American Beauty (DVD) Testbericht
D
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Auf yopi.de gelistet seit 05/2008
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Erfahrungsbericht von northstar
Look closer.......
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
American Beauty
Intro:
Manchmal sieht man Filme im Kino & denkt gleich nach den ersten paar Minuten, wow, das ist großes Kino. Oder besser, wow, das sind großartige Gedanken, Inhalte, Themen, Ideen in bildform auf die Leinwand geworfen und ich frage mich in solchen Momenten dann immer: merkt das auch jemand anderes außer mir? Oder ist das für den Rest hier im Kino, die mit Popkorn werfen, Bier trinken, dämlich dazwischen labbern, nur ein Film? Nur 2 Stunden weg vom scheiß Leben zu hause? Nur 2 Stunden was anderes an diesem Abend? Oder merken die auch, wow, großartig, dieses Gefühl eben, wenn du denkst dein Geist ist viel, viel größer als das, was da nur in deinen Kopf rein passen sollte. Ok, das klang jetzt arrogant, oder? Ach egal, da steh ich eh drauf. Was ich meine: du sitzt im Kino und merkst, „großartig, so ist also das Leben“...
Dieses „Wow“-Erlebnis hatte ich nicht bei vielen Filmen. Philadelphia. Ed Wood. Beautiful Thing. Und eben hier, bei „American Beauty“....
Erstmal etwas zum Inhalt des Filmes:
Lester Burnham hat ein eintöniges Leben. Aber ein normales, so wie viele es haben. Besser: viele Amerikaner es haben & auch toll finden würden, schön finden würden. Ist das amerikanische Schönheit? American Beauty?
Lester Burnham hat eine Frau. Carolyn. Außer dem Nachnamen haben beide seit Ewigkeiten nichts Gemeinsam. Sie ist Maklerin, verkauft aber kein Haus, das bekommt ihr schmieriger Kollege eher hin, mit dem sie schon bald eine Affäre beginnt...
Lester Burnham hat eine Tochter. Jane. Aber die versteht er nicht, da sie nicht mit ihm, eigentlich mit niemanden redet. Jane hat eine Freundin, Angela, die ihren Dad ganz toll findet. Der sie auch...
Lester Burnham hat einen Haschlieferanten. Ricky. Der Nachbarsjunge mit dem strengen, militanten Vater, der ihm, öfters mal den Unsinn aus dem Leib prügelt. Ricky hält alles mit der Kamera fest, dreht kleine Filme. Ach ja, Ricky mag Jane, aber die will zunächst nichts mit ihm zu tun haben, ist er doch recht schräg drauf wie sie findet...
Lester hat auch Hobbies. Onanieren unter der Dusche, da seine Frau ihn nie ran lässt. Der langweilige Job im Büro, bei dem man stets höfflich sein muss, vor allem zu seinem überheblichen Chef. Lester lässt sich also mehr oder minder gehen. Sein Leben ist langweilig, normal, nichts besonderes.
So wie es Millionen Menschen wohl haben und auch mögen. Aber eines Tages will Lester das nicht mehr haben. Er schmeißt den Job hin, erpresst seinen Chef, fängt an was gegen den bereits in Ansätzen vorhandenen Bierbauch zu tun, interessiert sich nicht nur mehr für seine Frau, sondern auch für junge Klassenkameradinnen seiner Tochter & er raucht ab und zu einen Joint wenn ihm danach ist. Kurzum er bricht aus der Idylle aus, sucht seine eigenen Wege. Seine eigene Schönheit des Lebens; die eigene amerikanische Schönheit – American Beauty....
Diese hat der Film auch sicherlich selbst entdeckt. Und sieht man „American Beauty“, dann findet man auch als Zuschauer Zugang zu etwas, was über dem allem hier steht; über dem Alltag, über dem Leben, das so vor sich hin plätschert. Man weiß plötzlich was wichtig ist. Spätestens nach den ersten paar Minuten weiß man das schon: „Mein Name ist Lester Burnham und in gut einem Jahre werde ich tot sein.“. So etwas kann man nicht sagen & man weiß, man will es nicht sagen & denkt eben plötzlich: was wäre wenn? Wenn ich bald sterbe? Also: Lebe ich eigentlich?
Diese Frage ist es die einen nicht mehr los lässt nach dem Film & so beginnt man außerhalb des Geschehens auf der Leinwand bzw. Mattscheibe nach der Schönheit des Lebens zu suchen. Anstrengen, und man findet sie auch....
Cast:
Kevin Spacey
Annette Bening
Thora Birch
Allison Janney
Peter Gallagher
Mena Suvari
Wes Bentley
Chris Cooper
Crew:
Regie: Sam Mendes
Drehbuch: Alan Ball
Produktion: Bruce Cohen & Dan Jinks
Kamera: Conrad L. Hall
Schnitt: Tariq Anwar & Christopher Greenbury
Musik: Thomas Newman
Cover & Booklet der DVD:
Das Cover ziert das bekannte Filmplakat, mit dem entblößten Bauch und der darauf liegenden Hand, welche eine Rose, allerdings ohne Dornen, hält.
Das Booklet teilt einem die Kapitelaufteilung mit und in einem interessanten Text geht Sam Mendes, Regisseur des Films, auf eben diesen seinen Film ein. Lesenswert.
Werfen wir nun einen Blick auf die Features und Extras der DVD, als da wären:
- Hinter den Kulissen – Ein Kurzfeature, welches die Entstehung des Films beleuchtet. Immer gerne gesehen von mir...
- Audiokommentar mit Regisseur Sam Mendes und Drehbuchautor Alan Ball. Aufschlussreich, was man über die einzelnen Szenen an zusätzlichen Informationen oder Anekdoten erzählt bekommt.
- Storyboard Präsentation mit Mendes und Kameramann Conrad L. Hall. Der Vergleich zwischen Idee, Entwurf und gefilmter Szene ist interessant gemacht, sieht man viel zu selten auf DVD.
- 2 Originalkinotrailer runden die DVD ab.
- Standard: die Untertitel für Hörgeschädigte in Deutsch und Englisch.
Das Bonusmaterial ist nicht wirklich umfangreich, weiß aber durch Qualität zu bestechen. Trotzdem: Interviews mit der Cast, Biographien, all so was hätte man trotzdem gerne zu Gesicht bekommen finde ich.
Fazit:
Ein Wahnsinnsfilm, denn man nicht oft genug sehen kann. Ein durchschnittliches amerikanisches Leben als Diskurs über Schönheit und das Leben an sich. Jeder kann und sollte sich daran wieder finden können & sich gerade davor dann doch erschrecken. Aber dabei soll es wie oben bereits gesagt, besser nicht bleiben...
Die Umsetzung des Films auf DVD ist gelungen, auch Ton und Bild stimmen. Allerdings sind die Extras dennoch etwas mager ausgefallen. Mehr hätte man von einer DVD zu einem 5fach Oscar prämierten Film schon erwarten können.*
Trotzdem: lohnenswerte Anschaffung und ein must-have für Freunde des anspruchvollen Mainstreamkinos.
>>>>>>>>>>>>>>> by Northstar `02 <<<<<<<<<<<<<
--------------------------
* Ich erwähne den Gewinn der 1999er Oscar extra erst gegen Ende, da meines Erachtens ein Oscar leider nichts mehr über Qualität eines Filmes aussagt, wie spätestens die diesjährigen Verleihungen gezeigt haben sollten. Demnach soll der Film für sich sprechen, nicht ein Preis ihn künstlich hypen...
Intro:
Manchmal sieht man Filme im Kino & denkt gleich nach den ersten paar Minuten, wow, das ist großes Kino. Oder besser, wow, das sind großartige Gedanken, Inhalte, Themen, Ideen in bildform auf die Leinwand geworfen und ich frage mich in solchen Momenten dann immer: merkt das auch jemand anderes außer mir? Oder ist das für den Rest hier im Kino, die mit Popkorn werfen, Bier trinken, dämlich dazwischen labbern, nur ein Film? Nur 2 Stunden weg vom scheiß Leben zu hause? Nur 2 Stunden was anderes an diesem Abend? Oder merken die auch, wow, großartig, dieses Gefühl eben, wenn du denkst dein Geist ist viel, viel größer als das, was da nur in deinen Kopf rein passen sollte. Ok, das klang jetzt arrogant, oder? Ach egal, da steh ich eh drauf. Was ich meine: du sitzt im Kino und merkst, „großartig, so ist also das Leben“...
Dieses „Wow“-Erlebnis hatte ich nicht bei vielen Filmen. Philadelphia. Ed Wood. Beautiful Thing. Und eben hier, bei „American Beauty“....
Erstmal etwas zum Inhalt des Filmes:
Lester Burnham hat ein eintöniges Leben. Aber ein normales, so wie viele es haben. Besser: viele Amerikaner es haben & auch toll finden würden, schön finden würden. Ist das amerikanische Schönheit? American Beauty?
Lester Burnham hat eine Frau. Carolyn. Außer dem Nachnamen haben beide seit Ewigkeiten nichts Gemeinsam. Sie ist Maklerin, verkauft aber kein Haus, das bekommt ihr schmieriger Kollege eher hin, mit dem sie schon bald eine Affäre beginnt...
Lester Burnham hat eine Tochter. Jane. Aber die versteht er nicht, da sie nicht mit ihm, eigentlich mit niemanden redet. Jane hat eine Freundin, Angela, die ihren Dad ganz toll findet. Der sie auch...
Lester Burnham hat einen Haschlieferanten. Ricky. Der Nachbarsjunge mit dem strengen, militanten Vater, der ihm, öfters mal den Unsinn aus dem Leib prügelt. Ricky hält alles mit der Kamera fest, dreht kleine Filme. Ach ja, Ricky mag Jane, aber die will zunächst nichts mit ihm zu tun haben, ist er doch recht schräg drauf wie sie findet...
Lester hat auch Hobbies. Onanieren unter der Dusche, da seine Frau ihn nie ran lässt. Der langweilige Job im Büro, bei dem man stets höfflich sein muss, vor allem zu seinem überheblichen Chef. Lester lässt sich also mehr oder minder gehen. Sein Leben ist langweilig, normal, nichts besonderes.
So wie es Millionen Menschen wohl haben und auch mögen. Aber eines Tages will Lester das nicht mehr haben. Er schmeißt den Job hin, erpresst seinen Chef, fängt an was gegen den bereits in Ansätzen vorhandenen Bierbauch zu tun, interessiert sich nicht nur mehr für seine Frau, sondern auch für junge Klassenkameradinnen seiner Tochter & er raucht ab und zu einen Joint wenn ihm danach ist. Kurzum er bricht aus der Idylle aus, sucht seine eigenen Wege. Seine eigene Schönheit des Lebens; die eigene amerikanische Schönheit – American Beauty....
Diese hat der Film auch sicherlich selbst entdeckt. Und sieht man „American Beauty“, dann findet man auch als Zuschauer Zugang zu etwas, was über dem allem hier steht; über dem Alltag, über dem Leben, das so vor sich hin plätschert. Man weiß plötzlich was wichtig ist. Spätestens nach den ersten paar Minuten weiß man das schon: „Mein Name ist Lester Burnham und in gut einem Jahre werde ich tot sein.“. So etwas kann man nicht sagen & man weiß, man will es nicht sagen & denkt eben plötzlich: was wäre wenn? Wenn ich bald sterbe? Also: Lebe ich eigentlich?
Diese Frage ist es die einen nicht mehr los lässt nach dem Film & so beginnt man außerhalb des Geschehens auf der Leinwand bzw. Mattscheibe nach der Schönheit des Lebens zu suchen. Anstrengen, und man findet sie auch....
Cast:
Kevin Spacey
Annette Bening
Thora Birch
Allison Janney
Peter Gallagher
Mena Suvari
Wes Bentley
Chris Cooper
Crew:
Regie: Sam Mendes
Drehbuch: Alan Ball
Produktion: Bruce Cohen & Dan Jinks
Kamera: Conrad L. Hall
Schnitt: Tariq Anwar & Christopher Greenbury
Musik: Thomas Newman
Cover & Booklet der DVD:
Das Cover ziert das bekannte Filmplakat, mit dem entblößten Bauch und der darauf liegenden Hand, welche eine Rose, allerdings ohne Dornen, hält.
Das Booklet teilt einem die Kapitelaufteilung mit und in einem interessanten Text geht Sam Mendes, Regisseur des Films, auf eben diesen seinen Film ein. Lesenswert.
Werfen wir nun einen Blick auf die Features und Extras der DVD, als da wären:
- Hinter den Kulissen – Ein Kurzfeature, welches die Entstehung des Films beleuchtet. Immer gerne gesehen von mir...
- Audiokommentar mit Regisseur Sam Mendes und Drehbuchautor Alan Ball. Aufschlussreich, was man über die einzelnen Szenen an zusätzlichen Informationen oder Anekdoten erzählt bekommt.
- Storyboard Präsentation mit Mendes und Kameramann Conrad L. Hall. Der Vergleich zwischen Idee, Entwurf und gefilmter Szene ist interessant gemacht, sieht man viel zu selten auf DVD.
- 2 Originalkinotrailer runden die DVD ab.
- Standard: die Untertitel für Hörgeschädigte in Deutsch und Englisch.
Das Bonusmaterial ist nicht wirklich umfangreich, weiß aber durch Qualität zu bestechen. Trotzdem: Interviews mit der Cast, Biographien, all so was hätte man trotzdem gerne zu Gesicht bekommen finde ich.
Fazit:
Ein Wahnsinnsfilm, denn man nicht oft genug sehen kann. Ein durchschnittliches amerikanisches Leben als Diskurs über Schönheit und das Leben an sich. Jeder kann und sollte sich daran wieder finden können & sich gerade davor dann doch erschrecken. Aber dabei soll es wie oben bereits gesagt, besser nicht bleiben...
Die Umsetzung des Films auf DVD ist gelungen, auch Ton und Bild stimmen. Allerdings sind die Extras dennoch etwas mager ausgefallen. Mehr hätte man von einer DVD zu einem 5fach Oscar prämierten Film schon erwarten können.*
Trotzdem: lohnenswerte Anschaffung und ein must-have für Freunde des anspruchvollen Mainstreamkinos.
>>>>>>>>>>>>>>> by Northstar `02 <<<<<<<<<<<<<
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* Ich erwähne den Gewinn der 1999er Oscar extra erst gegen Ende, da meines Erachtens ein Oscar leider nichts mehr über Qualität eines Filmes aussagt, wie spätestens die diesjährigen Verleihungen gezeigt haben sollten. Demnach soll der Film für sich sprechen, nicht ein Preis ihn künstlich hypen...
14 Bewertungen, 1 Kommentar
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29.03.2006, 17:14 Uhr von liiiiindaaaaa
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich...über gegenlesungen würde ich mich freuen;)
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