine typische Freilandpflanze, daher habe ich es bislang nicht ausprobiert, sie im Balkonkasten oder gar im Topf auf der Fensterband zu ziehen, auch wenn dies möglich sein sollte.
Erhältlich ist sie nahezu überall dort, sei es als Topfpflanze oder in Samenform, wo es Pflanzen zu kaufen gibt, ja selbst in den Supermärkten wird sie als Küchenkraut zum Preis von ca. € 2,00 angeboten.
Ich verwende sie meist als Teepflanze, entweder einzeln oder im Verbund mit Zitronengras und Zitronenverbene (für diejenigen die keinen eigenen Garten haben, gibt es diese Mischung auch als „Citronella\" von Lebensbaum im Naturkostladen zu kaufen).
Aber auch gemischt mit Minze (evtl. sogar Zitronenminze) schmeckt sie hervorragend!
Im Sommer eisgekühlt, mit einem Schuß Apfelsaft darin, ist dieser Tee eine herrliche Erfrischung, im Winter heiß getrunken, wirkt er beruhigend auf die Nerven, dann am besten kurz vor dem Schlafengehen trinken, und das Verdauungssystem.
Weitere Verwendungsmöglichkeiten der Blätter als Küchenkraut sind, dann am besten frisch, in Salaten (auch Obstsalat!)oder in Saucen gegeben, aber auch zu Fisch paßt sie sehr gut.
Dieses Jahr werde ich es auch das erste Mal ausprobieren, einen Melissenlikör anzusetzen (dazu eine gute Handvoll frischer Blätter mit 30 - 40 g Kandis/100 ml Korn in Gefäß geben und mindestens drei Monate, je länger desto besser, stehen lassen. Dann abseihen und umfüllen.)
Aber auch als Badezusatz ist Melisse sehr gut geeignet und wirkt angenehm beruhigend, trotz des frischen Zitronenaromas. Hierzu ebenfalls eine Handvoll Blätter (können auch getrocknete sein) in einen Teebeutel, einen dünnen Wachlappen oder einfach ein Baumwollsäckchen füllen (damit die Blätter nicht im Wasser rumschwimmen) und statt Quietscheente ins Badewasser geben.
Wer, wie ich als Gartenbesitzerin, der Flut der Blätter nicht Herr wird (soviel Tee kann kein Mensch trinken, geschweige denn Salat essen), kann auch noch andere Säckchen mit getrockneten Blättern füllen und sie zwischen die Wäsche legen - zumal, wie mir dies Jahr wiederfahren, ich eine wahre Melissenflut im Garten hab:
hab ich doch, um meinen vierpfotigen, schnurrenden Mitbewohnern eine Freude zu machen, bei ebay jede Menge Samen der echten Katzenminze (nepeta cataria) ersteigert, nur um jetzt festzustellen, daß man mir ordinäre Melisse angedreht hat... Die Pflanzen sehen sich aber auch zum Verwechseln ähnlich...
© LeaofRafiki 21.07.2003
***************************************************
ACHTUNG FAKERSCHUTZ: Ich poste meine Berichte lieber selber und unter gleichem Nick regelmäßig bei Ciao, häufig bei Yopi, nach dem Relaunch selten Dooyoo, und noch seltener auf irgendwelchen anderen Plattformen, aber dafür vielleicht auf meiner Homepage www.leaofrafiki.de *grins*
In meinem Kräuterbuch (Dumont‘s großer Kräuter-Enzyklopädie der Royal Horticultural Society ISBN 3-7701-3725-6) heißt es, daß sie, von Europa bis nach Zentralasien vorkommend, dort schon seit über 2000 Jahren angebaut wird und ursprünglich von Imkern als Bienenpflanze verwendet wurde (Melissa soll das griechische Wort für Honigbiene sein - ich hab zwar eine humanistische Grundausbildung, allerdings reicht mein halbes Jahr griechisch nicht, um das zu verifizieren.) Von arabischen Ärzten soll sie bereits im 10. Jahrhundert als Heilpflanze benutzt worden sein. Paracelsus nannte sie vierhundert Jahre später „das Elixier des Lebens\". (Vgl. ebd. S. 157 und 310)
Nun, von Melissenhonig hab ich noch nie etwas gehört, aber das Melisse als Heilpflanze auch heute noch verwendet wird, kann man an vielen Tees und Badezusätzen erkennen.
Die Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Labiatae/Lamiaceae) ist winterhart und erreicht eine Höhe von gut einem Meter.
Sie hat harte, vierkantige Stengel, mit ovalen, leicht gezackten, ganz dünn behaarten 3 - 7 cm langen Blättern und wächst krautig in die Höhe.
Reibt man die Blätter leicht zwischen den Fingern, steigt einem ein würziger, zitroniger Geruch in die Nase, daherauch der Name Zitronenmelisse!
Ihre Blütezeit ist ab Juni, dann entwickelt sie in den Achseln aufrechte weiße Rispen, an denen sich hunderte von Insekten bedienen, aus denen, so man sie nicht vorher entfernt, unzählige winzig kleine schwarze Samenkörner fallen...
Sie bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort, kommt auch mit relativ wenig Wasser aus und ist absolut pflegeleicht!
Die beste Erntezeit ist vor der Blüte, dann ist der Gehalt an Wirkstoffen und ätherischen Ölen am höchsten. Dies ist für mich auch eine gute Gelegenheit, die Pflanzen noch einmal auszudünnen, ich schneide sie dicht über dem Boden ab und hänge sie im Ganzen zum Trocknen auf.
Nach diesem Rückschnitt (oder „Ausdünnungsschnitt) treibt sie ein zweites Mal aus, was eine zweite Ernte zum Spätsommer hin ermöglicht.
Zum Winter hin kann man die Stengel abschneiden und einen leichten Frostschutz anbringen, aber ich lasse sie meist stehen, da sie im bereiften oder schneetragenden Zustand meinem ansonsten dann kahlen Garten eine bizzarre Schönheit verleiht.
Die Vermehrung erfolgt durch Teilung oder Triebstecklinge im Herbst oder Frühjahr. Oder aber einfach durch sich selber aussamen... Im Ernst, sie ist so vermehrungsfreudig, daß ich mir nicht die Mühe mache, Stecklinge zu nehmen sondern lieber bis zum nächsten Jahr abwarte, an welchen Stellen die Saat aufgeht.
Sie ist eine typische Freilandpflanze, daher habe ich es bislang nicht ausprobiert, sie im Balkonkasten oder gar im Topf auf der Fensterband zu ziehen, auch wenn dies möglich sein sollte.
Erhältlich ist sie nahezu überall dort, sei es als Topfpflanze oder in Samenform, wo es Pflanzen zu kaufen gibt, ja selbst in den Supermärkten wird sie als Küchenkraut zum Preis von ca. € 2,00 angeboten.
Ich verwende sie meist als Teepflanze, entweder einzeln oder im Verbund mit Zitronengras und Zitronenverbene (für diejenigen die keinen eigenen Garten haben, gibt es diese Mischung auch als „Citronella\" von Lebensbaum im Naturkostladen zu kaufen).
Aber auch gemischt mit Minze (evtl. sogar Zitronenminze) schmeckt sie hervorragend!
Im Sommer eisgekühlt, mit einem Schuß Apfelsaft darin, ist dieser Tee eine herrliche Erfrischung, im Winter heiß getrunken, wirkt er beruhigend auf die Nerven, dann am besten kurz vor dem Schlafengehen trinken, und das Verdauungssystem.
Weitere Verwendungsmöglichkeiten der Blätter als Küchenkraut sind, dann am besten frisch, in Salaten (auch Obstsalat!)oder in Saucen gegeben, aber auch zu Fisch paßt sie sehr gut.
Dieses Jahr werde ich es auch das erste Mal ausprobieren, einen Melissenlikör anzusetzen (dazu eine gute Handvoll frischer Blätter mit 30 - 40 g Kandis/100 ml Korn in Gefäß geben und mindestens drei Monate, je länger desto besser, stehen lassen. Dann abseihen und umfüllen.)
Aber auch als Badezusatz ist Melisse sehr gut geeignet und wirkt angenehm beruhigend, trotz des frischen Zitronenaromas. Hierzu ebenfalls eine Handvoll Blätter (können auch getrocknete sein) in einen Teebeutel, einen dünnen Wachlappen oder einfach ein Baumwollsäckchen füllen (damit die Blätter nicht im Wasser rumschwimmen) und statt Quietscheente ins Badewasser geben.
Wer, wie ich als Gartenbesitzerin, der Flut der Blätter nicht Herr wird (soviel Tee kann kein Mensch trinken, geschweige denn Salat essen), kann auch noch andere Säckchen mit getrockneten Blättern füllen und sie zwischen die Wäsche legen - zumal, wie mir dies Jahr wiederfahren, ich eine wahre Melissenflut im Garten hab:
hab ich doch, um meinen vierpfotigen, schnurrenden Mitbewohnern eine Freude zu machen, bei ebay jede Menge Samen der echten Katzenminze (nepeta cataria) ersteigert, nur um jetzt festzustellen, daß man mir ordinäre Melisse angedreht hat... Die Pflanzen sehen sich aber auch zum Verwechseln ähnlich...
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22 Bewertungen, 1 Kommentar
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11.04.2006, 20:05 Uhr von bambie34
Bewertung: sehr hilfreichSehr informativ, vielen dank.
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