American History X (VHS) Testbericht

American-history-x-vhs-drama
ab 8,21
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

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Erfahrungsbericht von hirni

Ein schockierend reales Meisterwerk

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich wurde auf den Film nur aufmerksam, weil ich hier bei Yopi, so viel gutes über ihn gehört habe.


Story:
Im Film geht es um den jungen Amerikaner Derek Vinyard (grandios gespielt von Edward Norton), der mit seinen kleinen Bruder Danny (genauso klasse gespielt von Edward Furlong) und seiner Schwester Davina (Jennifer Lien) in einer weißen, amerikanischen Familie aufwächst.
Deren Vater sagt ihnen immer wieder, dass sich gegen die Farbigen durchsetzen müssen, besonders gegen den Schuldirekter Sweeney (Avery Brooks). Er selbst ist Feuerwehrmann und wird eines Tages bei einem Einsatz von einem Schwarzen ermordet.
Daraufhin entwickelt sich Derek zu einen Nazi und sagt sogar beim Abendessen den neuen Lebensgefährten seiner Mutter, der ein Jude ist, seine Meinung.
Auch entwickelt er sich zum Führer, unter einem Haufen anderer Gleichdenkenden. Er hat sich sogar ein großes Hackenkreuz auf die linke Brust tätowieren lassen (bei ciao im Bild zu sehen). Er handelt aber nicht unüberlegt, sondern gibt seinen Nazifreunden Begrünungen für sein Handeln. Er sagt ihnen, dass der Staat schuld sei und nicht die Grenzen überwache, wo illegale Einwanderer durchkommen würden, weil es sich vom Geld her nicht lohne.
Daraufhin überfallen sie einen Supermarkt, der Indern (?) gehört.

Beim einem Basketballspiel von den Weißen gegen die Schwarzen geht es um das viertel. Durch Dereks Hilfe, der sich auch offen als Nazi bekennt, indem er sich sein T-Shirt auszieht, gewinnen die Weißen, und so müssen die Schwarzen aus dem Viertel abziehen.
In der Nacht darauf passiert es. Drei Schwarze versuchen Dereks Wagen zu klauen. Danny bemerkt dies und sagt seinem Bruder Bescheid. Der rennt, nur mit einem Boxershirt bekleidet nach draußen, so dass man seine ganzen rechtsradikalen Tätowierungen sieht. Außerdem hat er eine Pistole in der Hand. Er tötet erschießt die flüchtenden Gangster und tötet den dritten auf brutalste Weiße, indem er ihm den Unter-, wahrscheinlich noch Oberkiefer und vielleicht noch das Genick bricht.

Er wird wegen Totschlages für drei Jahre verurteilt.
Im Knast gibt es mehr Ausländer – alles ist vertreten, von Latinos bis Schwarzen – als Weiße, aber trotzdem bekennt sich Derek wieder als Nazi und eine kleine Gruppe, die sich auch als Rechtsradikale ausgeben nehmen ihn unter Schutz. Doch dass es eine Gruppe von Nazis ist, hat nur den Anschein, heimlich treiben sie Drogengeschäfte mit Farbigen. Das kann Derek überhaupt nicht verstehen und findet die Gruppe abstoßend. Als er als letzter in der Dusche ist, verprügelt ihn die Gruppe, während der Wärter absichtlich wegschaut.
Die Arbeit muss er mit einem Farbigen Lamont (Guy Torry) machen. Er muss die Bettwäsche sortieren. Er redet viel mit ihm und entwickelt eine richtige Sympathie zu ihm. Er erzählt im Witze, über die er zwar erst nicht lachen will, aber es dann doch tun muss.
Der Farbige erzählt im ein warum er im Knast ist und es kann Derek gar nicht verstehen. Lamont hat einen Fernsehladen ausgeraubt, doch der war direkt neben einem Donutstand und somit erwischen ihn weiße Polizisten auf frischer Tat. Ich weiß jetzt nicht mehr genau wie es passierte, aber irgendwie hatte Lamont den Fernseher fallen gelassen, so dass er auf den Fuß des Polizisten fiel, auf jeden Fall war es nicht seine Schuld. Er wird aber für sechs Jahre oder so verurteilt, weil er anscheinend den Fernseher nach dem Polizisten warf. Derek glaubt ihm, kann es aber gar nicht fassen, denn schließlich hat er selbst drei Menschen verurteilt, aber nur halb so lange Haft bekommen.
Er bittet den Schuldirekter Sweeny um Hilfe und verspricht ihm, sich selbst und seinen Bruder zu ändern. Der Schuldirekter stellt eine Frage, die sehr zum Nachdenken verleiht: „Hat sich durch das, was du tust, dein Leben verbessert?“

Als Derek seine Haft abgesetzt hat, erzählt er Danny die ganze Geschichte. Auch er beschließt sich, wieder ein „normaler“ Mensch zu werden und zusammen räumen sie ihr Zimmer auf, welches nur so von Fahnen und Bildern von Adolf Hitler und Hakenkreuzen wimmelt.
Danny schreibt seinen Ausatzt über die Gründe für das frühere Verhalten von Derek zu Ende und geht mit diesem gut gelaunt zur Schule.
Aber das Ende ist, zwar zu erwarten, doch ich möchte es nicht verraten. Auf jeden Fall, kann man sich vorstellen, wie es danach weitergeht und die den ganzen Sinn des Filmes in Frage stellt.


Darsteller:
Die beiden Hauptdarsteller überzeugen 100%ig. Ihre Leistung ist wirklich Oskarreif.

Derek ist eine Führerpersönlichkeit, weil er einmal gut reden kann, aber anderseits sein Verhalten begründen kann. Er ist zwar brutal, aber er kümmert sich gut um seine Familie. Als er wieder frei kommt, will er nur das beste für seinen Bruder Danny.
Der ist eigentlich nur in der rechten Szene, weil es auch sein Bruder war. Und in der Zeit, in der er im Knast war, wurde Danny immer mehr zum Nazi, hat sich sogar selbst eine Tätowierung in den Arm machen lassen. Er kümmert sich wie sein Bruder Derek schon sehr gut um seine kranken Mutter, aber er hat auch eine genauso brutale Einstellung.


Meine Meinung:
Der Film ist schockierend real. Außnahmsweiße ist es kein patrotistischer Film, obwohl er aus den USA kommt. Die Hauptdarrsteller werden nicht als Helden dargestellt, aber das wäre ja auch noch mal schöner.
Dem britischen Regisseur Tony Kaye ist ein wahres Meisterwerk gelungen, welches, wie noch kein anders zuvor, zum Nachdenken anregt. Die ganze Handlung könnte auch nach einem echten Ereignis verfilmt worden sein. Er zeigt, dass der Rassenhass auch heute keine Seltenheit ist, sowohl Weiße auf Schwarze als auch umgekehrt.
Am Anfang bekam ich selbst eine richtige Wut auf die Nazis und eben deswegen, weil er so real ist. Nur am Ende könnte man fast denken, dass der Regisseur etwas gegen Schwarze hat.
Aber auch zwischenzeitlich, kommen doch einige Vorurteile vor (Autodiebstahl und Mord der Schwarzen), so dass man auch mal ein bisschen Hass auf die Ausländer bekommen kann, denn schließlich haben die, Derek zum Nazi gemacht und genau das meine ich, dieses Vorurteil bleibt auch im ganzen Film bestehen.


Fazit:
Der Film ist absolut empfehlenswert, auch – hab ich mal gehört – wenn der Film total floppte. Vielleicht liegt es daran, dass er so real ist, und es viele Leute gar nicht wahrhaben wollten und ihn deshalb für schlecht hielten.
Erst dachte ich, es wäre irgend ein Schwachsinn, doch ich merkte schnell, dass das nicht stimmt, und dass der Film ein echtes Meisterwerk ist und zum Nachdenken und Umsetzen anregt.


Hier noch ein Zitat, welches die Überschrift von Danny’s Aufsatz ist:
„Das Leben ist zu kurz für Hass“



© by Hirni (Yopi) und Neo87 (ciao) 2002

20 Bewertungen, 1 Kommentar

  • liiiiindaaaaa

    29.03.2006, 14:29 Uhr von liiiiindaaaaa
    Bewertung: sehr hilfreich

    über gegenlesungen würde ich mich freuen;)