Zug des Lebens (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Nicatlon

Zum Weinen komisch, zum Lachen traurig...

Pro:

wunderbar poetisch; zum Lachen und Weinen gleichermaßen; phänomenales Ende

Kontra:

nur mittelmäßige Bild - und Tonqualität

Empfehlung:

Ja

Darf man eine Parodie über die Schrecken der Shoa während des NS-Regimes inszenieren? Man darf nicht nur, man muss...!

Inhalt

Anfang der 40er Jahre in einem 'jiddischen Stedtel' irgendwo in Osteuropa: Schreckensmeldungen über die Grausamkeiten der herannahenden Deutschen machen die Runde. Werden die Juden gefangen genommen? Deportiert? Gar getötet? Man weiß nichts Genaues, doch die Angst schreckt die friedliche Idylle der Dorfbewohner jäh auf. Und so beschließen die Ältesten des Dorfes, etwas zu unternehmen, um ihr Leben zu retten und den Deutschen ein Schnippchen zu schlagen. Ein ganzes Dorf deportiert sich selber, bevor die herannahenden Besatzer es tun! Aufgeteilt in vermeintliche Gefangene und ebenso vermeintliche Aufseher begibt sich das komplette Stedtel in einem schrottreifen Zug auf eine aberwitzige Reise nach Palästina; ins Gelobte Land. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sie jedoch die deutscher werden als die Deutschen, inklusive zackigem Hitlergruß und Uniform mit Hakenkreuz. Sie müssen alle täuschen und dürfen doch nie vergessen, wer sie sind. Auf ihrer Odyssee quer durch Osteuropa begegnen sie überzeugten Nazis und einfältigen Partisanen und schließen Freundschaft mit einer Gruppe Sinti und Roma, die die gleiche Idee hatten wie sie. Und wie geht die Reise aus? Ja, das wird nicht verraten! Doch wenn man den Film nicht kennt und das Ende zum ersten Mal sieht, sitzt man mit Tränen in den Augen vorm Fernseher und ist... konsterniert.

Fazit

Mit dieser einfühlsamen Tragikomödie ist dem Regisseur Radu Mihaileanu ein wahres Meisterwerk gelungen. Die 'große' Geschichte der Flucht wird mit ebenso viel Liebe zum Detail beleuchtet wie die vielen kleinen Geschichten, die in diesem Film miteinander verwoben sind. Die zarte und zum Scheitern verurteilte Liebe des 'Dorftrottels' Schlomo zur Tochter des Rabbiners; die innere Abneigung des Holzhändlers Mordechai, einen deutschen Major spielen zu müssen; die Rebellion des Sohnes des Rabbiners, der sich zum Kommunismus bekennt und einen 'Zug-Sowjet' einführt. All das wird mit einem Augenzwinkern erzählt und macht den Film lebendig und vielschichtig. Ich habe ihn jetzt bestimmt schon 10x angeschaut und finde immer wieder neue Denkanstöße.

Der Film kann ohne Probleme in einem Atemzug mit Benignis "Das Leben ist schön" genannt werden, denn er ist ebenso poetisch umgesetzt.

26 Bewertungen, 6 Kommentare

  • MasterSirTobi

    03.09.2010, 13:41 Uhr von MasterSirTobi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht. LG von dem Tobi

  • meisterjaeger86

    23.08.2010, 03:20 Uhr von meisterjaeger86
    Bewertung: sehr hilfreich

    toller bericht lg

  • sigrid9979

    22.08.2010, 09:04 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht....lg Sigi

  • Lanch999

    22.08.2010, 00:03 Uhr von Lanch999
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG von Lanch999

  • anonym

    21.08.2010, 21:42 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöne Grüsse, Talulah

  • cleo1

    21.08.2010, 16:25 Uhr von cleo1
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht. Man liest sich. LG cleo1