Zwergspitz Testbericht

Zwergspitz
ab 27,03
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Summe aller Bewertungen
  • Familientauglichkeit:  hoch
  • Pflegeaufwand:  gering
  • Futterkosten:  durchschnittlich
  • Platzbedarf:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von Bluebirdunfa

Der kleine Held

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich stehe hinter der Wohnungstür und lausche. Wieder höre ich sein Bellen. Oh, denke ich, was für ein gefährlicher Hund!
„Ich bin ca. 5 Jahre alt“. Da hat man noch Respekt vor Hunden. Auch wenn sie klein sind.
Aber diesen Hund halte ich für riesig. Ein Hund der so oft bellt muss ja gefährlich sein.
Wieder schrillt die alte Klingel im Haus. Und wieder bellt dieser, mir noch unbekannte gefährliche Hund.

Als ich älter wurde, bekam ich den gefährlichen Hund dann auch öfters zu Gesicht.
Leider war ich als Kind viel zu scheu, um mich ihm zu nähern. Dabei schlug mein Herz immer höher, wenn ich ihn sah. Ab und zu, wenn ich meine Oma besuchte kam dann später auch die Besitzerin des Hundes mit ihrem Hund bei meiner Oma zu Besuch. Aber leider umkreiste mich der Hund nur und bellte.

Spitze sind falsch, bekam ich als Kind dann immer zu hören. Aber wie kann ein Tier „falsch“ sein, fragte ich mich dann immer. Leider übernimmt man viele falsche Ansichten der Erwachsenen in seinen Erfahrungsschatz auf. Erst später lernte ich diese Meinung zu revidieren. In einem Alter, als ich endlich begriff wie wertvoll dieser kleine schwarze Hund mit seinen 20 cm Schulterhöhe war. Jedenfalls für seine Besitzerin. Damals wusste ich noch nichts von Behindertenhunden. Es kam auch niemand auf die Idee, den Hund so zu nennen. Aber dieser kleine Spitz war der erste Hund für Behinderte den ich kennen lernte.
Seine alte Besitzerin war nämlich sehr schwerhörig. Klingeln konnte sie gar nicht mehr hören. Aber das war nicht so schlimm. Der kleine Hund zeigte ihr jedes Mal, dass es klingelte. Auch ohne Abrichtung. In den 60 – 70 Jahren gab es auch noch keine mir bekannte Abrichtung von Hunden für Behinderte. Außer den Blindenhunden.
Heute werden viele Hunde für unterschiedliche behinderte Menschen trainiert. Sie öffnen Schubladen. Heben heruntergefallene Schlüssel für Rollstuhlfahrer auf. Bedienen Lichtschalter.

Auch als ich älter wurde sah ich noch oft, die alte Frau mit dem mittlerweile in die Jahre gekommenen Kleinspitz. Das zeigt an, dass diese Rasse sehr langlebig ist.

Mittlerweile ist diese Rasse aus der Mode gekommen. Viel hat wahrscheinlich auch das Gerücht vom „falschen Spitz“ dazu beigetragen.

Aber warum gibt es dieses Gerücht? Spitze gehören mit zu den ältesten Haushunden. Es ist wirklich eine ziemliche Ursprüngliche Rasse. Viele Spitze begleiteten auch die Flussschiffer auf ihren Fahrten.
Die Spitze sind eine uralte Rasse, die schon in frühgeschichtlichen Zeiten als Wach- Familien- und Begleithunde dienten. Mit viel Phantasie lassen sich Abbildungen aus dem Jahre 1200v.Chr. als Spitze erkennen.
Die ersten deutschen Berichte über Spitze stammen aus dem Jahre 1450
Spitze sind sehr anhänglich, gesellig und uneigennützig. Diese selbstbewusste Hunderasse verfügt über ein sehr feines Gehör. Spitze sind sehr Familien bezogen. Ähnlich dem Sheltie sind sie Fremden gegenüber misstrauisch. Deshalb sind sie als Wachhunde sehr beliebt.
Diese Hunderasse sollte gut auf fremde Menschen, Kinder und andere Hunde sozialisiert werden, da sie sich ihre Freunde sonst selbst aussuchen.

Bereits früher hielten sich die Bauern natürlich Hunde. Welche Funktion hatten sie?
Da gibt es den Hundeexperten Günther Bloch, der uns bei einem Seminar auf folgendes aufmerksam machte; er zeigte uns Bilder von osteuropäischen Dörfern. Fast an jedem Haus stand da so ein kleiner struppiger Hund. Er fragte uns, welche Aufgabe dieser wohl hätte.
Alle rätselten. Dann sagte er, ganz einfach, das ist die Klingel der einfachen Bauern. Kein Fremder kommt auf das Grundstück ohne gemeldet zu werden. Da erst schauten wir genau hin. Es stimmte, die Häuser hatten keine Klingel. Vor Hunderten vor Jahren gab es sicher auch keinen elektrischen Strom für eine Hausklingel.
So ein Hund muss natürlich klein sein, wegen der Futterkosten. Einen großen Hund durchzufüttern verbraucht einfach zuviel Kosten. Pflegeleicht sollte so ein Hund auch sein.
Leider, denke ich hat die moderne Hundzucht nicht gerade pflegeleichte Hunde heraus gebracht. Heutzutage wird da ziemlich übertrieben und es entstehen kleine Fellberge.
So ein kleiner Hund muss natürlich auch selbstständig arbeiten. Er wird nebenbei Mäuse jagen. Vielleicht einmal eine kleine Gänseherde treiben. Das erklärt wohl auch, dass er kein Schäferhund mit Angezüchteten Unterwerfungswillen ist. So wie unserer deutschen Schäferhunde. Was den Spitz zum Idealhund macht, ist sein fehlender Jagdtrieb. Ich habe aus der Geschichte gehört oder irgendwo gelesen, das die Jäger den Bauern, diese Hunde teilweise kostenlos übergeben haben, weil sie genau wussten, das diese Hunde nicht in ihrem Revier jagen werden.

Leider steht der deutsche Großspitz in diesem Jahr schon auf der Liste der bedrohten Haustierarten. Ich denke auch diese Rasse wird irgendwann von Liebhaber gezüchtet, die nicht dem VDH angehören um diese Rasse vor dem Aussterben zu bewahren. Einigen fast unbekannten deutschen Schäferhunden geht es ja auch so. Man denke nur an den roten „Harzer“ und den Schafpudel.
Auch Zwergspitze sehe ich im Gegensatz zu früher immer seltener. Dafür stürzen sich die Züchter immer auf die gerade aktuellste Hunderasse und verschandeln sie dabei teilweise. Man bedenke nur die Cockerwut in den 70ziger Jahren. Viele Hunderassen haben durch Inzucht mittlerweile gesundheitliche Probleme.

Ich hoffe das der noch vorhandene Genpool ausreicht um dies Rasse vor dem Aussterben zu bewahren.

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Etwas zum Standart:

Ursprung: Deutschland
Datum der Publikation des gültigen Original-Standards: 5. März 1998
Verwendung: Wach- und Begleithund
Klassifikation FCI: Gruppe 5 Spitze und Hunde vom Urtyp (Pfahlbauspitz)
Sektion 4 Europäische Spitze

Größe:
20 cm +/- 2 cm

Allgemeine Erscheinung: (aus dem FCI-Standart)
Spitze bestechen durch ein schönes Haarkleid, das reichliche Unterwolle abstehend macht. Besonders auffällig ist der sich um den Hals legende starke, mähnenartige Kragen und die buschig behaarte Rute, die kühn über dem Rücken getragen wird. Der fuchsähnliche Kopf mit den flinken Augen, die spitzen kleinen eng stehenden Ohren verleiht dem Spitz das ihm eigene charakteristische kecke Aussehen.

Charakter: (aus dem FCI-Standart)
Der Deutsche Spitz ist stets aufmerksam, lebhaft und außergewöhnlich anhänglich gegenüber seinem Besitzer. Er ist sehr gelehrig und leicht zu erziehen. Sein Misstrauen Fremden gegenüber und sein fehlender Jagdtrieb prädestinieren ihn zum idealen Wächter für Haus und Hof. Wetterunempfindlichkeit, Robustheit und Langlebigkeit sind seine hervorragendsten Eigenschaften.

Gebiss:
Zangengebiss

Augen: (FCI-Standart)
Die Augen sind mittelgroß, mandelförmig, etwas schräg gestellt, von dunkler Farbe. Die Augenlider sind bei allen Farbschlägen schwarz pigmentiert, dunkelbraun bei allen braunen Spitzen.
Ohren: (FCI-Standart)
Die kleinen Ohren sind relativ nahe beieinander hoch angesetzt und dreieckig zugespitzt; sie werden immer aufrecht mit steifer Spitze getragen.
Hals: (FCI-Standart)
Der mittellange Hals ist den Schultern breit aufgesetzt, im Nacken leicht gewölbt, ohne Wammenbildung und von einem mähnenartigen Haarkragen bedeckt.

Haarkleid: (FCI-Standart)
Deutsche Spitze haben ein doppeltes Haarkleid: langes, gerades, abstehendes Deckhaar und kurze, dicke, wattige Unterwolle. Kopf, Ohren, Vorderseite der Vorder- und Hinterläufe und Pfoten sind kurz und dicht (samtig), der übrige Körper ist lang und reich behaart; nicht gewellt, gekräuselt oder zottig, auf dem Rücken nicht gescheitelt. Hals und Schultern bedeckt eine dichte Mähne. Die Rückseite der Vorderläufe ist gut befedert, die Hinterläufe von der Kruppe bis zu den Sprunggelenken üppig behost, die Rute buschig behaart

Fellfarben:
Schwarzer Spitz:
Bei der Behaarung des schwarzen Spitzes muss auch das Unterhaar ebenso wie die Haut dunkel gefärbt und die Farbe auf der Oberfläche ein Lackschwarz ohne jedes Weiß oder sonstige Abzeichen sein.
Brauner Spitz:
Der braune Spitz soll gleichmäßig einfarbig dunkelbraun sein.
Weißer Spitz:
Das Haar soll reinweiß sein, ohne jeden, insbesondere gelblichen Anflug, welcher speziell an den Ohren häufiger auftritt.
Oranger Spitz:
Der orangefarbene Spitz soll gleichmäßig einfarbig in mittlerer Farblage sein.
Fazit:
Mein kleiner Held lebt schon lange nicht mehr. Aber ich muss oft an ihn denken, wenn ich alte Leute sehe, die sich von ihren, ach so gut geeigneten, vom Tierarzt als Familienhund empfohlenen, Golden Retriever durch die Gegend zerren lassen.
Oder wenn wieder eine 60 jährige mit einem ungebändigte halbwüchsigen Schäferhund den Hundeplatz betritt. Wenn ich verfettete Jagdhunde in der Stadt sehe. Die gerne jagen möchten und nicht dürfen. Der Spitz will nicht jagen.
Waren unsere Vorfahren in der Auswahl ihrer Haushunde eigentlich manchmal wirklich klüger?

Danke für Euer Lesen und Bewerten.

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