A.I. - Künstliche Intelligenz (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Amarillis

Spielbergs und Kubriks neue Version von Pinoccio!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich hatte mal wieder tierisch Lust ins Kino zu gehen und da A.I. gerade anlief, waehlten meine Freundin und ich diesen Film aus. Das Einzige, was ich ueber ihn wusste war, dass es um einen "Roboterjungen" geht, der Gefuehle empfindet und dass der Regisseur des Filmes Steven Spielberg ist.
So sind wir also voellig unwissend in den Film und wurden in vieler Hinsicht ueberrascht, aber dazu spaeter.


Science Fiction
Spiellaenge: 2:25

++++++++++++++++Drehbuch und Regisseur+++++++++++++++
Stanley Kubrik (Eyes Wide Shut) arbeitete mehr als 20 Jahre an diesem Film, der auf Brian Aldiss Kurzgeschichte "Super Toys Last ALL Summer" basiert. In eben dieser geht es um ein Roboterkind, dass ein Mensch werden moechte, damit seine Eltern ihn lieben.

Nach fast 2 Jahrzehnten bot Kubrik sein angefangenes Projekt, dass er A.I. (Artificial Intelligence) nennt, Steven Spielberg an, dessen skurrile Vernuenftigkeit besser zu dieser Geschichte passt.
Obwohl Kubrik und Spielberg mehrere Monate an dem Script zusammengearbeitet haben, beendet Spielberg seine Zusammenarbeit nach kurzer Zeit, weil er seine eigenen Ideen als Stoerungsfakter in Kubriks Version empfand.
Doch nach Kubricks Tod im Jahre 1999 bat seine Witwe Spielberg, denn Film in Erinnerung an Kubrick zu Ende zu schreiben und zu verfilmen.

Der entstandene Film ist ein faszinierender Mix aus zwei verschiedenen Welten:
Kubrick, dessen Filme eher kalt und fern sind und dessen Perfektionismus oft die Leidenschaft seiner eigenen Filme untergraben hat.
Spielberg, der besonders in seinen juengeren Jahren, die Unschuldigkeit und Ehrfurcht in seinen Filmen hervorgerufen hat. Er ist ein immerwaehrender Optimist, der das Leben als ein schoenes Ende praesentiert. (So auch in diesem Film)
A.I. ist ein Versuch diese beiden "Weltansichten" zu verbinden und es ist deutlich zu merken, dass Spielberg von seinem eigenen Stil abweicht, um Kubricks Idee zu erhalten.


+++++++++++++++++++++Handlung+++++++++++++++++++++++++
Die Geschichte spielt in der Zukunft, in der globale Erwaermung die Kuestenstaedte der Welt ueberschwemmt hat. Aufgrund fehlender Nahrungsmittel fuer die zu hohe Bevoelkerung hat die Regierung ein Geburtenkontollgesetz verabschiedet, das besagt, dass jede Familie nur ein Kind haben darf. Um die anfallenden Arbeiten zu erledigen, werden menschliche Roboter, die auch in anderen Bereichen eingesetzt werden, geschaffen und bleiben solange bis sie von einem neueren Model ersetzt werden.
Der Forscher Professor Hobby (William Hurt) erbaut eine Art Roboter, der Traeume hatt, mental ist und sogar liebt, um trauernden Eltern ein "Ersatzkind" zu geben.
Und so wird der Prototyp "David" von Henry und Monica Swinton, deren eigenes Kind im Koma liegt, adoptiert. Seine neue Mutter ist zunaechst sehr skeptisch, geschcokt und aengstlich ueber die Ankunft des Roboterkindes, doch schliesslich spricht sie die magischen 7 Worte, die einen menschlischen Mechanismus bei Daniel ausloesen: sein Gesicht verliert an steifen Zuegen und er beginnt seine "Mutter" zu lieben. Allerdings sind diese gesprochenen Worte entgueltig und falls sie sich entscheidet, ihn nicht zu behalten, muss er zerstoert werden.
Das Problem, das sich herausstellt ist, dass Davids Adoptiveltern ihn niemals so lieben koennen wie ihren eigenen Sohn Marten, der kurze Zeit spaeter aus dem Krankenhaus entlassen wird, seinen neuen "Bruder" als das neuste Spielzeug behandelt und ihn immer wieder an seine wahre Identitaet erinnert. Ausserdem versucht er staendig Davis in Schwierigkeiten zu bringen und so wird dieser mit einem Superspielzeug "Teddy" letztentlich von Monica im Wald ausgesetzt, damit er nicht zerstoert werden muss.
Und damit geraet er in die Welt anderer Roboter verschiedener Funktionen, die er auf einer Roboterteilmuellhalde sieht. Bei einer Verfolgungsjagt und Gefangenname durch Roboterfaenger, die eben diese als Belustigung der Menschen zerstoeren, trifft er auf den Gigolo Joe, der dazu programmiert ist, Frauen sexuell zu befriedigen.
Durch Mittleid der Zuschauer in der Arena, wo David und Joe zerstoert werden sollen, koennen beide fliehen und versuchen nun die "Blaue Fee" zu finden, die David in einen richtigen Jungen verwandeln kann. Diese Idee hat er von dem Maerchen Pinoccio, dass seine Mutter ihm vorgelesen hatt.
So gelangen sie schliesslich nach Rouge City, wo
ihnen ein computerannimiertes Orakel sagt, dass die "Blaue Fee" in Manahttan, dem Ende der Welt zu finden ist. So machen sich die beiden auf und Daniel findet seine Fee tief unten im Wasser.
2000 Jahre spaeter, nach einer weiteren Eisszeit wird er von Aliens aufgetaut, die versuchen das ehemalige Leben auf der Erde zu erforschen.
(So, das End wird aber nicht verraten!)

+++++++++++++++++++++Schauspieler++++++++++++++++++++
David- Haley Joel Osment
Joe- Jude Law
William Hurt- Professor Hobby
Frances O' Connor- Monica
Sam Robards- Henry

Die Darsteller zeigen gute Leistungen. Sie verstehen es, ihre Rolle gut rueberzubringen und die von ihnen gespielten Charaktere werden aeusserst gut dargestellt. Besonders zu erwaehnen waere Haley Joel Osment (Six Sense), der sein hervorrangendes Schauspieltalent. Seine Bewegungen wirken real (robortermaessig) und auch die Art, wie er spricht. (Habe den Film auf Englisch gesehen). Es ist unglaublich, dass ein 13 Jaehriger so gut schauspielern kann.

++++++++++++++++++++Meine Meinung+++++++++++++++++++++
Der Film erinnert sehr an E.T. und besonders Pinoccio, wo ja auch direkte Bezuege gezogen worden. E.T. weil die Roboterjaeger in einem Heissluftballon waren, der genauso aussah wie der Mond bei E.T.. Man kann an vielen Stellen deutlich erkennen, dass der Regisseur des Filmes Spielberg ist.
Ich muss ja sagen, dass die irgendwie herzzereissende Geschichte mich sehr mitgenommen hat. Vom Inhalt her, ist sie wirklich gut gelungen und eine gehoerige Lektion ueber Humanismus wird auch erteilt. Allerdings gefaellt mir die Umsetzung nicht besonders gut, da vielzuviel Science Fiction enthalten ist. (Ist halt geschmackssache) Bis zu dem Punkt, wo Daniel in seinem "U- Boot" im Wasser in Manhattan sitzt und die "Blaue Fee" anstarrt, ist es bis auf die Verfolgungsjagt im Wald noch alles recht annehmlich.
Doch dann hat Spielberg den ganzen Film mit seinem Ende ruiniert. Die folgenden 15 Minuten sind frustrierend und ohne Punkt. Die verbliebenen Emotionen der Zuschauer haengen an dem voellig uebertriebenen Science Fiction, gefolgt von den special Effects und es entseht automatisch und zum ersten Mal ein Abstand zwischen der Audienz und Daniel.
Spielberg hat mit seiner "Happy End" Euphorie den Film an guter Wertung entnommen. Positive Enden sind halt nicht immer die besten.
Trotz allem ist es immernoch ein guter Film, weil er sehr vorsichtig gedreht wurde. Besonders die ganzen Roboter wirken sehr realistisch und die Schauspieler gut. Auch die Umsetzung an Technik in die Zukunft war gut gelungen, obwohl das Wohnhaus Davids sehr an IKEA erinnert hat!

6 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Tuvok

    08.05.2004, 17:20 Uhr von Tuvok
    Bewertung: sehr hilfreich

    ist gut