American Beauty (DVD) Testbericht
D
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Auf yopi.de gelistet seit 05/2008
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Erfahrungsbericht von Realjackass
Vollendete Schönheit..
Pro:
Sämtliche Schauspieler, die bis in die kleinste Nebenrolle super besetzt wurden, faszinierende Bilder, bewegende Musik, Ein einfach nur absolut schöner Film
Kontra:
Nein
Empfehlung:
Ja
Liebe Leserinnen und Leser,
Filmberichte schreiben, was ist das eigentlich? Man setzt sich vor den PC, lässt den Film nochmal vor dem inneren Auge abspielen und tippt dann die dazugehörigen Worte, lobt entweder die Schauspieler oder spricht ihnen jedwedes Talent ab und schließlich und letztendlich kommt dann das Fazit, welches, vorausgesetzt es entspricht der richtigen, zutreffenden Meinung des Autors, aussagt, ob wir ca. 90 Minuten unseres Lebens genoßen, oder auch unsinnig verschwendet haben. Andere Menschen lesen diesen Filmbericht dann und glauben, sie täten gut daran, dem Beispiel des Autors gleichzutun und den Film entweder zu sehen oder in gleich wieder in die hintersten Ecken sämtlicher Gehirnwindungen zu verbannen. Soll heißen: Viele Menschen gehen davon aus, ein Film würde genau der Meinung eines anderen Menschen darüber entsprechen, doch das ist leider falsch.
Wozu dieses Gelaber über Filmberichte und die Meinung des Autors zum dazugehörigen Film? Nun, ganz einfach, weil mein heutiger Filmbericht anders sein soll, als die, die ich sonst immer unter die Leute bringe. Ich möchte nicht Stunden schreiben, nur um dann gute Bewertungen einzuheimsen und mich an den nächsten Filmbericht machen. Nein, Sam Mendes´ \"American Beauty\" wäre meine erste Wahl, wenn mich jemand ganz spontan zu meinem absoluten Lieblingsfilm fragen würden. (Dicht gefolgt von anderen Streifen wie \"Fight Club\", \"Hannibal\", oder \"High Tension\"). Damit will ich nur zum Ausdruck bringen, dass ihr bitte genau so viel Zeit und Konzentration zum Lesen mitbringen sollt, wie ich für das Schreiben dieses Reviews aufgebracht habe. Genau deshalb, weil der aus dem Jahr 1999 stammende Film nicht irgend ein x-beliebiger Streifen ist, der kurz abgehandelt und dann wieder vergessen wird. Ganz im Gegenteil, selten war mir ein Filmbericht wichtiger, deshalb werde ich auch sehr detailliert auf das Werk eingehen und den Bericht auch einige Tage an erster Stelle stehen lassen.
Es wird sicherlich den ein oder anderen wundern, dass einem ein Film dermaßen wichtig sein oder ans Herz wachsen kann, aber es kommt eben immer auf die Umstände an, unter denen man sich so etwas zu Gemüte führt. Ich persönlich war, als ich \"American Beauty\" zum ersten Mal gesehen hatte, in einem persönlichen Tief, deprimiert und niedergeschlagen. So habe ich mich, ohne besonderen Grund eigentlich, vor den Fernseher gesetzt und blieb sofort bei der Anfangsszene kleben, die so simpel wie schlichtweg genial war. Je mehr ich den Film dann sah, wusste ich, dass er etwas ganz besonderes ist, was ich in den kommenden Jahren noch ca. sechs Male feststellen durfte. Jedes einzelne Mal aufs Neue hat er mich tief in der Seele berührt und völlig losgelöst von allem anderen auf meinem Sofa zurückgelassen; das schafft sonst nicht gerade jeder Film.
Ich hoffe nun, durch dieses Vorgeplänkel niemanden erschreckt zu haben, gehe dann wie immer als erstes auf die Story ein.
Viel Spaß beim Lesen.
Story
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Der Film beginnt mit einer wackligen Amateuraufnahme, in der uns die jugendliche Janie von ihrem Vater erzählt, angeblich ein notgeiler Bock, der \"jedes Mal in seine Shorts abspritzt\", wenn sie eine Schulfreundin mit nach Hause bringt. Auf die Frage des filmenden, Janie´s Freund, ob er ihren Vater für sie töten soll, antwortet sie: \"Ja, würdest du?\"
Nach dieser Einleitung überblicken wir einen amerikanisches Stadtviertel, wie es angepasster und typischer nicht sein könnte. Dazu folgende Worte des Hauptprotagonisten Lester Burnham:
\"Mein Name ist Lester Burnham. Das ist mein Stadtviertel. Das ist meine Straße. Das ist mein Leben. Ich bin 42 Jahre alt. In weniger als einem Jahr bin ich tot. Natürlich weiß ich dass jetzt noch nicht. In gewisser Weise bin ich bereits tot… Sehen sie mich an. Ich hole mir unter der Dusche einen runter. Das wird der Höhepunkt meines Tages sein. Von jetzt an gehts nur noch bergab… Das ist meine Frau Carolyn. Sehen sie, wie der Griff der Baumschere zu ihren Garten-Clogs passt? Das ist kein Zufall.\"
Schon bald wird Lester´s Problem klar: Er lebt in einer Welt, die auf den ersten Blick dem Amerikanischen Traum entspricht: Eine schönes Haus, eine reizende Familie und ein gut bezahlter Job. Doch das ist alles nur Fassade. In Wirklichkeit lässt sich die Ehe, die Lester und seine Frau Carolyn führen, nur mit sehr viel Nachsicht als solche bezeichnen, Liebe gibt es schon lange nicht mehr. Und auch das Verhältnis Lester´s zu seiner Tochter ist zerüttet. Er hat nie Zeit für sie, wohingegen sie der typische Teenager ist: Verwirrt, unsicher. Ihr ganzes Geld spart Janie für ihren größten Traum, eine Brustvergrößerung.
Dann ereignet sich etwas, das Lester´s Leben auf einen Schlag verändert. Bei einer Schulaufführung, zu der er gezwungen wird mitzugehen, viel lieber würde er den James Bond Marathon sehen, lernt er eine Freundin seiner Tochter kennen, die von allen Männern heiß begehrte Angela. Von da an ist es um den 42 jährigen geschehen und der eigentliche Film beginnt mit folgender Szene: Lester liegt in seinem Bett, starrt wie gebannt zur Decke, von der es rote Rosen regnet.
\"So was merkwürdiges, ich fühle mich als hätte ich 20 Jahre im Koma gelegen und würde gerade erst aufwachen. SPEKTAKULÄR\"
Von da an ändert sich alles, Lester verändert sein ganzes Leben: Er trainiert, kauft bei dem neuen Nachbarn Ricky Fitts, dessen Vater übrigens ein unausstehlicher Ex General ist, Drogen, leistet sich einen Ford Firebird, den er schon immer wollte, kündigt seinen Job und und und.. Gerade in dieser schlichtweg perfekten Zeit passiert etwas schreckliches. Dazu folgendes Zitat:
\"Erinnern sie sich an die Plakate auf denen stand: Heute ist der erste Tag vom Rest ihres Lebens? Nun das trifft auf jeden Tag zu, außer auf einen. Auf den Tag an dem man stirbt.\"
Schauspieler
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An dieser Stelle werde ich versuchen, auf sämtliche, in \"American Bauty\" wichtige Personen einzugehen, was durchaus ausführlich werden könnte, wer das also überhaupt nicht wissen will, sollte diesen Teil vielleicht überspringen und nachher keine Beschwerden einreichen.
Als erstes hätten wir da natürlich Lester Burnham, gespielt von Kevin Spacey, der durch seine Rolle in \"Sieben\" berühmt wurde, danach noch in vielen weiteren, genialen Rollen zu sehen war, zum Beispiel in \"Schiffsmeldungen\", \"L.A. Confidential\" oder \"Das Glücksprinzip\". Seine beste Darstellung lieferte Spacey aber ohne Frage in diesem Film hier ab, nicht umsonst bekam er auch einen Oscar für die Rolle. Etwas über Kevin Spacey selbst zu schreiben ist aber, man möge es glauben oder nicht, relativ schwer. Er hat nämlich kein Top-Aussehen wie Brad Pitt und auch nicht unbedingt den Charme eines George Clooney. Nein, vielmehr ist es die bedingungslose Symphatie des Zuschauers, die Spacey schon in den ersten 5 Minuten eimheimst, was ohne Frage daran liegt, dass man sich sofort mit ihm vergleichen kann. Er spielt keinen Geheimagenten, der die Welt retten muss, sondern ein stinknormaler Mann in der, wie man so schön sagt, Midlife Crisis. Ein Mann, der schon die ersten Falten bekommt und beobachten muss, wie er sich immer mehr von seiner Tochter distanziert, seine Frau liebt ihn anscheinend schon längst nicht mehr. Wer jetzt aber denkt, wir würden einen ständig heulenden Hauptdarsteller sehen, liegt falsch. Vielmehr erzählt er uns in völliger Emotionslosigkeit seine Geschichte, lacht über sich selbst, wenn er sieht, wie er sich morgens unter der Dusche einen runterholt. An dieser Stelle mal ein Lob für Spacey´s Synchronsprecher, meiner Meinung nach einer der besten Synchronsprecher überhaupt, der genial die verschiedenen Gefühlslagen Lester´s einfängt. Leider habe ich den Film noch nicht in der Originalsprache gelesen, aber wenn Spacey mindestens genau so gut spricht wie er spielt, hätte er eigentlich gleich zwei Oscars verdient. Es ist einfach eine Wonne, diesem Mann zuzusehen, ihm beim Philosophieren zuzuhören, seinen zynischen Sprüchen zu lauschen.. Es gäbe, und das sage ich in vollem Ernst, keinen einzigen Schauspieler außer Spacey, der derart perfekt in die Rolle passen würde. SPEKTAKULÄR.
Weiter geht es mit Annette Bening in der Rolle von Carolyn Burnham, die mir zuerst unsymphatisch war, bis ich dann verstand, dass es genau das ist, worauf diese Rolle ausgelegt wurde. Sie ist eigentlich garnicht unfreundlich, sondern einfach nur frustriert, genau wie ihr Mann. Doch im Gegensatz zu diesem versucht sie ihre Frustration durch ein täuschend falsches Lächeln zu vertuschen, welches sie ziemlich häufig an den Tag legt. Auf den ersten Blick könnte man nie annehmen, dass diese Frau sofort in Tränen ausbricht, nachdem sie es nicht schafft, ein Haus zu verkaufen, oder dass sie mit Buddy Caine, dem \"König unter den Immobilienmaklern\", den sie so sehr verehrt, ins Bett steigen würde. Doch sie tut es und nicht nur das. Buddy rät ihr gegen Ende hin, mal auf einen Schießstand zu gehen, wenn sie so richtig frustriert ist, worauf sie sich auch privat eine Waffe zulegt.. Annette Bening, die bisher schon in Filmen wie \"Mars Attacks!\" oder \"Ausnahmezustand\" zu sehen war, wird von Kevin Spacey zwar glatt an die Wand gespielt, da das aber eigentlich für jeden anderen Schauspieler auch gilt, ist das nichts schlimmes, im Gegenteil. Gerade durch diese aufgezwungene Fröhlichkeit, und diese hin und wieder auftauchenden Tränenausbrüche hat man das Gefühl, dass das was man sieht, unglaublich authentisch ist und wirklich so vielerorts passiert.
Auch ähnlich da Thora Birch in der Rolle von Janie oder Jane Burnham. Zwar ist sie nicht so frustriert wie ihre Filmmutter, dafür aber hält sie ihre Eltern für Arschlöcher, zeigt ihnen das auch und spart ihr Geld für eine Brustvergrößerung. Als dann der gleichaltrige Ricky Fitts in das Haus nebenan einzieht, ändert sich so ziemlich alles für das junge Mädchen. Obwohl sie ihn anfangs noch für einen Freak hält, verliebt sie sich recht schnell in den Außenseiter und möchte mit ihm nach New York ziehen. Auf jeden Fall eine umwerfende Leistung von Thora Birch, die schon in erstaunlich vielen Filmen zu sehen war, unter anderem \"The Hole\", \"Ghost World\" oder \"Dungeons & Dragons\".
Der vermutlich seltsamste Charakter ist eben erwähnter Ricky Fitts, zuerst Nachbar und dann Janie´s Freund. Er sieht, wie auch im Film mal erwähnt wird, aus wie ein Bibelverkäufer, benimmt sich irgendwie merkwürdig, manchmal aphatisch, genau wie auch seine Mutter. Ricky´s größtes Hobby ist neben dem Drogenverkaufen das Filmen. Er filmt so ziemlich alles, von auf der Straße sterbenden Pennern, über eine umherfliegende Plastiktüte, bis hin zu Janie, worauf sie eben auch auf ihn aufmerksam wird. Super gespielt von Wes Bentley. Auch interressant ist Ricky´s Vater, ein ehemaliger General, von dem man den Eindruck bekommt, er könne nicht zwischen Armee und Privatleben unterscheiden. Im Prinzip wird immer mehr klar, dass sich dieser Mann nach Liebe sehnt, was er jedoch in seinem Schwulenhass und seiner unantastbaren Art versteckt. Als er mit der Zeit glaubt, Lester habe eine Affäre mit seinem Sohn Ricky ist die Katastrophe vorprogrammiert.. Chris Cooper´s Aussehen passt wirklich wie die Faust aufs Auge zu dem Charakter, man meint, einen leibhaftigen Ex-General vor sich zu haben.
Zum Schluß noch die Schlüsselfigur des Films, Janie´s Freundin Angela, gespielt von Mena Suvari. Sie wirkt auf den ersten Blick wie die typische Cheerleaderin, die es aber faustdick hinter den Ohren hat. Und genau das hat sie auch, so erzählt sie Janie immer voller Entusiasmus von ihren letzten Sex-Abenteuern, lästert über Ricky und ist im Prinzip nichts anderes als unausstehlich. Man merkt Janie an, dass sie nur mit Angela zusammen ist, weil sie nichts besseres zu tun hat, nicht etwa, weil sie sie leiden könnte. Überraschend ist es da schon fast, dass Lester, als er Angela zum ersten Mal sieht, einen neuen Sinn für sein Leben gefunden hat. Er träumt von ihr, wie er sie berührt, wie sie sich küssen, sie in einer Badewanne voller Rosen, in einem Meer von Rosen.. Im Übrigen sind rote Rosenblätter ein oft verwendetes Stilmittel in \"American Beauty\", aber dazu später noch mehr. Zu Mena Suvari kann man nur sagen, dass sie sehr gut in ihre Rolle passt, da sie wirklich ein bisschen.. Ja, eben nicht gerade unschuldig aussieht.
Daten zum Film
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Originaltitel: American Beauty
Alternativtitel: -
Land: USA (1999)
Regie: Sam Mendes
Länge: ca 116,37 Min.
Freigabe: 16
Indiziert: Nein
@ Realjackass
Die Deutsche DVD
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Die Deutsche DVD wird vertrieben von DreamWorks und ist, wie ich auf den ersten Schreck feststellen musste, keine Doppel DVD! Aber nun gut, das hat ja noch nichts zu bedeuten, wenn man genauer hinschaut kann man sogar erkennen, dass auf der DVD ein \"Hinter den Kulissen\" Bericht, Audiokommentare, 2 Kinotrailer, sowie Storyboardpräsentationen anzufinden sind. Zugegeben ein kleines bisschen wenig, dafür aber wissen Bild und Ton sehr zu überzeugen, weswegen man diese DVD empfehlen kann, mehr als 10 Euro wird sie vermutlich nirgends kosten.
Kritik
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Kommen wir jetzt zum Eigentlichen, der Kritik, meiner Meinung zu dem Film. Um den einen oder anderen vielleicht vorab schon staunen zu lassen, möchte ich zuerst mal alle Oscars nennen, die \"American Beauty\" abgeräumt hat: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Bestes Original Drehbuch und Beste Kamera. Na? Ist das nichts? Also ich finde schon und was noch wichtiger ist: Ich kann vor allem den Punkten eins, drei und fünf zustimmen!
Wie ihr weiter oben schon erfahren durftet, hänge ich sehr an diesem Film, da er mich jedes Mal aufs Neue wieder sehr bewegt und ganz tief in der Seele trifft. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass das jemals ein anderer Film in dieser Form geschafft hat. So gut wie immer wenn es mir schlecht geht sehe ich mir \"American Beauty\" an und er baut mich auf eine obskure Art und Weise wieder auf. Das verwundert eigentlich, so ist dieser Film zur Hälfte eine Satire. Eine absolut gekonnte Satire über den Amerikanischen Traum, die Sam Mendes, der zuvor nur für das Theater arbeitete, perfekt inszinierte, daran gibt es nichts zu rütteln. Auffallend ist zudem, dass dieser Film kein Blatt vor den Mund nimmt, ein Beispiel gefällig?
\"Was tust du da? - Nichts! - Du hast masturbiert. - Hab ich nicht. - Hast du wohl. - Hey, na schön erschieß mich doch. Ich hab\' mir einen runter geholt. Ja genau. Ich war gerade beim Wichsen. Ich hab\' mir die Nudel gerieben. Verstehst du. Ich wollte ordentlich abspritzen.\"
Dieser Dialog ist einer von vielen, was die Wortwahl angeht. Was ich nun aber auf keinen Fall möchte, ist \"American Beauty\" wie ein perverses und ordinäres Machwerk dastehen zu lassen, nein, das ist der Film gewiss nicht. Viel mehr bedient man sich hier einer recht freizügigen Sprache, zum Einen um diversen Aggressionen Luft zu schaffen, außerdem, weil es einfach nur natürlich ist in gewisser Hinsicht. Wenn man sich manchmal Filme aus Hollywood ansieht, könnte man sich aufregen, so strohdoof sind die Gespräche. Hier allerdings ist das ganz anders, durch die Sprache kommt der oft vorkommende Zynismus sehr gut zur Geltung.
\"Unsere Ehe besteht nur noch aus Fassade. Ein Werbespot, der zeigt wie normal wir sind. Obwohl wir alles andere als das waren.\"
Fassade. Ein sehr treffendes Wort im Falle dieses Films. So ist es vor allem Carolyn, die mit allen Mitteln versucht, die Fassade zu wahren, stets lächelnd die Hecken stutzt, sich möglichst freundlich mit den Homosexuellen Nachbarn unterhält; während Lester ihr zusieht und darüber nachdenkt, wie es so weit kommen konnte. Mehr als genial sind da schon die winzigsten Szenen, denen man es erst garnicht anmerkt. So zum Beispiel bei einem gemeinsamen Abendessen der Familie Burnham: Niemand redet, jeder isst stumm vor sich hin. Lester fragt Janie darauf, wie es in der Schule war. Was ganz normal klingt, wurde einfach nur genial inszeniert: Lester frägt sie so, als hätte er keinerlei Interesse daran, vielmehr ist die Frage etwas, das man sich fragt, ohne es überhaupt wissen zu wollen - solche Aussagen enthält der Film viele und um sie zu erkennen sollte man -wortwörtlich- hinter die Fassade blicken.
Was etwas überrascht, sind die zahlreichen Tabubrüche, mit denen man konfrontiert wird. Von Homosexualität, bis hin zu Drogenkonsum wird alles thematisiert was Rang und Namen hat. Natürlich sieht das ganze bei uns schon wieder anders aus, aber im Prüden Amerika hatten einige Sittenwächter vermutlich schon schwer zu schlucken, was uns aber nicht weiter stören soll.
Kommen wir zu einem Punkt, der diesen Film ganz klar zu dem macht, was er ist.. Absolute, vollendete Schönheit. Ich habe noch nie einen so schönen Film wie diesen hier gesehen und das, obwohl er zuerst garnicht danach aussieht. Sobald aber zum ersten Mal die unvergleichliche Musik ertönt (ich habe mir danach übrigens auch den Soundtrack besorgt) ist der Zuschauer gefangen in einem Meer aus Gefühlen, aus der er auch lange, lange nach dem Film nicht entlassen wird. Diese bedrückend leise, fragile Musik, immer genau zu den Szenen passend, trifft den Zuschauer genau ins Herz und jagt einem sicherlich nicht nur einmal eine Gänsehaut über den Rücken. Doch natürlich ist es nicht nur die Musik, die zu gefallen weiß. Auch Bilder werden einem gezeigt, wie man sie wahrlich nicht jeden Tag sieht. Ein sehr oft verwendetes Stilmittel ist die Farbe Rot, meistens natürlich dargestellt durch die Rosenblätter, die entweder sanft auf Lester hinabfallen, in denen Angela badet usw. Und in einem kann man sich sicher sein: Diese Szenen sind nicht nur traumhaft schön, sondern haben auch einen tieferen Sinn. Wie zum Schluß, als die völlig fertige Carolyn in einer veregneten Nacht vor dem Haus der Burnham´s steht. Der Regen wirkt fast schon deprimierend grau, wie auch das Haus. Nur die Haustüre ist es, die in einem warmen, strahlenden Rot zu leuchten scheint.. SPEKTAKULÄR, wie Lester sagen würde.. Die allerdings wunderschönste Szene ist der Schluß, zuerst unfassbar tragisch, weil man nicht will, dass dieser schöne Rausch, aus Bildern, Farben und tröstenden Worten endet, doch dann kommt das Wohl bewegendste Schlusswort aller Zeiten.. Darauf möchte ich jetzt allerdings nicht näher eingehen, seht es selbst an und genießt... Was ich allerdings noch erwähnen möchte, ist dass es der Film schafft, eigentlich merkwürdig oder lächerlich scheinende Szenen so zu zeigen, als wären sie etwas wundervolles. Wie zum Beispiel da, als Ricky Janie erklärt, eine im Wind getragene Plastiktüte sei das schönste gewesen, was er jemals gesehen habe. Lest euch dazu bitte mal folgendes Zitat durch:
\"Das war einer von jenen Tagen an dem es jeden Moment schneien kann und Elektrizität in der Luft liegt. Man kann sie fast knistern hören. Stimmt\' s? Und diese Tüte hat einfach mit mir getanzt. Wie ein kleines Kind, das darum bettelt mit mir zu spielen. 15 Minuten lang. An dem Tag ist mir klar geworden, dass hinter allen Dingen Leben steckt und diese unglaublich gütige Kraft, die mich wissen lassen wollte, dass es keinen Grund gibt Angst zu haben. Nie wieder. Ein Video ist ein armseliger Ersatz ich weiß. Aber es hilft mir mich zu erinnern. Und ich muss mich erinnern. Es gibt manchmal soviel Schönheit auf der Welt, das ich sie fast nicht ertragen kann und mein Herz droht dann daran zu zerbrechen.\"
Nach dem Ricky das gesagt hat, weiß man, dass er recht hat.. Man weiß, dass der Film nicht ewig dauert, man weiß, dass man wieder zurück in die Realität muss. Man weiß aber auch, dass man keinen Grund haben muss, Angst zu haben, da jeder sein Leben ändern kann. Lester ist zum Schluß gestorben, aber er hatte den schönsten Moment seines Lebens..
\"Wie geht es dir… - Ist ziemlich lange her, dass mich das jemand gefragt hat. Es geht mir sehr gut.\"
Fazit
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\"American Beauty\" ist kein Film, er ist ein Erlebnis. Ein Erlebnis, das sich jeder unbedingt mal gönnen sollte. Klar, es wird wie immer die Ignoranten geben (und das kann man nicht anders bezeichnen), die das Werk als langweilig und sinnlos bezeichnen werden, aber das sind dann auch die, die die Grundaussage nicht verstehen. Ich persönlich habe es verstanden und vor kurzem war es sicherlich nicht das letzte Mal, dass ich mir den Film angesehen habe. Zum Schluß möchte ich noch einen Autor einer anderen Filmseite zitieren, treffender kann man den Film nicht beschreiben:
\"American Beauty\" ist einer dieser ganz, ganz wenigen Filme, wäre er ein Bild, ich würde ihn im größtmöglichen Format an die Wand hängen und immer weiter anstarren.
Dem kann ich nur beipflichten.. Wie ich schon gesagt habe, sollte man sich dieses wunderschöne Erlebnis nicht entgehen lassen.. Die verdienteste volle Punktzahl aller Zeiten von mir und natürlich eine Empfehlung..
Mfg
Realjackass
Filmberichte schreiben, was ist das eigentlich? Man setzt sich vor den PC, lässt den Film nochmal vor dem inneren Auge abspielen und tippt dann die dazugehörigen Worte, lobt entweder die Schauspieler oder spricht ihnen jedwedes Talent ab und schließlich und letztendlich kommt dann das Fazit, welches, vorausgesetzt es entspricht der richtigen, zutreffenden Meinung des Autors, aussagt, ob wir ca. 90 Minuten unseres Lebens genoßen, oder auch unsinnig verschwendet haben. Andere Menschen lesen diesen Filmbericht dann und glauben, sie täten gut daran, dem Beispiel des Autors gleichzutun und den Film entweder zu sehen oder in gleich wieder in die hintersten Ecken sämtlicher Gehirnwindungen zu verbannen. Soll heißen: Viele Menschen gehen davon aus, ein Film würde genau der Meinung eines anderen Menschen darüber entsprechen, doch das ist leider falsch.
Wozu dieses Gelaber über Filmberichte und die Meinung des Autors zum dazugehörigen Film? Nun, ganz einfach, weil mein heutiger Filmbericht anders sein soll, als die, die ich sonst immer unter die Leute bringe. Ich möchte nicht Stunden schreiben, nur um dann gute Bewertungen einzuheimsen und mich an den nächsten Filmbericht machen. Nein, Sam Mendes´ \"American Beauty\" wäre meine erste Wahl, wenn mich jemand ganz spontan zu meinem absoluten Lieblingsfilm fragen würden. (Dicht gefolgt von anderen Streifen wie \"Fight Club\", \"Hannibal\", oder \"High Tension\"). Damit will ich nur zum Ausdruck bringen, dass ihr bitte genau so viel Zeit und Konzentration zum Lesen mitbringen sollt, wie ich für das Schreiben dieses Reviews aufgebracht habe. Genau deshalb, weil der aus dem Jahr 1999 stammende Film nicht irgend ein x-beliebiger Streifen ist, der kurz abgehandelt und dann wieder vergessen wird. Ganz im Gegenteil, selten war mir ein Filmbericht wichtiger, deshalb werde ich auch sehr detailliert auf das Werk eingehen und den Bericht auch einige Tage an erster Stelle stehen lassen.
Es wird sicherlich den ein oder anderen wundern, dass einem ein Film dermaßen wichtig sein oder ans Herz wachsen kann, aber es kommt eben immer auf die Umstände an, unter denen man sich so etwas zu Gemüte führt. Ich persönlich war, als ich \"American Beauty\" zum ersten Mal gesehen hatte, in einem persönlichen Tief, deprimiert und niedergeschlagen. So habe ich mich, ohne besonderen Grund eigentlich, vor den Fernseher gesetzt und blieb sofort bei der Anfangsszene kleben, die so simpel wie schlichtweg genial war. Je mehr ich den Film dann sah, wusste ich, dass er etwas ganz besonderes ist, was ich in den kommenden Jahren noch ca. sechs Male feststellen durfte. Jedes einzelne Mal aufs Neue hat er mich tief in der Seele berührt und völlig losgelöst von allem anderen auf meinem Sofa zurückgelassen; das schafft sonst nicht gerade jeder Film.
Ich hoffe nun, durch dieses Vorgeplänkel niemanden erschreckt zu haben, gehe dann wie immer als erstes auf die Story ein.
Viel Spaß beim Lesen.
Story
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Der Film beginnt mit einer wackligen Amateuraufnahme, in der uns die jugendliche Janie von ihrem Vater erzählt, angeblich ein notgeiler Bock, der \"jedes Mal in seine Shorts abspritzt\", wenn sie eine Schulfreundin mit nach Hause bringt. Auf die Frage des filmenden, Janie´s Freund, ob er ihren Vater für sie töten soll, antwortet sie: \"Ja, würdest du?\"
Nach dieser Einleitung überblicken wir einen amerikanisches Stadtviertel, wie es angepasster und typischer nicht sein könnte. Dazu folgende Worte des Hauptprotagonisten Lester Burnham:
\"Mein Name ist Lester Burnham. Das ist mein Stadtviertel. Das ist meine Straße. Das ist mein Leben. Ich bin 42 Jahre alt. In weniger als einem Jahr bin ich tot. Natürlich weiß ich dass jetzt noch nicht. In gewisser Weise bin ich bereits tot… Sehen sie mich an. Ich hole mir unter der Dusche einen runter. Das wird der Höhepunkt meines Tages sein. Von jetzt an gehts nur noch bergab… Das ist meine Frau Carolyn. Sehen sie, wie der Griff der Baumschere zu ihren Garten-Clogs passt? Das ist kein Zufall.\"
Schon bald wird Lester´s Problem klar: Er lebt in einer Welt, die auf den ersten Blick dem Amerikanischen Traum entspricht: Eine schönes Haus, eine reizende Familie und ein gut bezahlter Job. Doch das ist alles nur Fassade. In Wirklichkeit lässt sich die Ehe, die Lester und seine Frau Carolyn führen, nur mit sehr viel Nachsicht als solche bezeichnen, Liebe gibt es schon lange nicht mehr. Und auch das Verhältnis Lester´s zu seiner Tochter ist zerüttet. Er hat nie Zeit für sie, wohingegen sie der typische Teenager ist: Verwirrt, unsicher. Ihr ganzes Geld spart Janie für ihren größten Traum, eine Brustvergrößerung.
Dann ereignet sich etwas, das Lester´s Leben auf einen Schlag verändert. Bei einer Schulaufführung, zu der er gezwungen wird mitzugehen, viel lieber würde er den James Bond Marathon sehen, lernt er eine Freundin seiner Tochter kennen, die von allen Männern heiß begehrte Angela. Von da an ist es um den 42 jährigen geschehen und der eigentliche Film beginnt mit folgender Szene: Lester liegt in seinem Bett, starrt wie gebannt zur Decke, von der es rote Rosen regnet.
\"So was merkwürdiges, ich fühle mich als hätte ich 20 Jahre im Koma gelegen und würde gerade erst aufwachen. SPEKTAKULÄR\"
Von da an ändert sich alles, Lester verändert sein ganzes Leben: Er trainiert, kauft bei dem neuen Nachbarn Ricky Fitts, dessen Vater übrigens ein unausstehlicher Ex General ist, Drogen, leistet sich einen Ford Firebird, den er schon immer wollte, kündigt seinen Job und und und.. Gerade in dieser schlichtweg perfekten Zeit passiert etwas schreckliches. Dazu folgendes Zitat:
\"Erinnern sie sich an die Plakate auf denen stand: Heute ist der erste Tag vom Rest ihres Lebens? Nun das trifft auf jeden Tag zu, außer auf einen. Auf den Tag an dem man stirbt.\"
Schauspieler
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An dieser Stelle werde ich versuchen, auf sämtliche, in \"American Bauty\" wichtige Personen einzugehen, was durchaus ausführlich werden könnte, wer das also überhaupt nicht wissen will, sollte diesen Teil vielleicht überspringen und nachher keine Beschwerden einreichen.
Als erstes hätten wir da natürlich Lester Burnham, gespielt von Kevin Spacey, der durch seine Rolle in \"Sieben\" berühmt wurde, danach noch in vielen weiteren, genialen Rollen zu sehen war, zum Beispiel in \"Schiffsmeldungen\", \"L.A. Confidential\" oder \"Das Glücksprinzip\". Seine beste Darstellung lieferte Spacey aber ohne Frage in diesem Film hier ab, nicht umsonst bekam er auch einen Oscar für die Rolle. Etwas über Kevin Spacey selbst zu schreiben ist aber, man möge es glauben oder nicht, relativ schwer. Er hat nämlich kein Top-Aussehen wie Brad Pitt und auch nicht unbedingt den Charme eines George Clooney. Nein, vielmehr ist es die bedingungslose Symphatie des Zuschauers, die Spacey schon in den ersten 5 Minuten eimheimst, was ohne Frage daran liegt, dass man sich sofort mit ihm vergleichen kann. Er spielt keinen Geheimagenten, der die Welt retten muss, sondern ein stinknormaler Mann in der, wie man so schön sagt, Midlife Crisis. Ein Mann, der schon die ersten Falten bekommt und beobachten muss, wie er sich immer mehr von seiner Tochter distanziert, seine Frau liebt ihn anscheinend schon längst nicht mehr. Wer jetzt aber denkt, wir würden einen ständig heulenden Hauptdarsteller sehen, liegt falsch. Vielmehr erzählt er uns in völliger Emotionslosigkeit seine Geschichte, lacht über sich selbst, wenn er sieht, wie er sich morgens unter der Dusche einen runterholt. An dieser Stelle mal ein Lob für Spacey´s Synchronsprecher, meiner Meinung nach einer der besten Synchronsprecher überhaupt, der genial die verschiedenen Gefühlslagen Lester´s einfängt. Leider habe ich den Film noch nicht in der Originalsprache gelesen, aber wenn Spacey mindestens genau so gut spricht wie er spielt, hätte er eigentlich gleich zwei Oscars verdient. Es ist einfach eine Wonne, diesem Mann zuzusehen, ihm beim Philosophieren zuzuhören, seinen zynischen Sprüchen zu lauschen.. Es gäbe, und das sage ich in vollem Ernst, keinen einzigen Schauspieler außer Spacey, der derart perfekt in die Rolle passen würde. SPEKTAKULÄR.
Weiter geht es mit Annette Bening in der Rolle von Carolyn Burnham, die mir zuerst unsymphatisch war, bis ich dann verstand, dass es genau das ist, worauf diese Rolle ausgelegt wurde. Sie ist eigentlich garnicht unfreundlich, sondern einfach nur frustriert, genau wie ihr Mann. Doch im Gegensatz zu diesem versucht sie ihre Frustration durch ein täuschend falsches Lächeln zu vertuschen, welches sie ziemlich häufig an den Tag legt. Auf den ersten Blick könnte man nie annehmen, dass diese Frau sofort in Tränen ausbricht, nachdem sie es nicht schafft, ein Haus zu verkaufen, oder dass sie mit Buddy Caine, dem \"König unter den Immobilienmaklern\", den sie so sehr verehrt, ins Bett steigen würde. Doch sie tut es und nicht nur das. Buddy rät ihr gegen Ende hin, mal auf einen Schießstand zu gehen, wenn sie so richtig frustriert ist, worauf sie sich auch privat eine Waffe zulegt.. Annette Bening, die bisher schon in Filmen wie \"Mars Attacks!\" oder \"Ausnahmezustand\" zu sehen war, wird von Kevin Spacey zwar glatt an die Wand gespielt, da das aber eigentlich für jeden anderen Schauspieler auch gilt, ist das nichts schlimmes, im Gegenteil. Gerade durch diese aufgezwungene Fröhlichkeit, und diese hin und wieder auftauchenden Tränenausbrüche hat man das Gefühl, dass das was man sieht, unglaublich authentisch ist und wirklich so vielerorts passiert.
Auch ähnlich da Thora Birch in der Rolle von Janie oder Jane Burnham. Zwar ist sie nicht so frustriert wie ihre Filmmutter, dafür aber hält sie ihre Eltern für Arschlöcher, zeigt ihnen das auch und spart ihr Geld für eine Brustvergrößerung. Als dann der gleichaltrige Ricky Fitts in das Haus nebenan einzieht, ändert sich so ziemlich alles für das junge Mädchen. Obwohl sie ihn anfangs noch für einen Freak hält, verliebt sie sich recht schnell in den Außenseiter und möchte mit ihm nach New York ziehen. Auf jeden Fall eine umwerfende Leistung von Thora Birch, die schon in erstaunlich vielen Filmen zu sehen war, unter anderem \"The Hole\", \"Ghost World\" oder \"Dungeons & Dragons\".
Der vermutlich seltsamste Charakter ist eben erwähnter Ricky Fitts, zuerst Nachbar und dann Janie´s Freund. Er sieht, wie auch im Film mal erwähnt wird, aus wie ein Bibelverkäufer, benimmt sich irgendwie merkwürdig, manchmal aphatisch, genau wie auch seine Mutter. Ricky´s größtes Hobby ist neben dem Drogenverkaufen das Filmen. Er filmt so ziemlich alles, von auf der Straße sterbenden Pennern, über eine umherfliegende Plastiktüte, bis hin zu Janie, worauf sie eben auch auf ihn aufmerksam wird. Super gespielt von Wes Bentley. Auch interressant ist Ricky´s Vater, ein ehemaliger General, von dem man den Eindruck bekommt, er könne nicht zwischen Armee und Privatleben unterscheiden. Im Prinzip wird immer mehr klar, dass sich dieser Mann nach Liebe sehnt, was er jedoch in seinem Schwulenhass und seiner unantastbaren Art versteckt. Als er mit der Zeit glaubt, Lester habe eine Affäre mit seinem Sohn Ricky ist die Katastrophe vorprogrammiert.. Chris Cooper´s Aussehen passt wirklich wie die Faust aufs Auge zu dem Charakter, man meint, einen leibhaftigen Ex-General vor sich zu haben.
Zum Schluß noch die Schlüsselfigur des Films, Janie´s Freundin Angela, gespielt von Mena Suvari. Sie wirkt auf den ersten Blick wie die typische Cheerleaderin, die es aber faustdick hinter den Ohren hat. Und genau das hat sie auch, so erzählt sie Janie immer voller Entusiasmus von ihren letzten Sex-Abenteuern, lästert über Ricky und ist im Prinzip nichts anderes als unausstehlich. Man merkt Janie an, dass sie nur mit Angela zusammen ist, weil sie nichts besseres zu tun hat, nicht etwa, weil sie sie leiden könnte. Überraschend ist es da schon fast, dass Lester, als er Angela zum ersten Mal sieht, einen neuen Sinn für sein Leben gefunden hat. Er träumt von ihr, wie er sie berührt, wie sie sich küssen, sie in einer Badewanne voller Rosen, in einem Meer von Rosen.. Im Übrigen sind rote Rosenblätter ein oft verwendetes Stilmittel in \"American Beauty\", aber dazu später noch mehr. Zu Mena Suvari kann man nur sagen, dass sie sehr gut in ihre Rolle passt, da sie wirklich ein bisschen.. Ja, eben nicht gerade unschuldig aussieht.
Daten zum Film
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Originaltitel: American Beauty
Alternativtitel: -
Land: USA (1999)
Regie: Sam Mendes
Länge: ca 116,37 Min.
Freigabe: 16
Indiziert: Nein
@ Realjackass
Die Deutsche DVD
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Die Deutsche DVD wird vertrieben von DreamWorks und ist, wie ich auf den ersten Schreck feststellen musste, keine Doppel DVD! Aber nun gut, das hat ja noch nichts zu bedeuten, wenn man genauer hinschaut kann man sogar erkennen, dass auf der DVD ein \"Hinter den Kulissen\" Bericht, Audiokommentare, 2 Kinotrailer, sowie Storyboardpräsentationen anzufinden sind. Zugegeben ein kleines bisschen wenig, dafür aber wissen Bild und Ton sehr zu überzeugen, weswegen man diese DVD empfehlen kann, mehr als 10 Euro wird sie vermutlich nirgends kosten.
Kritik
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Kommen wir jetzt zum Eigentlichen, der Kritik, meiner Meinung zu dem Film. Um den einen oder anderen vielleicht vorab schon staunen zu lassen, möchte ich zuerst mal alle Oscars nennen, die \"American Beauty\" abgeräumt hat: Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Bestes Original Drehbuch und Beste Kamera. Na? Ist das nichts? Also ich finde schon und was noch wichtiger ist: Ich kann vor allem den Punkten eins, drei und fünf zustimmen!
Wie ihr weiter oben schon erfahren durftet, hänge ich sehr an diesem Film, da er mich jedes Mal aufs Neue wieder sehr bewegt und ganz tief in der Seele trifft. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass das jemals ein anderer Film in dieser Form geschafft hat. So gut wie immer wenn es mir schlecht geht sehe ich mir \"American Beauty\" an und er baut mich auf eine obskure Art und Weise wieder auf. Das verwundert eigentlich, so ist dieser Film zur Hälfte eine Satire. Eine absolut gekonnte Satire über den Amerikanischen Traum, die Sam Mendes, der zuvor nur für das Theater arbeitete, perfekt inszinierte, daran gibt es nichts zu rütteln. Auffallend ist zudem, dass dieser Film kein Blatt vor den Mund nimmt, ein Beispiel gefällig?
\"Was tust du da? - Nichts! - Du hast masturbiert. - Hab ich nicht. - Hast du wohl. - Hey, na schön erschieß mich doch. Ich hab\' mir einen runter geholt. Ja genau. Ich war gerade beim Wichsen. Ich hab\' mir die Nudel gerieben. Verstehst du. Ich wollte ordentlich abspritzen.\"
Dieser Dialog ist einer von vielen, was die Wortwahl angeht. Was ich nun aber auf keinen Fall möchte, ist \"American Beauty\" wie ein perverses und ordinäres Machwerk dastehen zu lassen, nein, das ist der Film gewiss nicht. Viel mehr bedient man sich hier einer recht freizügigen Sprache, zum Einen um diversen Aggressionen Luft zu schaffen, außerdem, weil es einfach nur natürlich ist in gewisser Hinsicht. Wenn man sich manchmal Filme aus Hollywood ansieht, könnte man sich aufregen, so strohdoof sind die Gespräche. Hier allerdings ist das ganz anders, durch die Sprache kommt der oft vorkommende Zynismus sehr gut zur Geltung.
\"Unsere Ehe besteht nur noch aus Fassade. Ein Werbespot, der zeigt wie normal wir sind. Obwohl wir alles andere als das waren.\"
Fassade. Ein sehr treffendes Wort im Falle dieses Films. So ist es vor allem Carolyn, die mit allen Mitteln versucht, die Fassade zu wahren, stets lächelnd die Hecken stutzt, sich möglichst freundlich mit den Homosexuellen Nachbarn unterhält; während Lester ihr zusieht und darüber nachdenkt, wie es so weit kommen konnte. Mehr als genial sind da schon die winzigsten Szenen, denen man es erst garnicht anmerkt. So zum Beispiel bei einem gemeinsamen Abendessen der Familie Burnham: Niemand redet, jeder isst stumm vor sich hin. Lester fragt Janie darauf, wie es in der Schule war. Was ganz normal klingt, wurde einfach nur genial inszeniert: Lester frägt sie so, als hätte er keinerlei Interesse daran, vielmehr ist die Frage etwas, das man sich fragt, ohne es überhaupt wissen zu wollen - solche Aussagen enthält der Film viele und um sie zu erkennen sollte man -wortwörtlich- hinter die Fassade blicken.
Was etwas überrascht, sind die zahlreichen Tabubrüche, mit denen man konfrontiert wird. Von Homosexualität, bis hin zu Drogenkonsum wird alles thematisiert was Rang und Namen hat. Natürlich sieht das ganze bei uns schon wieder anders aus, aber im Prüden Amerika hatten einige Sittenwächter vermutlich schon schwer zu schlucken, was uns aber nicht weiter stören soll.
Kommen wir zu einem Punkt, der diesen Film ganz klar zu dem macht, was er ist.. Absolute, vollendete Schönheit. Ich habe noch nie einen so schönen Film wie diesen hier gesehen und das, obwohl er zuerst garnicht danach aussieht. Sobald aber zum ersten Mal die unvergleichliche Musik ertönt (ich habe mir danach übrigens auch den Soundtrack besorgt) ist der Zuschauer gefangen in einem Meer aus Gefühlen, aus der er auch lange, lange nach dem Film nicht entlassen wird. Diese bedrückend leise, fragile Musik, immer genau zu den Szenen passend, trifft den Zuschauer genau ins Herz und jagt einem sicherlich nicht nur einmal eine Gänsehaut über den Rücken. Doch natürlich ist es nicht nur die Musik, die zu gefallen weiß. Auch Bilder werden einem gezeigt, wie man sie wahrlich nicht jeden Tag sieht. Ein sehr oft verwendetes Stilmittel ist die Farbe Rot, meistens natürlich dargestellt durch die Rosenblätter, die entweder sanft auf Lester hinabfallen, in denen Angela badet usw. Und in einem kann man sich sicher sein: Diese Szenen sind nicht nur traumhaft schön, sondern haben auch einen tieferen Sinn. Wie zum Schluß, als die völlig fertige Carolyn in einer veregneten Nacht vor dem Haus der Burnham´s steht. Der Regen wirkt fast schon deprimierend grau, wie auch das Haus. Nur die Haustüre ist es, die in einem warmen, strahlenden Rot zu leuchten scheint.. SPEKTAKULÄR, wie Lester sagen würde.. Die allerdings wunderschönste Szene ist der Schluß, zuerst unfassbar tragisch, weil man nicht will, dass dieser schöne Rausch, aus Bildern, Farben und tröstenden Worten endet, doch dann kommt das Wohl bewegendste Schlusswort aller Zeiten.. Darauf möchte ich jetzt allerdings nicht näher eingehen, seht es selbst an und genießt... Was ich allerdings noch erwähnen möchte, ist dass es der Film schafft, eigentlich merkwürdig oder lächerlich scheinende Szenen so zu zeigen, als wären sie etwas wundervolles. Wie zum Beispiel da, als Ricky Janie erklärt, eine im Wind getragene Plastiktüte sei das schönste gewesen, was er jemals gesehen habe. Lest euch dazu bitte mal folgendes Zitat durch:
\"Das war einer von jenen Tagen an dem es jeden Moment schneien kann und Elektrizität in der Luft liegt. Man kann sie fast knistern hören. Stimmt\' s? Und diese Tüte hat einfach mit mir getanzt. Wie ein kleines Kind, das darum bettelt mit mir zu spielen. 15 Minuten lang. An dem Tag ist mir klar geworden, dass hinter allen Dingen Leben steckt und diese unglaublich gütige Kraft, die mich wissen lassen wollte, dass es keinen Grund gibt Angst zu haben. Nie wieder. Ein Video ist ein armseliger Ersatz ich weiß. Aber es hilft mir mich zu erinnern. Und ich muss mich erinnern. Es gibt manchmal soviel Schönheit auf der Welt, das ich sie fast nicht ertragen kann und mein Herz droht dann daran zu zerbrechen.\"
Nach dem Ricky das gesagt hat, weiß man, dass er recht hat.. Man weiß, dass der Film nicht ewig dauert, man weiß, dass man wieder zurück in die Realität muss. Man weiß aber auch, dass man keinen Grund haben muss, Angst zu haben, da jeder sein Leben ändern kann. Lester ist zum Schluß gestorben, aber er hatte den schönsten Moment seines Lebens..
\"Wie geht es dir… - Ist ziemlich lange her, dass mich das jemand gefragt hat. Es geht mir sehr gut.\"
Fazit
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\"American Beauty\" ist kein Film, er ist ein Erlebnis. Ein Erlebnis, das sich jeder unbedingt mal gönnen sollte. Klar, es wird wie immer die Ignoranten geben (und das kann man nicht anders bezeichnen), die das Werk als langweilig und sinnlos bezeichnen werden, aber das sind dann auch die, die die Grundaussage nicht verstehen. Ich persönlich habe es verstanden und vor kurzem war es sicherlich nicht das letzte Mal, dass ich mir den Film angesehen habe. Zum Schluß möchte ich noch einen Autor einer anderen Filmseite zitieren, treffender kann man den Film nicht beschreiben:
\"American Beauty\" ist einer dieser ganz, ganz wenigen Filme, wäre er ein Bild, ich würde ihn im größtmöglichen Format an die Wand hängen und immer weiter anstarren.
Dem kann ich nur beipflichten.. Wie ich schon gesagt habe, sollte man sich dieses wunderschöne Erlebnis nicht entgehen lassen.. Die verdienteste volle Punktzahl aller Zeiten von mir und natürlich eine Empfehlung..
Mfg
Realjackass
19 Bewertungen, 3 Kommentare
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29.03.2006, 17:19 Uhr von liiiiindaaaaa
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich...über gegenlesungen würde ich mich freuen;)
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14.08.2005, 00:56 Uhr von April
Bewertung: sehr hilfreichmit der umherfliegenden Plastiktüte hatte was! LG April
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29.07.2005, 20:44 Uhr von Flute
Bewertung: sehr hilfreichBericht ist super,aber den Film finde ich doch eher mittelmäßig. lG. Dunja
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