Zug des Lebens (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von taxx100

Zug des Lebens

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wir schreiben des Jahr 1941. In einem kleinen ostpolnischen Shtetl herrscht große Aufregung, denn der als Dorftrottel bezeichnete Shlomo (eigentlich ist er eher eine Art Weiser) hat gehört, dass alle Bewohner einer benachbarten jüdischen Siedlung deportiert worden sind und dass diese Deportationen alles nur nichts Gutes bedeuten, weiß man auch in dieser abgelegenen Gegend. Der Rat des Ortes tritt zusammen um und überlegt, wie wohl die Bewohner des Shtetls vor dem Abtransport in die Vernichtungslager zu bewahren seien. In ihrer Not verfallen die Menschen auf eine aberwitzige Idee. Sie beschließen, ihre eigene Deportation zu simulieren. Der Zug, mit dem sie ihre Heimat verlassen, soll sie jedoch statt nach Auschwitz ins gelobte Land- nach Palästina bringen und bei allen Insassen dieses Zuges, sowohl Gefangene als auch Bewacher soll es sich um Mitglieder der kleinen Gemeinde handeln. Ein waghalsiges Vorhaben, denn es fehlt an allem: an Eisenbahnwaggons, gefälschten Papieren, Uniformen für die Bewacher, es gibt werde eine Lokomotive noch einen Experten, der in der Lage wäre sie zu fahren.

Doch mit dem Mut der Verzweiflung gelingt es den Leuten schließlich alle Hindernisse aus dem Wege zu räumen und so setzt sich der Zug eines Tages tatsächlich in Bewegung. Doch jetzt gehen die Schwierigkeiten erst richtig los. Nicht nur gegen Anfeindungen von außen müssen sich die Flüchtlinge behaupten, auch im Innern ihrer kleinen Schar kommt es zu Zwistigkeiten. Da ist der junge Mann, der vom Gedanken an die Weltrevolution beseelt, einige Mitreisende zu einer kleinen Rebellion anstachelt oder das hübsche Mädchen, das den Burschen reihum den Kopf verdreht und da sind die als deutsche Soldaten verkleideten Juden, die das Privileg genießen, im Luxusabteil zu reisen, während die anderen in Güterwaggons untergebracht sind.

Richtig ernst wird es für die Reisenden aber erst kurz vor der Grenze nach Russland, dem ersehnten Ziel. Eine Gruppe deutscher Soldaten stoppt den Zug, alles scheint vorbei...

Obwohl es in dem Film um den Holocaust und um den Versuch selbigen zu überleben geht, handelt es sich um eine lupenreine Komödie mit Witz, Charme, Humor, seltsamen Situationen, liebenswerten Charakteren und und und ...

Natürlich stellt sich dem Betrachter die Frage - darf man über dieses ernste und traurige Thema überhaupt ein Komödie drehen? Ich denke, man darf, wenn man dabei das Grauen nicht verniedlicht, die Späße nicht auf Kosten der Opfer treibt und nicht die Handlung nicht ins klamaukige abrutscht. Radu Mihaileanu, der Regisseur des Filmes wandelt mit traumhafter Sicherheit auf diesem schmalen Grat zwischen Vergnügen und Peinlichkeit ohne ein einziges Mal abzustürzen.

Das Shtetl ist liebevoll gezeichnet: Gemütliche Holzhäuser, grüne Weisen - Ziegen, Kühe, Hühner und Gänse laufen herum. Alles wirkt so vertraut und possierlich wie ein handgefertigter Spielzeugbauernhof.

Und erst die Bewohner: Leute mit heiteren und skurrilen Charaktereigenschaften, mit Stärken aber auch mit den kleinen Schwächen und Fehlern, die sie gerade besonders liebenswürdig und menschlich erscheinen lassen.

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