American History X (VHS) Testbericht

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ab 8,21
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Erfahrungsbericht von Klops

MIR FEHLEN DIE WORTE

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

1.Einleitung

Heute soll es in meinem Bericht um den Film „American History X“ (ex gesprochen), der 1998 erschien und das Hollywood-Debüt des britischen Regisseurs Tony Kaye darstellt. Der Film wendet sich offen, wie kaum ein anderer Film gegen den Rassenhass und die Gewalt zwischen Farbigen und Weißen. Ob mich der Film überzeugt hat, erfahrt ihr in meinem Bericht.

2.Story

Derek Vinyard bekommt schon von seinem Vater immer wieder eingeimpft, dass die Schwarzen an allem Schuld sind und Derek verinnerlicht das auch. Als sein Vater von einem schwarzen Drogendealer umgebracht wird rastet Derek aus und wird endgültig zum Skinhead. Er lässt sich auf die falschen Leute ein. Von einem Mann namens Cameron lässt er sich als Handlanger für dessen pseudopolitischen Interessen einspannen. Er sammelt alle enttäuschten Weißen und organisiert Überfälle auf Supermärkte mit mexikanischen und schwarzen Arbeitern. In seinem Viertel Venice Beach herrscht praktisch Krieg zwischen der weißen und der schwarzen Bevölkerung.

Eines Nachts wollen 3 Schwarze Dereks Auto stehlen. Sein jüngerer Bruder Danny bemerkt es und macht Derek darauf aufmerksam. Daraufhin tötet Derek zwei der Schwarzen kaltblütig. Weil Danny vor Gericht nicht aussagt, bekommt Derek nur 2 Jahre und ein paar Monate Gefängnis.

Im Gefängnis gerät er zwischen alle Fronten und er hat es einem schwarzen Mitinsassen zu verdanken, dass er heil wieder aus dem Gefängnis kommt. Im Gefängnis hat sich seine gesamte Lebenseinstellung geändert und er will sich aus der Skinheadszene verabschieden. Leider ist das gar nicht so einfach und sein jüngerer Bruder Danny ist auf die gleichen falschen Leute hereingefallen und ist inzwischen auch ein Skinhead und er hasst alle Schwarzen. Derek will weg aus Venice Beach und aus seinem früheren Leben. Doch es ist gar nicht so leicht aus der Skinheadszene herauszukommen und zugleich droht die Lage in Venice Beach zu eskalieren. Hier endet meine Inhaltsangabe, denn ich will ja nicht den ganzen Film verraten.

3.Meine Meinung

Die Story, wie ich sie beschrieben habe, setzt sich nach und nach zusammen und der Regisseur Tony Kaye arbeitet mit vielen Rückblenden, sodass Dereks Zeit im Gefängnis erst im letzten Drittel des Filmes gezeigt wird und die Motive werden auch nach und nach aufgedeckt. Die Rückblenden sind größtenteils in schwarz-weiß gehalten, sodass Vergangenheit und Gegenwart sehr gut zu trennen sind und keine Verwirrungen entstehen. Außerdem sind die schwarz-weiß Szenen sehr gut gemacht und erfüllen nicht nur die Aufgabe der Trennung zwischen Gegenwart und Vergangenheit, sondern verdeutlichen noch, dass es sich um Erinnerungen von Derek oder Danny handelt. Außerdem wirkten die schwarz-weiß Szenen sehr künstlerisch auf mich.

Ich habe in den 110 Minuten des Filmes nie den Überblick verloren, trotz der vielen Sprünge und trotz, dass sich die Story erst nach und nach zusammengesetzt hat. Die Story an sich fand ich auch ziemlich gelungen, denn sie ist aus meiner Sicht sehr interessant und vor allem die Ausführung mit den vielen Rückblenden konnte mich überzeugen. Die Story wirkt die ganze Zeit sehr straff und ein Gefühl der Langeweile kommt nie auf und ich hatte auch nie das Gefühl, dass endlich wieder etwas passieren müsste. Außerdem ist der Spannungsbogen sehr hoch gehalten und man möchte die ganze Zeit wissen, wie es weitergeht.

Der Film war die gesamte Zeit zugleich beeindruckend, aber auch sehr erschreckend. Ich war zumindest sehr erschreckt, mit was für einer Konsequenz und Brutalität beide Seiten, sowohl die Weißen, als auch die Schwarzen ihre Vorurteile durchgebracht und durchgesetzt haben. Der Film fängt mit Dereks Mord an, der 2 Schwarze tötet, allerdings sieht man hier nur wie er kaltblütig den ersten erschießt und dann dem zweiten hinterher rennt, der im Auto sitzt. Später sieht man in einer Rückblende, wie die ganze Wahrheit aussieht. Den zweiten Dieb bringt Derek verabscheuungswürdig um. Derek kannte diesen Mann. Der Schwarze hat Derek bei einem Basketballspiel, in dem es um den Basketballplatz ging gefoult, sodass Derek Nasenbluten hatte. Daran sieht man, dass Derek anscheinend nur Rache wollte und diese Situation sofort ausgenutzt hat. Auch das Basketballspiel kam schon recht krass rüber. Statt zusammen zu spielen, wollen beide Seiten den Platz alleine haben und dazu ist ihnen anscheinend jedes Mittel recht und es wird hart gekämpft – wenn auch fast nur sportlich.

Nach diesen Szenen denkt man als Zuschauer Derek ist ein brutaler und gewissenloser Mörder, dem das alles nicht leid tut, aber später deckt Kaye alle Motive auf und verdeutlicht eindrucksvoll, warum Derek so geworden ist, wie man ihn in den ersten Szenen erlebt. Zum einen ist da die Situation, dass er erfährt, dass viele Weiße angeblich ihre Arbeit an Schwarze oder Mexikaner verlieren, zum anderen wurde sein Vater von einem Schwarzen umgebracht. Derek wirkt aber auch schon durch seine gesamte Erscheinung ziemlich erschreckend. Er ist groß und sehr bullig und auf seiner Brust ist ein Hakenkreuz tätowiert und überall hat er Tätowierungen, die auf seine rechte Gesinnung deuten. Später versteht man aber, wie Derek in diese Situation geraten ist. Natürlich versteht man sein Handeln nicht, aber viele Faktoren haben zusammengespielt, sodass er in seine Situation kam. Der Mord war eigentlich nur noch die Eskalation seiner ganzen Aktionen, denn er fiel ja auch schon als Anführer der Schläger auf.

Umso überraschter ist man, als man ihn sieht, wie er aus dem Gefängnis kommt. Anstelle seiner Glatze hat er jetzt wieder Haare, aber das ist nur der erste äußere Eindruck. Jetzt sieht man seine guten Seiten. Er kümmert sich um seine Geschwister und um seine kranke Mutter und will ein besseres Leben für sie. Seine brutale Seite zeigt er nur noch einmal gegenüber Cameron, seinem ehemaligen Vorbild. Hier sieht man, wie schwer es ist aus der Skinheadszene wieder auszusteigen. Als er bekannt gibt, dass er aussteigt sind alle gegen ihn und nennen ihn Verräter – sogar umgebracht werden soll er, zumindest hatte ich den Eindruck, dass sein ehemaliger Freund Seth es durchaus durchgezogen hätte und den Abzug der Pistole gedrückt hätte, aber mit Geschick kann Derek die Situation retten. Danach erzählt er Danny seine Geschichte aus dem Gefängnis. Hier hat er es wie gesagt, nur einem Schwarzen zu verdanken, dass er heil aus dem Gefängnis kommt. Auch die Szenen aus dem Gefängnis waren ungeheuer bedrückend und heftig, denn hier gerät Derek das erste Mal zwischen alle Fronten und wird brutal fertiggemacht – und das von seinen eigenen ehemaligen „Gefängnisfreunden“.

Auch Danny ist in Ansätzen schon so ähnlich wie sein Bruder Derek. Er hängt rechtsradikale Fahnen und Banner auf und hasst alle schwarzen Menschen ohne sie näher zu kennen. Er zeigt allerdings noch nicht so offensichtlich Brutalität, wie sein Bruder es getan hat. Derek versucht es mit allen Mitteln zu verhindern, dass Danny den gleichen falschen Freunden verfällt, wie er damals.

Sehr gut sind auch die Vorurteile herausgestellt, denn jeder Schwarze hasst jeden Weißen und andersherum, ohne den anderen zu kennen. Es wird nur auf das äußere geachtet ohne einen Menschen zu kennen. Die schwarzen Menschen werden von den Weißen nicht als Menschen gesehen, sondern als irgendwelcher Abfall und andersherum ist es genauso schlimm und verwerflich. Diese verwerfliche Einstellung wird durch den ganzen Film gut transportiert und die schrecklichen Auswirkungen werden eindrucksvoll dargestellt.

Der Film zeigt sich zwar teilweise ziemlich krass und manchmal auch brutal, aber er driftet nie ins unsinnig oder übermäßig Brutale ab. Das heißt: Brutalität wird nie übermäßig dargestellt. Natürlich gibt es ziemlich viel Brutalität, aber die ist auch nötig, um das Verhältnis zwischen den beiden Seiten darzustellen.

Die Rolle von Derek Vinyard wird von Edward Norton übernommen, der diese Rolle wirklich fantastisch spielt und sie sehr glaubwürdig rüberbringt. Immer wieder zeigt er unglaubliche Brutalität und seine andauernden Vorurteile, aber später zeigt er auch seine guten Seiten und kümmert sich rührend um seine gesamte Familie. Sehr beeindruckend fand ich auch, wie er einen sehr extremen und krassen Wutausbruch spielte. Hier wurde er von einer auf die nächste Minuten laut und dann explodierte er völlig und wollte seiner Schwester an den Kragen, da sie ihm widerspricht und dann auch noch seine Freundin nicht ausreden lässt. Wohlgemerkt war das vor dem Gefängnisaufenthalt. Edward Norton zeigt den gesamten Film hindurch eine beindruckende Wandlungsfähigkeit und ich muss sagen, dass ihm die Rolle wie auf den Leib geschneidert passt.

Dereks Bruder Danny wird von Edward Furlong gespielt und zeigt auch eine sehr überzeugende Leistung. Er lässt sich von den gleichen Leuten, wie damals Derek verführen und will aus der Szene gar nicht mehr raus. Allerdings lässt er sich irgendwann doch überzeugen. Insgesamt muss ich sagen spielt Edward Furlong seine Rolle sehr gut und weiß die gesamte Spielzeit des Filmes zu überzeugen.

Die übrigen Schauspieler spielen ihre Rollen aus meiner Sicht auch sehr gut und wirken sehr überzeugend.

Natürlich ist der Film gegen den Rassenhass und wendet sich beeindruckend offen und deutlich, wie kaum ein anderer Film gegen diesen Rassenhass. Kaye stellt einiges übertrieben da, aber so wirkt alles noch krasser und derber, aber gerade dadurch auch noch verschreckender und bedrückender. Zwar setzt Kaye auch einige Klischees ein, aber diese wirken nicht weiter störend, da sie nicht den Hauptbestandteil des Filmes ausmachen.

Der Film brennt zwar kein Feuerwerk an Effekten ab, aber das ist auch gar nicht nötig, denn der Film weiß durch die vielen anderen Aspekte zu überzeugen, sodass er Effekte gar nicht nötig hat, um irgendwelche Unzulänglichkeiten wegzutuschen. Die hauptsächlich sehr dunklen Kulissen sind rundherum gelungen und fügen sich sehr gut in den gesamten Film ein.

Die Altersfreigabe von 16 Jahren finde ich in Ordnung, denn teilweise ist der Film recht brutal und einiges würden Jüngere wohl auch nicht richtig verstehen, denn ein paar kleine Vorkenntnisse sollte man schon haben, um wirklich alles zu verstehen. Zwar sollten sich die Jüngeren auch schon mit diesem Thema beschäftigen, aber vielleicht ist dieser Film dafür zu hart, denn American History X zeigt wirklich die schlimmsten Ausmaße des Rassenhasses.

4.Fazit

Dieser Film hat leider seit 1998 nichts an seiner Aktualität verloren und ist immer noch ein brandaktuelles Thema, denn Rassenhass gibt es eigentlich in irgendeiner Form überall. American History X zeigt eindrucksvoll auf, wie schwachsinnig der Rassenhass doch ist und wie stark sich Hass entwickeln kann, wenn man es immer wieder eingeredet bekommt, dass die Schwarzen bzw. die Weißen an allen Missständen Schuld sind. Jeder der sich mit dem Thema Rassenhass beschäftigt (und das sollte jeder!!!) bekommt einen beeindruckenden Film geboten, der wirklich unter die Haut geht und zu berühren weiß. Mich hat der Film vollends überzeugt und ich vergebe alle 5 Sterne und eine Empfehlung.

Danke für das Lesen meines Berichtes. Über sinnvolle Kommentare und Gästebucheinträge freue ich mich immer.

Ciao, euer Klops. (bei Ciao \"ackerbauer\")

23 Bewertungen, 1 Kommentar

  • liiiiindaaaaa

    29.03.2006, 14:26 Uhr von liiiiindaaaaa
    Bewertung: sehr hilfreich

    über gegenlesungen würde ich mich freuen;)