American History X (VHS) Testbericht
ab 8,21 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
Erfahrungsbericht von -=CrUsHeR=-
American History X - Hammerharter Film !!!!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Nachdem er zwei Schwarze umgebracht hat, landet ein amerikanischer Skinhead im Gefängnis und wandelt sich zum guten Menschen. Verständnisvoll nähert sich der Film seinem arischen Helden und feiert dabei seine neonazistische Gewalttaten in erlesener Schwarzweiß-Fotografie und Zeitlupe. Für den Weg ins Neonazi-Lager liefert der Film gleich drei Erklärungen: Papa hat Angst um den Arbeitsplatz, Mutti raucht zuviel, und die Nigger machen immer Stunk.
Der britische Werbefilmer Tony Kaye hat ein herausragendes Kinodebüt um die Frage entwickelt, ob Menschen den Teufelskreis ihres Terrors unterbrechen können. Sein Thema sind der amerikanische Rechtsradikalismus und die perverse, ewige Faszination der Gewalt. Mit Bedacht beläßt er Story und Figuren ambivalent, ihre Brutalität hat aber eindeutig Index-Qualität und wirkt wie ein Schlag in den Magen. Sein Medium sind die Bilder: virtuose Slowmotion-Sequenzen in Schwarzweiß, Close-ups, halbdokumentarische Milieu-Schilderungen, excellente Schnitte. Um die demagogische Verführungskraft der Neonazis bloßzulegen, inszeniert Kaye auf Risiko. Perfekt instrumentalisiert er ihre Propagandamittel, scheut auch nicht vor den effektvollen, erotisierenden Techniken Leni Riefenstahls zurück und wagt damit eine gefährliche, gleichwohl realistische Ästhetisierung. Die kritische Haltung seines Filmes bleibt dennoch unangreifbar.
Aber selbst der Regisseur distanziert sich mittlerweile vom Endschnitt: der soll vom - fraglos brillant und druckvoll agierenden - Schauspieler und Produzenten Edward Norton so unsensibel bestimmt worden sein, daß aus der Hervorhebung des Darstellers die Verherrlichung der Figur Derek geworden ist. Der Vorwurf bewußter Propaganda aber ist "American History X" gewiß nicht zu machen. Der Film erzählt deutlich vom Ausstieg Dereks aus der Szene und vom Versuch des Reuigen, nun auch seinen Bruder Danny von den brutalen Typen loszubekommen, in deren Gesellschaft er ihn selbt gebracht hat.
Ist es nicht merkwürdig, daß Sie nun mit einem Film für den Oscar nominiert sind, von dem der Regisseur Tony Kaye seinen Namen zurückziehen will?
Edward Norten: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ich finde Tony Kayes Verhalten einfach lächerlich. Er hatte 15 Monate, um diesen Film zu schneiden, wurde völlig in Ruhe gelassen und konnte tun, was er wollte; es wurde ihm in jeder Hinsicht alles recht gemacht. Dann gibt er seinen Film nach mehr als einem Jahr ab - in der Form, in der er jetzt zu sehen ist. Alle sind glücklich, er selbst am allermeisten, doch plötzlich kommt er damit an, daß er mehr Zeit brauche, weil es ihm um eine andere Vision gehe. Da waren wirklich alle überrascht. Trotzdem bekommt er nochmal 10 Wochen, wieder ohne Bedingungen. Als die Zeit dann um war, hatte er nicht ein einziges Bild verändert, und kam statt dessen mit einem Rabbi, einem tibetanischen Mönch und einem katholischen Priester, um mitzuteilen, er sei noch nicht fertig, und brauche weitere sechs Monate: Offenbar ist Tony Kaye vor allem daran interessiert, sich selbst zu inszenieren.
Interessieren sich die Amerikaner nicht für politisch brisante Themen? Die Zuschauerzahlen enttäuschten.
Kommerz stand nicht im Vordergrund. "American History X" will Fakten öffentlich machen, über die man in Amerika lieber schweigt. Auswüchse verschwinden nicht, wenn wir die Augen verschließen. Wir müssen wissen, was in den Köpfen von Skins und Neonazis vorgeht, um das Phänomen in den Griff zu bekommen. Das Amnesty International und das Wiesenthal-Center den Film positiv beurteilen, ihn in Schulen und Colleges zeigen, zählt mehr als kommerzieller Erfolg.
Der britische Werbefilmer Tony Kaye hat ein herausragendes Kinodebüt um die Frage entwickelt, ob Menschen den Teufelskreis ihres Terrors unterbrechen können. Sein Thema sind der amerikanische Rechtsradikalismus und die perverse, ewige Faszination der Gewalt. Mit Bedacht beläßt er Story und Figuren ambivalent, ihre Brutalität hat aber eindeutig Index-Qualität und wirkt wie ein Schlag in den Magen. Sein Medium sind die Bilder: virtuose Slowmotion-Sequenzen in Schwarzweiß, Close-ups, halbdokumentarische Milieu-Schilderungen, excellente Schnitte. Um die demagogische Verführungskraft der Neonazis bloßzulegen, inszeniert Kaye auf Risiko. Perfekt instrumentalisiert er ihre Propagandamittel, scheut auch nicht vor den effektvollen, erotisierenden Techniken Leni Riefenstahls zurück und wagt damit eine gefährliche, gleichwohl realistische Ästhetisierung. Die kritische Haltung seines Filmes bleibt dennoch unangreifbar.
Aber selbst der Regisseur distanziert sich mittlerweile vom Endschnitt: der soll vom - fraglos brillant und druckvoll agierenden - Schauspieler und Produzenten Edward Norton so unsensibel bestimmt worden sein, daß aus der Hervorhebung des Darstellers die Verherrlichung der Figur Derek geworden ist. Der Vorwurf bewußter Propaganda aber ist "American History X" gewiß nicht zu machen. Der Film erzählt deutlich vom Ausstieg Dereks aus der Szene und vom Versuch des Reuigen, nun auch seinen Bruder Danny von den brutalen Typen loszubekommen, in deren Gesellschaft er ihn selbt gebracht hat.
Ist es nicht merkwürdig, daß Sie nun mit einem Film für den Oscar nominiert sind, von dem der Regisseur Tony Kaye seinen Namen zurückziehen will?
Edward Norten: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ich finde Tony Kayes Verhalten einfach lächerlich. Er hatte 15 Monate, um diesen Film zu schneiden, wurde völlig in Ruhe gelassen und konnte tun, was er wollte; es wurde ihm in jeder Hinsicht alles recht gemacht. Dann gibt er seinen Film nach mehr als einem Jahr ab - in der Form, in der er jetzt zu sehen ist. Alle sind glücklich, er selbst am allermeisten, doch plötzlich kommt er damit an, daß er mehr Zeit brauche, weil es ihm um eine andere Vision gehe. Da waren wirklich alle überrascht. Trotzdem bekommt er nochmal 10 Wochen, wieder ohne Bedingungen. Als die Zeit dann um war, hatte er nicht ein einziges Bild verändert, und kam statt dessen mit einem Rabbi, einem tibetanischen Mönch und einem katholischen Priester, um mitzuteilen, er sei noch nicht fertig, und brauche weitere sechs Monate: Offenbar ist Tony Kaye vor allem daran interessiert, sich selbst zu inszenieren.
Interessieren sich die Amerikaner nicht für politisch brisante Themen? Die Zuschauerzahlen enttäuschten.
Kommerz stand nicht im Vordergrund. "American History X" will Fakten öffentlich machen, über die man in Amerika lieber schweigt. Auswüchse verschwinden nicht, wenn wir die Augen verschließen. Wir müssen wissen, was in den Köpfen von Skins und Neonazis vorgeht, um das Phänomen in den Griff zu bekommen. Das Amnesty International und das Wiesenthal-Center den Film positiv beurteilen, ihn in Schulen und Colleges zeigen, zählt mehr als kommerzieller Erfolg.
9 Bewertungen, 4 Kommentare
-
29.03.2006, 14:37 Uhr von liiiiindaaaaa
Bewertung: sehr hilfreichüber gegenlesungen würde ich mich freuen;)
-
09.03.2002, 10:55 Uhr von Totenmond
Bewertung: sehr hilfreichSehr extremer Film der zum nachdenken bewegt !! Selten so nen Schocker gesehen !!
-
09.03.2002, 10:53 Uhr von Binti
Bewertung: sehr hilfreichna bitte es geht doch
-
09.03.2002, 10:48 Uhr von patrickseibert
Bewertung: sehr hilfreicheiner meiner absoluten lieblingsfilme!
Bewerten / Kommentar schreiben