Zwergkaninchen Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Futterkosten:
- Pflegeaufwand:
- Spielbereitschaft:
Erfahrungsbericht von Schnuffimausi
Mein kleiner Freund: Flocke
Pro:
Zwergkaninchen sind liebevolle, dankbare Tiere
Kontra:
u.U. hohe Kosten, hoher Arbeits- und Zeitaufwand, große Verantwortung
Empfehlung:
Ja
Liebe Leser und Leserinnen,
heute ist es draußen ziemlich kalt, nass und ungemütlich. Auf den Sonntagsspaziergang haben wir daher verzichtet. Viel mehr haben wir uns heute intensiv um unser kleinstes Familienmitglied gekümmert. Er heißt „Flocke“ und ist ein Zwergkaninchen. Über diese Art von Haustier möchte ich heute berichten.
RASSEN:
Es gibt verschiedene Zwergkaninchen-Rassen:
- Kurzhaarzwergkaninchen
- Angorazwergkaninchen
- Löwenkopfzwergkaninchen
- Widderzwergkaninchen
- usw.
Unser „Flocke“ gehört zu der Rasse „Angorazwergkaninchen“. Er ist ganz weiß und hat dunkle Augen. Er hat am ganzen Körper langes, flauschiges Fell. Wer sich für ein Angorazwergkaninchen entscheidet, der muss allerdings wissen, dass diese äußerst viel Pflege benötigen, denn diese müssen regelmäßig gebürstet werden und evtl. Fellknoten herausgeschnitten werden.
WORAUF BEIM KAUF GEACHTET WERDEN MUSS:
Unseren Flocke hat mein Mann mir vor ca. 2 Jahren gekauft. Ich hatte von klein auf immer Haustiere. Neben einem Hund, Meerschweinchen, Hamstern, Mäusen usw. gehörten Zwergkaninchen auch immer schon zu unserer Familie. Daher wusste ich, auf was beim Kauf zu achten ist:
Das Tier sollte vor allem gesund sein und artgerecht gehalten worden sein. Ein gesundes Tier erkennt man an folgenden Punkten:
- glänzendes Fell
- trockene Nase
- saubere Ohren
- sauberer Afterbereich
- klare Augen
- gesunde Zähne
Ein Zwergkaninchen kann man entweder direkt beim Züchter oder aber im Zoofachhandel kaufen. Allerdings sollte man auch mal darüber nachdenken, einem Tier aus dem Tierheim ein neues zu Hause zu bieten.
Wir haben uns damals im Tierheim in unserer Nähe erkundigt, aber dort gab es zu diesem Zeitpunkt keine Kaninchen. Somit begaben wir uns in ein Zoofachgeschäft und wurden auf „Flocke“ aufmerksam. Dieser saß (alleine!) in einem Käfig. Wir erkundigten uns nach ihm und machten darauf aufmerksam, dass Kaninchen doch gar keine Einzelgänger seien, sondern mindestens zu zweit gehalten werden sollten. Der Verkäufer erzählte uns, dass er schon etwas besonderes sei, denn er kann seine Artgenossen gar nicht leiden. „Ansonsten sei er aber ein sehr liebes Kerlchen“ versicherte der Verkäufer Er tat uns irgendwie leid und da er gesund aussah, fiel die Entscheidung auf ihn. Somit sind wir auch noch drum herum gekommen Geld für zwei Kaninchen auszugeben. Denn der Kaufpreis im Zoofachgeschäft ist nun mal nicht billig. Wir haben für „Flocke“ ca. 45,00 € bezahlt.
HALTUNG:
Eigentlich sind Zwergkaninchen keine Einzelgänger und sollten daher mindestens zu zweit gehalten werden. Am besten ist die Kombination Männchen / Weibchen. Dabei sollte das Männchen allerdings kastriert sein, sonst vermehren die beiden sich wahrscheinlich „wie die Hasen“ ! :o) Die Kombination Weibchen / Weibchen geht nur selten gut. Denn sobald sie geschlechtsreif werden, beginnt die Jagd auf den anderen. (Wir hatten damals zwei Weibchen, diese mussten wir später trennen und jeweils ein Männchen dazukaufen) Ein Zwergkaninchen mit einem Meerschweinchen zusammenzusetzen ist heute in vielen Haushalten der Fall. Davon bin ich auch wieder nicht begeistert, denn dafür sind die beiden Haustierarten einfach viel zu verschieden. In den meisten Fällen geht diese Kombination zwar gut, aber ich halte dann mehr davon einen Artgenossen dazuzusetzen.
Flocke ist, wie bereits erwähnt, eine seltene Ausnahme, die sich weder mit Artgenossen, noch mit Meerschweinchen verträgt. Ich schätze, er hat in der kurzen Zeit, bevor wir ihn mit einem Alter von 8 Wochen gekauft haben, bereits schlechte Erfahrungen gemacht und möchte seither lieber alleine sein. Wir haben zwar noch mal einen Versuch gestartet mit einer Zwergkaninchen-Dame, aber auch diese duldete er nicht in seiner Nähe. Wenn ein Tier lieber alleine sein möchte, dann sollte man seinem Wunsch auch nachgehen. Allerdings muss sich „Mensch“ dann mehr um das Tier kümmern.
AUSSTATTUNG DES KÄFIGS:
Zuerst sollte man sich Gedanken machen, ob man das Tier im Käfig in der Wohnung oder aber in einem Außengehege im Garten o.ä. hält. Der Käfig / das Gehege sollte auf jeden Fall groß genug sein, so dass das Tier / die Tiere ausreichend Platz haben. Die Grundausstattung sollte aber in beiden Fällen gleich sein:
- ein Trinkgefäß (Flasche oder Trinknapf)
- ein Fressnapf für Trockenfutter
- ein Fressnapf für Frischfutter
- ein Salzleckstein
- ein Häuschen
- eine Heuraufe
- Kleintierstreu
- Stroh
Außerdem braucht ein Zwergkaninchen täglich Auslauf.
Wir haben weder Garten noch Balkon, o.ä. und halten „Flocke“ daher in unserer Wohnung in einem großen Käfig. Dieser steht so, dass der Kleine auf keinem Fall Zug ausgesetzt ist, auch wenn sämtliche Fenster geöffnet sind. Als Trinkgefäß verwenden wir eine Flasche aus dem Zoohandel, die von außen an den Käfig angebracht wird und ca. 400ml Wasser aufnimmt. Ein Trinknapf würde zu schnell umgestoßen werden und das Wasser zu schnell verdrecken. Unsere Futternäpfe sind aus Ton, denn diese stehen einfach stabiler als Plastik-Näpfe. Flockes Häuschen ist groß genug, dass er darin Unterschlupf findet und obendrauf befindet sich eine große Fläche, auf die er sitzen kann. Da Flocke sein Geschäft nur in einer Ecke des Käfigs macht, ist das Haus aus Holz. Sind die Tiere nicht so sauber, gibt es noch die Alternative Plastikhaus, denn u.U. machen die Tiere ihr Geschäft auf dem Haus und das macht sich mit unangenehmen Gerüchen schnell bemerkbar, denn diese sind natürlich nicht so einfach zu reinigen. Die Heuraufe verhindert dass das Heu verdreckt und Flocke muss sich das Fressen selber erarbeiten.
Außerdem bekommt Flocke täglich eine Stunde Auslauf. Wir lassen ihn dann unter Aufsicht im Wohnzimmer hoppeln. Sämtliche Stromleitungen sind für ihn nicht zugänglich und Zimmerpflanzen außerhalb seiner Reichweite, denn diese können unter Umständen tödlich für solch ein Tier sein.
ERNÄHRUNG:
Der Speiseplan eines Zwergkaninchens besteht größtenteils aus Heu. Dieses sollte täglich frisch und in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, denn dieses dient der Verdauung des Tieres. Zusätzlich sollte das Tier täglich frisches Grünfutter bekommen, z.B. ein Stück Apfel, eine Möhre oder Gras. Weiterhin kann man fertiges Trockenfutter zufüttern. Dieses enthält getrocknetes Gemüse, Getreide usw. Da dieses allerdings in der Natur so auch nicht zur Verfügung steht, ist dieses nicht unbedingt erforderlich. Außerdem sollte dem Zwergkaninchen Nagematerial zur Verfügung gestellt werden (z.B. hartes Brot, Knabberstangen, ...) um die nachwachsenden Nagezähne abnutzen zu können. Vor allem sollte aber immer frisches Wasser bereitstehen. Diesem Plan gehen wir täglich nach und Flocke ist rundum zufrieden und gesund.
PFLEGE:
Ein Zwergkaninchen macht nicht nur viel Freude, sondern verlangt auch viel Verantwortung und Pflege.
Täglich sollten Heu- und Frischfutterreste aus dem Käfig entfernt werden. Der Käfig sollte mindestens einmal pro Woche komplett gereinigt werden, d.h. das gesamte Streu und Stroh muss entfernt werden und die Schale mit heißem Wasser ausgespült werden. In regelmäßigen Abständen (so ca. alle 6 Wochen) sollten auch die Gitterstäbe und das Häuschen mit klarem Wasser gereinigt werden. Die Futternäpfe sollten jede Woche, oder aber wenn sie verschmutzt sind gereinigt werden. Der Trinkspender sollte am besten bei jedem Wasserwechsel mit einer Flaschenbürste gesäubert werden.
Wenn sich die Krallen des Zwergkaninchens nicht selbständig genügend abnutzen, wachsen diese teilweise krumm und beeinträchtigen somit das Tier beim Bewegen. Daher sollte regelmäßig kontrolliert werden, ob die Krallen nicht zu lang sind. Sollte dies der Fall sein, können die mit Hilfe einer speziellen Krallenschere gekürzt werden. Sollte man sich zu unsicher fühlen, kann dies ein Tierarzt übernehmen. Weiterhin kann es vorkommen, dass die Zähne des Zwergkaninchens sich nicht genügend abwetzen. Wenn das Kaninchen nicht mehr frisst, kann der Grund von den Zähnen kommen. Daher sollte regelmäßig eine Zahnkontrolle stattfinden. Evtl. zu lange Zähne müssen durch den Tierarzt gekürzt werden.
Langhaarige Zwergkaninchen sollten 1 – 2 mal die Woche gebürstet werden. Verklebte Stellen müssen vorsichtig herausgeschnitten werden.
Unser Flocke ist, wie gesagt, ein langhaariges Angorazwergkaninchen. Er wird 1 – 2 mal die Woche mit eine kleinen Bürste (aus dem Zoofachhandel) gebürstet und lässt sich dieses gefallen. Seinen Käfig säubere ich einmal wöchentlich gründlich. Alle zwei Tage entferne ich aber seine Ecke, wo er sein Geschäft macht, indem ich mit einer Kehrschaufel das verschmutzte Streu entnehme und durch frisches ersetze. Auf die Sauberkeit seiner Näpfe und seinem Trinkspender achten wir sehr pinibel, denn wir möchten doch auch vom sauberen Geschirr essen. Die Krallen wetzen sich gott sei dank ziemlich gut alleine ab. Nur ab und zu muss ich seine Krallen ein wenig kürzen. Dabei hält mein Mann „Flocke“ gut fest und ich kümmer mich um seine Krallen. Mit seinen Zähnen hatten wir noch keine Probleme.
SPIELZEUG:
Zwergkaninchen brauchen i.d.R. kein Spielzeug, denn die Nager spielen nicht so wie ein Hund oder eine Katze. Aber Kaninchen buddeln, klettern und springen ganz gerne. Somit kann man beim täglichen Auslauf etwas für das Tier vorbereiten. So z.B. legen wir Flocke zwischendurch einen ausgehöhlten Baumstamm oder ein paar kleine Hindernisse ins Zimmer. Zudem beschäftigen wir ihn ausreichend, indem wir ihn mit Leckerchen locken und zum Männchen machen verleiten.
VERHALTEN:
Zwergkaninchen sind von natur aus neugierig, aber sicherlich nicht gleich handzahm. Sie müssen sich erst einmal an den Menschen gewöhnen. Dieses erreicht man am besten, indem man sich von Anfang an intensiv mit dem Tier beschäftigt, ruhig auf es eingeht und leise mit ihm spricht. Nach einer Zeit kommt das Tier von alleine und möchte erst einmal schnuppern. Das sollte ihm gewährt werden. Auf keinen Fall das Tier sofort auf den Arm nehmen. Unser Flocke ist mittlerweile ziemlich zahm. Er lässt sich gerne streicheln und kraulen, möchte aber nicht ständig auf den Arm genommen werden. Zudem ist er ein Gewohnheitstier. Wenn wir dann mal im Urlaub sind, ist meine Mutter täglich bei uns um sich genauso liebevoll um Flocke zu kümmern, wie er es von uns gewohnt ist.
KRANKHEITEN:
Natürlich kann ein solches Tier auch krank werden. Erkennen kann man das meist daran, dass das Tier nicht frisst und trinkt und teilnahmslos und aufgeplustert in der Ecke sitzt. Hier sollte auf jeden Fall ein Tierarztbesuch anstehen. Und dieser ist natürlich auch immer mit Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Für den Transport zum Tierarzt sollte eine entsprechende verschließbare Transportbox benutzt werden. Diese sollte von oben zu öffnen sein und mit einem Handtuch ausgelegt werden. Damit das Tier keinen Zug bekommt sollte die Box zusätzlich mit einem Tuch abgedeckt werden. Manchmal kommt es leider vor, dass das Tier an einer unheilbaren Krankheit leidet und daher nur noch durch Einschläfern von seinen Qualen erlöst werden kann. Dieses sollte man sich immer vor Augen halten, denn der Abschied des geliebten Tieres ist nicht einfach. Aber auch, wenn ein Tier von solchen Krankheiten verschont bleibt, wird es ja auch nur 10 – 12 Jahre alt. Somit steht der Abschied auf jeden Fall dann an.
EMPFEHLUNG:
Zwergkaninchen sind sicher tolle Schmusetiere und machen sehr viel Freude, aber sie verlangen auch viel Pflege und Verantwortung, kosten u.U. viel Geld und beanspruchen viel Zeit. Der Arbeitsaufwand ist natürlich nicht zu vergessen. Auch muss man sich immer vor Augen halten, dass ein solches Tier meist vor einem selber verstirbt. Der Abschied fällt dann natürlich sehr schwer. Häufig werden Zwergkaninchen an Kinder verschenkt. In seltenen Fällen sehen diese das Tier als Spielzeug an und sind sich über die Verantwortung, die sie tragen, nicht im Klaren. Auch werden die Tiere für einige Kinder nach einer Zeit uninteressant. Die ganze Arbeit bleibt dann oft an den Eltern hängen oder das Tier wird wieder abgegeben. Und das ist sicher nicht der richtige Weg. Man sollte sich also vorher darüber im Klaren sein, dass so ein Tier 10 – 12 Jahre alt werden kann und diese Zeit in ein und der selben Familie verbringen möchte. Bei uns wurde das Tier nicht für unsere Tochter angeschafft, sondern ich kümmere mich um den kleinen Racker. Da ich mit Tieren aufgewachsen bin, ist mir bewusst, welche Verantwortung ich übernommen habe. Ein Zwergkaninchen ist sicher zu empfehlen, wenn man sich der Verantwortung bewusst ist und die Kosten, den Arbeitsaufwand und die Zeit in Kauf nimmt. Ich vergebe daher 3 Sterne.
Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren.
Liebe Grüße.
Eure Michaela
heute ist es draußen ziemlich kalt, nass und ungemütlich. Auf den Sonntagsspaziergang haben wir daher verzichtet. Viel mehr haben wir uns heute intensiv um unser kleinstes Familienmitglied gekümmert. Er heißt „Flocke“ und ist ein Zwergkaninchen. Über diese Art von Haustier möchte ich heute berichten.
RASSEN:
Es gibt verschiedene Zwergkaninchen-Rassen:
- Kurzhaarzwergkaninchen
- Angorazwergkaninchen
- Löwenkopfzwergkaninchen
- Widderzwergkaninchen
- usw.
Unser „Flocke“ gehört zu der Rasse „Angorazwergkaninchen“. Er ist ganz weiß und hat dunkle Augen. Er hat am ganzen Körper langes, flauschiges Fell. Wer sich für ein Angorazwergkaninchen entscheidet, der muss allerdings wissen, dass diese äußerst viel Pflege benötigen, denn diese müssen regelmäßig gebürstet werden und evtl. Fellknoten herausgeschnitten werden.
WORAUF BEIM KAUF GEACHTET WERDEN MUSS:
Unseren Flocke hat mein Mann mir vor ca. 2 Jahren gekauft. Ich hatte von klein auf immer Haustiere. Neben einem Hund, Meerschweinchen, Hamstern, Mäusen usw. gehörten Zwergkaninchen auch immer schon zu unserer Familie. Daher wusste ich, auf was beim Kauf zu achten ist:
Das Tier sollte vor allem gesund sein und artgerecht gehalten worden sein. Ein gesundes Tier erkennt man an folgenden Punkten:
- glänzendes Fell
- trockene Nase
- saubere Ohren
- sauberer Afterbereich
- klare Augen
- gesunde Zähne
Ein Zwergkaninchen kann man entweder direkt beim Züchter oder aber im Zoofachhandel kaufen. Allerdings sollte man auch mal darüber nachdenken, einem Tier aus dem Tierheim ein neues zu Hause zu bieten.
Wir haben uns damals im Tierheim in unserer Nähe erkundigt, aber dort gab es zu diesem Zeitpunkt keine Kaninchen. Somit begaben wir uns in ein Zoofachgeschäft und wurden auf „Flocke“ aufmerksam. Dieser saß (alleine!) in einem Käfig. Wir erkundigten uns nach ihm und machten darauf aufmerksam, dass Kaninchen doch gar keine Einzelgänger seien, sondern mindestens zu zweit gehalten werden sollten. Der Verkäufer erzählte uns, dass er schon etwas besonderes sei, denn er kann seine Artgenossen gar nicht leiden. „Ansonsten sei er aber ein sehr liebes Kerlchen“ versicherte der Verkäufer Er tat uns irgendwie leid und da er gesund aussah, fiel die Entscheidung auf ihn. Somit sind wir auch noch drum herum gekommen Geld für zwei Kaninchen auszugeben. Denn der Kaufpreis im Zoofachgeschäft ist nun mal nicht billig. Wir haben für „Flocke“ ca. 45,00 € bezahlt.
HALTUNG:
Eigentlich sind Zwergkaninchen keine Einzelgänger und sollten daher mindestens zu zweit gehalten werden. Am besten ist die Kombination Männchen / Weibchen. Dabei sollte das Männchen allerdings kastriert sein, sonst vermehren die beiden sich wahrscheinlich „wie die Hasen“ ! :o) Die Kombination Weibchen / Weibchen geht nur selten gut. Denn sobald sie geschlechtsreif werden, beginnt die Jagd auf den anderen. (Wir hatten damals zwei Weibchen, diese mussten wir später trennen und jeweils ein Männchen dazukaufen) Ein Zwergkaninchen mit einem Meerschweinchen zusammenzusetzen ist heute in vielen Haushalten der Fall. Davon bin ich auch wieder nicht begeistert, denn dafür sind die beiden Haustierarten einfach viel zu verschieden. In den meisten Fällen geht diese Kombination zwar gut, aber ich halte dann mehr davon einen Artgenossen dazuzusetzen.
Flocke ist, wie bereits erwähnt, eine seltene Ausnahme, die sich weder mit Artgenossen, noch mit Meerschweinchen verträgt. Ich schätze, er hat in der kurzen Zeit, bevor wir ihn mit einem Alter von 8 Wochen gekauft haben, bereits schlechte Erfahrungen gemacht und möchte seither lieber alleine sein. Wir haben zwar noch mal einen Versuch gestartet mit einer Zwergkaninchen-Dame, aber auch diese duldete er nicht in seiner Nähe. Wenn ein Tier lieber alleine sein möchte, dann sollte man seinem Wunsch auch nachgehen. Allerdings muss sich „Mensch“ dann mehr um das Tier kümmern.
AUSSTATTUNG DES KÄFIGS:
Zuerst sollte man sich Gedanken machen, ob man das Tier im Käfig in der Wohnung oder aber in einem Außengehege im Garten o.ä. hält. Der Käfig / das Gehege sollte auf jeden Fall groß genug sein, so dass das Tier / die Tiere ausreichend Platz haben. Die Grundausstattung sollte aber in beiden Fällen gleich sein:
- ein Trinkgefäß (Flasche oder Trinknapf)
- ein Fressnapf für Trockenfutter
- ein Fressnapf für Frischfutter
- ein Salzleckstein
- ein Häuschen
- eine Heuraufe
- Kleintierstreu
- Stroh
Außerdem braucht ein Zwergkaninchen täglich Auslauf.
Wir haben weder Garten noch Balkon, o.ä. und halten „Flocke“ daher in unserer Wohnung in einem großen Käfig. Dieser steht so, dass der Kleine auf keinem Fall Zug ausgesetzt ist, auch wenn sämtliche Fenster geöffnet sind. Als Trinkgefäß verwenden wir eine Flasche aus dem Zoohandel, die von außen an den Käfig angebracht wird und ca. 400ml Wasser aufnimmt. Ein Trinknapf würde zu schnell umgestoßen werden und das Wasser zu schnell verdrecken. Unsere Futternäpfe sind aus Ton, denn diese stehen einfach stabiler als Plastik-Näpfe. Flockes Häuschen ist groß genug, dass er darin Unterschlupf findet und obendrauf befindet sich eine große Fläche, auf die er sitzen kann. Da Flocke sein Geschäft nur in einer Ecke des Käfigs macht, ist das Haus aus Holz. Sind die Tiere nicht so sauber, gibt es noch die Alternative Plastikhaus, denn u.U. machen die Tiere ihr Geschäft auf dem Haus und das macht sich mit unangenehmen Gerüchen schnell bemerkbar, denn diese sind natürlich nicht so einfach zu reinigen. Die Heuraufe verhindert dass das Heu verdreckt und Flocke muss sich das Fressen selber erarbeiten.
Außerdem bekommt Flocke täglich eine Stunde Auslauf. Wir lassen ihn dann unter Aufsicht im Wohnzimmer hoppeln. Sämtliche Stromleitungen sind für ihn nicht zugänglich und Zimmerpflanzen außerhalb seiner Reichweite, denn diese können unter Umständen tödlich für solch ein Tier sein.
ERNÄHRUNG:
Der Speiseplan eines Zwergkaninchens besteht größtenteils aus Heu. Dieses sollte täglich frisch und in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, denn dieses dient der Verdauung des Tieres. Zusätzlich sollte das Tier täglich frisches Grünfutter bekommen, z.B. ein Stück Apfel, eine Möhre oder Gras. Weiterhin kann man fertiges Trockenfutter zufüttern. Dieses enthält getrocknetes Gemüse, Getreide usw. Da dieses allerdings in der Natur so auch nicht zur Verfügung steht, ist dieses nicht unbedingt erforderlich. Außerdem sollte dem Zwergkaninchen Nagematerial zur Verfügung gestellt werden (z.B. hartes Brot, Knabberstangen, ...) um die nachwachsenden Nagezähne abnutzen zu können. Vor allem sollte aber immer frisches Wasser bereitstehen. Diesem Plan gehen wir täglich nach und Flocke ist rundum zufrieden und gesund.
PFLEGE:
Ein Zwergkaninchen macht nicht nur viel Freude, sondern verlangt auch viel Verantwortung und Pflege.
Täglich sollten Heu- und Frischfutterreste aus dem Käfig entfernt werden. Der Käfig sollte mindestens einmal pro Woche komplett gereinigt werden, d.h. das gesamte Streu und Stroh muss entfernt werden und die Schale mit heißem Wasser ausgespült werden. In regelmäßigen Abständen (so ca. alle 6 Wochen) sollten auch die Gitterstäbe und das Häuschen mit klarem Wasser gereinigt werden. Die Futternäpfe sollten jede Woche, oder aber wenn sie verschmutzt sind gereinigt werden. Der Trinkspender sollte am besten bei jedem Wasserwechsel mit einer Flaschenbürste gesäubert werden.
Wenn sich die Krallen des Zwergkaninchens nicht selbständig genügend abnutzen, wachsen diese teilweise krumm und beeinträchtigen somit das Tier beim Bewegen. Daher sollte regelmäßig kontrolliert werden, ob die Krallen nicht zu lang sind. Sollte dies der Fall sein, können die mit Hilfe einer speziellen Krallenschere gekürzt werden. Sollte man sich zu unsicher fühlen, kann dies ein Tierarzt übernehmen. Weiterhin kann es vorkommen, dass die Zähne des Zwergkaninchens sich nicht genügend abwetzen. Wenn das Kaninchen nicht mehr frisst, kann der Grund von den Zähnen kommen. Daher sollte regelmäßig eine Zahnkontrolle stattfinden. Evtl. zu lange Zähne müssen durch den Tierarzt gekürzt werden.
Langhaarige Zwergkaninchen sollten 1 – 2 mal die Woche gebürstet werden. Verklebte Stellen müssen vorsichtig herausgeschnitten werden.
Unser Flocke ist, wie gesagt, ein langhaariges Angorazwergkaninchen. Er wird 1 – 2 mal die Woche mit eine kleinen Bürste (aus dem Zoofachhandel) gebürstet und lässt sich dieses gefallen. Seinen Käfig säubere ich einmal wöchentlich gründlich. Alle zwei Tage entferne ich aber seine Ecke, wo er sein Geschäft macht, indem ich mit einer Kehrschaufel das verschmutzte Streu entnehme und durch frisches ersetze. Auf die Sauberkeit seiner Näpfe und seinem Trinkspender achten wir sehr pinibel, denn wir möchten doch auch vom sauberen Geschirr essen. Die Krallen wetzen sich gott sei dank ziemlich gut alleine ab. Nur ab und zu muss ich seine Krallen ein wenig kürzen. Dabei hält mein Mann „Flocke“ gut fest und ich kümmer mich um seine Krallen. Mit seinen Zähnen hatten wir noch keine Probleme.
SPIELZEUG:
Zwergkaninchen brauchen i.d.R. kein Spielzeug, denn die Nager spielen nicht so wie ein Hund oder eine Katze. Aber Kaninchen buddeln, klettern und springen ganz gerne. Somit kann man beim täglichen Auslauf etwas für das Tier vorbereiten. So z.B. legen wir Flocke zwischendurch einen ausgehöhlten Baumstamm oder ein paar kleine Hindernisse ins Zimmer. Zudem beschäftigen wir ihn ausreichend, indem wir ihn mit Leckerchen locken und zum Männchen machen verleiten.
VERHALTEN:
Zwergkaninchen sind von natur aus neugierig, aber sicherlich nicht gleich handzahm. Sie müssen sich erst einmal an den Menschen gewöhnen. Dieses erreicht man am besten, indem man sich von Anfang an intensiv mit dem Tier beschäftigt, ruhig auf es eingeht und leise mit ihm spricht. Nach einer Zeit kommt das Tier von alleine und möchte erst einmal schnuppern. Das sollte ihm gewährt werden. Auf keinen Fall das Tier sofort auf den Arm nehmen. Unser Flocke ist mittlerweile ziemlich zahm. Er lässt sich gerne streicheln und kraulen, möchte aber nicht ständig auf den Arm genommen werden. Zudem ist er ein Gewohnheitstier. Wenn wir dann mal im Urlaub sind, ist meine Mutter täglich bei uns um sich genauso liebevoll um Flocke zu kümmern, wie er es von uns gewohnt ist.
KRANKHEITEN:
Natürlich kann ein solches Tier auch krank werden. Erkennen kann man das meist daran, dass das Tier nicht frisst und trinkt und teilnahmslos und aufgeplustert in der Ecke sitzt. Hier sollte auf jeden Fall ein Tierarztbesuch anstehen. Und dieser ist natürlich auch immer mit Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Für den Transport zum Tierarzt sollte eine entsprechende verschließbare Transportbox benutzt werden. Diese sollte von oben zu öffnen sein und mit einem Handtuch ausgelegt werden. Damit das Tier keinen Zug bekommt sollte die Box zusätzlich mit einem Tuch abgedeckt werden. Manchmal kommt es leider vor, dass das Tier an einer unheilbaren Krankheit leidet und daher nur noch durch Einschläfern von seinen Qualen erlöst werden kann. Dieses sollte man sich immer vor Augen halten, denn der Abschied des geliebten Tieres ist nicht einfach. Aber auch, wenn ein Tier von solchen Krankheiten verschont bleibt, wird es ja auch nur 10 – 12 Jahre alt. Somit steht der Abschied auf jeden Fall dann an.
EMPFEHLUNG:
Zwergkaninchen sind sicher tolle Schmusetiere und machen sehr viel Freude, aber sie verlangen auch viel Pflege und Verantwortung, kosten u.U. viel Geld und beanspruchen viel Zeit. Der Arbeitsaufwand ist natürlich nicht zu vergessen. Auch muss man sich immer vor Augen halten, dass ein solches Tier meist vor einem selber verstirbt. Der Abschied fällt dann natürlich sehr schwer. Häufig werden Zwergkaninchen an Kinder verschenkt. In seltenen Fällen sehen diese das Tier als Spielzeug an und sind sich über die Verantwortung, die sie tragen, nicht im Klaren. Auch werden die Tiere für einige Kinder nach einer Zeit uninteressant. Die ganze Arbeit bleibt dann oft an den Eltern hängen oder das Tier wird wieder abgegeben. Und das ist sicher nicht der richtige Weg. Man sollte sich also vorher darüber im Klaren sein, dass so ein Tier 10 – 12 Jahre alt werden kann und diese Zeit in ein und der selben Familie verbringen möchte. Bei uns wurde das Tier nicht für unsere Tochter angeschafft, sondern ich kümmere mich um den kleinen Racker. Da ich mit Tieren aufgewachsen bin, ist mir bewusst, welche Verantwortung ich übernommen habe. Ein Zwergkaninchen ist sicher zu empfehlen, wenn man sich der Verantwortung bewusst ist und die Kosten, den Arbeitsaufwand und die Zeit in Kauf nimmt. Ich vergebe daher 3 Sterne.
Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren.
Liebe Grüße.
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