American History X (VHS) Testbericht

American-history-x-vhs-drama
ab 8,21
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Erfahrungsbericht von ChrisPieh

schwarz ist weiß und weiß ist schwarz

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallo Ihr lieben Leser,

nach langer Abstinenz möchte ich Euch heute mal wieder über einen Film berichten, der mich wirklich stark beeindruckt hat. Da mich gesellschaftskritische Filme sehr interessieren war der Film also ein Muss für mich.

||||||||||||____INHALT___________|||||||||||||||||


Im Mittelpunkt des Films stehen der 16 jährige, vaterlose Daniel Vinyard und sein großer Bruder Derek. Derek steht kurz vor seiner Freilassung nach 3 Jahren Haft, zu denen er verurteilt wurde, nachdem er 3 Farbige erschossen hatte. Vor seiner Inhaftierung war er stolzer Anführer „white Power“ , einer Nazigruppe. Stark beeinflusst durch seinen Bruder schließt sich auch Dereks Bruder den Nazis an. Wegen seines Referates über „mein Kampf“ muss er nun zur Strafe einen Aufsatz über seinen Bruder und die Gründe für dessen Morde schreiben. Am gleichen Tag noch wird Derek aus dem Gefängnis entlassen. Aus dem früheren Nazi ist ein toleranter pazifistischer Mensch geworden. Geschockt, dass sein Daniel noch immer den Nazis angehört, versucht Derek nun mit allen Mitteln seinen Bruder dort herauszuholen. Leider hat die Zahl der Mitglieder der „white Power“ inzwischen stark zugenommen, was es ihm nicht gerade erleichtert. Erschwerend kommt hinzu, dass Derek für seine Tat inzwischen fast vergöttert wird. Bei einem Treffen mit seinem früheren „Chef“ der White Power schlägt er diesen dann ohnmächtig…

Ich möchte hier nicht mehr von der Handlung erzählen, da ich dem Film sonst die Spannung nehmen würde.

|||||||||||_______meine Meinung________|||||||||


Ein wirklich sehr beeindruckender Film, der wirklich stark zum Nachdenken anregt. Durch das offene Ende gerät man erstmal stark ins Grübeln, wie man sich selbst oder Derek nun verhalten würde. Nachdem Film saß ich erstmal nur da und war geschockt, man braucht schon ein paar Minuten um sich erstmal wieder zu fangen, da er mitunter sehr an die Nerven gehen kann. Gelungen fand ich die Komposition des Filmes, da er im Grunde aus zwei Teilen besteht, einmal die Gegenwart in Farbe und dann Dereks Leben im Gefängnis und die Vergangenheit in schwarz-weiß gehalten. Ich bin der Ansicht, dass dieses schwarz-weiß wohl für das Denken von Derek steht, da er ja vor seiner Zeit und auch teilweise noch während der Teit im Gefängnis die Leute in 2 Klassen unterteilt. Die Farbigen die untere und die Weißen als \"Herrscherrasse\".

Die Story find ich sehr aktuell und gelungen, durch Sprünge in Dereks Vergangenheit entsteht ein Gesamt-Bild, was hilft die Gründefür sein Handeln zu verstehen. Gut ist bei den Rückblicken, dass sie immer genau im richtigen Moment passieren. Zum Beispiel wird Derek am Anfang nur als brutaler Nazi gezeigt,was dann auch dazu führt, dass man ihn sich kaum als Gewaltgegner vorstellen kann.
Der Film ist genau das Gegenteil was man sonst als typischen Hollywoodstreifen gewöhnt ist, er zeigt eigentlich immer genau das was man wenigsten erwartet oder auch erhofft, das Ende ist weit davon ein Happy-End zu sein, es ist einfach nur schonungslos realistisch. Erschreckend ist die Brutaltiät die der Film zeigt, zum Beispiel die Art und Weise, wie Derek einen der Farbigen tötet oder auch wie er im Gefängnis vergewaltigt wird.

Edward Norton hat mich als Derek sehr überzeugt, ich kannte ihn vorher nur als romantisches Sensibelchen, so war es für mich am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig ihn nun als brutalen Nazi zu sehen, aber er spielt absolut realitätsnah und überzeugend.

Im Film wird geschickt mit den Hauptrollen gespielt, am Anfang hat man das Gefühl, dass sich der Film um Danny dreht, aber dann ab Mitte des Films wird klar, dass es eigentlich um Derek und dessen Verwandlung geht.

Die indirekte Gesellschaftskritik hat mir gefallen, da hier auch auf Rassenproblem in der Polizei hingewiesen wird. Derek bekommt für 3 Morde lediglich 3 Jahre Gefängnis während ein Farbiger für möglicherweise unfreiwilliges Verletzen eines anderen eine längere Haftstrafe bekommt.


|||||||_____zusätzliche Information________|||||||

Homepage: www.historyx.com
Darsteller: Edward Norton als Derek
Edward Furlong als Danny
Fairuza Balk als Stacy
Elliott Gould als Murray
Stacy Keach als Cameron
Avery Brooks als Bob Sweeny
Regisseur: Tony Kaye
Screenwriter: David Mc Kenna
Filmdauer: 118 Minuten
FSK: ab 16 Jahren
Genre: Drama
USA 1998

|||||||||||___________Fazit___________|||||||||||||||


Den Film kann ich einfach nur empfehlen. Díe Handlung und vor allem das unerwartete Ende tragen dazu bei, dass der Film absolut gelungen ist. Edward Norton spielt hier genial und überzeugend. Allerdings ist der Film keine leichte Kost, und nicht unbedingt geeignet für einen einfachen Unterhaltungsabend. Er bietet eine gute Diskusionsgrundlage, also bestens geeignet hinterher noch einmal die Gedanken darüber auszutauschen.

16 Bewertungen, 1 Kommentar

  • liiiiindaaaaa

    29.03.2006, 14:26 Uhr von liiiiindaaaaa
    Bewertung: sehr hilfreich

    über gegenlesungen würde ich mich freuen;)